Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 593 (3.11.1936)
- Date
- 1936-11-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 503 — Wien, Dienstag, 3. November 1036 OIE STIMME Seite 3 Verlautbarung Das Zionistische Landeskomitee gibt bekannt: Mit Beschluß vom 15. Juni d. J. wurden die zionistischen liechte folgender Herren suspendiert: j Oskar Burian, Dr. Leo Kurzberg, Salomon Saphier, Dipl.-Kaufmann Ernst Stiaßny,* Eduard Weiniger, Benno Deutsch, Alfred: May, Otto Schaffner, Dr. Erwin Strauß,' Alfred Winzer, Julius Zelnik, Richard Gänsler, Robert Politzer, Dr. Heinrich Sokal, Dir. Gerson Wittlin. J Weiters wurde den Herren Dr. Leo Kurzberg und Dir. Gerson Wittlin die Ausübung ihrer Mandate als Mitglieder des Ausschusses der Zionistischen Bezirkssektion Leopoidstadt eingestellt. \ Das Zionistische Landeskomitee, hat in seiner Sitzung vom 29. Oktober einstimmig beschlossen, den Beschluß vom 15. Juni vollinhaltlich aufzuheben. Zionistischer Landesverband für Österreich: Dr. Berger m. p. S. Paßweg m. p. Dr. Grünbaum m. p. WLsmia daß du Jüdische’ BucUldüfr WIEN, I., FLEISCHMARKT 1 (TEL. R 21-4-25) Werke aus allen Gebieten des jüdischen Kulturlebens produziert, und Sie für S 8'— pro Quartal einen Herrlichen Leinenband erhalten, daß Sie statt der Pflichtbände nach Wahl Ersatzbände verlangen können und daß Sie einmal im Jahr durch Verlosung wertvolle Buchprämien erhalten? Und wissen Sie auch, daß KARL SCHWARZ: Die Juden in der Kunst und JOSEF KASTEIN: Jerusalem, die Geschichte eines Landes als Prämien für die beiden ersten Quartale an unsftre Mitglieder versandt wurden? Idotteft Sie nicht auch unsere nächsten Werke: NEUMARK: Welt und Wesen der jüdischen Philosophie JOSEF KASTEIN: Jeremia, Geist der jüdischen Prophetie SIPPURIM: Neue Auswahl alter jüdischer Legenden oder eines der Bücher der Tauschliste (Asch, Golding, Morgenstern, Kastein usw.) für den geringen Quartalsbeitrag von S 8*— beziehen? — Schon viele Hunderte sind uns beigetreten, auch Sie sollten uns noch heute schreiben I Prospekte mit Tauschliste erhalten Sie umgehend. Ro ach — Bürgermeister von Te!-Aviv Jerusalem, 1. November. Die Palästina-Regierung hat den Streit um den Bürgermeisterposten in Tel-Aviv — bekanntlich wollten die bürgerlichen Parteien den mit 8 gegen 7 Stimmen des Stadtrates zum Bürgermeister gewählten Kandidaten der Kistadruth-Moschee Chclonche nicht anerkennen — in der Weise entschieden, daß sie den bisherigen Vizebürgermeister Israel Rokach, der als Kandidat der Bürgerlichen in der M’ndcrheit geblieben war, zum Bürgermeister von Tel- Aviv ernannt hat. Die Entscheidung der Regierung hat großes Aufsehen hervorgerufen. 5695 Jüdische Patästina-Einwandmr im September Jerusalem, 2. November. Offiziell wird mitgeteilt, daß im Monat SeptembeT 1936 5695 Juden, unter ihnen 173 in der Kapitalistenkategorie, als Einwanderer nach Palästina gekommen sind. Bei Regen, Wind, Kälte wird man leicht von Erkältung befallen. Man muß daher rechtzeitig .-orge dafür tragen, daß im Hause nie fehle der in seiner schmerzlindernden Wirkung einzige DIANJt- FRANZBRANNTWE.N MIT MENTHOL welcher für Massage, Einreibung, Umschläge und als Gurgelwasser gleich unentbehrlich ist. In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana“ und nehmen Sie nur „Diana"! Minderwertige Hadiahmungen sind energisch itirOdßiiweisen. Von der Hebräischen Universität Jerusalem, 80. Oktober (Palcor). Dr. Hugo; Bergman n, der Im vorigen Jahr als erster gewählter Rektor der Hebräischen Universität j das Amt übernahm, ist nunmehr für e i n | zweites Jahr wiedergewählt worden. Die Auflösung der Araberbanden Das Mufti-Organ „Al Liwaa“ tollt mit, daß* der „arabische Horolrl“ Fauzi Bey ol Kaukaclyi nunmehr wirklich Palästina verlassen hat und daß ihm 15.000 Araber daß Geleit bis zum Jordan gegeben haben. „Falastin“ teilt mit, daß dor Distviktskommissa.r in Tulkarem im Namen der Regierung die arabischen Terroristenbanden ultimativ au l’go fordert hat, sieh binnen z vv ö 1 f T a g e n aufzulösen, mich diesem Termin werdo die Regierung mit unnachsichtiger Strerigo gegen die noch verbliebenen .Banden vergehen. „A Di.faa“ meldet, dor Disfriktskommissar habe einer Abordnung arabischer Notabein versichert, das Militär habe Befehl orhalten, dio Banden nicht anzugroifen, sondern ihnen Gelegenheit zu geben, sich in Ruhe aufzulöson. Von Jaffa aus erging ein Appell an die Araber Palästinas, zum Andenken an die gefallenen Araber drei Tage lang zu faßten und da« aus dieee Weise ersparte Geld dem Streikfonds zuzuführen. H. H. Trustee! Oberster Richter Jerusalem, 29. Oktober (JTA.). Der bisherige Generalstaatsanwalt von Palästina, H. H. Truste d, ist als Nachfolger von Sir Michael MacDonell zum Obersten Richter Palästinas ernannt worden; zum Oberstaatsanwalt an Stelle Trusteds wurde Staatsanwalt Fitzgerald ernannt. Degrelle und Goebbels Brüssel, 29. Oktober (JTA.). Der Antwerpener „Matin" und der Brüsseler „Midi" veröffentlichen Depeschen ihrer Berliner Berichterstatter, in denen bestätigt wird, daß der Rexistenführer Leon Degrelle am 27. September in Berlin geweilt hat, um Instruktionen von der antibolschewistischen Zentrale einzuholen. Degrelle sei von vier Persönlichkeiten, darunter vom Propagandaminister Doktor Goebbels, empfangen worden. Wie der „Matin“-Korrespondent meldet, gab Dr. Goebbels Degrelle die folgende Anweisung: Trachten Sie, die Menge zu faszinieren und schildern Sie ihr in den schwärzesten Farben die Gefahr des jüdischen Bolschewismus. Goebbels habe ihm auch Kuverts mit einem Inhalt übergeben, der nicht bekannt ist. In Berlin werde von der Geheimen Staatspolizei eine Untersuchung abgehalten, wer Degrelles Aufenthalt in Berlin verraten hat. Auf Degrelles Besuch bei Goebbels ist es wohl auch zurückzuführen, daß der Rexistenführer, der sich bis dahin antijüdischer Propaganda fernhielt, nunmehr die antisemitische Note scharf hervorkehrt. Strebt die Union vielleicht eine Aesiderustg der österreichischen Verfassung an? Wirft sie etwa der österreichischen Verfassung vor, daß sie die Juden unter ein minderes Recht stellen will? Wenn die Union Minderheitenrechte mit minderem Recht oder gar Fremdenrecht gleichstellt, ist dies geradezu eine Verdrehung der österreichischen Verfassung. Der Nobelpreis und Von sieben Nobelpreisträgern Österreichs sind vier Juden. Von 23 deutschen Nobelpreisträgern sind 14 Juden. Da« ist eine für uns wichtige Angelegenheit. Nicht der hohen Zahl wegen, weil wir doch die jüdische Gehirnkapazität kennen; sondern weil diese Juden der internationalen Wertung des deutschen Volkes zugute kommen, dieses Volle es, das in seiner übergroßen Mehrheit die Juden nur als Verbrecher, als asoziale Masse und als geistig minderwertig in Acht und Bann getan hat. Die deutsche Presse ist tagaus tagein auf der Suche nach jüdischen Rechtsbrechern und sie verfehlt es bei keinem Taschendiebstaihl und bei keinem sonstigen Fall, die jüdische Zugehörigkeit zu unterstreichen. Den jüdischen Gelehrten hat man aus Deutschland vertrieben, aber die Willstätter, Haber, Ehrlich sind fester deutscher Besitz; Entdeckungen hat Deutschland für sich annektiert, und nennt man draußen die deutschen Nobelpreisträger, so zählt man auch die Juden gerne mit. Nur einen Mann läßt man in Deutschland nicht gelben, den Physiker und Mathematiker Einstein. Er hat das Verbrechen begangen, eine neue Weltfcheorie ohne Zustimmuig des Heidelberger Lenard aufzustellon, und es ist Einstein passiert, daß sich die gesamte geistige Welt von London bis Tokio vor ihm verbeugt hat. Die „Reiohspost“ gehört zu jenen Organen, die bei anderon''Vorkommnissen als es Nobelpreisverteilungen sind, auf dio Hervorhebung der Abstammung Gewicht zu legen, wenn es sieh um Juden handelt. Sie ist aber sonst sohr stolz, wenn es einen Triumph der Numerus clausus I deutscher Forschung zu feiern gilt. Ein noch weit größeres Recht haben die Juden darauf,* zu verhindern, daß bei Nobelpreisverteilungen eine Eskamotage geschieht. Wir wissen, was Juden in der Wissenschaft und insbesondere im der deutschem Wissenschaft geleistet haben und noch heute leistem. Wir können nur ahnen, was Juden werden schaffen können, wenn sie einmal die Möglichkeit haben werden, innerhalb der jüdischen Wissenschaft zu forschen und zu lehren. 'So lange dies nicht geschehen kann, werden wir eben unsere Freude darüber ausdrücken, daß die internationale Gelehrtenr©publik noch nicht der Theorie von der Rasse und der Bodenständigkeit unterworfen ist. Von sieben Österreichern sind vier Juden. Das entspricht nicht dem Numerus clausus, noch weniger dem Numerus nullus, auf den die Kreise rings um die „Reichspost" hinarbeiten. Die jüdischen Nobelpreisträger Die prozentuale Beteiligung der Juden am Nobelpreis (12 Prozent) ist bedeutend größer als ihre Verhältniszahl zur Kulturbevölkerung der Welt (1 Prozent). Von jüdischem Nobelpreisträgern sind unter anderen zu nennen: die Chemiker Richard W i 11s t ä 11 e r, Fritz II a b e r und A. v. Bayer, die Physiker Albort A. M i c h e 1 s o n, Gabriel L i p p m a n in, Albert Einstein, Niels Bohr lind James Franek, die Mediziner Paul E h r 1 i e h, Robert B a r a n y, Otto M eyerho f, der Philosoph Henri Bergson, die Friedenskämpfer Karl Asser und Alfred Fried. Die meisten mit dein Nobelpreis gekrönten Juden stammen aus Deutschland und Österreich; in Mittel- und Osteuropa, wo die offizielle wissenschaftliche Laufbahn Juden erschwert war, gibt es kaum jüdische Nobelpreisträger. Der Dichter Paul Heys© und der Mediziner Elias M^clmikow -ind Ilalbjudmi. Professor Otto Loewi (Graz), der den Nobelpreis für Physiologie bekommen hat. Prof. Dr. Otto Loewi wunde 1873 in Frankfurt am Main geboren, wurde 1900 Privatdozent, 1904 Professor in Marburg, 1909 Professor in Graz. Seine ersten Arbeiten behandelten Eiweißsynthese, Diurese, Diabetes, Ionenwirkung, vegeta/tives Nervensystem. Völlig .neue Bahnen wies der geniale Versuch Loewis zum Nachweis der chemischen Natur der Übertragung nervöser Erregung auf das Erfolgsorgan. Diese Untersuchungen verschafften ihm Weltruf. 1921 entdeckte er den „Vagusstoff" im Herzen und baute diese Entdeckung grundlegend aus. Er fand auch die fermentative Aeetylcholinspaltung im Blute und ihre Hemmung durch Physostigmin. Otto- Loewi gilt 'als einer der ersten unter den deutschen Pharmakologen und Physiologen. Palästina 1936 — ein Kulturbericht Heute, Dienstag, den 3, November, um 8 Uhr abends, spricht Universitätsprofessor Dr. Max Eisler im Kleinen Musikvereinssaal über seine Studienreise in Palästina. Der Vortrag ist aus v er kau ft. Keine Abendkasse, Edith Ringwald in der WIZO Eine der markantesten Frauenerscheinungen unserer Bewegung, Frau Dr. Edith Ringwal cl, der juristische Beirat der Galuth-Exekutive (die Autorin des jüngst in Basel im Birkhauser-Verlag erschienenen Werkes „Familie Heberlin"), hielt sich kürzlich auf ihrer | Durchreise in Wien auf. Vom Präsidium der! WIZO eingeladen, hielt Frau Dr. Ringwald | einen Vortrag über die „Rechtliche Stellung der jüdischen Frau". Sie sprach zum erstenmal in Wien. Die „zehn Gebote", so führte die Rednerin aus, waren Rahmengesetz, sie sind das kürzeste und vollkommenste Gesetzbuch. Frau Doktor Ringwald erklärte den Sinn des göttlichen Schöpfungswortes (erstes Buch Mosis), aus dem die Gleichstellung des Mannes und der Frau hervorgeht und sprach dann über die rechtliche Stellung der Frau im talmudischen Recht. Das Prinzip der Gerechtigkeit und nicht die Macht ist hier ausschlaggebend. Im jüdischen Gesetz erfährt die Frau höhe reu Schutz als es die Kodifikationen anderer Nationen vorsehen. Die ausgezeichneten Ausführungen der Vortragenden Unterließen bei der dankbaren Zuhörerschaft tiefen und nachhaltigen Eindruck. Ottilie Gröbl. Es geht um Ihr kostbarstes Gut, „Ihre Augen!" Lassen Sie sich fachmännisch unverbindlich beraten von Optiker Kar! Seidu e v, I., Franz-Josefs-Kai 33, und II., Hollandstraße Nr. 7. (Siehe Inserat) Warum bekämpfen die Unionisten die Minderheitsbestimmungen welche die Welt zum Schutze bedruckter Menschen geschaffen hat! Weil sie die letzten 50 Jahre verschlafen haben und grundsätzlich alles fUr schlecht finden« was die Zionisten ffttr gut holten