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Die Stimme · 1936-11-17 · Heft 597 (17.11.1936) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 597 (17.11.1936)
Date
1936-11-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 Oll SfIMMI Nr. 597. Wien, Dienstag, 17. November 19ÜÖ Zionistisch« lektlew ZwIxhenbrUcken, XX.t UnfvoriunutraBo 63 MRtwofih, den IS. d, M., %9 Uhr abend«, «priebt im Helme, XX., Unirersumstr. 62, Dr« Osker GrOnbaum, Präs. d. Landesverbandes für Österreich, Über das Thema: NACH DEN KULTUSWAHLEN „Die Wahrheit“ hat die Richtigstellung natürlich nicht veröffentlicht. * Wien, 11. November 1086. An die Redaktion der „Stimme“, Wien. Die verehrliche Redaktion würde mich sehr verbinden, wenn sie die folgende Erklärung in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes veröffentlichen würde. Erklärung: Unter den Unterschriften, die laut der „Wahrheit“ vom 4. November 1986, Nr. 47, das Programm und die Kandidaten der „Union“ empfehlen^ befindet sich auch mein Name, Ich habe eine solche Erklärung niemals abgegeben, geschweige denn unterfertigt. Otto Simon m. p. Studienrat, Wien, XIX., Billrothstraße 31. Spenden für die Aktion „Rettet die Jugend" Samuel Bohrer 8 2,—: Fritz Blaskopf 2.—; Dr. Arthur Brauch 2.~-;,Univ.-Assistent Doktor Martin Buch band 15.—: Dr. Paul Eckstein 1—; Moritz Eisinger 2.—; Ing. J. Fischmann 5—; Dr. N. Frachtmann 1.—; Dr. F. Flandrak 5.- Dr. Em. Univ.-Assietent Dr. Otto Fiiegel 100.- Recbtsanwalt Dr. E. Fliegei 6.—; Leo Geduldig 10.—; Maximilian Grusehka 5.—; Max Haber 1—; Jakob Kaufmann 3.—; Dr. Lazar Kleinfeld 5.—; Dr. Kollek 5.—; Markus Kreisberg 5.—*, Prim. Dr. E. Laßt 1.—; Otto Miller 3.—*, Dr. Dos. Mollnar 2—; Dr Dag. Rybaczewski 10.—; K. R, Ford. Rosenbaum 5.—; Ossias Hotter 10.—; Josef Raab 5.—: Dr. Oskar Samek 2.—; Dr. M. Silbermann i5.—; Dr, David Scherf 20.—; Wilhelm Schönberg 5.—; Marie Schreier 2.—; Isidor Wander 3—; Jakob Wittels 10.—; Dr. Martin Welt 5.—; Adolf Zellermayer 5.—. Zion. Bezlffcssflktion u WIZO Hietzing, XIII., Hietzlncer Hauptstraße 22 (Cafd Hietzlngerhof) Donnerstag, 19. November T\m |.LÄL ELJiJL Rat der Stadt Wien V»9 Uhr abends spricht Mt* «JäKOO EnrilCftf über das Thema: Die Kultusgemeindewahlen und ihre Bedeutung Wahlresultate in den Gemeindebezirken Bezirk Zionisten Union Stand Arbeitendes Palästina Jüd. Jugend I. 1103 1143 37 84 7 u. 4217 2942 369 784 92 in. u, xi. 1421 956 55 172 4 IV. (21,22) 529 392 27 55 0 V. (28) 373 334 17 48 1 . x. (24) 330 226 14 71 0 VI. 843 546 16 102 7 vn. 945 667 " 27 137 7 VIH. 647 429 18 117 7 IX. 2005 1430 69 267 10 XII. 252 128 6 34 8 XIIL 568 328 7 57 3 XIV. 171 88 4 37 11 XV. 373 189 10 71 8 XVI. 326 172 13 121 6 xvn. 218 176 11 69 2 xvm. 495 448 13 90 0 XIX. 581 397 7 80 1 XX 964 388 47 383 24 XXL 127 214 1 43 2 Die falschen Dreitausend] Wir habe» sofort nach dem Erscheinen des Wahlaufrufs der Union, der 8000 Unterschriften trug, mitgeteilt, daß sich bei uns in großer Zahl Personen, deren Namen unter dem Aufruf stand, mit dor Erklärung gemeldet haben, sie hätten nie einem Aufruf der Union untemohrioben. Es warn «ater ihnen sogar viel« alte Zionisten, die im Wahlkampf mit dem Einsatz aller ihrer Energien für die Zionistische List« arbeiteten. Di« Union ist bei ihren Fälschungen mit den raffmierteeten Mitteln vorgegangen, wobei sie auch nicht davor zurüekschreökte, das Mitleid jüdischer Wähler mit dem Elend jüdischer Arbeitsloser in schändlicher Weise au mißbrauchen. Sie hat bekanntlich Arbeitslose gegen ein Taggeld werben geschickt und diesen Arbeitslosem Kontrollbögen mitgegoben, auf denen nichts anderes stand als: „Ich bestätige, daß Herr. heut« in Wahlangolegenheiteo einen Besuch bei mir gemacht hat.“ Die Arbeitelosen baten um die Unterzeichnung dieser Erklärung mit dem Hinweis darauf, sie bekämen ihr Taggeld nicht, wenn eie nicht eine bestimmte Anzahl von Besuchen nach weisen könnten. Mitleidige Wähler unterschrieben die an und für sieh harmlose und nach ihrem Text zu nichts verpflichtende Erklärung. Sie waren entsetzt, als sie dann ihre Unterschrift unter den „Dreitausend“ der Union sahen. Wir veröffentliche® hier einige Zuschriften, die wir von solchen betrogenen Wählern erhalten haben, Wie», 9. November 1936. Tjtl „Die Stimme“, Wien. Als Abonnent Ihre« geschätzten Blattes ersuche ich Sie höflichet, tieferstehende Mitteilung zu veröffentlichen: Ich erkläre hiemit, daß ich niemals mit einem Vertreter der Union Besprechungen gepflogen und daher auch niemals meine Einwilligung gegeben habe, daß mein Name auf die Animierlist« der Union gesetzt werde. Im übrigen bin ich seit mehr als 25 Jahren für die Zionistische Bewegung und für die Bakoab tätig, Dies besagt doch hinlänglich, daß ich mit der erwähnten Liste qiehts zu tun habe. Ich danke Ihnen für die baldige Veröffentlichung dieser Zeilen und zeichne hochachtungsvoll, Samu Wertheimerm. p; HL, Löwengasse 2a, * Wien, 11. November 1936. Titl. Redaktion „Der Stimme“, Wien I. Sehr verehrte Redaktion! In der Sondernummer der „Wahrheit“ vom 4. November 1936 erschien mein Name im Zusammenhang mit den Empfehlungen, die für die Liste der Union österreichischer Juden werben sollten. Ich lege Wert darauf, in den Spalten Ihres geschätzten Blattes festzustellen, daß dieselbe ohne mein Wissen und ohne Zustimmung meinerseits erfolgt fei Indem ich für Ihr gefälliges Entgegenkommen der Veröffentlichung verbindlichst danke, zeichne ich Frieda Mermelstein m. p. Wien, H„ BJumauergasse 22. nt Wien, November 1936. An die Schnftleitung „Die Stimme“, Wien. Ich habe in der „Wahrheit“ meinen Namen unter dem Wahlaufruf der Union gelesen. Ich habe meine Unterschrift nie gegeben und bitte Sie höfliehst, dies in Ihrer Zeltmig zu verlautbaren, Heinrich Weinstein ro. p. Herren- und Knabenkleider, Wien, L, Judengasse 11. « Verschiedene Wähler, die in ihrer Gutgläubigkeit gar nicht anuehmen konnten, daß man ihren Namen wissentlich mißbraucht hatte, vermuteten nur Mißver- «tändniwe und wendeten eich mit Aufklärungen an die „Wahrheit“. Herr Emil Fischer, I„ Sälzfcorgasso 2, hat une die Abschrift «ine« solchen Briefes geschickt, Er lautet: An die Redaktion der Zeitschrift „Wahrheit“, Wien, II., Heinestraße 13. (Eingeschrieben.) In Ihrer WahlerapfehlungsPsto führen Sie a.n Emil Fischer, Kleiderstoffe Meine Firma ist aber mit dem angeführten Emil Fischer, Kleiderstoffe nicht identisch und wollen Sie hiemit zur Kenntnis nehmen, daß ich niemanden ermächtigt habe, mich ln einer Empfehlungsliste der Partei Union anzuführen, nachdem ich dieser Partei niemali angobört habo, Hochachtungsvoll Emil Fischer m, p„ Dämon- und Herronkfeidor' Btoffe, Seidenwaren, I., salztorgasso 2. Zionistischer Veranstaltungs* holender Dienstag, den 17. November, 1. Bez,: WIZO II, Sohottenring 26, ^8 Uhr abends: Generalversammlung. Es spricht Frau Dr. Sophie Löwenherz, Präsidentin der WIZO Österreich, über die Council-Tagung. 9. Bez,; Sektion IX, Währingerstr&ße ß—8 (Eingang Börlgasse 2), 8 Uhr abends: Eröffnung des Ghug Ivrl unter Leitung Professor Kestenbaum. 20. Bez.: Sektion und WIZO XX, Jägerstraße Nr. 80, 49 Uhr abends: Mitgiiederzusammenkunft. Mittwoch, den 18. November. 20. Bez.: Sektion Zwischenbrücken, XX., Univer8umstra0e 62, 49 Uhr abends: Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich über: „Die Gemeindewahlen und ihre Bedeutung für die Zionistische Organisation“. Donnerstag, den 19. November. 13. Bez.; Sektion und WIZO XIII, Caft Hlctzlngerhof, Hletzinger Hauptstraße 22» 149 Uhr ebenda: Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich: „Die Kultusgemeindewahlep und Ihre Bedeutung“. 18. Ben.: Sektion und WIZO XV!!!, Weimar erstrate 7» 49 Uhr abeodij Dr* Oskar Orttobäum, Präsident des Zion. Landesverbandes: „Der Sieg der Zionistischen Idee“. Samstag, den 21» November. 20, Bez.t Sektion und WIZO XX, Jägerstraße 30, 49 Uhr abends; Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zion. Landesverbandes: „Der Sieg bei den Gemeindewahlen und seine Bedeutung“. _ Zionistische Bücherei der Zionistischen Prppagandastellf/ Prag Folgende Bücher sind erschienen und 5m Zionistischen Landesverband erhältlich; 1. „Die zionistischen Fonds“ von Dr. 'Arthur Bergmann-Adolf Pollak. Preis: S 1.—• 2. „Koren Kajomobh Lejisracl“ yon Adolf Pollak, Preis 60 Groschon, 8. „Das Nationalprobleim“ von HipoUt Olgord Boozkowski. Preis: S 2.—-. 4. „Das arbeitende Palästina“ von Professor Salomon Goldolman. Preis: 60 Groschen. 5. „Allgemeiner Zionismus“ von Dr. Felix Woltsch. Preis: 50 Groschen. Weiters sind die Vorlesungen des Zionistischen Fernunterrichtes zum Preise von S 20.— erhältlich» Schicksal und Gestaltung Vortrag Kurt Blumenfelds in Wien. Dr. Kurt Blumcnfeld sprach Donners* tag im Offeubach-Saal über diese« Thema vor einer geistig interessierten Hörerschaft, die dem zweistündigen Vortrag im höchsten Maße gefesselt folgte. Der Historiker und Soziologe m Redner* pullt will zunächst aus dem Bewußtsein dee Hörens die Meinung entfernen, als sei die gegenwärtige Lage de« Weltjudentums etwas «och nie Dagewesene« und — ein vorübergehender Zustand. Uralt Ist das Judenproblem, schon Artaxerxes, der Ahasver der Apokryphen, habe ein von seinem Premier Haman verfaßtes Judenedikt erlassen. Judenbedrtogung und -bedrilckung sind uralt, ewig; die Inhalte wechseln, die Gründe eind oft falsch, — unveränderlich und echt sind immer Abneigung und Haß. Bis zum 19. Jahrhundert aie eine späte Auswirkung der französischen Revolution die kurze und nur scheinbar glückliche Periode der Juden-Emanzipation im Geeichtebild auftaucht. Der Jude tritt in die europäische Welt, er wird „zugelassen“, womit die subjektive Judenfrage lebendig wird, die Frage des Juden, wie er sich in dieser! scheinbar glücklichen Periode fühlte. Er ist eifervoll bemüht, um jeden Preis den anderen gleich zu sein, sich zu assimilieren. Da aber die anderen, denen er naoheifert, soziologisch geschichtet sind, da es in der Welt, in die er eindringt, ein Oben und Unten gibt, wird di® für eine soziale Kontinuität bedenkliche Tendenz sichtbar, immer höher hinaufzuklettem»- der Vater wünscht nicht, daß der goht, werde wie er, nein, er solle mehr w v rden, solle es besser haben. Diesem BmanzD pation&symptom sozialer Unruhe gesellt eich' als Zweites die soziale UnwabrhaftigkeÄt, die Neigung, eich mit Beweisen, Attesten und gut* begründeten Ausreden ein Glück vorzuspie** geln, das als Tatsache nicht existiert. Eße* fügt der Redner das Beispiel aus den An* passungsb&mühungen der amerikanischen Juden ein. In Amerika ißt die gesellschaftlich ehrgeizige Jüdin noch heute bemüht, Klei-* düng, Leben und Lebensformen der nicht» jüdischen Welt zu studieren und nachzun ahmen, sich einer Welt anzupassen, in die eie nie gelangt. Immer wieder tauchen in Blumenfelds Vor* trag solche heiter-ironische Formulierungen auf. geißeln zum Beispiel die Naivität jener, di« Judenbedrängung im eigenen Land als loka» les Ereignis ansehen, dem durch Auswanderung zu entfliehen wäre. Sie setzen Bich auf ein Schiff und glauben, daß es das Richtige» sei. Es gibt aber nur ein richtige« Auawanderungsziel: Palästina. E* ist wichtig, rechtzeitig zu erkennen, eine Erkennt* nie fünf Minuten nach Mitternacht ist nutzlos. Die Allgegenwärtigkeit der Judenfeindschaft mache die Judenfrage aus einer subjektive® zu einer objektiven und führe zwangsläufig zu der einzigen Lösung: der Judo gehört .chicksalemäßig zur jüdischen Welt. Wer «# nichi sieht, sei Optimist in dem Sinne, daß er nicht wahrhaben will, wie die Dinge liege®. In den Tagen der palästinensischen Unruhe® kann von der Lösung Palästina u’cht gespro^ oben werden, ohne daß man sich mit denen beschäftigt, die da meine® und sagen, Palästina sei ein „ungünstiges“ Land, es gäbö anderswo beesere Lösungen. Diesem aus der nackten Vernunft entstandene® Urteil hält de* Redner entgegen, die Wahl Palästina« sei Immer antirational gewesen, aber es sei unmöglich, das Mystl« kum ans dem Kalkül zu lassen, daß Palästina uraltes Judenland ist, daß die Rückkehr ins Heilige Land Kräfte in den Dienst de* Volksaufbaues stellt, mit denen anderswo) nicht gerechnet werden kann. i Baron Edmond Ro thechild hat Z älionen in sein Kolonisationsexperiment gesteckt •— völlig vorgeblich. Well die damalig«® Einwanderer statt der Arbeit bis zum Letzten de® bequemeren Ausweg sahen: den Bettelbrief an den Baron. Die neue, die nachrothsohildsch« Einwanderung hat mit nichts begonnen, aber mit Menschen! Das neu« Palästina wird und wächst durch Menschen, die mit der bequemen Gewohnheit ihrer Vergangenheit gebrochen haben für einen heroischen Kampf um den Aufbau einer neuen Welt, einer eigene® Welt. Auf die Frage manche« Ratlosen, was geschehen, was dl« Zukunft bringen werde, weiß der Redner nur die tiefslttliohe Antwort: „Wag mit uns geschehen wird, kann nur eine« entscheiden^ nämlich da«, was w 1* jtiun,

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