Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 607 (31.12.1936)
- Date
- 1936-12-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kt. 607 — Wien, Donnerstag, 31. De*. 1936. Oll IttMMI Seite 5 Sonderbericht der «Stimme" aus Erex Israel Vom Karmel zum Gilboa —y, Beth Alfa, am 13. Kislcw. Heute ist Freitag. Der Sabbath kommt und da. ist in ganz Palästina die jüdische Jugend unterwegs, um den Feiertag zu genießen, Besuche oder Ausflüge zu machen. Der Vormittagszug von Haifa nach dem Emek ist überfüllt. In den langen Waggons, die keino Scheidewand besitzen, drängen eich die Passagiere, hängen wio Trauben an den Türen und sitzen zu sechs und zu acht auf den Bänken, die nur für vier eingerichtet sind. Die Sitze zunächst den Eingängen haben Araber besetzt; ihre dunklen Augen starren unter deT angeblich weißen Keffije, die mit schwarzen Reifen um die Stirn befestigt sind, auf die lachenden, lärmenden, ungeduldigen Juden, die einander lustig vorwärts schieben. Ein alter Mann sitzt beim Fenster meines Abteils. Er liest andächtig in einem Gebetbuch, klappt es dann zu und mustert neugierig seine Nachbarschaft. Das Gespräch, das er da-np anknüpft, geht hebräisch und jiddisch durcheinander. „Von wannen iß der Herr?1* „Von Wien.“ „Und Sie?“ fragt er ein Mädchen. „Von Mährisch-Ostrau.“ Einer ißt aus Preßburg, einer a.us Stanislau, einer aus Duisburg; dann meldet sich einer aus Johannisburg, ein Mädchen ist aus Philadelphia, ein junger Bursche aus Kopenhagen. Er ist aus Dänemark ohne einen Groschen Geld zu Fuß nach Erez gewandert und arbeitet jetzt in einer Kwuza.li. Der Mann, der herumfragt, ißt vor 30 Jahren aus dem Mohilewer Gouvernement gekommen. Er erzählt, er ßei ein Schwager Ussischkins. Sein Sohn ißt Professor an einer Sowjet-Universität. „Wie geht's ihm?“ „Er schreibt, gut“, antwortet der alte Mann achselzuckcnd. „Ich lebe in Gewa.“ Wir sehen erstaunt auf ihn. Gewa ißt eine der „linksten“ Siedlungen und dort lebt dieser alte konservative Mann? „Ja“, ßagt er, „wir haben dort auch Minje. Sie sollen leben und gesund eein, die Chaluzinii“ Das ist der Zionismus. Juden auß der ganzen Welt, getrieben vom Drang nach dem Boden der Heimat, von idealstem Sinn erfüllt; Zionismus als Überwinder der Geographie, alß Ausgleicher zwischen Freisinnigen und Tiefgläubigen; Zionismus als Einiger und Vcrsohmolzer der Jugend zu einer einzigen stahlharten und sohwerringenden Nation. Wa.s ist doch aus Herziß „Judenstaat“ emporgewachsen! Diese Menschen, die so harmlos und lachend mit einander plaudern, tragen in sich das ganze inbrünstige Vertrauen auf die Kraft ihrer Nation, auf ihren Willen und — ihren Starrsinn. Eine Idee hat sie gerufen und sie haben ßie in Leben und in Arbeit unbesetzt. Dieses Land, durch das der Zug jetzt fährt, war vor acht oder zehn Jahren noch Sand uud Sumpf. Jetzt ist es die Ebene Sewulun und dann „mi Beth Alfa ad Nahalal“ der Emek. Blühendes, schönes Gebiet mit grünen Wiesen, dunkeln Eukalyptus- und Ölwäldern, d<v zwischen Feldern, über die eben der Pflug geht, weiße blinkende Häuser; rote Dächer grüßen aus der Ebene zum Zug hinauf, woit, weit geht der Blick vom Karmel bis zu den Bergen von Galil, und dort weit im Osten, aber zum Greifen nähe in der glasklaren Luft daß Sohneehaupt des Hermon. Durch biblisches Gelände führt die Eisenbabnstraße. Hier hat Sisra seine Streitwagen gesammelt, die von Deborah und Barak zertrümmert wurden; Barakß Grab ist erhalten, es trägt den arabischen Namen Scheich Abrek. Kfar Banich heißt eine Station. Das Dorf ist von grusinischen und kurdischen Juden besiedelt. Die Alten sitzen an der Böschung in ihren traditionellen Trachten, die Jungen, die hier aussteigen, tragen den Lederrock dee Chauffeurs oder den europäischen Anzug. Die Alten halten sich noch isoliert, die Jungen unterhalten eich im modernsten Hebräisch mit ihren Altersgenossen aus Böhmen und Polen oder mit den Sabre«, den im Land Geborenen. Vor zehn oder zwanzig Jahren wußten dio Alten in Kurdistan oder im Kaukasus noch nicht, daß eß so otwaß wio Freiheit gibt. Der Zionismus hat sie aus ihrem stumpfen Alltag, aus dem Haß ihrer Umgebung geholt. Sie sind jetzt Siedler des jüdischen Volkes, der Keren Kajemeth hat sie zur Mutter Israel zurtickgebraebt. Sarid und Ginegar, Tel-Adaschim, Mizra, Kfar Gitloon heißen die Nachbarorte; Gärten und Wäldor bcgloiten den Zug bis Afuleb. Die Siedler sind eine Musterkarte des Golus: sie kommen aus Pinsk, aus der Tschechoslowakei, aus Siebenbürgen, aus Amerika. Besonders stark haben ßio sich um den alten jüdischen Wachtturm 0 f e l konzentriert, dio Wegkreuzung, an der der Prophet Elischa gelobt hat. Dort hat Gideon die Midianitor geschlagen, am Hügel Gi* wath ha More, den heute dio weißo Grab- Kuppel eines arabischen Heiligen krönt. Dio Stadt beißt heute Afuleh, zählt 1000 Einwohner und ist ein wichtiger Knotenpunkt. Das kühn aufgesetzte Kuppeldach der Synagoge ist weithin zu sehen. Ein Geleise führt hier nach Süden, nach Jenin und Schomron; dio Bahn ist nicht im Betrieb. Wir fahren nach Südosten weiter, vorbei an der Oppenheimereohen Siedlung Merohawia, dio heute eine Kwuzah ist. „Weiter Raum“ ist der Name und wio wahr ist er und wio bedeutungsvoll! Wieder übersieht das fast schon trunkene Auge das Sonnenland des Emek biß zum Höhenzug von Gilboa. Das Heldenzeitalter tmserer Geschichte ist hier mit dem Werden einer neuen Periode verbunden. Hier, wo König Saul seine Scharen gegen die Philister führte, wo er in Trübsinn fiel und sich zum letztenmal am Ilarfenspiel freute, hier sitzen heute fest und selbstbewußt die jungen Kolonisten von En Charod, Tel-Josef und Beth Alfa, knüpfen die Fäden an Gideon, der dio Amalekiter schlug, an Trumpeldor, dessen Namen Tel-Josef für immer festhält. Und da, wo eine Tafel mit der Inschrift „Sea, Level“ die Meereshöhe anzeigt, mag Gideon die jungen Krieger herabgefübrt haben an die Quelle, an der sie die Krüge zerschlugen. In Schatta verlassen wir den Zug. Ein kleines Stationshäusohen, von Nußbäumen und Zypressen umstanden. Hunderte junger Leute steigen hier aus, stürmen die paar Lastautos, dio sonst dem Milchtransport dienen, am Freitag aber die Gäste von der Bahn holen. Alles ist fröhlich, der Sabbath kommt! Einer hat eine Mundharmonika mit und spielt vor, die anderen, die in drangvoller Enge auf dem Auto durcheinander purzeln, singen, ee ist eine vergnügliche Fahrt nach Beth Alfa. Und den Horizont schließt die gewaltige Kette von Gilboa ab. Betäubend liegt Orangenduft über dem Land. Die Gärten machen sich fertig zur Pflücke. Die Regenzeit hat dio Gräben gefüllt. Das freundliche Beth Alfa war noch bis vor kurzem das Ende der Siedlungskette des Emek. Heute sind schon neue Gruppen, „Chugim“ nach Osten, vorgestoßen. Ein wahrer ver saeram, der gegen Gilboa vorgeht. Auf den Höhen lagen während der letzten Unruhen die arabischen Schützen, die a.us Jenin kamen, und feuerten in die Ebene herab. Scheinwerfer sind .noch jetzt in Beth Alfa und En Charod aufgestellt und suchen des Nachts die Gegend ab. Hoch oben im Gebirge liegt eine englische Militärstation, unten gehen Nacht für Nacht die jüdischen Schomrim und die Hilfspolizisten die Gärten ab, die durch Stacheldraht geschützt sind. Die englische Armee hat diesen Wächtern minderwertige Waffen gegeben: schwere Musketen der kanadischen Polizeikavallorie, mit einer einzigen Schrotpatrone im Magazin. Ja, England sorgt für Sicherheit ... Hier, am Fuß des Berges, ist eine Quelle, an der im Sommer eine englische Kompagnie, die ohne ausgestellte Wache badete, von Arabern überfallen und dezimiert worden ist. Zwei Maschinengewehre, die sonstigen Waffen und Uniformen fielen den Arabern zur Beute. Man fand sie später in einem Dorf bei Jenin auf. Dio Diebe wurden zum Tode oder zu langjährigem Zuchthaus verurteilt. Der Oberriohter von Jerusalem, Herr MacDonell, hob die Urteile auf. Das war sogar dom Oberkotnmiseär zu viel und MacDonell ist, begleitet vom Segen des Mufti, in Pension geschickt worden. In Beth Alfa ist vor acht Jahren bei Entwässerungsarbeiten die berühmte Synagoge aus dem 6. Jahrhundert ausgegraben worden, deren schöner Mosaikfußboden, ein Prachtstück altjüdischer Kunst, von der Mandatsregierung mit einem Häuschen überdeckt worden ist. Mit viel Liebe und Freude an Farbigkeit haben die jüdischen Handwerker diese Sternchen aneinandergefügt, bis sie sieb zu einem Bild Zusammenschlüssen. In der Mitte, kreisrund, der Sonnenwagen, den vier Pferde ziehen. An den Seiten dio Jahreszeiten, die Buncleslado und die Opferung Isaaks. Aus griechischen und aramäischen Inschriften erfährt man, daß unter dem Kaiser Justinian der Künstler Marianos und sein Sohn Chaniua diese Arbeit vollendeten. Das war im Jahre 520 n. Chr., als in Europa noch Ost- und Westgermanen einander schlachteten und aus der Hirnschale ihren Nachttrunk schlürften. :ij Im Gemeinschaftsraum sind wir mit den Mitgliedern der Kwuzah beim Essen zusammen. Es sind viele ältere Männer da, die schon seit dem Krieg hier leben. Sie sind zumeist aus Deutschböhmen, aus Kartebad, Teplitz, Reichenberg, einige aus Prag. Im Gesicht tragen sie alle die tiefen Linien der harten Arbeit. Was hier ist, Häuser, Bad, Schule, Ställe, Kinderraum, haben ihre schwieligen Hände gebaut. Sie haben lange Zeit in Sturm und Regen, in Hitze und Kälte in Zelten kampiert, haben langsam ihre Wirtschaft aufgebaut und sind in der Form der Gemeinschaftssiediung zu einem einzigen festen Körper zusammengewachsen. Musterhaft ist die BetriebsfUhrang, Ställe, Badehaus, Wohn- und Schlafräume blinken vor Sauberkeit. In den Fenstern stehen Blumen, im Eßzimmer ein Harmonium und ein Radioapparat. Die Arbeit ist streng geregelt, die Arbeitsteilung präzise durchgeführt. Gemeinsam ist die Plage, gemeinsam der Erlös aus den Produkten: Welzen, Orangen, Gemüse, Hühnerwirtschaft und Milch. Aber die Kolonie, die auf Nationalfoncteboden steht, hat noch Schulden zu zahlen. Altes Nötige wird in gemeinsamer Aussprache beraten, beschlossen und geordnet. Die Ausführung leitet Franz Lederer aus Teplitz und Oswald L ö b 1 aus Karlsbad, der auch alß Postmeister fungiert. Diese Siedlungeform ist die Kwuzah, der die Moschawa Owclim, die Bauerngenossenschaft, gegenübersteht, also die Privatwirt- Abend jüdischer Kunst Unter dem Protektorate des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Staatsrai Dr. Desider Friedmann, und des Präsidenten des Zionistischen Landesverbandes, Dr. Oskar Grünbaum, veranstaltet vom Hechaluz Haklal Zioni-Brith Zion im Festsaal des Hotels „Bayrischer Hof", II., Taborstraße 39 Dienstag, 5. Jänner 1937, präzise Uhr abends PROGRAMM: EVI WÄCHTER, klaviervortrage KURT FUCHSGELB, Kapellmeister, violine RICHARD MUELLER, REZITATION JOACHIM STUTSCHEWSKy, PROF., cello J. L. MUELLER, oberkantor, gesangsvortrage HEITERES QUARTETT des JOD. Gesangvereines JOSEF KAMEN, (Wilnaer truppe) Rezitation HILDE DULITZKAJA, Volkslieder BOBBY WEISER, satirische vortrage DAVID SEIDERMANN, (Jüd. künstlerspiele) tenor Am Flügel: Kapellmeister Rudolf Beck,Max Lubetzky U. Waller Robert Spitz Das Ralnarträgnis (Hellt xur Gänze dem Stadtkibux (II., Rueppgasse 8) xu Karten zum Preise von S T— und S 1*50 erhältlich: Zionistischer Landesverband, I., Marc- Aurel-Straße 5, Tel. U 22-2-11 / Wizo, I., Schottenring 25, Tel. A 11-6-26, Jüdische Kulturstelle, I., Kai 3, Tel. R 28-2-36, in allen Zionistischen Bezirkssektionen und im Stadtkibuz, II., Rueppgasse 8 ßüha-ft, die dem Einzelnen einen eigenen Garten und Acker zur Selbstbobauung gibt. Welche Form dio bessere und zweckentsprechendere ist, wird erst eine weitere Zukunft zu zeigen haben. Es scheint, daß die Kwuzah über eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern nicht hinausgehen kann, wenn nicht der Apparat schwerfällig werden soll. Es ist auch ungeklärt, wie die altgewordenen, nicht mehr arbeitsfähigen, Mitglieder versorgt werden. Es scheint aber alles darauf hinauszulaufen, daß die Kwuzah nur ein Übergangst-acliuin ist, eine großangclegtc Ilaohsoharah für die Moscha-wa. Bewundernswert ist die innere Ruhe und Selbstsicherheit dieser Leute, die in einem richtigen Bauernstolz von ihren ersten Anfängen. von ihren Versuchen, von ihren vielen Leiden und wenigen Freuden erzählen. Charakteristisch, daß sie sich nach Lektüre, hauptsächlich aber nach landwirtschaftlichen Büchern und Zeitschriften jeglicher Art sehnen. Ich habe diese Wünsche in jeder Kwuzah gehört. Überall wollen sie Bücher über moderne Bodenbearbeitung, Garten- und Gemüsekultur, tropische Flora und ähnliche. Jede zionistische Organisation in der Galuth fiollte es sich zur Aufgabe machen, mit einer Kwuzah oder Siedlung in Verbindung zu kommen und ihr die verlangten Ausbildungs- und Lernbehelfe schicken. * Wir treten aus dem Gememischaftsraum. Es ist Nacht geworden, tiefe samtene Nacht. Vom schwarzen Himmel treten wie eingestickt die Sterne in funkelnder Pracht heraus. Über Gilboa steht, groß und rund, der Mond. Eine Quelle rauscht, Scheinwerfer irren draußen durch die Dunkelheit, Wald und Berge schweigen. Wie schön ist doch diese Nacht, wie schön dieses Land! Drüben, überm Kamm, liegt der Distrikt von Jenin, drüben ist der Feind. Hier abor gehen die jüdischen Wächter um die Gärten. Es ist noch nicht so lange her, da hatten sie Angriffe zurückzusclilagen. Sie haben sich gewehrt-, die Männer waren auf ihren Posten, die Frauen und Kinder — diese entzückenden, gutgenährten und lustigen Kinder! — sammelte man unter sicherer Bedeckung in einem Zimmer. Radfahrer stellten die Verbindung nach En Oharod und Tel-Josef her, das Telephon rasselte. In Tel-Josef war es arabischen Heekensbhützen gelungen, aus dem Bereich der Gärten bis vor die Siedlung zu gelangen. In einem rasenden Feuer wurden sie verjagt. Die englische Hilfe kam, als alles wieder vorbei war ... Für die Zukunft, für die etwa kommenden „Moraot“, hat da.s englische Kommando gewisse Vorbereitungen getroffen. Betonierte Unterstände sind angelegt worden, in der Ebene!, die von oben her zusammengeschossen werden können! Alte, schöne Bäume zwischen dem Ostrand der Kolonie und dem Berg sollen niedergelegt werden, um ein freies Schußfeld zu schaffen. Herr Gütig, ehedem Handolsschulprofessor in Znaim, der mich führt und sonst der Veredler des Obstes und Weines ist, erzählt dies alles mit verständlichem Zorn. Eine von Stacheldraht eingehegte Verteidigungszone wird angelegt. Das ganze ist militärisch wertlos, aber es soll scheinen, als ob etwas geschieht. Inzwischen halten sie die Wacht am Gilboa-, diese Siedler des östlichen Emek. Sie sind dort und sie bleiben dort. Man mag, wie das so oft geschieht, ihre Siedlungsart als kommunistisch hinstellen, was sie bei Gott nicht ist. Aber wie immer — sie haben den jüdischen Geist, diese Nachfahren Gideons, und sie stehen für das jüdische Volk, für uns alle, am Fuß des Gilboa. Und ihre Kinder werden den Berg besetzen und drüben Ruhe schaffen. Die Stellung zum Araberproblem war bisher in den Kwuzoth durch das Bekenntnis zum internationalen Sozialismus gegeben. Man war der Ansicht, daß es möglich sein wird, ein arabisches klassenbewußtes Proletariat zu schaffen und mit diesem gemeinschaftlich das Land aufzubauen. Aber das arabische Proletariat — wenn es einen solchen Ausdruck überhaupt gibt — ist arabisch-nationalistisch und hat dies in den sechs Monaten der Unruhen mit dem Gewehr bewiesen. Der Mufti und das Jaffaer Komitee waren überzeugender und ihr Argument von der „Verdrängung der arabischen Arbeiter“, eine der dümmsten und unsinnigsten Lügen, hat vielen Juden das Leben gekostet. Man denkt heute in den Kwuzoth auch intensiver über den Internationalismus der Sozialdemokratie nach, die niemals den jüdischen Arbeitern tatkräftige Unterstützung, nicht einmal ein freundliches Wort der Ermunterung gegönnt hat. Man weiß auch bereits, daß der jüdische Arbeiter nichts von dem europäischen, kraft- und saftlos gewordenen Sozialismus zu erwarten hat — es sei denn Broschüren über die ökonomischen Voraussetzungen und den historischen Materialis-