Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 593 (3.11.1936)
- Date
- 1936-11-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 593 — Wien, Dienstag, 3. November 1936 £\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\m I OPTIKER 1 (KARL SilDNER I l., Frani'Josefs-Kai 33 II., Hoilancstraße 7 Fachmännische» Rat Reiche Auswahl 0 Beste Qualität v Preiswert 19. Bezirk: Casino Zögernitz, Hauptstraße 70, Telephon B 13-0-54 (Anmeldungen bei Dr. Leser, Telephon B 16-8 32). Täglich 6 bis 9 Uhr außer Freitag; Sonntag 11 bis 12 Uhr. 20. Bezirk: Sektionsheim, XX., Jägerstraße 30. Z w i s c h e n b r il c k e n: Universumstraße Nr. 62 (A 46-7-15). Floridsdorf- Dir. Leopold Glaser, XXI., Hermann-Babr-Gasse 6. mit der schmutzigen Lüge, daß die Zionisten durch die äugenzwinkernde Zusage der Evakuierung der Juden sich Staatswürden erkauft haben, und sie fügen hinzu, daß der in die Verfassung aufgenommene Schutz der Minderheiten die Einführung des Fremdenrechtes darstelit- Aber diese Bestimmungen sind doch das genaue Gegenteil. Sie erklären, daß niemandem aus seiner nationalen oder konfessionellen Zugehörigkeit ein Schaden entstehen darf. Auf diese Bestimmungen gestützt, konnten die Juden Oberschlesiens den Krallen des Nationalsozialismus entrissen werden. Aber diese fortwährende Entstellung der Wahrheit kann sich einmal schwer rächen. Jeder, dem der Minderheitenschutz ein Dorn.im Auge ist und der den Juden ihr bißchen Verdienst rauben will, kann sich.heute auf die „Union“ berufen und er kann sogar noch weiter gehen. Die „Union“, die über „Fremdenrecht“ zetert, fordert selbst das Fremdenrecht für die aus dem Osten stammenden Juden, denen das Wahlrecht zur Kultusgemeinde genommen . werden soll. Auf Antrag der „Union“! Alle Gesinnungsgenossen und Freunde werden aufgefordert, sich ungesäumt bei den vorgenannten Stellen zur Wahlarbeit zu melden. Cafö-Restaurant „JExcelsior I., Rotcnturmstrnße 34 Vollständig neu umgcstaltet Sehenswürdigkeit „«er Diarchcnbrunnen" Erstklassiger Kaffee und Küche Ein Presseprozeß der „Stimme" Als der Bund Jüdischer Frontsoldaten den Beschluß faßte, als Antwort . auf die Nürnberger Gesetze, in Palästina zu 'Ehren der gefallenen 12.000 jüdischen Sol-! daten Deutschlands ein „D o r f d e r 12.000“ j in Palästina zu gründen, fiel eine in Bielitz (erscheinende Zeitung, die ,,Jüdische Wochenipost“ (Herausgeber Friedrich Seifter), über; die „Stimme“ her, die den hochherzigen, von! richtigem jüdischem Empfinden getragenen 'Beschluß des Bundes Jüdischer Frontsoldaten begrüßt hatte. Herr Seifter glossierte in der „Jüdischen Wochenpost“ den Beschluß des Bundes Jüdischer Frontsoldaten abfällig und klagte schließlich, als die „Stimme“ entgegnetc, unseren verantwortlichen Redakteur wegen EhrenbfiJeidigtmg, Dieser Tage ging nun der Prozeß zu Ende. Unser Redakteur wurde frei gesprochen. Herr Seifter aber legte Berufung ein. Es wird unsere Leser interessieren, daß Herr Seifter in «einer Klage ausgeführt hat, er habe von dem Artikel der „Stimme“ im Büro der Union österreichischer Juden, wo er zu Besuch geweilt habe, Kenntnis erlangt. Kommentar überflüssig. Um JUifrz tneUc odec W&MQW macht hei der Union nichts aus. So lügt ihr Blatt jetzt, daß Dr. Friedmann nicht mehr Präsident und Dr. Ehrlich nicht mehr Vizepräsident der Kultusgemeinde werden will und daß Oberbaurat Stricher Präsident der Kultusgemeinde weiden soll. Außerdem wird behauptet, daß Dr. Friedmann auf sein Mandat als Staatsrat zugunsten Strickers verzichten will. Interessant an dieser Meldung ist nur, daß die Unionisten offenbar mit einer großen Niederlage rechnen, weil sie sich schon den Kopf darüber zerbrechen, wie die Mandate im Präsidium der Kultusgemeinde seitens der Zionisten nach der Konstituierung des neuen Vorstandes zur Besetzung gelangen werden. Im übrigen aber stellen wir authentisch fest, daß alle Kombinationen der Union nur auf Wählerfang berechnet sind. ' Dr. Friedmann und Dr. Ehrlich erfreuen sich Wir halten an jedem Recht der Juden fest und wir stellen uns auf den Boden der Verfassung, die keine unterschiedliche Behandlung zuläßt. Wir stellen uns auf den Boden der Balfour-Dekläration. Wir bauen Palästina und haben dort bereits fast eine halbe Million jüdischer Menschen verankert. Unter diesen Geretteten, denen wir neuen Trost und neuen Mut gegeben haben, sind an 40.000 Juden aus Deutschland, sind Tausende aus Österreich., DA r u n t e r e-u-r e Kinder, jüdische Wähler! Wenn diese heute festen Boden unter den Füßen haben, so dankt Ihr das der Balfour-Deklaration, der Arbeit der Zionisten. Denket daran am 8. November, denket aber auch daran, daß die „Union“ eine Gefahr für das Judentum in Österreich geworden ist, daß sie euch verraten wird, so wie sie die deutschen Juden verraten hat. Denket daran und helfet init, diese bankerotte Gesellschaft aus dem jüdischen Leben hinaußzu werfen. Wählet am 8. November die Zionistische Liste! Wählet Balfour, nicht Oppenheim! Agilafionslokale der „Zionistisdien Liste" Zentral-Wahl-Komitee: Zionistischer Landesverband, Wien, L, Marc- Aurel-Straße 5 (U-22-2-11). 1. Bozirk: Cafö.Rabl, L, Wallnenstraßo 2 (U 21-2-15). 2. B e z i i k: Bezirkssektion, II„ Praterstr. 13 (R-42-4-07). Verb. rad. Zionisten, Taborstraße 21 a (Straßeneingang). Prater: Sektionsheim, II., Stuweretraße 1 (R-40-1-86L). 3. Bozirk: Caf6 Lovrana HL, Löwengasse Nr. 36 (U 16-5-05). 4. /5. Bezirk: Sektionsheim, IV., Hauslabga^e 2 (R-29-3-09). 6.17. Bezirk: Sektionsheim, VI., Loquaiplatz 11 (B-25-1-84-Z). 8. Bezirk: Sektionsheim, IX., Währingersfcraße 6—8 (Eingang Hörig. 2) (R-520-12). 9. Bezirk: Sektionsheim, IX., Währingeretraße 6—8 (Eingang Hörig. 2) (R-52-0-12). 10. Bezirk: Sektionsheim, X., Pernerstorfergasse 25 (A-30-1-77, R-14-4-68). 12. Bezirk: Cafä Mariensäle, XIV., Sechshauser4raße 52 (R 81 4-90). 18. Bezirk: Caf6 Hietzinger-Hof, XIII., Hietzinger Hauptstraße 22 (R 83-4-84). Breitensoe: Gasthaus Hartwogor, XIV., Sturzgaese 40 (U S6-9-64). 14. <15. Bezirk: Sektionsheim, Herklotzga«-se 21. 16./17. Bezirk: Sektionsheim, Fraueng. 9 (A-29-8-68). 18. Bezirk: Sektionsheim, XVIH., Weimar rerstraße 7. Von 11 bis 12 und von 15 . im M Uhr, Tel A-20-1-Ö4-L* n Sind die Bestimmungen zum Schutze der Minderheiten In die Österreichisdie Verfassung deshalb aufgenommen worden, uns Irgend einen Teil der österreichischen’. Bevölkerung unter ein minderes Hecht oder gar unter Fremdenrecht zu stellen? Nein, sie sind als ein verfassungsmäßig von Willkür der Mehrheit unabhängiger Schutz für alle religiösen und ethnischen Minderheiten Oesterreichs geschaffen worden. r %/nwo f n wochentanger Arbeit Ist eine große Verkaufs-Veranstaltung von uns vorbereitet worden. Und daher wird dieser Propaganda-Verkauf eine Überraschung für ganz Wien seim Viele tausend Mantel, viele tausend Kleider, viele tausend Schlafröcke, dichtgedrängte Stander voll Blusen/ Schoßen und Sportkleidung warten auf Sie. Unser ganzes Haus steht im Zeidien dieses Propaganda-Verkaufs, in allen Abteilungen Propaganda-Preise - daher eine einzigartige Gelegenheit, jetzt schon Weihnachtseinkaufe zu besorgen. Darum unser Appell» »Prüfen Sie die Qualitäten, vergleichen Sie die Preise!« .. und dann zu HOfr KAIS ER ST RASS E 115^ Seefeld Tirol (1200 m) Wintersport, schneesicher, hellkhmatischer Höhenkurort zahlreiche Waldspaziergänge PENSION GESCHW. SCHEER HAUS WALDRUHE, direkt am See und Wald, vorzügliche Küche, streng i&'S Saisonbeginn Mitte Dezember des größten Ansehens in nichtzionistischen Wählerkreisen und die Behauptung der Union, daß die beiden Herren nicht mehr für das Präsidium der Kultusgemeinde kandidieren wollen, ist nur darauf berechnet, die nichtzionistischen Anhänger Dr. Friedmanns und Dr. Ehrlichs davon abzuhalten, für die „Zionistische Liste" zu stimmen. Wir stellen daher fest, daß die Behauptungen des Unionblattes, betreffend die Besetzung des Präsidiums der Kultusgemeinde und einen angeblichen Verzicht Dr. Friedmanns auf sein Mandat als Staatsrat frei erfunden sind. Wählet daher die Zionistische Liste. m'OBEL-lViNTER für Celegenhhftskfiufe Wien, VIII., Stadtbahnviadukt 23 oe! Lerdienfeldentraße Telephon: A 21-5-31 Eine Ehrenpflicht Die Unterzeichneten Kultusräte der israe* iitischen Kultusgemeinde Salzburg geben hiemit folgende Erklärung ah: Die erfolgreichen Bemühungen der unter zionistischer Führung stehenden jüdischen Gemeinde Wien um die Schaffung der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Kultusgemeinden und das damit bewiesene Verständnis für die Wünsche der Gemeinden in den Bundesländern veranlassen uns, alle Wiener Juden aufzurufen, bei den am 8. November d. J. stattfindenden Kultusgemeindewahlen ihre Stimme geschlossen für die „Zionistische Liste“ abzugeben. Die Berufung des Präsidenten der Wiener Ktiitusgemeinde in den Staatsrat und des Vizepräsidenten in den Rat der Stadt Wien hat mit aller Deutlichkeit erwiesen, daß die österreichische Bundesregierung die Zionisten als die legitimierten Repräsentanten der Juden Österreichs anerkennt. Die „Zionistische Liste“ vertritt als einzige ein wohlgefügtes Aufbau- und Kulturprogramm. Der gegen die „Zionistische Liste“ geführte Wahlkampf wird von der österreichischen Provinzjudenschaft ednhellig verurteilt. Die Unterzeichneten Kultusräte der jüdischen Gemeinde Salzburg sehen es daher als die Erfüllung einer Ehrenpflicht an, wenn sie die Juden Wiens auffordem, dadurch Dank und Vertrauen zu den zionistischen Mandataren der Wiener Kultusgemeinde kundzugeben, daß sie für die „Zionistische Liste“ stimmen. Salzburg, 30. Oktober 1936. Dr. Paul Schwarz, Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde Salzburg; Ludwig Fischer, Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde Salzburg; ferner die Kultusräte: Dr. Franz Grün, Dr. Egon L i p p a und Max Sonn. Einziger Rezitationsabend. Jebuda Ehrenkranz: „Tod und Liebe“. Dienstag, 24. November, Mittlerer Konzerthaussaal, 8 Uhr abends. Karten ab 1 Schilling bei Lanyi, Gronner und Jüdisobo Kulturstulle. Die Jüdische Handelsschule. Zu der Notiz der Eröffnungsfeier der Jüdischen Handelsschule am 26. Oktober im Bayrischen Hof sei noch hinzugefügt, daß die Überaus gelungene Akademie dieses Abends durch eine Dame uneigennützig arrangiert wurde, die in vielen Kreisen als erfolgreiche Veranstaltungsloiterin bekannt ist. Ihr geschmackvolles Verständnis im Zusammensetzen der Programme bietet die Gewähr dafür, für jede Gelegenheit das Passende dmoh erstklassige Kräfte bringen zu lassen. Es wird allen jüdischen Vereinigungen bei Arrangieren von Veranstaltungen jeder Art Frau Prof. Rosenblüth, Wien, II., Glockengasse 4/3, heranzuziehen, bestens empfohlen. Klub jüdischer Frauen. Mittwoch, 4. November, im WIZO-Eause, I„ »Sohottonrfmg 25, ¥j6 Uhr, Vortrag von Prof. Dr. Viktor Kellner; ,Jüdische Erzi'ohungsfragen,“