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Die Stimme · 1936-11-10 · Heft 595 (10.11.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 595 (10.11.1936)
Date
1936-11-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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t:?j{ 1# |.|r I ■ .-:ti Seite Z DIE STIMM8 Nr. 595 — Wien, Dienstag, 10. November 1930 ^\\\\\\\\\\\\\\\\\\\N\\\\N\\\\\\\\\^^^^ 1 OPTIKER | (KARL SilDNER ( % I., Franz-Josefs-Kal 33 II., Hollanöitraße 1? 0 0 Fachmännischer Rat 0 0 Reiche Auswahl Beste Qualität Preiswert 5$ ^\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\W Wieder ein jildischesTodesopfer Jerusalem, 6. November (JTA.) Im Krankenhaus von Petach Tikwa Ist der bei Natania von arabischen Terroristen verwundete jüdische Arbeiter Jizchak Käscher seinen Verletzungen erlegen. Käscher, der 37 Jahre alt geworden Ist, stammte aus Rußland. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Er ist das 92. jüdische Todesopfer seit Beginn der Unruhen. * Terroristen noch immer aktiv Eine bewaffnete Bande verübte heute einen Überfall auf das arabische Dorf Safiriya bei Jaffa, raubte alles Geld, dessen sie habhaft werden konnte, und brachte einet Frau Verletzungen bei. Emir Abdullahs Neutralität Jerusalem, 2. November. (Palcor.) Anläßlich der Eröffnungssitzung des transjoi'danischen Parlaments am 29. Oktober wurde vom Ministerpräsidenten eine Erklärung des Emir Abdullah verlesen, in der die Freundschaft Transjordaniens mit Großbritannien unterstrichen wird. Feiner wird in der Erklärung die Genugtuung des Emire darüber zum Ausdruck gebracht, daß während der Unruhen in Palästina die transjordanischen Araber, dem Wunsch der Regierung ent- ■ sprechend, sich der Beteiligung enthalten haben. Neue Bodenkäufe des K. K. L Der Keren Kajemeth hat eine Bodenfläche von 840 Dunam für die Ansiedlung von deutschen Einwanderern erworben, ferner in der Nähe von Kfar Jona eine Fläche von 200 Dunam, auf der eine nach Jean Fischer benannte Arbeitersiedlung gegründet werden soll. Der Keren Kajemeth ist mit vier Legaten in Höhe von insgesamt 28.000 Pfund, die aus einem europäischen Lande stammen und von denen eines 12.000 Pfund und eines 9200 Pfund beträgt, bedacht worden. Große Legate für den K. K.L. Jerusalem, 8. November. (JTA.) Vier europäische Juden haben für den Jüdischen Natlonalfonds Hinterlassenschaften in der Gesamthöhe von 28.000 Pfund gemacht, davon einer 12.000 Pfund. Kompromiß in Tel Aviv? Tel-Aviv, 3. November. (Palcor.) Der bei den letzten Wahlen zum Bürgermeister gewählte Herr Chelouche hat dem ernannten Bürgermeister Rokach den Vorschlag gemacht, Herr Rokach möge die Ernennung durch den High Commissioner nicht annehmen und im Einvernehmen mit sämtlichen Parteien eine provisorische Besetzung des Bürgermeisteramtes durch beide Vizebürgermeister, die Herren Hos und Rokach, zu arrangieren, bis Neuwahlen durchgeführt worden sind. Der Arbeiterflügel der Tel-Aviver Stadtverwaltung hat sämtlichen Parteien mitgeteilt, daß er mit dem Vorschlag Chelouohes einverstanden ist. dinmimitiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiinimtiiiDiiiiiiimiiimiiniiiiiiiiiiHiiiitiiiinuiilirniiiiiiinniiimniliiimiiitiTniniiRini' Einziger Rezitationsabend. Jebuda Ehrenkranz; .,Tod und Liebe“. Dienstag, 24. November, Mittlerer Konzerthaussaal, 8 Uhr abends. Karten ab t Schilling bei Lanyi, Gronner und Jüdische Kulturätelle. nniliiiniiinininiiimiiiinimiiimmiiiiiiminiiimiiiiiiiiiiiminiiilliiiiiiliiiiiilliimiliimiiiilllilillllliiiliillliiiillllllii Vortrag Professor Eisler Der Vortrag des Universitätsprofessors Dr. Max Eisler über seine PaläBtinareise im Kleinen Musikveremssaal war ausverkauft und zahlreiche Besucher konnten keinen Einlaß mehr finden. Professor Dr. Eisler wiederholt deshalb diesen Vortrag (mit 59 Lichtbildern) am 26. d., 8 Uhr abends, im Großen Saal des Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9. Karten zu S 2.— und S 8.— rechtzeitig in der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz-Josefs-Kad 3 (täglich außer Samstag und Sonntag). Unser Sieg Ein« Rede des Staatsrats Doktor Frledmann Im Ring der „Alte Herrenverbände“ hatte sich in den Abendstunden ein ungemein zahlreiche« Publikum oingefunden, das dort auf die Wahlergebnisse wartete. Die weiten Räume des Rlubheima waren tiborfilllt und auch auf den Stiegengängen stauten sich die Massen, so daß gegen 9 Uhr abends die Haustore über Auftrag der Polizei gesperrt werden mußten. Nach 10 Uhr erschienen die Mitglieder der siegreichen Liste. Sio wurden mit lebhaftem Beifall empfangen und in den Saal geleitet, wo sie der Vorsitzende des Rings, Doktor H arni k, willkommen hieß. Staats rat Doktor Friedmann dankte für den Empfang mit einer Ansprache, in der er unter anderem sagte; „Wir haben gegen die wildgewordene und tobende Assimilation den! Sieg davongetragen. Nach diesem Kampf stehen 23 Zionisten; 13 Nichtzionisten gegenüber. Wir haben 17.385 Stimmen für uns gewonnen, das ist um 5200 Stimmen mehr als bei der vorigen Wahl. Wir haben unter den ungünstigsten Umständen gekämpft, wir hatten gegen einen Gegner aufzukommen, dem uneingeschränkte Geldmittel zur Verfügung standen. Der Gegner hat m i t a 11 e n erlaubten und unerlaubten Mitteln gekämpft. Wir sind im Vertrauen auf den Sieg unserer Idee in den Kampf gezogen. Wir haben gesiegt und es ist das letzte Mal, daß die Assimilation sich uns gestellt hat. Es wird ihr niemals mehr gelingen, i mitgesprochen. uns die Fahne zu entreißen. Wir haben mit dem heutigen Tag die zionistische Herrschaft in der Wiener Kultusgemeinde so gefestigt, daß es niemals irgend jemand wird wagen können, es zu versuchen, sie uns strittig zu machen. Wien ist mit seinen 17.300 zionistischen Wählern eine zionistische Hochburg geworden.“ (Stürmischer Beifall!) Dr. Friedmann dankte sodann allen, die zu dem Sieg beigetragen haben, insbesondere den Leitern der Wahlarbeit, den Herren M ü 11 o r, G r u b n e r und Richter, sowie den Herren G u t w a 1 d und Direktor A p t e r. Unter minutenlangem Beifall der Versammelten sprach Dr. Friedmann dem im Saale anwesenden Dichter Beer-Hof mann den Dank für seine Hilfe aus und fuhr dann fort: „Bewegten Herzens danke ich allen Frauen und Männern, die zu unserem Sieg beigetragen haben. Vor allem aber danke ich unserer herrlichen Jugend. Wenn die ,Union4 auf ihre Plakate den Satz gedruckt hat: ,Denket an die Jugend!4, so sage ich: Wir werden unserer Jugend denken und die Arbeit für sie bleibt unsere Sorge.44 Dr. Friedmann schloß mit den Worten: „In dieser Stunde ist es unsere Pflicht dem Höchsten zu danken, der uns diesen Tag hat erleben lassen.44 „Soheheohejanu wehigianu wekimanu la s'man haseh!44 Dieser Segensspruch wurde von den Zuhörern laut OFFENBACH»SAAL. 1VM TREITLSTRASSE 3 Donnerstag, 12. November, 8 Uhr abends Vortag KURT BLUMENFELDJERUSALEM „SCHICKSAL UN» GESTALTUNG" Eine Rede über das Judentum unserer Tage KARTEN VON S1.— BIS S 5.— Kartenvorverkauf: Konzerfkassa DR. ARTHUR HOHKNBERG, I., Onerngeb.’lude, R 27-2-11; Buchhandlung R. LÖWIT, I., Wo'lzeile 6, R 25-4-53; Buchhandlung RICH LANYI I., Kärntnerstraße 44, B 20 3-83; Bücherstube M. RATH, II., Taborstraße 20 a, R 45-305 , JÜDISCHE KULTURSTELLE, I., Kal 3, R 28-2-36 mO'BEL-UJlNTER 'Dr Gelegenheitskaufe Stadtbahnviadukt 23 lelephon A 21-5*31 Wien, VIII., oei lerthenfeiderstraße Entgegnung Wir erhalten folgendes Schreiben: In Vertretung des Herrn Direktors Artur Pelikan, dessen Vollmacht angescblossen ist, ersuche ich unter Bezugnahme auf § 23 des Prcßgeset.zes um Aufnahme nachstehender Entgegnung in der vom Gesetze vorgesohriebenen Form: „Die Stimme“ hat in der am 29. Oktober 1936 erschienenen Nr 591 unter der Überschrift „Die zionistische Liste wird empfohlen von:44 auf Seite 3 und 4 eine Namensliste veröffentlicht, in der auf Seite 4 der Name des Herrn Direktors Artur Pelikan erscheint. Diese Tatsaohenmitteilimg ist unzutreffend. Herr Direktor Artur Pelikan hat niemandem die Ermächtigung zu einer solchen Veröffentlichung erteilt. Sie ist ohne sein Wissen und ohne seine Zustimmung erfolgt. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Marii m. p. * Wir bemerken hiezu, daß das der einzige Fall ist, wo eine Unterschrift unseres Wafüaufrufs beanstandet wurde. Es war uns tatsächlich eine Unterschrift „Artur Pelikan“ vorgelegt worden. Offenbar handelte es sieh um eine Mystifikation seitens eines unionistisohen Provokateurs. Gegen Bodenkauf Die Ergebnisse in den Bezirken / Im Einzelnen haben die Bezirke, wie folgt, gestimmt: Wahlkreis Bezirk Gesamtziffer Zionisten 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 1. 2. 3./11. 4./5.« 10. 6./7. 8./9. 12.—15. 16./17. 18./19. 2028 7465 2180 2168 2787 4297 1981 973 1731 20./21. 1942 952 3891 1281 1144 1597 Union 967 2497 Stand Arb. Pal. Jugend 29 358 719 826 2295 1228 491 914 1011 954 1598 554 287 661 550 45 49 35 74 20 16 11 44 80 704 135 149 201 380 179 179 145 387 15 „Jetzt der Schiedsspruch der jüdischen Wähler!" Unter diesem Titel hat die „Union“ inj ob sie, die Judenschaft Wiens, sämtliche ihrem Organ am Tage vor der Wahl den Instanzen def zionistischen Verwaltung als Beschluß des Bundesgerichtshofes über ihre korrekt und geordnet anerkennt. Denunziantenelngabe mltgeteilt ,?'? h“‘i Der Austritt war ein Davonlaufen, die hinzugefügt, daß dem Bescheid natürlich nur Ernennu de8 Protessor Eath und’ des rein formaler Charakter zukomme. Dr L8wenher!; war korrekt und 6inwand. Das Gesetz Bei infolge de» Mißbrauches frei erfo!gt, die Judeuschaft Wiens hat eitatder jüdischen Autonomie m a chtl o s. Aber licho ingtanaeI1 der ajonkti6chen Verwaltung die „Union fort - d i e J u d e na]g ko„ekt ukd goordnot a n 0 r k a n u t. Jerusalem, 51 November, (JTA) In Jaffa hat eine Versammlung arabischer Notabein und Vertreter der arabischen Jugendorganisationen stattgefunden. Von den Vertretern der Jugend wurde darüber Klage geführt, daß viele prominente Araber Boden an Juden verkaufen. Die älteren arabischen Führer antworteten darauf, daß solche Transaktionen häufig unter dem Zwang der Wirtschaftskrise vorgenommen worden seien. Daraufhin erklärten die Vertreter der Jugendorganisationen, daß sie bei bedrohten arabischen Böden Posten aufstellen würden, um den Übergang dieser Böden 4n jüdische Hättdö zu verhindern. Strategische Straßen und Bahnen Die von der Palästina-Regierung vor einigen Jahren in Angriff genommene Chaussee Gaza —A k a b a Ist fertiggestellt. Die 20 Meter breite Straße ist so stark gebaut, daß auf ihr ein lebhafter Verkehr von Militärkraftwagen und schwerer Artillerie vor sich gehen kann. Nunmehr hat die Regierung auch den Plan für den Bau einer Eisenbahnlinie von Gaza nach Akaba fertiggestellt und bestätigt. Die neue Linie, die parallel zur Straße geführt werden soll, wird innerhalb eines Jahres fertiggestellt sein. Ein großer Heeresflughafen bei Akaba steht vor der Vollendung. Yellht — Professor der Hebräischen Universität Jerusalem, 6. November. (JTA.) Der Direktor des Hebräischen Lehrerseminars, David Yellin, wurde zum Professor für hebräische Sprache an der Universität Jerusalem ernannt. Yellin wirkte bisher als Dozent für Hebräisch. fährt Richard Beer-Hofmann-Abend Am Samstag, den 14. d. M.t werden in dem Vortragssaal der Jüdischen Kulturstelle Alice Koch und Martin M Hier (beide vom Jüdischen Kulturtheater) aus Werken dies Dichters (zum Teil neuere und wenig bekannte Arbeiten) rezitieren. Die einleitenden Worte wird Dr. Alfred Werner sprechen. Beginn 18 Uhr. Kurfrrtaürverkauf in der Kultur stelle, Kai 8, B28 -2 38. echaft Wiens iet nicht machtlos, eie wird als höchste Instanz am 8. Novembei hei den Wahlen entscheiden. Die Judenschaft hat entschieden. 17.300 Wähler haben die zionistische Liste zum Bieg geführt. Sie hat die Fragen der „Union“ beantwortet: 05 der Austritt der Unionisten aus dem Vorstand nur ein Davonlaufen vor den Wahlen war, ob die Ernennung des Prof. Rath und des Dr. Löwenherz vollständig korrekt und einwandfrei erfolgt war, Dae iet der Schiedsspruch der;j ü d i s c h e n W ä h 1 e r. Sie haben, wie das die „Union44 ihnen vorgeschrieben hat, erklärt, daß „solche schändliche Methoden und Praktiken aus dem jüdischen öffentlichen Leben zu verschwinden haben.“ Aber dieeo Erklärung ist nicht so, wie sich das die „Union“ vorgestellt hat. Sie ist eine Verdammung der Methoden und Praktiken der „Union“. Der jüdische Unterricht in Gr echenland Athen, 6. November. (JTA.) Durch ein neues Gesetz ist ein Generalinspektorat für Minderheiten- und Ausländerschulen geschaffen worden. In jüdischen Volksschulen ist der Unterricht in hebräischer Sprache gestattet. Die jüdischen Schulen haben den allgemeinen Lehrplan der staatlichen Schulen und erhalten die Erlaubnis, in den ersten, vier Klassen 14 Stunden wöchentlich und in den beiden obersten Klassen 11 Stunden wöchentlich außerhalb des üblichen Lehrplanes für Hebräischunterricht zu verwenden. Uniformverbot für Mosley London, 5. November. (JTA.) Das englische Kabinett hat den Gesetzentwurf für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung beschlossen und wird ihn sofort dem Parlament zuleiten, wo dessen Annahme infolge der Bereitschaft auch der Opposition, Ihm zuzustimmen, als gesichert gelten kann. Der Entwurf sieht ein allgemeines Verbot des Tragens politischer Uniformen vor und enthalt Maßnahmen zur Erweiterung der Polizelvollmachten im Falle politischer Kundgebungen, die zu Unruhen führen könnten. Anlaß zur Schaffung dieses Gesetzes gaben bekanntlich die wiederholten antisemitischen Überfälle der Faschisten auf Juden in den Ostvierteln von London, insbesondere der mißlungene Plan Sir Oswald Mosleys, an der Spitze der British Fascists durch Whitechapel zu ziehe-. L

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