Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 594 (6.11.1936)
- Date
- 1936-11-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 594 — Wien, Freitag, 8. November 1988 Oll «TIMMI Sette 5 Generalversammlung der WlZO-Osterreidi Am 2. November hielt die Organisation Zionistischer Frauen Österreichs (WIZO) ihre diesjährige Generalversammlung. Die Beteiligung war außerordentlich groß. Der große Versammlungssaal des Heimes auf dom Sohottenring war bis auf den letzten Platz besetzt. Wieder oinmal konnte m,an die außerordentliche Aktivität und die fruchtbare zionistische Arbeit dieser Organisation feststellen. Die Generalversammlung wurde von der Präsidentin Frau Sofie Löwenherz eröffnet. Sie begrüßte die Vertreter des KKL, des Keren Hajessod und der Redaktion der „Stimme“, die als Gäste zu der Versammlung erschienen waren. Naoh den einleitenden Worten der Präsidentin nahm Frau Dr. Martha Hofmann das Wort, die darauf hinwies, daß man die letzte Generalversammlung vor einem Jahr in optimistischer Stimmung äbgehalten habe, denn in Erez Israel war die Entwicklung außerordentlich günstig, während die diesjährige Generalversammlung noch unter dem Druck der tragischen Ereignisse des letzten Sommers abgehalten werde. Die Lage verpflichtet die Juden zur Sammlung aller ihrer Kräfte, und gerade die WIZO sei durch ihre Organisation, ihren Aufbau und ihre Tradition besonders geeignet, ein Sammelpunkt zu »ein. Namentlich gegenüber den Tendenzen der Veräußerlichung müsse die WIZO den größten Wert auf die intensive innere Arbeit legen. Sodann berichtete die Sekretärin der WIZO, Frau Amalie Kantor, über die Gesamtarbeit der Organisation und auch über die Tätigkeit in den einzelnen Bezirksgruppen. Die Organisation habe auf allen Arbeitsgebieten, sowohl in der Propagierung der zionistischen Idee, wie in kultureller Beziehung und in der Palästinaarbeit Ersprießliches geleistet. Der zionistische Gedanke mache unter den jüdischen Frauen Österreichs gute Fortschritte. Durch zielbewußte Arbeit ist es gelungen, Frauen aus bisher uninteressierten Kreisen in die zionistische Arbeit einzubeziehen. Die Organisation kann mit Stolz auf ihre Erfolge blicken. Hervorzuheben ist auch die Organisierung der Kulturarbeit. Jeden Samstag vereinigt eine Bibelstunde (Onegg Sabbatb) eine große Teilnehmerzahl in den Räumen der WIZO. Durch ihre Vertreterinnen in den verschie denen zionistischen Institutionen übt die WIZO auch dort ihren Einfluß au«. Die Hauptaufgabe der WIZO ist natürlich die Palästinaarbeit, die Bich auf den Keren Kajomefch, den Keren Hanasohira, Hachscharah und Tozereth Haarez erstreckt. Durch die Abhaltung von hebräischen Sprachkursen trägt die WIZO zur Verbreitung der Kenntnis der nationalen Sprache boi. In einer eigenen Hachscharah sorgt sie für die Heranbil düng geschulter Kräfte für Erez Israel. Den Kassenbericht legte Frau Sabine W o i ß vor, worauf Frau Nelly Alt mann den Be rieht als Leiterin dev Wirtschaftskommission erstattete. Es sprachen ferner Frau Ajaiah Tartakower über die Arbeiten für den Keren Kajcmeth, Frau Mala Bauer über den Keren Hanasohim, Frau Ella Silbigor iibor Tozereth Haarez, Frau Dr. Gottlieb über die Jung-WIZO und Frau Dr. Ada Kestenbaum über die Organisatiousarbeit in der Provinz. Viel Interesso fand auch das Referat von Frau Berta Berger über die Mädchen Hachscharah der WIZO, während Frau Lilly W e i t % o n h o i1 über die WIZO-Mirjum referierte. Ziun Schluß ergriff die Vizepräsidentin der WIZO, Frau S. Paß weg das Wort, die an die Anwesenden den Appoll richtete, dem Beispiel des Jischuw folgend, mit verzehnf a c h t e in Eifer d i o Arbeit für Erez Israel fortzusetzou. Frau Paßweg machte die Milglicder schließ' lieh darauf aufmerksam, daß dio WIZO ihre Vorsicherungsabteiluug der Versicherungsgesellschaft Kiuniono Adriatioa di Sicurtä angeschlossen liabo, dio .den Mitgliedern günstige Bedingungen beim Abschluß von Versicherungen biete. Nun übergab Frau Dr. Löwenheu vor Durchführung der Neuwahlen den Vorsitz der Frau Mahler B a u o r. Es wurde der zurückgetretenen Leitung das Absolutorium erteilt, worauf zu den Neuwahlen geschritten wurde. Das Präsidium wurde ohne wesentliche ^Veränderungen wtiediergewählt. Versammlungen der Zionistischen Liste Donnerstag, den $. November, 8 Uhr abends Restauration Barscha.k, II., Sohiffga/sse. Es sprechen die Herren Dr. Leo Landau und Dr. Michael Steinberg. Sophiensäle, Marxergasse. Es sprechen die Herren Dr. Wolfgang von Weiisl, Dr. Lichtenstein, Staatsrat Dr. Desider Friedmann, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, und Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde. Hotel Continental, H., Taboretraße 4. Ee sprechen die Herren Dr. Mendel Roeenberg, Rabb. Dr. I. Kanner, Dr. Srul Osterer und Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Drei-Engel-Säle, V., Große Neugaese. Es sprechen die Herren Kultuerat Dr. Leopold Plaaohkee, Dr. Willy Perl und Dr. Salcwnon Wolf. Gewerkeehaftehaue, VI., Königseggasse. Revue „Titel Nebensache“. Einleitende Worte spricht Herr Dr. Oekar Grünbaum, Kultusvorsteher. Caf6 Drill, X., Laxenburgerstraße 16. Es sprechen die Herren Dr. Eli Strauß und Dr. Josef Berger. Cafe Hietzingerhof, XIH., Hietzinger Hauptstraße 22. Ee sprechen die Herren Dr. Otto Lifczis, Dr. Paul Berger und Doktor Leopold Plaechkes, Kultusvorsteher. Restaurant Stahlehner, XVII., Jörgerstraße. Es sprechen die Herren Dr. J. Goldstern, Dr. Srul Osterer und Kultusvorsteher Dr. I. H. Körner. Gasthaus Ladnere Wwe., XVIII., Michaelerstraße 15. Es sprechen die Herren Dr. Eduard Pachtmann, Kultusvorsteher Dr. Isidor Klaber, Rat der Stadt Wien Doktor Jakob Ehrlich, Vizepräsident der Israelitischen Kultuegemeinde, und Alfred Weißhut. Kasino Zögernitz, XIX., Döblinger Hauptstraße 76. Es sprechen die Herren Staatsrat Dr. Desider Friedmann, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Siegfried Graubart und Dr. Isidor Klaber. Brigittasftle, XX., Wintergasse. Es sprechen die Herren Ing. Eugen Buchbinder, Dr. Oskar Grünbaum, Kultusvorsteher. Tomche Josohurun, XX., Allerheiligenplatz 1. Es spricht Herr Rabbiner Dr. Zwi Kanner. Samstag, den 7* November, 8 Uhr abends Hotel Post, I., Fleischmarkt 5. Es sprechen die Herren Dr. Oskar Grünbaum, Kultusvorsteher, und Dr. Leopold Plaschkee, Kultusvorsteher. Hotel Continental, II., Taborstraße 4. Es sprechen die Herren Staatsrat Dr. Desider Friedmann und Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich. Hotel Stefanie, U., Taboretraße 10. Es sprechen die Herren Dr. Isidor Klaber, Kultusvorsteher, und Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Restaurant „Zum Radfahrer“, Ausstellungsstraße. Es sprechen die Herren Fritz Richter und Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde. Caf6 Lovrana, III., Löwengasse. Es sprechen Frau Dr. Henni Liechtenstein und Herr Dr. Otto Lifczis. Terrassen-Restauration, V., Margaretenplatz 4. Es sprechen die Herren Dr. Srul Osterer und Siegfried Graubart. Gewerkschaftshaus, VI., Stumpergasse 60. Es sprechen die Herren Ing. Eugen Buchbinder und Kultusvoreteher Dr. I. H. Körner. Bialik-Heim, VII., Kaiserstraße 30. Es sprechen die Herren Adolf Weißhut und Kultusvoreteher Dr. Leopold Plaechkes. Handelsmuseum, IX., Berggasse 16. Es sprechen die Herren Dr. Eli Strauß, Doktor Oskar Grünbaum, Kultusvorsteher, und Dr. Salomon Wolf. Roeensäle, X., Favoritenetraße 89. Es sprechen die Herren Dr. Paul Berger und Dr. Julius Mannheim. Reetauration Weißer Engel, XIII., Am Platz 4. Es sprechen die Herren Dr. Moritz Harnik und Prof. Dr. Leo Menczer und Kultusvorsteher Dr. Michael Steinberg. Mariensäle, XIV., Sechehauserstraße 62. Revue „Titel Nebensache“. Einleitende Worte spricht Dr. A. Groß. Agudas Jeschurun, XX., Gaußplatz 4. Ee sprechen die Herren Dr. Mendel Rosenberg und Rabb. Dr. Zwi Kanner. Gasthof Moser, XX., Dresdnerstraße 51 Es sprechen die Herren Dr. Srul Osterer und Alfred Weißhut. Surrt) ein SrtieHimtimerlos - fte riitum unb ©liirt! 8cf)0it aut 25ien§tag, ben 10. ilcobemBer b. beginnt bie treue .ü'fäffcnlottcric. 93^ HJJtUtonen Sdjilitttg fommett innerhalb eines Halbjahres utt SBcrlofuug. 26 ev null ba utdjt habet fein? lluBcbiitgte yioüuenbigfcif, löefib eines ßofeö! ftnt ^aupttrefferbanfhaus © dj e 11) a m nt e t & © d) a 11 e r a, SBien, 1. 33c,v, ©tebbaitSplab 11, ober feiner Filiale in -tuet?!»!}, Habilgaffe 60 a, Ino Bei ber begangenen Sotte’rie aufret ben Haupttreffern bon S 200.000, S 60.000, S 40.000 unb 2 ä S 30.000 ttod) biete grofce treffet getoomtett unb augbe^atflt mürben, metben SoS* Befteffungett aus Sßien unb ben ShmbeSIänbetn entgegen genommen unb umgeljenb jur Grrlebigung gebracht. greife: Vs S 6.-, K S 12.—, % S 24.—, Vi S 48.—. 2>a§ ©piel fann aud) [dient mit bem halben ©tnfap bon S 8.— für baS VsAloS begott* iten Serben. E Jeder jväfyll am 8. November die Zionistische Liste Listenführer: Staatsrat Dr. Desider Friedmann Bruch zwischen Nashashibi und dem Mufti Jerusalem, 3. Nov. (Palcor). Nashashibi und seine Anhänger sind aus der vom Arabischen Obersten Komitee gewählten Kommission zur Vorbereitung des Materials für die Untersuchungs-Kommission ausgetreten. Die vom Obersten Komitee ernannte Kommission besteht nunmehr nur aus Mitgliedern der Mufti-Partei und Istaklalisten. Nashashi- bis Ausscheiden, das allgemein eine Sensation ausgelöst hat, bildet das Schlußkapitel seiner Differenzen mit dem Mufti bezüglich der Natur der der Untersuchungs-Kommission zu unterbreitenden Forderungen, die somit auf die Forderungen der Radikalen nach Abschaffung der Balfour-Deklaration und des Mandats beschränkt sind, während Nashashibi sich dafür einsetzte, daß sämtliche Beschwerden der Araber der Kommission vorgelegt werden sollten. Vollständig renoviert und vergrößert Cafe Buchsbaum Die Sehenswürdigkeit in der Leopoldstadt Wie man Kaukji entkommen ließ Jerusalem, 3. Novonibcr. Wie Palcor aus verläßlicher Quelle erfährt, ist das Rätsel des Entkommens des Rebellenführers Kaukji nach Transjordanien gelöst. Wie sich herausstellt, war Kaukji gezwungen, zu fliehen, weil die Bürgermeister und Mukhtare der umgebenden arabischen Ortschaften dringend darauf bestanden. Die dort verborgenen Banden batten begonnen, die arabischen Dörfer zu überfallen, Geld und Lebensmittel zu plündern, nachdem der Streik eingestellt war. Mach einer langen Untersuchung hatte das Militär schließlich Kaukji umzingelt, dabei drei Banditen getötet und andere verwundet. Bei dem ersten Zusammentreffen wurde außerdem vom Militär auch ein großer Vorrat an Munition aufgefangen. So schienen die Terroristen die letzte Hoffnung auf Entkommen verloren zu haben, al6 das Militär unaufhaltsam die Bande einschloß, ohne eine Lücke für die Flucht offen zu lassen — 4 a öffnete sich plötzlich der Kreis und die Truppen zogen sich in der Richtung auf die Stadt Beisan zurück und ließen die Rehellen im heilen Tageslicht nach Transjordanien entschlüpfen, wobei eine große Zahl bewaffneter Araber aus der Umgebung in feierlicher Versammlung von uen Flüchtlingeil Abschied nahm. Es verlautet, duß ein arabischer Regierungsbeamter, der zugegen war, die Araber, die sich zu dieser Zeremonie eingefunden hatten, anwies, auf einem Wege zurückzukehren, auf dem sie den Truppen nicht begegnen. Die arabische Zeitung „A!-Liwa“ berichtet aus Bagdad, daß die neue Regierung Kaukji und «einen Kameraden die Rückkehr nach Irak unter der Bedingung gestattet hat, daß sie die Waffen afelUfsirn, Ehrungen für Professor Otto Loewi Die Kultusgemeinde Graz hat eine Festsitzung des gesamten Vorstandes einberufen, bei der einstimmig die Ernennung des neuen Nobelpreisträgers Prof. Otto Loewi, der seine positive und stolze Einstellung zum Judentum bei wiederholten Anlässen kundgegeben hat, zum Ehrenmitglied der Grazer Jüdischen Kultusgeraeinde beschlossen wurde. Ein Porträt Prof. Loewis wird in der Ehrengaleric Grazer Juden im Sitzungssaal der Kultusgemeinde angebracht werden. Festreden bei dieser Festsitzung hielten der Präsident der Kultuegemeinde Dr. Robert Sonnenwald sowie der Grazer Oberrabbiner Prof. Dr. Herzog. Eine Deputation des Kultusvoretandes überreichte dem Gelehrten die Ehrenurkunde. Von vielen jüdischen Institutionen hat Prof. Loewi Glückwünsche erhalten, so auch von der Wiener Jüdischen Kultusgemeinde, deren Vorstand in einem besonders warm gehaltenen Schreiben Prof. Loewi als großen Gelehrten und österreichischen Juden beglückwünschte. Auch der Ring der Alte-Herren-Verbände hat an Professor Dr. Loewi eine Glückwunsohadresse gerichtet. „DER SÄNGER SEINER TRAUER" im Jüdischen Kulturtheater I., Kai 3 Montag, 9. November 1936, 20 Uhr Karten zum Einheitspreis von Je S f>- gegen Vorweisung des Abonnement- Scheines der „Stimme** Rebellengeneral hetzt Paris, 3. November. (JTA.) Die Pariser demokratische Zeitung „Droit de Vivre“ druckt aus der Zeitung „ABC“ in Sevilla den Text einer kürzlich von General Quelpo de Llano im Sender Sevilla gehaltenen Ansprache, die folgende Stelle enthält: In Asturien besetzten unsere Truppen mehrere Juden gehörende Häuser und fanden dort große Mengen Dynamit, sowie in hebräischer Sprache gedrucktes bolschewistisches Propargandamater i a 1. Es ist zu bedauern, daß man sich bei uns in den letzten Jahren so wenig mit der jüdischen Frage beschäftigt hat. Freilich ist die Zahl der Juden in Spanien nicht so hoch wie in Deutschland, aber an Frechheit und Habgier stehen sie den anderen nicht nach. Indem wir nun die Judenfrage ernsthaft auf die Tagesordnung setzen, machen wir die Nachlässigkeit der phHose mitischen Linksregierungen wieder gut. Ich bin sicher, daß wir auf diese Weise dem Bündnis unserer Semiten mit der internationalen bolschewistischen Judenheit, die Leib und Seele jedes Kulturvolkes zu vergiften droht, in mehr als einer Hinsicht auf den Grund kommen werden. Dio neuesten Werke mo d er ner Autoren in der LEIHBÜCHEREI Jüdische Volkshochschule- Jüdische Kulturstelle Monatlich nur S 1 "20 Warum droht dem öffentlichen jüdischen Leben der Verfall? Weil es jedem, der auf seinen Ruf, seinen Namen und seine Ehre etwas hält, Überwindung kosten muß, mit Leuten, wie den Unionisten, an einem Tisch zu sitzen aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa