Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 605 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite Z Dü STIMM! Wien, Freitag, 18. Dezember 1986. Nr. 605 Samstag, 23. Jänner 1937 Kartenbestellung im Zionistischen Landesverband, I., Marc*Aurel*Straße 5, Tel. U 22-2-11 Vortroi Pr. Josef Kostein, Haifa« Palästina: Palästina — das jüdische Schicksal schaft notwendige Befriedung herbeizufüh-1 voreteher folgenden rem und jene Voraussetzungen zu schaffen, I eingebracht: „Im Statut der die es dem Klub der zionistischen Mandatare ermöglichen, seine Stellungnahme ..gegenüber der Wahl der in Betracht, kommenden der Union angehörigen Personen zum Vizepräsidenten zu revidieren.“ Zum Schluß wird die Bereitwilligkeit zurFortsetzung der am 10. Dezember 1936 stattgehabten Verhandlungen ausgesprochen. Am 15. Dezember 1936, dem Tage der fortgesetzten konstituierenden Plenarsitzung langte kurze Zeit vor Sitzungsbeginn bei dem Listenführer der „Zionistischen Liste“ ein Schreiben des Lfetenfiihrerg der „Union österreichischer Juden“ ein, welches die Mitteilung enthält, daß der Zentralvorstand der „Union österreichischer Juden“ und der Klub der unionistlschen Mandatare einstimmig den Beschluß gefaßt haben, die Verhandlungen mit den zionistischen Kultusmandataren nicht weiter fortzusetzen. In dieser Zuschrift wird neuerlich die Meinung vertreten, daß dem Klub der unionistischen Mandatare auf Grund des Wahlergebnisses nach den Grundsätzen des Proporz und der tatsächlichen Übung ein unbeschränkter und unbedingter Rechtsanspruch auf die Besetzung einer Vizepräsidentenstelle zukomme, ohne daß die andere Gruppe berechtigt ist, einen Einfluß auf die Auswahl der zu nominierenden Personen auszuüben. . Zu dem maßgebenden Thema des zukünftigen Verhaltens der beiden Gruppen zueinander enthält der Brief des Listenführers der „Union österreichischer Juden“ an den Listenführer der „Zionistischen Liste“ vom 15. Dezember 1936 folgende Bemerkung: „Die von Ihren Delegierten zum Ausdrucke gebrachte Friedensbereitschaft scheint in der Tat nicht zu bestehen, da es sonst unverständlich wäre, daß der „Union“ Methoden des Kampfes imputiert werden, die niemals angewendet wurden. Die „Union“ hat zum Beispiel niemals die Behauptung aufgestellt, daß „zionistische Gesinnung mit der restlosen Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten unvereinbar“ wäre. Die „Union“ hat vielmehr selbst ihre prozionistiscthe Einstellung immer wieder betont, was die in Ihrem Briefe aufgestellte Behauptung geradezu aussohließt. Es werden also Anschuldigungen wiederholt und nicht aufgegeben, obwohl sie bereits kn Wahlkampfe von der „Union“ aufs entschiedenste als unrichtig bezeichnet wurden. Daß hiedurch die Möglichkeit einer Friedensanbahnung geradezu vernichtet wird, ist offenkundig.“ Diese Ausführungen stehen mit den Tatsachen im unvereinbaren Widerspruch. Die „Union österreichischer Juden“ hat nicht nur im Wahlkampfe, sondern auch nach der Wahl ohne Unterlaß mit den Schlagworten „Bodenständigkeit“, „Überfremdung“, „patriotischen Unzuverlässigkeit der Zionisten“ operiert, und deshalb kann der rückhältigen Bestreitung ihreT, der ganzen jüdischen Öffentlichkeit bekannten Kampfesweiße nicht der geringste Wert beigemessen werden. Die „Union österreichischer Juden“ ist einer ehrlichen und offenen Erklärung ausgewiohen und hat statt dessen versucht, indem sie den Wortlaut einer einzelnen gegen die Zionisten erhobenen Beschuldigung in Abrede stellt, darüber hinwegzukommen, daß sie auch in der Zukunft nicht gesonnen ist, von jenen Methoden des Kampfes abzustehen, die in dem vorangegangenen Schreiben der Zionisten als für das gesamte Judentum verderblich charakterisiert wurden. Wenn die „Union österreichischer Juden“ den Friedenswillen der Zionisten anzweifelt und den Versuch unternimmt,- ihnen die Schuld an dem Scheitern der eingeleiteten Einigungsverhandlungen aufzulasten, so muß ihr entgegengehalten werden, daß es an ihr gelegen war, durch eine unzweideutige Erklärung, im innerjüdlschen Kampfe auf unzulässige Kampfmittel zu verzichten, den Frieden herzustellen. Aber zu einem solchen Verzicht fehlt anscheinend der „Union Österreichischer Juden“ unter ihrer gegenwärtigen Leitung der gute Wille. Die Union ha , die Kandidatur Dr. Josef Tichos für die Stelle eines Vizepräsidenten der Kultusgemeinde aufrechterhalten, worauf die Entscheidung in der Abstimmung erfolgte. Bei der vorgestrigen Sitzung des Kultus* Vorstandes haben die unionisttoohem Kultus- Israelitischen Kultusgemeinde ist auszudrücken, daß die Stellen der Präsidenten, der Mitglieder des Vertreterkollegiums und der Obmänner und Ob« männersteflvertreter, sowie der Mitglieder der Kommissionen auf die Kultusvorsteher nach dem Verhältnis der bei ihrer Wahl erzielten Stimmenanzahl (Proporz) und nach den Vorschlägen der auf den betreffenden Wahllisten gewählten Kultusvorsteher aufzuteilen sind, und zwar rückwirkend von der Konstituierung im Dezember 1936.“ Die Beratung und Beschlußfassung über diesen Antrag ißt einer vom Präsidenten innerhalb 14 Tagen einzuberufenden Plenarsitzung Vorbehalten. Der vorstehende Dringliohkeitsantrag deckt sich in seinem Inhalte mit dem wiederholt von den Zionisten zur Zeit der Dringliohkeiteantragi damaligem unionistischen Majorität aber stets zurückgewiesenen Verlangen. Bei diesem Anlasse soll daran erinnert werden, daß bei der am 3. Jänner 1929 etattge-fundemen Konstituierung des KultusvoTStandes, der sich aus 18 Union! sten, 13 Zionisten und 5 Werktätigen Juden zusammensetzte, sowohl die Präsidenten stelle, als auch die Stellen der beiden Vizepräsidenten von der „Union Österreich! scher Juden“ besetzt wurden. Dieser Präzedenzfall ist auch deshalb von aktuellem Interesse, weil die „Union österreichischer Juden“ bei Inanspruchnahme der Stelle des Vizepräsidenten sich auf ein ihr vermeintlich 2ustehendes Recht beruft, von dem sie — wie der Fall der Konstituierung im Jahre 1929 erweist — unrichtigerweise behauptet daß es seit Einführung des Proportionalwahlrechtes niemals in Frage gezogen unionistischen Mehrheit gestellten, von der wurde. DEN BESTEN KAFFEE IM Alle In- und ausländlsdien Zeitungen 6 moderne Seifert Stahl Billards Separate Spielzimmer, Bridgestube dcfvutecL en- AM SCHWEDENPLATZ Nodi für 60.000 Juden Platz in der Landwirtschaft Dr. Hexter referierte vor der Königlichen Kommission über die Frage der Staatsländereien. Die Kommissionsmitglieder fragten, ob die Jewish Agency die Regierung zur Gewährung von Staatsländereien an Juden gedrängt habe; sie wiesen darauf hin, daß die Regierung dem Keren Kajemeth seinerzeit 294.000 Dunam angeboten habe. Auf eine Frage von Sir Laurie Hammond hin erklärte Dr. Hexter, daß die Zionisten bestrebt seien, ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Palästinas auf dem Lande anzusiedeln. v Falls die Berechnung Dr. Ruppins, anderthalb Millionen Dunam bCWäsö^ baren Bodens noch zur Verfügung stehejm stimme, So ergebe sich die Möglichkeit, noch 60.000 jüdische Familien in der Landwirtschaft zu verankern. Sir L. Hammond erinnerte daran, daß der Archäologe Sir Flinders Petrie die Überreste eines ausgedehnten Bewässerungssysteme in Palästina ausgegraben habe, und bemerkte, daß die Römer dieses System unter Benutzung von Sklavenarbeit aufgebaut hätten. Dr. Hexter entgegnete darauf, daß die Juden an Stelle von Sklaven die Mittel der nationalen Fonds zur Verfügung habeu, und fügte hinzu: „Die Hornung und den Glauben haben wir — vdh der Regierung erbitten wir nur Unterstützung.“ FÖR DIE SICHERHEIT UND FESTIGUNG DES JÜDISCHEN AUFBAUWERKES IN PALÄSTINA j UJerbet für mifal bizzaroni Die Banden in Palästina Jerusalem, 15. Dezember (JTA.). Araberbande überfiel am Sonnabend das Haus eines reichen Arabers bei Safed. Der Besitzer wurde ermordet, seine drei Kinder wurden verwundet. Ein nach Safed fahrendes Auto wurde in einiger Entfernung von der Stadt durch Hindernisse, die über die Straße gelegt worden waren, aufgehaltem. Als die Passagiere versuchten, die Hindernisse zu entfernen, wurden sie beschossen. Ein Araber, der den Angreifern Widerstand leistete, wurde durch Messerstiche schwer verwundet. Eine starke Bande bewaffneter Araber hat einen Angriff auf eine Steinbruchanlage in Eine Hebron durch eine Schießerei au%eschreokt, die sich zwischen Terroristen und Militär in den Straßen entwickelt hatte und eine halbe Stunde dauerte. Bei Bala in der Nähe von Jenin wurde eine Polizei-Patrouille durch arabische Terroristen beschossen. Verwundet wurde niemand. Der ZEIRE WHECHAWZ HAMISRACH1 qratuliert seinem verdienstvollen Präsidenten Herrn Dr. Kalman Singer anläßlich seiner Promotion zum Doktor der Handelswissenschaften Migdal Zedek unternommen. Der Wächter wurde von dem Terroristen entwaffnet und gefesselt, sodann wurden sämtliohe Maschinen und die Fouerungsanlage vernichtet. Bevor die alarmierte Polizei auf dem Schauplatz eintmt, waren die Täter ontflohon. Hiezu meldet Palcor: Im Zusammenhang mit (lern Überfall in Migdal Zedek sind zwei Araber verhaftet worden. Einer von ihnen ist B eamter in dem Departement für öffentliche Arbeiten der Regierung. In den Morgenitunden wurde die Stadt Araber gegen Hauranier Jerusalem, 15. Dezember (JTA.). Vor einigen Tagen wurden in Haifa auf dem Markt zahlreiche Hauranier “von arabischen Arbeitern, die mit Stöcken bewaffnet waren, überfallen und mörderisch geschlagen. Man rief ihnen zu: „Geht zurück nach dem Hauran, sonst bringen wir euch um.“ Viele Haurianer wurden verwundet. Der Überfall ist darauf zurückzuführen, daß die palästinensischen arabrischen Arbeiter unter der Lohndrückerei der Hauranier, die oft für einen halben Schilling im Tag arbeiten, schwer zu leiden haben. Strategische Erkundungs-Expeditionen in Palästina Jerusalem, 15. Dezember (JTA.). Von den palästinensischen Militärbehörden ist in das Bergland zwischen Jerusalem und Hebron eine Erkunidungsexpedition zur Feststellung der strategischen Verhältnisse ontsandt worden. % Gleichfalls strategischen Zwecken dient die jetzt eifrig betriebene Fertigstellung der Chaussee von Hebron zum Südende des Toten Meeres, von wo aus die Straße nach dem Hafen Akaba an diem gleichnamigen Golf des Roten Meeres führt. An dietsCT Chaussee finden in letzter Zeit umfangreiche militärische Übungen statt. Einer Meldung der Tageszeitung „Felestin“ zufolge werden die Berge bei Hebron befestigt und mit schweren Geschützen ausgestattet. Die Befestigungen liegen in der Richtung gegen Trans Jordanien. KURHÄUSER KflLTEHLEUTOEBEH II. 6, CHEFARZT PROF DR ALO!8-RTRARSER,,"—'“ Sämtliohe Kuren und Diäten. Idealei Auienthalt für Kranke und Erholungsbedürftige. AuskQnfte - Kaltenleutgeben. Tel Nr. 3, nachmittag«: StadthUro. Tel Nr O 43-4-84 Dienstenthebung arabischer Beamter Jerusalem, 15. Dezember (JTA.). In den letzten Wochen sind einer Reihe arabischer Lehrer an Regierungsschulen Kündigungsschreiben zugestellt worden. Diese Lehrer hatten in der Zeit der Unruhen die arabische Dorfjugend für die Aufstandsbewegung organisiert. Ferner wurden von der Palästinaregierung mehrere Beamte des Gesundheits-Departements entlassen, denen nachgewiesen worden war, daß sie sich im regierungsfeindlichen Sinn betätigt haben. Mörder einer deutschen Jüdin zum Tod verurteilt Jerusalem, 16. Dezember. (JTA.) Der 18jährige Araber Mohammed Abdul PSuttah Suleiman aus Tire, der am 15. Februar d. J. die aus Deutschland eingewanderte Julie Koller ermordet hat, ist vom Strafsenat in Haifa unter dem Vorsitz von Richter Copland zum Tode verurteilt worden. Mit Rücksicht darauf, daß der Verurteilte geständig war, wurde seine Begnadigung zu lebenslänglichem Gefängnis beim High Commissioner befürwortet. Vegetarische Küche Diätküche, Milchspeisen, Büfett, Fischspezialitäten Menü S!•-, 1-60. 2‘- Im Abonnement 10% billiger Wien, II., Harmlneng. 10, Edce Frans Hochedlingcrg. 10. Schöner Saal für Festlichkeiten. — Samstag geschlossen Großfeuer in Tel Aviv Jerusalem, 15. Dezember (JTA.). Auf dem Gelände der Levante-Messe in Tel- Aviv ist ein großer Brand ansgdbrochen, durch den das Stadion und der Piviilon der Histadruth vollständig vernichtet werden. Außerdem sind vier Ausladeboote, die bei der Anlegestelle in Dienst gestellt waren, verbrannt. An den Löschungsarbeiten nahmen auch tausend Mann englischer Truppen teil. Es besteht der Verdacht, daß das Feuer von Arabern gelegt wurde, die den Landungssteg zerstören wollten. Dieser ist jedoch von dem Brand verschont geblieben. Wie Pailcor meldet, entstand der gestrige Brand in der Nähe der Tel-Aviver Anlegestelle infolge eines Zufalls. Es handelt sich also nicht, wie ursprünglich angenommen wurde, um einen Brandstiftungsversuch. Anläßlich der Silbernen Hochzeit des Herrn Dr. Egon Michael und Fr.uLoulse Zweig gratulieren herzlich«! Cerschon Wlttlln und Frau 19*000 Rundfunkempfänger in Palästina Jerusalem, 14. Dezember. (JTA.) Ende Oktober 1936 betrug die Zahl der in Palästina in Privatgebrauch stehenden Rundfunkempfangs- Apparate 18.846. Ende 1935 gab es in Palästina nur 12.172 Apparate im Gebrauch. Die Zunahme beträgt somit über 50 Prozent. Im Oktober haben sich bei der Postverwaltung 418 Juden und 49 Araber als Rundfunkteilnehmer neu angemehdet. Vor den Unruhen war die Zahl der arabischen Rundfunkteil* noch 185 Araber Empfangsapparate aufgestellt, im August war ihre Zahl auf 16 gesunken und ist jetzt wieder auf 49 gestiegen. Histadruth Ivrlth. Der Vortrag und die Seminare der Histadruth werden diesmal Samstag, den 19. Dezember 1986, im Vortragssaal des Cafö Freiwirth, II., Pratorstraßo 11 (Eingang auch durch das Haustor), ab ge halten. Um Uhr abend« Vortrag Dr. J. Schächter über: „Perek beethika“; 7 Uhr abends: Bibel* somlnar (Dr. SohäohterV, 8 Uhr abends: Literatureeminar (Auerbach).,