Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1936-11-13 · Heft 596 (13.11.1936) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 596 (13.11.1936)
Date
1936-11-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3053752-3054338-3054352--6273-3062105
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

z Oll STIMME Nr. B9G — Wien. Freitag, 13. November 1936 ^\\\\\\\\\\\\\\\^^^^ $ OPTIKER KARL SEIDNER I., FraM-Joiels-Kal 33 II., Holiantistraße 1 Fachmänniitfief Rat 0. Reiche Auswahl Beste Qualität 0 Preiswert ^\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\^^^^ Einiges über Unterschriften Seit dem Erscheinen des Wahlaufrufes der „Union“ mit den „3000 Unterschriften“ melden sich unausgesetzt Wähler, die darüber empört sind, ihre Unterschrift auf dem Wahlaufruf der ,,3000“ vorzufinden. Es handelt sich um gefälschte Unterschriften Oder Unterschriften, die als Bestätigung für den Empfang von Propagandamaterial von bezahlten Agenten leichtgläubigen Wählern heransgelockt wurden. Wähler, deren Namen unbefugterweise unter den Wahlaufruf der „Union“ gesetzt wurden, mögen sich beim Zionistischen Landesverband schriftlich melden. ln diesem Zusammenhang stellen wir fe.^t: Entgegen den unwahren Aussendungen der „Union“ am Tage vor der Wahl, hat Herr Bernhard Altmann, der bekanntlich Mitglied der Jewish Agency und Präsident des Keren Hajessod in Österreich fst, den von den Herren Beer-Hofmann, Professoren Dr. Eisler und Dr. Geiger sowie Dr. Kantor unterfertigten Aufruf am Tage vor seiner Abreise genehmigt. Ferner: Herr Professor Dr. Heinrich Neuan a n n hat den in der letzten Aussendung des „Uniion'-Blattes enthaltenen, mit „er gebenst Dr. Heinrich von Neumann“ unter zeichneten Brief nie geschrieben. Und schließlich: Auf dem Aufruf der „Union“ fehlen die Unterschriften ehe maliger prominenter Unionasten, die sich geweigert haben, bei der „Union“ mitzutun; Es sind dies: Der ehemalige Präsident der Kultusgemeinde, Generalstabsarz Professor Dr. Pick, Professor Dr. Stern und die ehemaligen Kultus Vorsteher Sinai und Ministerialra Schläfrig. Das Fehlen dieser Unter Schriften wiegt mehr als hunderte gefälschte oder erfundene Unterschriften auf. Wahlspaziergang durch die Bezirke Kontore!« Aufnahmen, palästinensische Aufnahmen, Ilddlsdic Aufnahmen, Unterhaltung, Konzert, Kabarett, Tanr* PALÄSTINENSISCHE „LUKRAPH0N"*AUFNAHMEN Original-Aufnahmen derpalästinenBischenVolkssängerln CH '-NNA K PN’S, mit volkstümlicher Orchesterbegleitang unter Leitung von S. Petruschka: Platte Nr. 1130 a) Shir Ha-Emek . . Text: N. Altermann Volkslied . . .Musik: D. Samburski b) Hora Kuma Acha . Text: Z. Scheinberg Volkstanz .... Musik: S. Postoiski Platte Nr. 1131 a) Oie] Regel . . .Text: Z. Scheinberg Pal. Lied ..... Musik: M. Se ira b) Horah Al-tirah . . .Text: E. Harns! Volkstanz. .... Musik: M. Seiira EVI^CV ffVfiA Radion. tirammophonhaus EAVSLmvK Wien, I., Franz-Josefj-Kai 15 Siaatsrai Friedmann Kurator des Nikolsburger Jüdischen Museums Wie wir erfahren, hat dm Israelitische Kultusgemeinde Niholsburg den Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde Staatsrat Doktor IDesider Fried mann zum lebenslänglichen Kurator des „Verein Jüdisches Zentralmuseum für Mähren-Schlesien in Niholsburg“ ernannt. Diese Ehrung ist ein neues Zeichen des 'außerordentlichen Ansehens dessen sich Präsident Dr. Friedmann weit über die Grenzen Wiens und Österreichs hinaus erfreut. nro'BEL-uiiNTER für Getegenheitsklufe Wien, VIII., Stadtbahnviadukt 23 bei lerdienfelderstraße Telephon: A 21*5-31 Oie Generalversammlung der W1ZO II findet Dienstag, den 17. November, 1A& Uhr abends im Heim, I., Schottenring 25, statt. Es spricht die Präsidentin der W1ZO, Frau Sofie Löwenherz, über die Council- Tagung. Erscheinen ist Pflicht! Gäste willkommen! Zionistische Bezirkssektion Hietzing. Donnerstag, den 19. November, um halb 9 Uhr abends, spricht Im Cafi Hletzingerhof, Hletzinger Hauptstraße 22, Rat der Stadt Wien Doktor Jakob Ehrlich Uber: „Die Kultusgemeindewählen und ihre Bedeutung.“ Zionistische Bezirkssektion Zwischenbrticken. Mittwoch, den 18. d., um halb 9 Uhr abends, spricht Dr. Oskar GrÜobaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich im Sektionsheim, XX., Universumstraße 62, über: „Die Kultusgemeindewahlen und ihre Bedeutung für die Zionistische Organisation.“ Eino Prüfung und Gegenüberstellung der Wahlergebnisse der einzelnen Wahlbezirke ergibt interessante Resultate, die der „Union“ höchst peinlich sind. Wenn die Unionisten heuto die Bezirksresultate durchsehen, dann muß bei ihnen großes Lamento herrschen. Die Vertrauensmännerwahlen (Bezirkskommissionen) ergaben nämlich folgendes Resultat: Von 120 Mandaten, die in Wien zur Besetzung gelangten, bekamen die Zionisten 77, davon die Zionistische Liste 71 und die „U n i o n" nur 43 Mandate. D i e „Union“ hat damit in allen Wahlkreisen die Majorität eingebüßt und sogar in ihrer Hochburg, im 1. Bezirk, dem Sitz der allerbodenständigsten Unionisten, die dort ihre Agitation nicht nur von ihrem Zentralwalilbureau am Sohottenring, sondern von einem gewissen Bankgebitude aus führten. Von diesem Bezirk ging schon nach 7 Uhr früh nicht nur „der Geist“, sondern auch der Kary-Wagenpark hinaus in den Kampf. Ein beträchtlicher Teil der von der „Union“ für den Wahlfonds aufgebrachten Summen fand im 2. Bezirk und insbesondere im Praterviertel, eine fruchtbare Anlage, und so wurden nicht wenige Wähler mit dem Stimmzettel der „Union“ in der Hand, vorsichtshalber bis zur Wahlurne hi ngelenkt. Der 3. Bezirk war eine der großen Hoffnungen der „Union“. Hatten sie doch dort einen ehemaligen sozialdemokratischen Wahlmacber F. engagiert, von dem Ver trauensmänner der „Union“ in der gefaei men Besprechung sagten, er sei zwar ein Roter, aber er sei „tulli“. Nun, Herr F. hat so „tulli“ gearbeitet, daß die zionistischen Stimmen um 561 Zunahmen, die Union Stimmen nur um 67. Es wäre nicht nur für diesen Bezirk, son dern auch für andere Bezirke interessant, eine Statistik darüber aufzustellen, wie hoch eine einzige Stimme der „Union“, zu stehen kam. Eine Hochburg und die größte Hoffnung der „Union“ waren die Bezirke IV. und V, Auch dort agitierten für sie ehemalige so zialdemokratische Wahlmacher. Die Folge ist ein Zuwachs der zionistischen Stimmen um 453, während die „Union“ nur um 91 Stimmen mehr erhielt. Die unionistischfen Bürger waren mit den ihnen präsentierten Kandidaten der „Union“ so zufrieden, daß sie lieber zionistisch wählten. Denn ein gro ßer Teil von ihnen hat die zionistischen Kandidaten für die Bezirkskommission gewählt. In den Bezirken VI/VII hatte die „Union“ bisher die Majorität, und es war bereits in diesem Bezirke von einem Wahlmacher der „Union“ ein Saal für die Siegesfeier aufgenommen worden. Dabei nahmen aber die zionistischen Stimmen in diesen beiden Bezirken um 1076 zu, die der „Union“ nur um 169! Der VIII. Bezirk weist einen Zuwachs der zionistischen Stimmen um mehr als das Doppelte auf und die Zionistische Liste errang um 150 Stimmen mehr als alle übrigen wahlwerbenden Parteien zusammen. Im IX, Bezirk wurden die Wahlen von den Herren Dr. Tich o, Dr. Feldsberg und von dem Malermeister F e’u e r geleitet. Das genügte, um den Unionisten in dieser ihrer Hochburg (1848 Stimmen im Jahre 1932, Zionisten damals nur 1382 Stimmen) einen Verlust von 1418 Stimmen zu verschaffen. Die Zionisten hingegen erhielten einen Zuwachs von 702 Stimmen und entrissen dadurch diesen wichtigen jüdischen Bezirk der „Union“. Hervorragend schlug sich für uns der X. Bezirk. Dort richteten auch die ehemaligen sozialdemokratischen Wahlmacher, die für die „Union“ arbeiteten, nichts aus. In den Bezirken XII, XIII, und XIV gelang es tatsächlich, wie man zu^eben muß, der „Union“, die säumigen Wähler zur Urne zu bringen. Die „Union“ hat ja immer behauptet, daß sie im Jahre 1932 nur deswegen den Wahlkampf verloren hat, weil die bodenständigen unionistischen Wähler nicht zur Wahl gingen. Diesmal gelang ea der „Union“, wie gesagt, diese Wähler aufzupeitschen und zur Urne zu bringen — allerdings für die Zionisten. 510 der für teures Geld in Bewegung gesetzten Wähler gaben der „Union“ ihre Verachtung kund, dafür aber den Zionisten ihre Stimmen. In Meidling allein betrug der Zuwachs der Zionisten 50 Prozent. Die Bezirke XVI und XVII hatten als Generalstabschef der „Union“ den ehemaligen Kandidaten der werktätigen Juden und nunmehr von der „Union“ übernommenen und auch gewählten Kandidaten Max Weiß, der so glänzend arbeitete, daß boide Bezirke in die Uände der Zionisten tibergegangen sind« Nun wollen wir einen Moment daran erinnern, daß die „Union“ immer behauptet hat, die Zionisten seien nur von den Ostjuden im Jahre 1932 gewählt worden, von den Zugereisten, von den Ausländem. Sehen wir uns nun einmal die Bezirke XVIII/X1X an, die zu den größten Hoffnungen der „Union“ zählten und unter Aufwand großer Geldmittel von der „Union“ bearbeitet wurden. In diesen beiden Bezirken hatte die „Union“ im Jahre 1932 ebenso wie in anderen „westlichen“ Bezirken, noch die Majorität errungen. Hier konnten wir nun die „Union“ schlagen und die Majorität erringen. Im XX. Bezirk arbeiteten unionistisohe Agitatoren mit Einschüchterungen und Drohungen und mit Geld. Auch dort wurden viele Wähler vorsichtshalber bis zur Wahlurne gelenkt. Was schließlich den XXL Bezirk anbelangt, einen Bezirk, den wir mit unseren geringen Mitteln leider nur sehr schwach bearbeiten konnten und der seit jeher einc| Domäne der „Union“ war, wurden die Wähler von den Denunziationen und sonstigen Wahlpraktiken der „Union“ so angewidert, daß auch hier die Vollständig renoviert und vergrößert Cafe Buchsbaum Die Sehenswürdigkeit in der Leopoldstadt Zionistische Liste einen Zuwachs, dr unionistische Liste den ihr gebührenden Echec erlitten hat. Das ist also das Ergebnis eines Feldzuges der „Union“, der unter der Leitung der Herren Dr. Oppenheim und Dr. Ticho mit Einsatz ungeheurer Geldm i t t’e 1 inszeniert und mit einer schändlichen Wahlpropaganda, die einzig dasteht, unterstützt wurde. Wir sind neugierig, ob der Hausdichter der „Union“, Herr Doktor Holzer, nunmehr seine Leier in die Hand nehmen und den Grabgesang für die „Union“ anstimmen wird. Stoff genug hat er, wenn er diesen Spaziergang durch die Wahlbezirke in Verse kleidet. Schließlich werden wir aber nicht erstaunt sein, wenn wir in dem „Uniou“- Blatt lesen werden, daß die „Union“ einen großen Sieg errungen hat. Wenn die Wahlmacher der Union trotz der drohenden Wechselfälligkeiten Zeit genug haben werden, so ist auch das noch zu erwarten. NACH DEM WAHLSIEG Samrta«?, den 14. November, um Uhr abends, im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4 . Es wirken mit: Fritz GRÜNBAUM, Eugen HOFFMANN, das heitere „FIGARO- QUARTETT“. Otto GROSSE / Conference: Ossi LEWIN f Norbert FÜRS mit seinem Tanzorcbester «The witti vexers“ (10 Mann!) Entree S 1.50 Die Bezirkskcmmissionen Wahlkreis Bezirk Anzahl der Mandate Zionisten Union Arb. Pal. Adolf Stand 1. t. 10 10 __ 2. 2. 11 7 1 1 3. 3. u. 11. 7 3 4. 4., 5. u. 10. 6 4 „ 5. 6./7. 7 4 1 •— 6. 8./9. 9 6 1 7. 12. bis 15. 6 2 mmm ' . 8. 16./17. 5 2 i M. 9. 18./19. 5 3 , —- 10. 20./21. 5 2 i: Bezirksvertrauensmänner, die ein Mandat bekommen haben Zionistische Liste Wahlkreis: 1. Bezirk 1. 1. Dr. Emil Krasny, Rechtsanwalt 2 Dr. Alfred Lanzer, Rechtsanwalt 3. Dr Karl Ettinger, Rechtsanwalt 4. Max Rudolf Meixels 5. Fritz Richter 6. Dr. Eduard Birn8tein 7. Dr. Kurt Offenberger 8. Dr. Hugo Groß 9. Dr. Karl Steiner 10. Deszö Herbst 2. Wahlkreis: 2. Bezirk 1. Dr. Abraham Schmerler 2. Ing. Markus Mühlbauer 3. Fercliuand Kornmehl 4. David Horowltz 5. Kassiel Glasberg 6. Salo Goldhirsch 7. Dr. Moses Schächter 8. Lazar Rokach 9. Josef Singer 10. Rafael Hauben 11. Markus Bartfeld 3. Wahlkreis: 3. und 11. Bezirk 1. Dr. Simon Händler 2. Dr. Ernil Schmitz 3 Dir. Arnold Reich - 4. Maurycy Segal 6. Dr. Benno Schallinger 6. Jakob Reißberg 7. Leo Hirsch 4. Wahlkreis: 4., 5. und 10. Bezirk 1. Dr. Leon Preis 2. Moses Marian 8. Wilhelm Feldschuh 4 Dr. Elkan David 5. Ignatz Wolf 6. Salomon Kalluho! 5. Wahlkreis: 6. und 7. Bezirk 1. Dr. Abraham Groß 2. Viktor Adlersberg 3. Hermann Schwarz 4. Julius Jungleib 5. Korn. Rat Moritz Kohn 0. Jakob Nledermayer 7. Dr. Friedrich Klein Wahlkreis: 8. und 9. Bezirk 1. Dr. Geprg Weiner 2. Karl Schwarz 3. Mag. Isidor. Groß 4. Max BellaTc 5. Theodor Grubner 6. Salora Schmerler 7. Wilhelm Kreitler 8. Max Schreier 0. Heinrich Keßler 7. Wahlkreis: 12. bis 15. Bezirk 1. Max Sprinzells 2 Dr. Richard Wagner 3. Otto Ruzek 4. Eduard Meier 5. Hermann Halpern 6. Ludwig Teich 8. Wahlkreis: 16. und 17. Bezirk 1. Heinrich LÖwy 2. Dr. Ludwig Kubin 3. Solim Klavier 4. Leopold Gottesmann 5. Israel Benovici 9. Wahlkreis: 18. und 19. Bezirk 1. Bela Fränkel 2. Siegmund Alexandrowicz 3. Ignaz Thumirn 4. Ing. Samuel Ehrlich 5. Emil Hutterer 10. Wahlkreis: 20. und 21. Bezirk 1. Moses Iniber 2. Benzion Gold 8. Melech Kanarek 4. Michael Zipper 5. Peiseach Wühl Einziger Rezitationsabend. Jehuda Ehrenkranz: „Tod und Liebe“. Dienstag, 24. November, Mittlerer Konzerthaussaal, 8 Uhr abends. Karten ab 1 Schilling bei Lanyi, Gronner und Jüdische Kulturstülle. Der zweite Vortrag Professor Eislers Professor Max Eisler wiederholt seinen Vortrag „Palästina 1936 — ein Kultur bericht’: am 26. November. Da die Klubräume des Rings der zionistischen Alten Herren, der den Vortrag veranstaltet, für diesen Zweck zu klein sind wird Professor Eisler Im großen Saat des Ingenieur- und Architektenvereins, l„ Eschenbachgasse 9, sprechen. Der Vortrag beginnt um 8 Uhr abcmls. Karten Im Sekretariat des Ringst /., Kohlmm kt 8,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.