Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 614 (26.1.1937)
- Date
- 1937-01-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seit« 2 Oll tTIMMI Wien, Dienstag, 26. Jänner 1937. — Nr. 614. Platz an der Sonne Palästina«. Er will als treuer Diener seines Volkes mit seiner Hände Arbeit eich den Ehrennamen Chaluz verdienen und wird sich den Weg dazu nicht verrammeln lassen. Zum Schlüsse noch ein wichtiges innerzionistische« Problem. Es handelt sich um den Territorialverband Der Luzerner Kongreß hat die Schaffung einheitlicher Landesorganisationen beschlossen. Das A. C. wurde beauftragt, die näheren Bestimmungen zu erlassen, hat das aber bisher nicht getan. Wenn trotz dieses Umstandes die Frage des Territorialverbandes hier erwähnt wird, so geschieht dies, um falsche Meinungen zu zerstreuen und jenen Stand-j punkt klarzulegen, den das Zionistische i Landeskomitee, die Obrnännerkonferenz und i die zionistischen Kultus vor steh er einhellig vertreten.! Der Kongreßbeschluß sieht vor, daß die i einheitliche Landesorganisation aus Juden | und Jüdinnen bestehen soll, die das 18. Le Wir halten den Kongreßbesohluß insbe sondere auch wegen unserer spezifischen Verhältnisse für gefährlich. Eine einheitliche Landesorganisation könnte nur der auch von uns gewünschte Endeffekt einer organischen Entwicklung sein, deren wichtigste Vorbedingungen sind: 1. Die Änderung der auf die Bedürfnisse einer Richtung zugeschnittenen Bestimmungen für die Alijah; 2. die objektive gleiche Behandlung aller anderen Einwanderer-Kategorien; 3. die ehrliche Bereitschaft aller Zionisten zu brüderlicher zionistischer Zusammenarbeit; 4. ernstliche Anstrengungen um die Revisionisten zum Wiedereintritt in die zionistische Weltorganisation und zur Beobachtung der zionistischen Disziplin zu veranlassen. Der Zionistische Landesverband für Österreich hat als stärkste zionistische Organibraejaftr vollendet haben, das Baseler Pro-; 6at!<>n Ö6tf™ich6 - aie ist stärker als alle grairm anerkennen, eich der Disziplin der. “j15™5™Pfcn - das ReJcht zionistischen Organisation unterwerfen milmi *? PQ,c„ht’ vor e,nerJ>nrohfahrun« des den Schekel entricht n. Dazu ist zunächst zu: rom Pon^red gefaßten sagen, daß es nach dieser Bestimmung jeder- Gruppe die Hegemonie zu sichern und den aufstrebenden, wahrhaften Allgemeinen Zionismus zu zertrümmern. Ich bin mir dessen bewußt, daß ich nur einen Teil der Probleme, die uns heute bewegen, skizziert und vieles unerörtert gelassen habe. Die von mir angeschnittenen Probleme lassen aber jedermann erkennen, vor wie ungeheuer großen Aufgaben wir stehen. Kein Volk der Weit stand jemals vor solchen Schwierigkeiten wie wir. Aber kein Volk bejaht so das Loben und glaubt so an seine Zukunft wie wir. Und weil wir glauben und weil wir die Träger der erlösenden I lee sind, werden wir unser schwergeprüftes Volk in den Hafen der Freiheit und des Friedens führen. Unsore Zeit wird kommenl Aussprache Weizmmnn-Leon Blum London, 22. Jänner. (JTA.) Der „Star“ berichtet, daß der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Onaim W e i z m a n n, seine Reise von Palästina nach London durch einen kurzen Aufenthalt in Paris unterbrechen werde, um mit dem französischen Ministerpräsidenten L 6 o n Blum zusammenzutreffen. Dieser Unterredung dürfte besondere Bedeutung zukommen. Befestigte Militärlager in der Nähe von Nahlus mann möglich wäre, gegen Zahlung von I 1.50 Schilling für Schekel Mitglied der Lan-j desorganisation zu werden, ohne bei einer zionistischen Gruppe organisiert zu sein. Die Folge wäre der mögliche Stimmenkauf und die Auslieferung der Fonde und der Palästina-Ämter an Elemente, deren Tendenz und Struktur von vorneherein nicht zu übersehen ist. Abgesehen von dieser Gefahr zwingen, uns unsere unliebsamen Erfahrungen, den Kongreßbeschluß in dem Sinne abaul ehnen, daß wir nicht bereit sind, den Zionistischen Landesverband für Österreich durch den Eintritt der außenstehenden Gruppen au der einheitlichen Landesorganisation zu machen, deren zukünftige Einführung der Kongreß gegen die Stimmen de6 Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten, des Misrachi und vieler Mitglieder der Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten beschlossen hat. In Österreich sind übrigens sämtliche Richvom Kongreß gefaßten Rahmonbcschlussos zu warnen und aus höheren zionistischen Interessen dafür Sorge zu tragen, daß sein Gefüge auch durch einen vom A. C. etwa gefaßten Durchführungsbeschluß nicht berührt wird. Wir sind nicht bereit, unseren in mühseliger jahrelanger Arbeit geschaffenen Landesverband zum Tummelolatz von Parteileldcnschaft und persönlicher Gehässigkeit machen und gefährden zu lassen. Wir vertreten diesen Standpunkt nicht aus Schwäche, sondern im Gefühl unserer zionistischen Verantwortlichkeit. Es ist kein Geheimnis, daß in Wien, der Stadt Theodor Herzls, die zionistische Idee noch nicht Gemeingut aller Juden ist. Wir glauben daher, daß es unsere vornehmste Pflicht ist, die indischen Massen zionistisch zu organisieren* Der innerzionistisohe Kampf, noch (dazu in der häßlichen Form, in der er geführt wird, tut aber der zionistischen Propatungen in allen Kommissionen vertreten, ganda Abbruch und schwächt gleichzeitig in (KKL„ KH., Schekel, Palästina-Amt.) Der Kongreßbeschluß verfügt übrigens nicht, daß die bestehenden Landesverbände zu einheitlichen Landesorganisationen umzugestalten sind. Heute ist die Struktur des Zionistischen Landesverbandes für Österreich die, daß in den Provinzgruppen Angehörige verschiedener zionistischer Richtungen einträohtlich Zusammenwirken. In Wien bekennt sich die erdrückende Majorität der Mitglieder zu dem Im Krakauer Programm formulierten Volkszionismus der Programm und Weltanschauung der Linken und Rechten ablehnt und den Primat des Volkes den Wünschen von Klassen und Ständen voranstellt. Auch in Wien sind wir nicht engherzig, wie es die einträchtige Zusammenarbeit des Landeskomitees mit der WIZO und die Zugehörigkeit von Mitgliedern beweist, die sich zu keiner bestimmten politischen Gruppe bekennt. Darüber hinaus hat das Landeskomitee jede Gelegenheit benützt um durch gemeinsame Versammlungen die zionistische Propaganda zu intensivieren. Die Folge waren peinliche Vorfälle bei der Vorbereitung dieser Veranstaltungen und bei den Versammlungen selbst, die uns bewiesen, daß das Verlangen nach dem sogenannten Territorialverband keineswegs dem Wunsch nach friedlicher Kooperation entspringt, sondern dem Wunsch, eino Plattform für den Kampf gegen unseren Landesverband und für die Austragung persönlicher Gehässigkeit unter Ausnützung überholter parlamentarischer Spielregeln zu schaffen. Das nicht durch unser Verschulden mißglückte Experiment der Zulassung des Verbandes der Radikalen Zionisten und die letzten Vorfälle in der Kultusstubo machen unseren Beschluß, den Zionistischen Landesverband für Österreich aus höheren zionistischen Interessen zu sicher^ zu einem endgültigen, dieser ernsten Zeit, in der das jüdische Volk in der Galufch und in Erez Israel um seine Existenz ringt, die jüdische Position. Wir Allgemeinen Zionisten sind seit Jahren unbekümmert um kleinliche Nadelstich- und Krähwinkelpolitik den Weg harter und täglicher zionistischer Kleinarbeit gegangen, wobei noch dazu unsere Mitglieder den größten Teil des in Österreich für die zionistischen Fonds gesammelten Geldes aufbringen. Wir laden die anderen Gruppen ein, mit uns in der Eroberung der jüdischen Massen für die Zionistische Organisation zu wetteifern. Auf einem weiteren Gebiet, dem der zionistischen Arbeit in der jüdischen Gemeinde haben wir durch unsere loyale Kooperation mit drei zionistischen Gruppen bewiesen, daß wir es sehr wohl verstehen, ungeachtet ideologischer Differenzen dort gemeinsame Arbeit zu leisten, wo unser Programm sich mit dem anderer zionistischer Gruppen deckt. Und noch einen weiteren Beweis unserer Bereitschaft zu friedlicher Kooperation zu bieten, erklären wir: Wir wollen der Schaffung einer paritätisch zu beschickenden Koordinierungskommission nähertreten, die aus den am letzten Kongreß durch Delegierte vertretenen Gruppen besteht, sobald hlefür die Basis für eine loyale und sachliche Zusammenarbeit geschaffen ist, Insbesondere durch die Normalisierung der Geschäftsführung der Palästina-Amtskommission und die gerechte Behandlung der allgemein-zionistischen Chaluzlm und Handwerker. Unser zionistisches Pflichtgefühl und unsere Verantwortlichkeit veranlassen uns zu dieser Stellungnahme. Wir warnen nochmals davor, in dieser krisenhaften Zeit durch das gefährliche Experiment dos Torritorialverbandes don innoren Kampf zu verstärken, ein Experiment, von dem wir nicht mit Sicherheit sagen können, ob cs nicht nur dazu dienen soll, auch in der Galuth einer bestimmten politischen Der Oberstkommandierende der engl!« sehen Truppen in Palästina, General John Dill, begab sieh mit seinem Stab und einer Reihe höherer Offiziere in das Gebiet von Nablus, wo ein großes, befestigtes Militärlager errichtet wird. Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Festung gingen aus Jerusalem nach Nablus technische Militärabteilungen ab. Im Lager wird auch ein Flugplatz errichtet. Während der jüngsten Unruhen war dieses Gebiet das Zentrum des arabischen Aufstandrs. Die Errichtung des Militärlagers wird in einen Zusammenhang mit der Abreise der Kgl. Kommission gebracht. Bekanntlich drohten die arabisch"n Terroristen mit Erneuerung der Unruhen nach Abreise der Kommission. Wauchope tritt zurück! Die arabischen Zeitungen verzeichnen das Gerücht, daß der High Conimissioner für Palästina, Sir Arthur Wauchope, sich im Februar nach London b°gibt und dann nicht mehr auf seinen Posten in Jerusalem zurückehrt. In politischen Kroisen wird dieses Gerücht nicht ernst genommen. Grenzzollamt in Ras ei Nckura Jerusalem, 21. Jänner. (Palcor.) Die Oberkommießäre Palästinas und Syriens, sowie der Präridh'^t der ^"nhlik!W'r- •> v'e’Uen heute vormittags in Ra selNakura, wo eine neue Grow^ell ation eröfT"'^ wurde. Ras el Nakura liegt in der nordwestlichen Echo Palästinas am Mittelineer. London-Reise des Hich Commsssioner? Die arabische Presse meldet, daß Sir Arthur Wauchope im Februar nach London reis°n und nicht mehr nach Palästina zurtiekkehren wird. Diese Meldung muß selbstverständlich mit Vorsicht aufgenommen werden. Arabische Delegation nach London Jerusalem, 22. Jänner. (JTA.) Die arabische Tageszeitung .,E1 Liwaa“, das Organ des Mufti, veröffentlicht anläßlich des Abschlusses der von der Königlichen Kommission durchgeführten Vernehmungen eine zusammenfassende Betrachtung über die Aussagen der arabischen Zeugen vor der Kommission und gibt eine Analyse der Behandlung, die die arabischen Forderungen hierbei gefunden haben. Das Blatt kommt zu dem Schlüsse, daß die nunmehr geschaffene Lage die Entsendung einer arabischen Delegation nach London erforderlich mache. Die Zeit zwischen dem Abschluß der Untersuchung und der Abfassung des Berichtes der Kommission mü&se dazu aussenützt werden, die öffentliche Meinung Englands im Sinne der arabischen Forderungen zu beeinflussen. Moslem'tische Konferenz in Mekka abgesagt Jerusalem, 24. Jänner. ((JTA.) Die ägyptisoh-arabischo Zeitung „Mokkatem“ meldet, daß die von den palästinensisch-arabischen Führern und ihren Anhängern in Bagdad geplante moslomitiscbe Konferenz in Mekka abgesagt wurde, weil König I b n Saud, der jetzt mit innoren Angelegenheiten seines Landes stark beschäftigt ist, keinerlei politische Beratungenin Mekka erlauben wollte. Abdul Hamids folui will Ländereien in Palästina Jerusalem, 24. Jänner. (JTA.) Der Sohn des früheren türkischen Sultans Abdul Hamid erhebt Anspruch auf die ehemaligen türkischen Staatslündcreien in Palästina mit der Begründung, daß diese Ländereien nicht Staats-, sondern Privateigentum des Sultans waren. Im Auftrag des Sohnes Abdul Hamids hat der Haifaer Rechtsanwalt A. Weinschal eine entsprechende Eingabe allen lästinensischen Kreisgerichten vorgelegt. pa- Riickverlegung von Ämtern von Tel-Aviv nach Jaffa? Jerusalem, 24. Jänner. (JTA.) Im Jischuw herrecht ziemliche Erregung über die anrebliehe Absicht der Regierung, eine Reihe von Ämtern, die während der Unruhen nach Tel- Aviv verlegt worden waren, wieder nach Jaffa zurückzuverlegen. Es wird dies insbesondere im Hinblick darauf als eine ungerechte Maßnahme empfunden, daß die Ämter von der viel größeren und am Wirtschaftsleben stärker beteiligten Bevölkerung von Tel-Aviv naturgemäß mehr in Anspruch genommen werden, als von der Bevölkerung Jaffas. Das Aufsuchen der Ämter in Jaffa ist für die Einwohner von Tel-Aviv mit Unannehmlichkeiten verbunden. Neue arabische Anschläge Jerusalem, 24. Jänner. (JTA.) Ara späten Abend überfiel eine Gruppe Arabor Juden im jüdischen Viertel von S a f e d und bewarf sie mit Steinen. Einige Juden wurden leicht vorletzt, dagegen erhielt ein englischer Polizist, der den Überfallenon zu Hilfe kam, so schwere Verletzungen, daß er in ernstem Zustande ins Hospital gebracht werden mußte. Auf den Haifaer arabischen Bürgermeister Sidky Bey haben unerkannt gebliebene Täter einen Morda n s c h 1 a g verübt. Sie gaben auf ihn vier Revolverschüßse ab, die alle fehl gingen. Sidky Bey war schon im Herbst v. J. das Ziel eines arabischen Mordansohlages, dem er damals entging. Er wird von den Extremisten wegen seiner angeblichen Regierungsfreundlichkeit verfolgt. Es heißt, daß der „Orden der aufständischen S c h e i k s“ den Bürgermeister zum Todo vorurteilt habe, wobei die Vollstreckung dieses Urteils nur eine Frage der Zeit «ei. „El Liwaa“ teilt mit, daß in der Umgebung von Jerusalem wiederum Pa nisalem werden ebenfalls von berittener Polizei bewacht. Hingegen sei die Zahl dor Polizisten in den Kolonien vermindert worden. Noch ein iiidisches Todesopfer des Terrors David Haraami, der am ö. Jänner bei Iledera von drei Arabern überfallen und schwer verwundet wurde, ist heute seinen Verletzungen orlegen. Er hinterläßt eine Frau und sieben Kinder. 25% Ermäßigung für Fahrten nach Palästina zu Purim und Pessach. Dio italienischen Schiffahrtsgesellschaften, Wien, I., Kärntnerring 6, und die Palestine Expross, Vertretung für Österreich Reisebüro City, D r. I. H. Körner, Wien, I., Kohlmarkt8, verweisen auf ihre Gesellschaftsreisen zu Purim und Pessach. Austrouillen berittener Polizei ein-1 fübrlicher Prospekt als Beilage in der nächi gesetzt wurden. Die. Chauseeeh Jericho—Je-1 sten Nummer der „Stimme“,