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Die Stimme · 1936-11-06 · Heft 594 (6.11.1936) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 594 (6.11.1936)
Date
1936-11-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit* 4 Oll STIMMI Nr. 594 — Wien, Freitag, 6. November 1986 Grammophon- und Radio• zentrale am Schwedenplatz MUSIKHAUS E Vf BI ElflB Wien- >m FranzlaiELSIOR Josef8 Kai 5 Adlergasse Telephon R 21 -4-48 Nr. 7 u günstigsten Zahlungsbedingungen. Größtes Spa rialhaus von jüdisohen u. hebrflismen Neuaufnahmen. Alle modernen Scnlagerplatten aus Tonfilm, Oper und Operette lagernd. Wenig überspielte Platten und Apparate xu kleinen Preise > „Union"-Lüge über das Rothschild-Spital In dem Organ der „Union“ behauptet ein Mann, der seinen Namen hinter Anfangsbuchstaben versteckt, daß einer jüdischen Krankenschwester, die sich um ein Definitivum am Spital der Kultusgemeinde beworben hat, zwei christliche Bewerberinnen vorgezogen worden sind. Diese Mitteilung ist erlogen. Im Spital der Kultusgemeinde gibt es keine Bewerbungen für Krankenschwestern. Außerdem ist die Anstellung von Krankenschwestern nicht Angelegenheit des Vorstandes der Kultusgemeinde, sondern fällt einzig und allein in die Kompetenz der Spitalsdirektion. Für Jüdische Solidarität! erhalten wir folgende Zu Buchhaltung, Korrespondenz, Rechnen, Übungskontor. Dreimal wöchentlich je 2 Stunden, 8-10 Uhr abends. Jüdische Handelsschule, Wien, II., Taborstraße Nr. 39. Telephon A 45-3-56. Erklärung Ich teile mit, daß ich mit der Liste des Adolf-Stand-Klubs, Listenführer Dr. David Kreppei, nichts zu tun habe und für diese Liste weder agitiere noch für dieselbe kandidiere. Jakob Heliczer Wien, II., Ilgplatz 2. m'O'BEL-UJlNTER für Gelegenheltskäofe Wien, VIII., Stadtbahnviadukt 23 bei LerchenfelderstraBe Telephon : A 21-5-31 Dr. Weizmann nach Palästina London, 4. November. (JTA.) Der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann wird sich nach einem kurzen Aufenthalt in der Schweiz am 14. November nach Palästina begeben, um seine Aussagen vor der Königlichen Kommission zu machen. Vertreter anderer jüdischer Gruppen werden von der Kommission gesondert angehört werden, jedoch in einheitlicher Weise zu den Problemen Stellung nehmen. Nach dem Beginn der Untersuchungen der Königlichen Kommission wirdWauchope als Erster einvernommen werden. Der High Commissioner wird sich auf rein in formative Darlegungen beschränken und keinerlei Anregungen oder Empfehlungen Vorbringen. Die Kommission wird ferner Aussagen des englischen und des armenischen Patriarchen sowie anderer hoher geistlicher Würdenträger Uber den Schutz der heiligen Stätten der Christenheit in Palästina entgegennehmen. Aus Linz schrift: Wenn in einigen Tagen die Wiener jüdische Bevölkerung den neuen Vorstand der Kultusgemeinde wählt, so entscheidet sie damit nicht nur über ihre eigene Repräsen tanz, sondern — gemäß der Gliederung der gesamtösterrelchischen Judenschaft — auch über die Vertretung unserer Gemeinschaft im ganzen Bundesstaat überhaupt. Deshalb fühlen sich die Unterzeichneten Mandatare einer jüdischen Provinzgemeinde berechtigt und verpflichtet, zu der Wahl in Wien Stellung zu nehmen. Vor allem sprechen wir unser uneingeschränktes Vertrauen dem Herrn Staatsrat Dr. Desjder Friedmann aus, der für unsere und — wie wir wissen — auch für die Nöte anderer Gemeinden stets warmes Interesse und den Willen zu tatkräftiger Hilfe gezeigt hat. Wir sehen die Zukunft der österreichischen Judenschaft nur dann gewährleistet, wenn sie sich, unbeschadet der uns selbstverständlichen Loyalität und der Anhänglichkeit an Österreich, zu dem Gedanken der vollen Solidarität des gesamten jüdischen Volkes bekennt, jeden sinnlosen Versuch einer Differenzierung zwischen Juden verschiedener Herkunft unterläßt und die Förderung des Aufbauwerkes ln Palästina als stolze und heilige Pflicht betrachtet. Damit drücken wir die Gesinnung aller jungen jüdischen Menschen — und auch vieler der älteren Generation — in den Provinzgemeinden aus; auf isoliertem jüdischem Posten stehend, finden sie nur in den zionistischen Idealen die Kraft zum Ausharren und die würdevolle Haltung gegenüber einer feindseligen Umwelt. Indem wir hoffen, daß auch Gruppen, die heute noch den hier skizzierten Grundsätzen ferne stehen, die Richtigkeit derselben bald einßehen werden, und wünschen, daß die bedauerliche Schärfe des Wahlkampfes in Kürze vergessen sein wird, fordern wir die Wiener Judenschaft auf, am 8. November im Sinne der obigen Anschauungen und daher nur die Zionistische Liste zu wählen. Lfnz, 3. November 1936. Die zionistischen Mandatare der Jüdischen Kultusgemeinde Linz: Viktor T a u 8 s 1 g, dzt. geschäftsführender Vizepräsident, Rudolf Guttmann, Walter Hofer, Karl Huppert, Dr. Rudolf Menzel, Emanuet Sand, Dr. Karl S c h w a g er. * Aus Graz wird uns geschrieben: Die zionistischen Mitglieder des Präsidiums, des Vorstandes und des Kultusrates der Israelitischen Kultusgemeinde Graz geben ihrer Entrüstung über die seitens der „Union österreichischer Juden“ im Wahlkampf angewendeten Methoden Ausdruck, die der Ehre und den Interessen des jüdischen Volkes abträglich sind und den österreichischen Juden nur Schaden zu fügen können. Die zionistischen Mandatare der Israeliti sehen Kultusgemeinde Graz benützen diesen Anlaß, um der zionistischen Majorität des Wiener Kultusvorstandes für die v o r b i 1 d liehe Führung der Wiener Ge meinde und für das mutige Eintre tenfürdie Interessen aller Ju den Österreichs den Dank und die Aner kennung auszusprechen und alle Wiener Wähler aufzufordern, am 8. November nur die Zionistische Liste« Listenführer Staatsrat Doktor Friedmann« zu wählen. Für die zionistischen Mandatare der Israelitischen Kultusgemeinde Graz: Dr. Robert Sonnenwald, Präsident. Lernet Hebräisch I leichtfaßlich, rasch und gründlich! Kurse für Anfänger u. Vorgeschrittene Anmeldungen und Auskünfte von 7—9 Uhr im Sekretariat des JÜDISCHEN ANQ-STELTEN- YNBANDES „EMUNAH", Wien, II., Praterstr. 11 Daselbst auch Englisch- und FranzOslsdi-Unterrlcht ff für meinen Sohn, intelligenten, fleißigen Burschen, Lehrstelle Adler, II., Taborstraße Nr. 59 Suche Neuer Lachschlager in den Künstlerspielen Die Jüdischen Küristlcrspielo werden in den . ‘tzten Tagen durch den Besuch der führenden jüdischen Persönlichkeiten ausgezeichnet, so durch den Besuch des Präsidenten der Kultusgemeinde Staatsrat Dr. Friedmann. Die Künstlerspiele bringen ab Freitag, den 6. d. M., den großen Lachschlager „Dem R c b b e n ts H o i f“, ein Stück, das sich durch besondere Reichhaltigkeit an schönen jüdischen Liedern auszoichnot. David Seidermann und Ghana Lerner sind die Träger der Hauptrollen. Das Komikerpaar Lora Glücksmann und Dolly Nachbar werden diesmal in größeren Rollen zu .sehet; sein. Dienstag wird „Der Radiosänger“ wiedorholt. Kartcnreserviorungen (auch telephon. R 45-4-Ü4) sind empfehlenswert. * Zwei Werbevorstellungen in den Jüdischen Künstlersplelen, II., Praterstraße 34. Mittwoch, den 11., und Donnerstag den 12. d. M., wird M,.';»*•!} Komödie „Offene Augen“ iu der Premierenbesetzung als Werbevorsteliungen gegeben, - ■ ... „Gerechte und dauernde Regelung König Eduard über Palästina London, 4. November. (JTA.) König Eduard eröffnete am Dienstag das erste Parlament seiner Regierungszeit mit einer Ansprache an die Mitglieder, in der er sagte: „Ich bedaure tief die ernsten Ausschreitungen, die sich in den letzten sechs Monaten in Palästina ereignet haben und die die Entsendung von Militärverstärkungen nach Palästina notwendig machten. Ich begrüße die Wendung zum Besseren, die kürzlich in Palästina eingetreten ist. Die Königliche Kommission wird noch in dieser Woche von England nach Palästina zur Untersuchung aller Ereignisse abreisen. Ich hoffe aufrichtig, daß die Prüfung dieser schwierigen Angelegenheit, welche die Kommission vornehmen wird, zu einer gerechten und dauernden Regelung führen wird.“ Gesetz gegen Mosley-Terror In dem der Innenpolitik gewidmeten Abschnitt heißt es u. a.: Die heutigen Gesetze werden so abgeändert werden müssen, daß gegen Personen oder Organisationen, welche zu einer Störung der öffentlichen Ordnung auffordern oder sie selbst verschulden, wirksamer eingoschritten werden kann. Dem Parlament wird ein Entwurf zur Verschärfung der Gesetze in dieser Richtung vorgolegt werden, ohne daß dabei diie gesetzliche Rede- und Versammlungsfreiheit berührt würde. Das vom König erwähnte Gesetz betrifft das Verbot der politischen Uniformen und politischer Demonstrationsmärsche in bestimmten Gegenden. Todesstrafe für „Rassenschande"? London, 8. November. (JTA.) Die englischen Zeitungen geben eine Rede Julius Streichers wieder, die dieser am Sonntag in Bleiefeld hielt und in der er erklärte, die Judengesetze hätten sich als nicht ausreichend erwiesen, man werde nicht davor zurückschrecken, auf Rassenschande auch die Todesstrafe zu verhängen; e n t s p r e chende Entwürfe seien bereits in Ausarbeitung. nommen, und durch diese Aufnahme ist die Gleichberechtigung österreichischer Juden vom Staat und vom Völkerbund g esichert. Die Zionisten Österreichs sind treu ihrer Gemeinschaft und treu dem Staate, das sind identische Begriffe. Oberbaurat Stricker setzte sich mit den Gegnern des Zionismus in Österreich auseinander und warf ihnen die Überbetonung dea Patriotismus aus Mangel an bewußter jüdischer Einstellung vor. Nicht der Zionismus verursachte die Entrechtung des deutschen Judentums, sondern gerade der Antizionismus, der jeden Schutz des internationalen Völkerbundes ablehnt. Die Zionisierung der Wiener Kultusgemeinde ist nicht nur eine Frage des österreichischen Judentums, sondern des gesamten Judentums, das in der Stärkung der zionistischen Position durch die zweitgrößte jüdische Gemeinde Europas ein Stärkung des Palästina^edankens durch das Diasporajudentum erblickt. KURHÄUSER KflLTEHLEllTfiEBEH fl. C. CHEFARZT PROF. DR. ALOIS STRASSER Sämtliche Kuren und Diäten. Idealer Aulenthalt fOr Kranke und Erholungabedürftige. Auskünfte: Koltenleutgeben, Tel. Nr. 8, nachmittags: Stadtbüro. Tel. Nr- U 45-4-34 Zionistische Sektion VIII/IX, Chug Iwri. Dienstag, 10. November, 8 Uhr abends, erste Besprechung im Heim* Hörigasse 2. Hochs chiilerl Meldet Euch Sonntag, den 8. d. M„ schon um 8 Uhr früh Im Agitationslokal der „Judäa“, 1X„ Alserstraße *6! Dringende Bitte einer jüdischen Mutter. Eine jüdische Frau, deren Mann arbeitslos ist, benötigt für ihr Kind dringend ein Kinderbett. Mitteilungen werden von der Redaktion entgegengenommen und weitergeleitet. Sondervorstellung im Kulturtheater für die Abonnenten der „Stimme“. Unsere Abonnenten erhalten gegen Vor- Weisung des Abonnement-Scheines auf mser, Blatt an der Kassa des Jüdischen Kulturtheaters (L, Kai 3) für die Vorstellung am 9. d. M. Karten zu je S 1.— ohne Rückeicht auf die Sitzkategorie. Je früher Sie sich daher melden, um so bessere Plätze erhalten Sie. Zur Aufführung gelangt der neue Premierenerfolg „Der Sänger seiner Trauer“ von Ossip Dymow in der Premierenbesetzung. Einziger Rezitationsabend. Jehuda Ehrenkranz: „Tod und Liebe“. Dienstag, 24. November, Mittlerer Konzerthaussaal, 8 Uhr abends. Karten ab 1 Schilling bei Lanyi, Gronner und Jüdische Kulturstelle. Die Balfour-Feier in Wien Anläßlich dos 19. Jahrestages der Balfour- Dcklaration fand am 1. November im großen Saal de« Hotel Continental eine massenhaft besuchte Feier statt, bei der der Präsident der Jüdischen Kultusgomolnde Staatsrat Dr. Desider Fried mann und Vizepräsident Oberbaurat Robert Stricker Ansprachen hielten. Präsident Dr. F r i e d m a n n wies darauf hin, daß die Balfour-Deklaration die ernte rechtliche Grundlage des jüdischen Volkes auf internationaler Basis geschaffen hat. Sie st die einzige Schöpfung der Kriegs- und Nachkriegszeit, die unerschütterlich sich er tastbaren Gleichberechtigung der Juden in einzelnen Ländern, der in der Balfour-Deklaration seinen Ausdruck fand, war der Ausgangspunkt der Minderheitenschutz* g e s e t z e, denen die Juden in den Diasporaländern in der Zeit der Verwirrung der Begriffe eine starke Stütze verdanken. Minderheitsgesetze bedeuten keinesfalls mindere Ttcchto und auch keino Fremdrechto, wie die Gegner oft hervorhoben, sondern eine Bekräftigung der Gleiohbereobt i g u n g im Staate. Der österreichische Staat bat die Minderheitenschutzgeeetzgebung, die im Völkerbundgesetze verankert halten hat. Der Passus bezüglich der unan-1 ist, in die .Verfassung vom Mai 1934 aufge- Rlng der Alt-Herrenverbände der Z. M. V. Der Ring der Alt-Herrenvorbände der Z. M. V. teilt mit, daß am Montag, den 9. d. M., im Caf6 Bristol, Wien, I., Kärntnerring, der allwöchentliche Gesellschaftsabend stattflndet. Beginn 8 Uhr abends. Jüdischer Angestelltenverband „Enunah“, II., Prateretraßo 11. Für unsere Hebräischkurse (Anfänger ohne Vorkenntnisse und Wenig-, bezw. Mehrvorgeschrittene) werden noch bis 10. d. M. Anmeldungen entgegengenommen, u. zw. an Wochentagen von 7 bis 9 Uhr abends. Regieboi trag S 2.— monatlich. — Heimabend jeden Sonntag um 6 Uhr. — Bibliothek mit wortvollen, mederneu Werken für Mitglieder kostenlos. Mitgliedsbeitrag S —.50 monatlich. Bücherausgabe: Dienstag und Donnerstag von ^8 biß 9 Uhr abends. — Stellenvermittlung: Tüchtige, verläßliche Arbeitskräfte suchen Stellung. Wir ersuchen um Mitteilung freier Posten, Telephon R 40-1-56 U. Amtastundou an Wochentagen von 3 bis 7 Uhr nachmittags. Die Vermittlung erfolgt kostenlos. — Ruf-Buchhaltungskurs. KoH, Reif veranstaltet im Laufe dieses Monats einen Ruf-Durchschroibo-Buohhaltungskurs. Buchhaltungskenntnisse vorausgesetzt. Geräte und Drucksorten worden gratis zur Verfügung gestellt. Itegiebeitrag für den ganzen Kur« S 8.—. Anmeldungen ehestens erboten. In Jedes Jüdische Haus „Die Stimme“

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