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Die Stimme · 1936-11-03 · Heft 593 (3.11.1936) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 593 (3.11.1936)
Date
1936-11-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 693 — Wien, Dienstag, 3. November 1936 DIB STIMM! Mt« 5 Habt Ihr schon jemals davon gehört, daß Irgendwo in der Welt die Hechte der Juden durch Mfnderheitenschutzbestiininuttgen beeinträchtigt wurden? Gerade das Gegenteil ist der Falt. In Deutschland wurden die Juden rechtlos, weil es dort keine Minderheitenschutzbestimmurgen gibt. Im schlesischen Abstimmungsgebiet konnte ihnen Hitler ihre Gleichberechtigung nicht nehmen, weil dort die Minderheitenschutzbestimmun - gen geltem „Offene Augen" Malachs Tragikomödie in den KUnstlerspielen. Es ist ein altes Thema, aber mit neuen, originellen Mitteln bearbeitet, das der vor kurzem verstorbene jüdische Schriftsteller Malach in dem Stück „Offene Augen“ behandelt hat. Die Gattin des Chefs eines Warschauer Modesalons, die wegen eines Augenleidens Wiener Ärzte konsultiert hat, erfährt nach ihrer Rückkehr, daß ihr Gatte sie mit einer Angestellten betrügt. Er vernachlässigt auch das Geschäft, das vor dem Zusammenbruch steht. Die betrogene Frau beschließt, sich blind zu stellen, denn so hofft sie, Dinge zu erfahren, die ihr sonst geheim blieben — und wenn sie nur einmal alles weiß, wird eie auch die Lösung des Konflikts finden. Vor ihren Augen treiben nun die Menschen hemmungslos ihr Spiel. Sie sieht tief in die Herzen — jetzt, wo man sie für blind hält, hat sie wirklich erst — offene Augen. So sieht sie auch, wie die Geliebte ihres Gatten auch diesen wieder hintergeht. Sie kann alle ihre Gegner entlarven und so kommt es zum versöhnlichen Schluß. Chana Lorner spielt die Rolle der betrogenen Frau mit Bravour. Man steht bis zum Ende im Banne dieser interessanten Frau, die im Spiel wie im Dialog eine Spitzenleistung geboten hat. David Seidermann spielt den Gatten in überlegener Manier. Mit seinen Liedern, namentlich der „Chassene im Städtl“, erntet er wieder endlosen Beifall. > Er verdient den Beifall aber nicht nur als Darsteller, sondern auch als Regisseur dieser Aufführung. Er hat dem Stück seine Schwere genommen und es zum Schluß ins Komödienhafte übergeleitet. Diesmal hat auch Dolly Nachbar wieder mitgespielt. Er hat sein gut Teil an dem Erfolg der Darstellung. Gute Leistungen bieten auch wieder A. Bell, Frl. G o r 1 i t z k a und in Episoden Frau Glücksmann, Frl. R a h e 1 und S e g a 1. Es war ein durchschlagender Erfolg. -ei— Jüdische Kulturstelle L, Franz-Josefs-Kal 3, Tel. R 28-2-36. Kunststelle. Neuamneldungen für die diesjährige Spielsaison werden ganztägig entgegengenommen. Die Mitglieder erhalten ermäßigte Karten - für sämtliche Privat-, Bundestheater und Konzerte. Leihbücherei. Mitglieder der Kunststelle und der Volkshochschule können Neuerscheinungen der Schönen Literatur und Judaica gegen geringe Leihgebühren in der Leihbücherei der Jüdischen Volkshochschule entlehnen. Jüdische Volkshochschule. Montag: F. Jonas: Englisch für wenig Vorgeschrittene, 7 bis 9 Uhr. — Dr. L. Brüll: Hebräisch für Anfänger, 7 bis 9 Uhr. Dienstag: Dr. H. Weinstein: Hebräisch für wenig Vorgeschrittene, 7 bis 9 Uhr. — E. Feldmann: Englisch für Vorgeschrittene, 7 bis 9 Uhr. Mittwoch: Dr. L. Brüll: Hebräisch für Vorgeschrittene, 7 bis 9 Uhr. Donnerstag: Prof. Dr. K. Kupfer: Alltags¬ und Festtagsbräuche im Judentum, 7 bis 9 Uhr. — Prof. Dr. M. Papo: Jüdische Kulturgeschichte in Zeit- und Charakterbildern, 8 bis 9 Uhr. Jüdisches Kulturtheater. Der Großerfolg des Jüdischen Kulturtheaters, das jüdische Gegenwartsdrama „Die Grenze“ von Cederlund und Dahlberg, wird alternierend mit dem Volkstück „Der Sänger seiner Trauer“ von Ossip Dymow gegeben. Beginn: täglich 20 Uhr. Sonntag 15 Uhr 30 bei kleinen Preisen „Die Grenze“. Die allgemeine Mobilisierung der Zionisten wurde angeordnet. Jeder Zionist und jede Zlonlstln hat sich sofort Im Agitationslokal der Zionistischen Liste zu melden und mitzuarbeiten. Bis ins letzte jüdische Haus muß unsere Agitation Vordringen. Gebt euch nicht damit zufrieden, wenn euch ehemalige Unionisten sagen, daß sie nicht zur Wahl gehen, well sie von dem schändlichen Treiben der „Union“ angeekelt sind. Sagt ihnen, daß ihr Abscheu vor dem Denunziantentum berechtigt ist und daß sie moralisch verpflichtet sind, bei der Ausmerzung des Denunziantentums mltzubelfen, indem sie alle wählen: Zionistische Liste LIstenfQhrer: Staatsrat Dr. Deslder Friedmann1 du jüdische Bückktub dessen Mitgliederzahl nach kurzem Bestehen schon das erste Tausend überschritten hat, liefert für das zweite Quartal den neuen Kasteln „Jerusalem, die Geschichte eines LandesJeder Jude, den jüdische Kultur und jüdisches Schrifttum interessiert, muß Mitglied des Jüdischen Buchklubs werden, der einzigen Institution, die sich aktiv und tatkräftig für den jüdischen Schriftsteller einsetzt. Der Jüdische Buchklub kann seine heute so wichtige Mission nur dann erfüllen, wenn er auch von allen denen unterstützt wird, die die Notwendigkeit der kulturellen Selbsthilfe des Judentums erkannt haben. Für den Mitgliedsbeitrag von .S 8.— vierteljährlich werden Bücher in fast doppeltem Wert geliefert. Dazu nimmt jedes Mitglied an außerordentlich interessanten Vorträgen und an einer Buchlotterie teil. Prospekte und Werbeschriften durch den Jüdischen Buchklub, Wien, L, Fleischmarkt 1, Telephon R 21-4-25. Josef Feuer - Oberkantor in Döbling Nach einiger Probezeit wurde Josef Feuer im Tempelverein Döbling als Oberkantor angestellt. Herr Fouer hat sich durch 5 Jahre in Jesohiwoth (Bobow und Deutsch kreuz) tiefes jüdisches Wissen angeeignet. Er nimmt am jüdischen Leben aktiven Anteil. Das traditionell-konservative Leben ist ihm Herzenssache. Es ißt zu hoffen, daß Herr Feuer seine Aufgabe nicht bloß darin sehen wird, seine Funktionen als Kantor getreulich zu erfüllen, sondern sich als Pionier eines Chasan betrachten wird, der einerseits sein jüdisches Wissen Es gibt mir eine Zionistische Liste Keine Stimme der überflüssigen und aussichtslosen Kan« didatur des „Adolf Stand- Klubs“. Alle Stimmen der Zionistischen Liste, Listenftihrer Staatsrat Dr« DESIDER FRIEDMANN! — da« alte und das neue — andauernd zu vertiefen, anderseits aber sein kantorales Wiesen stets zu erweitern eich bemüht, um dann den jüdischen Gesang — den traditionellen und das neue Lied in Erez Israel — in da« jüdische Volk zu tragen. Ein Kantor hat in unseren Tagen die Pflicht, das jüdische Leben durch jüdischen Gesang erhöhen und verschönern zu helfen und auch Anteil an der kulturellen Wiederbelebung des jüdischen Volkes zu nehmen. T. Konzert Regina Schein Das Cello gehört nicht zu den Lieblingftinstrumenten der Frauen. Unter den berühmtesten Cellisten kennen wir keine einzige Frau. Um so mehr ist es zu begrüßen, wenn eine junge Dame als Cellistin eine rühmliche Ausnahme zu werden verspricht. Schon jetzt ist ihre Tongebung seelenvoll und klangschön, ihre Technik der Bogenführung und die der linken Hand auf ganz hoher Stufe. Die Künßtlerin gibt sich gar keine Mühe, unbedingt „männlich“ zu spielen und das ist das Einnehmende bei ihr. Das Programm enthielt selten gehörte Werke von Schubert (Arpeggio- Sonate), Frescobaldi, Samartini, Albeniz, Cassado, Ranzato und eine geistreiche Bearbeitung der Tarantella von Rossini für Gesang von Joachim S t u t s c h e w s k y, der an diesem Abend seinen wohlverdienten pädagogischen Erfolg erzielt hat. Die junge Künstlerin wurde überaus warm aufgenommen. Jul Wolfsobn. Verein Scheeris Jisroel. Am 18. v. M. fand unter großer Beteiligung der Vereinendfcgfieder die diesjährige Generalversammlung des Bethausvereines „Scheeris Jisroel“, Wien, IL, Unt» Augartenstraße 35, statt, bei welcher Dr. Salomon Rosler, Mittelschulprofessor, zum Obmann, Moses Sporn, Kaufmann, zum Vizeobraanm, David Eisehberg, Kaufmann, und Melir Schreiber, Kaufmann, ju Kassieren, Josef Goldberg, Kaufmann, und David Diiler, Kaufmann, zu Schriftführern gewählt wurden. Es ist da« erstemal, daß ein Zionist an die Spitze des Bethausvereines tritt. Sabine Buchsbauin gestorben. Die Mutter unseres Gesinnungsgenossen, des Cafetiers W. Buchsbaum, Frau Sabine Buchsbaum, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Herrn Buchsbaum wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Todesfälle: Schulz Ignaz (79),. Heitler Karl (89). Dozent Eisler W. Fritz, Arzt (53), Dekan Bertha (81), Drucker Arnold (64), Tandler Bruno (62), Schechter Chane Sarah (59), Kramer Josef (64), Kohn Oskar (55), Grünfeld Ernestine (67), Smetana Emilie (65), Schwärz Jonas (84), Safier Kalman (58), AJtschul Klara (62), Reif Eveline (8), Altmann Jeanette (87), Löfkowice Albert (69), Grätzer Theodor (65), Jacker Hugo (68), Fluß Ida (58), Stierer Feige (74), Altar Sigmund (73), Halberstadt Ella (41), Berger Ignaz (79), Forsohmit Leon (77), Boajansky Alexander (55), Meäsler Lea (46), Fürst Adolf David (72), Brestiozker Chaim (56), Grün Käthe (58), Timym Moriz (66), Panisch Marie (85) , Rosenmann Abraham (66), Sonnenföld Viktor (65), Stein Moriz (83), Fellner Hermine (66), Kohn Adolf (82), Landau Moses Hersch (88), Kohn Wiihelmine (76), Scheck Mendel (54), Heller Johanna (53), Lustgarten Rosa (86) , Hirech Margarete (40), Stiaßny Johanna (68), Frischmann Heinrich (78), Hindler rekte Fink Kalman t.38), Deutsch, Dr. Fanny, Lehrerin (45), Schey Sandor (78), Augenfeld Isidor (83), Kriwer Wolf (69), Adler Max (93), Lindenbaum David (60), Sohmuckler Regine (65), Bunan Edmund, Kapellmeister (65), Spiegel Salomon (60), Langfelder Eduard (63), Kohn Jaques (78). FILME Filme ohne Arier-Paragraph Romeo und Julia. — Liebe vor dem Frühstück. — Der König der Frauen. — Under two Flags — Der Liebling der Frauen. — Die Botschaft an Garcia. — Amateur-Gentleman. — Mr. Deeds geht in die Stadt — Ein Sehre! in der Nacht. — Der kleine Rebell. — Peter Ibbetson. — Schwester Florence. — Fräulein LÜH. — Küß nicht im Kino. — Der chinesische Spürhund. — Taraß-Bulba. — Heldne. — Der Kampf um die Barbee-Farm. — Der Mann, der Wunder wirkte. — Der kleine Lord. — Silhouetten. — Die Matrosen kommen. — Der letzte Gangster. — China-Gold. — Die Wunderbar. — Wir drei —- Wie es euch gefällt — Mein Leben gehört dir. — Meuterei auf der Bounty. — Ein schwerer Junge. — Die Wüstenlegion. — Wenn du nur kochen könntest. „Show-Boat“ der MUlionenfllm. Der ungeheure Erfolg, den der Film „Show-Boat“ als einer der ersten Tonfilme im Jahre 1929 auf der ganzen Welt hatte, bewog die Universal, diesen herrlichen Stoff, jedoch mit neuen Stars ins Moderne übergebend nochmals zu verfilmen. Die Aufnahmen dauerten ein Jahr Jang, die Kosten betrugen weit über 1 Million Dollar. Premiere demnächst „Eifersucht“. Unter diesem TStel erscheint demnächst in Wien ein mondänes Lustspiel der Metro-Goldwyn-Mayer, deren Hauptrollen mit Clark Gable, Jean Harlow und Myraa Loy besetzt sind. Der Film bbhandelt das Thema eines Mannes, der zwischen zwei sohönen Frauen steht. Hotel S efnnie, II., To&orsMe 12 Nefsel-Kabarett m © *m Schwarze Mäntel A».. (auoh blau oder braun), /f| ganz K.-Seide gefüttert S «CI Trotteur-Mäntel Kragen und Revers mit Fuchslamm od. Nutriette n verbr., ganz K.-Seide ge- G füttert.S Ul SchwarzeWintermantel AA.. Alaskalammßohalkrag., <(| K.-Seide gefuttert . S 09 Mode-Cape-Mäntel aus gut. Bouold m. Silberm i.. fuohslamm-Verbr.,K.-S.- hg Mongol gefütt. u. watt. S 0X Eleg. Boucle-Mäntel ganz H.-S.-Mongol gefütt. m., und watt., mit Skunks- <|| Capekragen . S I 9 Wollstoff-Kleider j? in Modefarben . . . . S IW Sämisdi-Damen-Schuhe Ö1 schwarz, blau, braun . 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