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Die Stimme · 1936-12-24 · Heft 606 (24.12.1936) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 606 (24.12.1936)
Date
1936-12-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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8e?t* 9 OH ITIMMI Nr. 606 — Wien, Donnerstag, 24. DexemlKftr 1996 “ CIIOEK-STIIUI mmm wmä JÜDISCHER KALENDER 25. bis 31. Dezember 1936 11. bis 17. leweth 569? Freitag (25.) Sabbath-Eingang 422 Samsta3(26.)Sabbath'Ausgang 522 Wochenabschnitt: Wajdii Jüdische Kulturstelle I., Kai 3, R 28-2-36. Jeder Wiener Jude zahlt, als Stammmitglied der Jüdischen Knitunstelle nur S 1.50 jährlich. Die Leihbücherei verleiht Neuerscheinungen der Schönen Literatur und Judaica gegen geringe Gebühren. Die Kunststelle: Neuanmeldungen ganztägig. Ermäßigte Karten für sämtliche .Privat-. Bundestheater und Konzerte. Jüdisches K u 11 u r t h e a t e r: Täglich, 20 Uhr, Scholem Alejchems Komödie „Schwer zu sein ein Jud“, deutsch von Jakob Rosenthal. Regie: E. Jubal. An Sonn- und Feiertagen. nachmittags 144 Uhr: „Die Grenze“, bei kleinen Preisen. „ScUwec zu sein ein Jud" Zur Sdiolem-Alediem-Aufführung im Jüdischen Kultuitheater „Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens!“ Dieses Wort Ludwig Börnes, auf den größten deutschen Humoristen. Jean Paid gemünzt, darf man auch auf den größten Humoristen des Judentums anwenden, auf Scholem Alechem. Da hatte er ednen genialen Einfall: zwei Studenten, ein Christ und ein Jude, tauschen für ein Jahr ihre Rollen aus, zum Schein wird aus Iwan Iwanow ((Las Stück spielt im Vorkriegs-Rußland) ein Ilersch Schneiersohn, aus diesem aber ein Pravoslawe. Denn der junge Russe bezweifelt die Behauptung seines Freundes, daß es so schwer sei, als Jude zu leben, und dieser gibt ihm über sein Drängen die Gelegenheit, am eigenen Leibe darüber Beobachtungen anzustellen. Mancherlei Disputationen gibt es in diesem Stück, wo dem als Juden getarnten Russen gewissermaßen diie Judenheit selbst, nicht als homogene Masse, sondern als Bilderbuch der verschiedensten Typen., vom strengsten Orthodoxen bis zum liberalsten Assimilanten gegenüber steht. T Ein Nichtjude lernt jüdisches Milieu, jüdische Menschen kennen und — lieben! Es ergeht ihm dabei so ähnlich wie Lessings Tempelherrn: nur mit Mühe wird er das angeborene Vorurteil los, immer wieder gerät er in schiefe Situationen, er begeht einen faux-pas nach dem andern, woraus sich komische Zwischenfälle ergeben — aber er nimmt seine Metamorphose ernst. Liebe zu einem jüdischen Mädchen verwirrt vollends seine Lage, Hemmnisse und Gefahren treten hinzu — doch in demselben Augenblick, da Edom und Jakob in ihrer Menschlichkeit einander erkennen, setzt die Staatsgewalt dem Idyll ein Ende und verhaftet, um sicher zu gehen, sowohl Schneiersohn als auch Pseudo-Schneiersohn! Was tut’s: das Gotteswunder hat sich ereignet, der Haß Edoms hat, wenigstens in einem Individuum, wenigstens für einen Augenblick aufgehört — und der grenzenlose Optimismus, Mitteilungen Unsere nächste Zusammenkunft findet Sonntag, den 27. Dezember, im L a n d e skomitee, Mare-Aurel-Straße 5, pünktlich um 3 Uhr nachmittags statt. Diesmal ist in der Schachtel Schere, Bleistift, Nadel und Faden, Glanzpapier initzubringen. Nach der Arbeit Rätselraten und Spiele. Die Richterin Deborah unter der Dattelpalme Von Theodor Herzl. (Rückübersetzt von L. Grünwald.) Er kam allein und sprach hastig und flüsternd. „Deborah unter der Palme! Weißt du, wie wichtig dein Urteil, das du morgen fällen sollst, ist? Wichtig, wichtiger, als deine Seele sich’s vorstellen kann. Handle also nach deiner Klugheit — und dann, du verstehst mich doch —, es schenkt der König gerne Gutes dene n, die i h m gut sind, die i h m ergeben sind. Was sagst du dazu, kleine Deborah?“ „Ich werde dem König geben, was des Königs ist.“ „Und ich — siehe: einen einzigen Sohn habe ich — und wenn du so vernünftig bist, diesen Knaben vor aller Welt schuldig zu erklären, so wirst du meines Sohnes, eines Prinzen, Weib werden, verstehst du?“ „Ich verstehe wohl!“ antwortet Deborah kalten Blutes. Und der König ging weg von ihr, aufgeregt und bebend. Das Urteil. Im großen Saal des königlichen Palastes saß Deborah auf dem Richterstuhle. Ein iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiimiiiti- Rätselecke Das große Preisrätsel: Dies ist das 14. Bild des großen Preisrätsels. .Schreibt darunter den Namen der Person, die dargestellt ist, und zwar links mit deutschen, rechts mit hebräischen Lettern, und sendet dann alle 15 an die „Kinder-Stimmi“, I„ Marc-Aurel-Straße 5. In jeder weiteren Nummer der „Kinder-Stimme“ erscheint ein weiteres Bild. Wer die richtigen Lösungen von allen (15) Bildern einschickt, kann einen schönen Preis gewinnen: 1. Preis; Ein Photoapparat. 2. Preis: Ein Buch. 3. Preis: Schallplatte mit dem Emek-Lied. 4. Preis; Ein Quartett-Spiel; Große Männer des jüdischen Volkes. Und noch viele Trostpreise. prächtiges Kleid aus weißer Seide umhüllte eie; dieses Kleid hatte ihr der König noch vor Tagesanbruch geschickt. Im Hintergrund des Saales saß der König auf dem Thron, umgeben voti der Schar seiner Fürsten und Diener. Auch viele angesehene Bürger waren gekommen, um den ■ Richtspruch zu hören. Auf ein Zeichen Deborahs wurde der Gefangene in den Saal gebracht; er war gefesselt. — „Wer bist du, Jüngling?“ fragte die Richterin. „Amitai, der Sohn des verstorbenen Könige. Der Erbe dieses Thrones bin ich“, antwortete der Gefangene mit Stolz. „Und welches sind deine Beweise?“ Und der Jüngling erzählt: „Gestohlen wurde ich aus dem Hause meines Vaters, des Königs, durch einen alten Diener. Und viele Tage wurde ich an einem geheimen Orte verborgen gehalten. Doch als des alten Dieners Leben zu Ende ging, eröffnete er mir das Geheimnis meiner Herkunft und tibergab mir etliche Sachen aus meinen Kindertagen.“ Und der Angeklagte zeigte sie den Versammelten. „Das sind geringfügige, schwache Beweise“, sprach die Richterin. Der König kicherte. Und die Richterin fuhr fort zu verhören: „Hast du keine bedeutenderen Beweise?“ „Nicht viele, ich gestehe es; doch es haben mich verschiedene Leute an der Ähnlichkeit mit meinem Vater erkannt.“ „Wenn dem so ist“, sprach die Richterin, „so werden dich auch alle die Fürsten, die hier am Königshofe sind und den Körnig» der nun in Frieden ruht, gekannt haben — erkennen. Nähert euch und stellt euch in eine Reihe vor mich hin.“ Und die Fürsten kamen näher und standen vor Deborah. Und einer von ihnen trat frech auf den Jüngling zu, musterte ihn vom Scheitel bis zur Sohle und entschied: „Keine Spur von Ähnlichkeit.“ Und so wie er bezeugten alle übrigen Fürsten. „Diese sind Lügner“, schrie dar Jüngling. „Schaffet die alten Diener her» vielleicht erkennen diese mich!“ Aber keiner von diesen erkannte den Angeklagten... Nur ein alter Gärtner stand eine Minute erstaunt vor dem Jüngling und stammelte: „Mein junger Herr! Mein junger Herr!“ Doch da stieß der König mit seinem Schwert auf den Fußboden und schrie voll Grimm: „Warum nennst du ihn junger Herr?!“ „Ich weiß nicht... es schien mir... nein, nein! Es kann nicht sein... ich selbst war ja dabei, als sie ihn aus dem Flusse zogen...“ „Siehst du nun“, rief die Richterin, „k e in c r von allen am Königshofe erkennt, dich — außer dem alten Gärtner — und auch er...“ „Aber e r ist ein wahrer Zeuge!“ schrie der Jüngling voll Kraft und Sicherheit. „Dies alles reicht nicht zu deiner Rechtfertigung“, sprach die Richterin. Und der König lachte laut, sein Herz war voll Zuversicht und Vertrauen für seine zukünftige Schwiegertochter. (Fortsetzung folgt.) (Ein Scherzrätsel aus dem Programm unserer Chanukkahfeier) Ef fi: Du — was ist denn daß? Steffi: Ich glaube, das ist die „Kinder-Stimme“! der unerschütterliche Glaube des Dichters an das jüdische Volk, seine Sehnsucht nach Menschheitsglück haben lachend die bitteren äußeren Verhältnisse besiegt. Scholem Alechem — Friede sei mit euch!... Die Aufführung des Stückes, das von Doktor Jakob Rosenthal liebevoll ins Deutsche übertragen wurde, soll ein Dank an die Größe, an die daseinsbejahende Philosophie unseres einzigartigen Humoristen sein. Dr. Alfred Werner. W'lhelm Waeh'el: A&scUied vom tyotus Einzelne Blätter des Werkes „Abschied vom G o I u s“ des bokannten Künstlers sind zum Preise von S 15.— in der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz-Josefs-Kai 3, erhältlich. Außerdem liegen dort bunte Lithographien Wachtels zum Verkauf auf. Oskar Weitzner hat im Rahmen des Vortragsabends der Staatsakademie mit seiner hervorragenden Kunst wieder verdienten Erfolg geerntet. Der Junge spielte „Zigeunerweisen“ von Sarate mit verblüffender Bravour und schönem, runden Ton. Bogenführung und Grifftechnik sind mustergültig. Dazu kommt noch ein starkes, echtes Musikantenfcemperament, das das Spiel des Knaben hinreißend macht. Ein neues Rätsel: Auf einem weißen See Schwimmt eino rote Rose. Willst du die schwarzen Fischlein sprechen, Mußt du die rote Rose brechen. Nachdruck verboten. 1/iHc sfUeten und lernen dabei etwas Hebräisch 77. Spiel: Eins, zwei, drei o'lt* ,nn» T s —: tv Spielregel: Alle Kinder stehen in einer Reibe (das Spiel kann auch in einem größeren Saal gespielt werden). Ihnen gegenüber, eo weit entfernt, daß man seine Bewegungen gut sehen kann, ein einzelnes Kind. Bis alle Kinder ganz ruhig stehen, dreht sich dieses Kind so um, daß es den anderen den Rücken zeigt, und zählt nun mit lauter Stimme: eins, zwei, drei. Bei jeder Zahl, die es nennt, bebt es jedesmal den rechten Arm, genau seitlich in Schulterböhe, und läßt ihn wieder sinken. Beim dritten Mal, aber nicht früher, dreht es sich rasch lim. Die anderen Kinder haben inzwischen einige Schritte gemacht, die eie eich jedoch so einteilen müssen, daß sie bei „Drei“ ruhig auf ihren bis dahin erreichten Plätzen stehen. Wer zuerst den Zähler erreichen und auf die Schulter klopfen kann, wird selbst Zähler. Es soll gleichmäßig gezählt werden. Laufen während der Zählzeit ist nur sehr geübten Spielern von Nutzen. Wer sich bei „Drei“ nur irgendwie bewegt, ßoll zurückgeschickt werden. Eins, zwei, drei ächad, sch’näjim, sch’loschak /ß'3t* ,1ftK T * tv Zurück, Nathan schuw, näthan Zurück, Marie schüwi, mirjam Geh nach hinten schüwi I’acbor Zurück, an deinem Platz schuw, limkomcha Jakob, du hast dich bewegt jä aköw, atta na Uri hat gewackelt uri, hitnoded Er bewegte seine Hand henlja äfc jado Ich sah: er ging raiti: hu halach Sehen sah ich raob raiti Daß du gingst sebä haläohta Du zuckteBt pirparta, pirpart Ich bewegte mich nicht Still meinem Orte 1q sfati mim’mkomi ÖJJO 'ßtt* Uroth w fpipöb an* yj rw» nby» T T" •mann nn .. ,. . * nn »»in T v c pn m :'nnn »fi'tn nfcn na^m* T » "T V M-J* T I™ I* 'nn t6

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