Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 607 (31.12.1936)
- Date
- 1936-12-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seit« 2 Oll STIMME Nr. 607 — Wien, Donnerstag, 31. De». 1936. Erstes jiddisches Volksllederpctpourri Diese Platte enthalt die schönsten jiddischen Lieder, gesungen v. p. Gon Io sch. Das Em«kil«d und viele neuhebraische und kantorale Gesänge in bester Wiedergabe. Neuaufnahmen von OMt. SIROTA mit Orgelbegleitung. Preis nur S 2*50, 17 cm Langspielplatten Owinti rnakeinu (nlloh) Halbein chioeinti, Kl-ehor peh, Korutz'nichoiner, Sim sholnm, J’bi rotzon. Spraohunterriclitplatten mit Lehrbuch leihw. nur S 8*— wöchentl. alle Sprachen, auch Neuhebräisch- Großes Lager aller modernen Schallplntteu, Radio und Grammophone zu günstigen Zahlungsbedingungen nur Musikhaus Exealalor, Frans-Josefs-Ksl 1 Juden in Palästina ein neues nationales Zentrum zu erbauen anschicken. Selbst dort, wo die Juden nur für eich arbeiten und kein fremdes Recht antasten, ist der Mordwille von Europa her angefacht worden, das Banditen und Wegelagerer mit hohen Summen besticht. Freilich lebt in Palästina ein anderes Judentum, das sich nicht in Panik jagen läßt und den Willen, sich zu wehren und seine Zukunft mit allen Mitteln zu sichern, besitzt und äußert. Wir geben Palästina nicht auf und wir bleiben dort. Und dieser Entschluß, der im Judentum Palästinas lebt, wird vom ganzen jüdischen Volk gehört und bekräftigt. Diesen Willen zum Leben setzen wir der Hetze entgegen, und wir werden es zu verhindern wissen, daß uns der Weg ins Freie verlegt wird. Vegetarische Küche um Diätküche, Milchspeisen, Büfett, Fischspezialitäten Menü S V-, 1-60.!•- Im Abonnement 10% billiger Wien, II., Harmlneng. 10, Ecke Franz Hochedllngerg. 1». Schöner Saal (ür Festlichkeiten. — Samstag geschlossen Polnischer Abgeordneter von jüdischen Frontkämpfern gefordert Warschau, 29. Dezember (JTA.). Der Abgeordnete Budzynski, der vor kurzem in einer judenfeindlichen Rede im Sejm herabsetzend von den jüdischen Kriegsgefallenen gesprochen hat und deshalb von Vertretern der jüdischen Frontkämpfer zum Zweikampf gefordert wurde, hat die Forderung angenommen. Seine Sekundanten sind bereits mit den Sekundanten seiner Gegner zusammengekommen. Budzynski hat sein Mandat im Kreis Lodz mit Hilfe jüdischer Stimmen bekommen, um die er sich eifrig bemühte. Zu Beginn des Wahlkampfes gründete Budzynski in Lodz eine tägliche Nachlpittagezeitimg in jiddischer Sprache, die für seine Kandidatur Propaganda machte. Budzynski bewog unter den verschiedensten Zusagen auch eine Reihe von Rabbinern und Vorsitzenden jüdischer Gemeinden, sich für ihn einzusetzen. Ihnen versicherte er, niemand werde die jüdischen Interessen im Sejm so gut vertreten wie er. In einer jüdischen Wählerversammlung am 7. September 1935 gab Budzynski sein „Ehrenwort als polnischerOffizie r“, daß er seinen Stolz als Christ darein setzen werde, die Interessen der jüdischen Bevölkerung besser zu wahren als selbst die jüdischen Abgeordneten. Ni’CfBEL-lUiNTER für Gelegenheitskäufe Wien, Till., Stadtbahnvfadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A 21-5*31 Die Auspeitschungen in Tripolis London, 24. Dezember. (JTA.) Zu den skandalösen Vorgängen in Tripolis wird der englischen Presse von ihren römischen Korrespondenten mitgeteilt, die Verhaftung einer Anzahl und die Auspeitschung zweier Juden seien als eine isolierte Episode anzusehen; es sind daraus keine Schlüsse auf eine neue Politik gegenüber den jüdischen Gemeinden in Italiens Afrikakolonien zu ziehen. Der Korrespondent des „Daily Telegraph“ schreibt, das Dekret betreffend Offenhaltung der Geschäfte am Samstag bezog sich nur auf das europäische Viertel in Tripolis, während in den jüdischen Vierteln die jüdischen Geschäfte an allen jüdischen Feiertagen geschlossen und dafür am Sonntag geöffnet sein dürfen. Die autoritative italienische Version der Episode ist, daß die Bestrafung der Juden erfolgen mußte, weil sio eine Agitation gegen die lokalen Behörden schufen. Der römische Korrespondent der „Times“ meldet, daß durch den Widerstand gegen das Dekret von jüdischer Seite und Ausrufung eines Fasttages durch den Oberrabbiner die Bestrafungen laut dem bestehenden Gesetz geboten waren. Es wird behauptet, daß „nur zwei Juden“ je zehn Peitschenhiebe auf einem Öffentlichen Platz erhielten und eine Anzahl jüdischer Kaufleuto verhaftet wurde. Neues Strafrecht ln Palästina Jerusalem, 29. Dezember (JTA.). In Palästina ist ein neues Strafrecht an Stelle des bisher geltenden türkischen Rechtes Gingeführt worden, und zwar eine Form des englischen Rechtes, die durch daa ostafrikanische Gesetzbuch nach Palästina gekommen ist, aber den lokalen Bedingungen gemäß Änderungen erfahren hat. Es unterscheidet sich vom englischen Recht in der Beibehaltung der türkischen Ansicht, nach der vorbedachter Mord das einzige Kapitalverbrechen ist, während die Bestimmungen über Bigamie die Mohammedaner und die polygamen Juden ihrer eigenen religiösen Gerichtsbarkeit überlassen, da das Personenrecht noch der Verwaltung der religiösen Gerichte untersteht. Das Mindestalter zur Heirat für Mädchen ist auf 15 Jahro festgesetzt, außer wenn die Eltern zustimmen und der Arzt bescheinigt, daß dem Führer der Judenstaatspartei Meer Großmann mitgeteilt, daß sie ihm nicht erlauben kann, vor der Königlichen Kommission zu erscheinen und im Namen seiner Partei Bekundungen zu machen. In der Begründung dioses Verbots führte die Exekutive aus, die Judenstaatspartei bilde einen integrierenden Bestandteil der Zionistischen Organisation lind müsse eich der Disziplin der Zionistischen Organisation unterwerfen. Ein Bruch der Disziplin müsse den Ausdie Geschlechtsreife erreicht und keine Schluß aus der Zionistischen Organisation Schädigungen zu befürchten sind. Das zur Folge haben. Bodenrecbt ist noch immer türkisch, wenn auch durch verschiedene Verordnungen abgeändert. Dasselbe gilt für das Zivilprozeßrecht. Das neue Konkurs- und Wechselrecht ist bereits in Kraft. DEN BESTEN KAFFEE IM Alte In- und ausländischen Zeitungen 6 moderne Seifert Stahl Billards Separate Spielzimmer, Bridgestube SCHWEDENPLATZ Einheitsfront in Palästina Jerusalem, 21. Dezember. (Palcor.) Dio heutige Sitzung des Kleinen Aktionskomitees dauerte bie in die Abendstunden. Mosche Schertok referierte über die Zeugenaussagen vor der Königlichen Kommißsion und äußerte sich auch ausführlich über das Sioherheifcsproblem. Seinen Ausführungen folgte eine Reihe praktischer Vorschläge seitens der übrigen Mitglieder. Diese Vorschläge ließen wiederum die von sämtlichen Parteien im Hinblick auf die wichtigsten politischen Fragen gebildete E i nheitßfront erkennen. Im Anschluß an Sohertoks Unterredung mit dem High Commißßioner im Zusammenhang mit der Vizebürgermeiste rßchaffc von Jerusalem, setzte der Gouverneur heute die Herren Khaldi und A u ß t e r von Sir Arthur Wauehopes Beschluß in Kenntnis, der zwar auf ein vor der Wahl getroffenes Abkommen bezüglich der besonderen Kompetenz des jüdischen Vizebürgenneißtens gegründet ist, jedoch diese Kompetenz etwas einschränkt. Mr. Auster hat sich seine Antwort Vorbehalten, da er die Angelegenheit erst mit den jüdischen Stadträten beraten will. Oie Agudah vor der Kommission Jerusalem, 21. Dezember. (Palcor.) In der heutigen Sitzung der Königlichen Kommission erschienen als Zeugen die Vertreter der Aguda-th Israel, Oberrabbiner D uschinsky begleitet von den Rabbinern Blau und Breuer, und der Vertreter der Arbeiterorganisation der Agudah Stein. Sämtliche Zeugen machten ihre Aussagen in hebräischer Sprache, so daß zum erstenmal seit Beginn der Vernehmungen die Dienste eines Übersetzers erforderlich waren. Raw Duschinsky erklärte, daß Millionen von thoratreuen Juden den Himmel anflehen, daß die Kommission die Wahrheit und die Gerechtigkeit erkennen möge. D i e Juden kommen nicht als Fremdlinge ine Land, denn die Thorah habe ihnen. Rechte auf Palästina verliehen, die ihnen nicht weggenommen werden können; die Ausübung dieser Rechte schließe jedoch die zwangsweise Besetzung und die Beherrschung anderer aus. Raw Duschinsky richtete einen dringenden Appell an die Kommission, die Einwanderung nicht einzuschränken. Lord Peel fragte, ob dabei zwischen gesetzestreuen und nicht religiösen Juden unterschieden werden soll, worauf Raw Duschinsky antwortete, daß seine Bitte alle Juden einsohließe. Raw Blau forderte die Anerkennung der Agudah als Körperschaft mit gleichen Kochten wie der Waad Leumi. Er erklärte den Unterschied zwischen Letzterem und der Agudah, der hauptsächlich darin bestehe, daß dor Waad Leumi eine weltlich eingestellte nationale Körperschaft, die Agudah dagegen auf Religion begründet sei. Die Anhänger der Agudah bilden ein Fünftel der gesamten jüdischen Bevölkerung. Auf die Frage Professor Coplands, weshalb die vom Waad Leumi und vom Misraohi erhaltenen Schulen dio Agudah nicht befriedigten, erklärte Raw Breuer, daß der Misrachi zionistisch sei, während die Agudah dem Zionismus ablehnend gegenilbenstehe. Die Frage Sir Horace Rumbolds, ob die Agudah den Frauen Stimmrecht gewähre, beantwortete Breuer verneinend. Der Vertreter der agudistischen Meer Großmann hat sich der Forderung der Exekutive der Jewish Agency unterworfen und wird vor der Kommission nicht erscheinen. Es verlautet, daß der sephardische Landes mbbincr Palästinas Jacob M e i r und der asohkenasisohe Landesrabbiner A m i e 1, sowie Rabbiner Uziel gemäß dem Wunsch der Exekutive der Jewish Agency nicht vor der Königlichen Kommission erscheinen werden. Zusammenschluß orthodoxer Gemeinden in Jerusalem Jerusalem, 24. Dezember. (JTA.) Nach längeren Verhandlungen ist es zu einem Zusammenschluß der Gemeinde der Agudah und der Chassidischen Gemeinde in Jerusalem gekommen. Als geistliches Oberhaupt der vereinigten Gemeinde fungiert der bisherige Oberrabbiner der agudistischen Gemeinde, Joseph Duschinsky. Gleichzeitig wurde die Verwaltung der Schächtange- -- , - v.--- ’ WLiUlü \MlfJ rciwdiuiujg vtvj 1 UUUaviiKWUgV Arbeiter forderte für seine Organisation legenheiten der bisher getrennten Gemein einen Anteil an öffentlichen Arbeiten. Die Agudavertreter haben ihre Darlegungen in einem der Kommission überreichten Memorandum wiederholt. Neuerliche Vernehmung Weizmanns Jerusalem, 23. Dezember. (Palcor.) Die Königliche Kommission hielt heute zwei geschlossene Sitzungen ab, in denen Dr. Weizmann seine Aussagen abschloß. Seine Vernehmung unter Ausschluß der Öffentlichkeit hat insgesamt zehn Stunden gedauert. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er, nachdem alle jüdischen, Zeugen ihre Aussagen gemacht haben werden, noch einmal vor der Kommission erscheinen wird. Nächste Woche wird die Kommission Herrn Ben Zwi und Frau Henriette __ Szold, die Vertreter des Waad Leumi, get^ Und weist darauf hin, daß es für die vernehmen ferner die Herren David Y e l-j Araber durohalle wäre> als letzte Iin und M. Smilansky und eine Anzahl, langen vor der Kommiseion zu erseheinen. Es verlautet, daß die Kommission hohe den vereinheitlicht. Einladung an die Araber Die Kommission hat heute der Presse eine Erklärung übermittelt, diie als Einladung an die Araber gedeutet werden kann, ihre Beschwerden zu unterbreiten. Das Communiqu6 hat folgenden Wortlaut: „Die Königliche Kommission wird das Verhör von Zeugen im Lande demnächst absch/ließen. Körperschaften oder Einzelpersonen, die Aussagen zu machen wünschen, wollen sich unter Beilage einer Notiz, in der das zu behandelnde Thema angegeben wird, schriftlich beim Sekretär dier Kommission anmelden.“ „Falastin“ bekämpft noch immer die Entscheidung des Arabischen Obersten Komitees, den Boykott der Kommission fortzuweitorer jüdischer Zeugen. Wahrscheinlich werden auch Vertreter der Revisionisten und der Judenstaatspartei vor der Kommission erscheinen. Keine Aussagen Meer Groß* manns Jerusalem, 28. Dezember. Die JTA. meldet: Die Exekutive der Jewish Agency bat arabische Regierungsbeamte, darunter Ru hi Abdul Ha di, den Ersten Hilfssekretär der Regierung, und Müsa El A1 a m i, einen Regierungsanwalt, zur Zeugnisablegung aufgofordert hat. Die Kommiftsionsmitglioder werden voraussichtlich zwischen 20. und 25. Jänner Palästina verlassen, Wir geben arbeiter, Herr hiermit die traurige Nachricht, daß unser treuer Mit- ADOLF KRELL einem tragischen Unfall in den Bergen zum Opfer werden dem verewigten Angestellten, beziehungsweise ehrendes Andenken bewahren. gefallen Kollegen ist. Wir stets ein Apfel & Co. I.» Marc-Aurel-Sfraße 3 Das Personal der Firma Apfel & Co. Geheimkonferenz der Terroristen Zu vermieten Ein oder zwei große, sonnige Zimmer, neu renoviert, schön möbliert, bei einzelnem altem Herrn, mit Küchenbenützung preiswert zu vermieten. Auch für Bttrozwecke geeignet. IX., Severingasse 6, Tür 8. Eventuell telephonische Anfrage ü 22-9-57. Jerusalem, 24. Dezember. (Palcor.) Nach einer Meldung des „Dawar“ fand in Haifa eine geheime Konferenz arabischer Terroristen statt, auf der beschlossen wurde, den Terror gegen reiche Araber, die Beiträge zu den Fonds der Banden verweigern, zu verstärken. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, neue Mitglieder für die Banden in den Dörforn anzuwerben und den Boykott gegen die Juden zu verstärken. Gruppen junger Mohammedaner demonstrierten heute vormittags im christlichen Viertel von Jaffa gegon die christlichen Arabor. Steinwürfo auf Autos kommen wieder häutiger vor. Heute nachmittags wurden auf einen Autobus der Eggod-Gesellschaft bei der Durchfahrt durch Nablus Steine geworfen, wodurch die Fensterscheiben zerbrochen und einige Fahrgäste leicht verletzt wurden. Arabische Beratungen ln arabischen Kreisen ist man der Ansicht, daß dio beiden nächsten Tago entliehen Kommission Emir Abdullah von Transjordanien man nach Bagdad, scheidend für die arabische Politik sein werden. Eine von A b d - e 1 - H a d i geführte Abordnung des Arabischen Obersten Komitees verließ heute Bagdad, um sich nach Hedjaz zu begeben, wo sie mit König Ibn Saud Zusammentreffen wird, um ihre Halbung gegenüber der Königendgültig festzulegen. und Kronprinz Tallal fuhren heute von Amwo sie dio Gäste von König Ghazi sein worden. Die arabische Presse ist der Ansicht, daß auch dieser Besuch im Zusammenhang mit der Königlichen Kommission steht. Mosleys Freundschaft Aus der in England erfolgten Veröffentlichung einer Reihe von Sir Oswald Mosley, dem englischen Fasohistenführer, herausgegebenen antisemitischen Schriften ist der Zusammenhang zwischen den englischen Faschisten und den palästinensischen, Arabern ersichtlich.