Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 589 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3054338-3054346--6226-3062052- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 589 — Wien, Freitag, 23. Oktober 1936 Dil STIMMI Seit© 3 luden Wiens! Der Misraohi-Landesverband für Österreich hat sich, nachdem ihm die Erfüllung seiner religiösen Forderungen seitens sämtlicher Führer der auf der „Zionistischen Liste“ vereinigten Gruppen garantiert worden war, entschlossen, auf dieser Liste unter Führung des Kultusvorstehers Herrn Dr. Mendel Rosenberg zu kandidieren. In der am 20. Oktober 1936 stattgefundenen Plenarsitzung des Kultusvorstandes wurde über Antrag des genannten Misrachi- Vertreters folgender Beschluß gefaßt: „Soweit es sich um religiöse Grundsatzfragen handelt, ist über Antrag eines Vorstandsmitgliedes eine Anfrage an das Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde zu richten, dessen Entscheidung für den Kultusvorstand verbindlich ist.“ Dieser Beschluß und die seitens der Führer der auf der oberwähnten Liste figurierenden Gruppen übernommene Verpflichtung, nach Konstituierung des neuen Vorstandes einen gleichlautenden Antrag einzubringen und dafür zu stimmen, bedeutet nichts anderes als die Anerkennung des Primates und der ausschließlichen Führung des Rabbinates in sämtlichen religiösen Grundsatzfragen. Diese Errungenschaft des Misrachi bedeutet einen Sieg der misrachdstischen Ideologie, einen Segen für unsere jüdische Gemeinde und einen Segen für das Judentum. Das Programm des Misrachi ist jahrtausendealt und weltbekannt. Es ist kein für die Wahlen konstruiertes, sondern ein in der Thora und Tradition verankertes, mit dem Inhalte derselben sich deckendes Programm. Dieses Programm gipfelt in der Devise: bsmr Du1? .‘?x-nrn px ‘jirw rnirpB bv Zur Verwirklichung dieses Postulats hat die Leitung jeder jüdischen Gemeinde und insbesondere einer Großgemeinde vom Range der Wiener jüdischen Gemeinde ihre Institutionen in einer den strengsten religiösen Anforderungen entsprechenden Art zu führen, die religiöse Erziehung der jüdischen Jugend und die Förderung des Aufbaues Palästinas ziu gewährleisten. Das Programm des Misrachi, der obenerwähnte, ein wahres jüdisches Sichausleben ermöglichende Erfolg des Misraehi-Vertreters und die furchtbare, durch die Assimilation mitverursachte seelische und materielle Not des Judentums verpflichtet jeden religiösen verantwortungsbewußten Juden, sich am Wahltag für die Zionistische Liste zu entscheiden. Juden!!! Wählet daher am 8» November die „Zionistische Liste“! Misrachi-Landesverband für Österreich. Optiker RUDOLF HAAS & COMP. WIEN, II.. PRATERSTR. 32 SPEZIALIST FÖR BRILLENOPTIK Mosche Chelouche — Bürgermeister von Tel-Aviv Tel-Aviv, 21. Oktober. (JTA.) Der Stadtrat von Tel-Aviv wählte Mosche Chelouche, bisher zweiter Vizebürgermeister, an Stelle des verstorbenen Meir Dlzengoff zum Bürgermeister von Tel-Aviv. Das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth Lejlsrael) beschloß, zum Andenken an Meir Dlzengoff einen Wald zu pflanzen und zu diesem Zweck eine Geldsammlung in der ganzen Welt durchzuführen. Gegen den Strich zeigt sich die Qualität. Elastisch, rasch und sicher gleitet dt, SWING Jaffas Verluste durch die Unruhen Jaffa, 21. Oktober. (JTA.) Der Präsident der Jaffaer arabischen Handelskammer teilte Vertretern der Presse mit, daß das arabische Jaffa durch den Streik einen Verlust von mehr als einer halben Million Pfund gehabt hat. Sektion III und W1ZO III, Onegg Sabbath, Freitag,den28.ÜL,8Uhr itoodfc im BaMw» ffi* tämiw JA DER JÜDISCHE BUCH-KLUB WIEN, I., FLEISCHMARKT 1 (TEL. R 21-4-25) ladt SU zürn Beitritt ein Wichtige Neuerscheinungen aus allen Gebieten jüdischer Kultur in edlen Leinenbänden. Hur S8‘- pro Quartal Bisher erschienen: KARL SCHWARZ: Die Juden in der Kunst JOSEF KASTEIN: Jerusalem, die Geschichte eines Landes In Vorbereitung befinden sich: NEUMARK: Welt und Wesen der jüdischen Philosophie JOSEF KASTEIN: Jeremia, Geist der jüdischen Prophetie SIPPURIM: Neue Auswahl alter jüdischer Legenden Statt der Pflichtbände stehen Tauschbände in reicher Auswahl zur Verfügung Melden Sie noch heute Ihren Beitritt anl Verlangen Sie Prospekte, Werbeschriften und die Tauschliste! Gott sprießt „Ich hab’ Mein heilig’ Volk in alle Weit verstreut — nun sammle Ich’s in Süd und West und Nord und Ost, an jede Hütte klopft Mein Bote, jedes Haus; den Armen tröstet er: Die Lumpen laß — dein Gold blüht anderswo! Den Reichen aber schreckt sein Hohn: Dein Geld ist heut noch dein — doch morgen stürzt der Hungerpöbel deine Schränke wie ein Tier! Der eine Engel so. Der zweite aber ruft der Menget die im Tempel ängstlich-gierig harrt: Zu Ende ist Jahrtausendnot — ich führ’ euch heim, daß ihr den Boden ,Heimatc nennt, den Völkern gleich, und Steinland aufwühlt, Sumpf entwässert; denn Er will die Erde soll erneut ein Garten Eden sein, und Friede rings, und alle Welt Sein Heiligtum! Mein dritter Engel aber, nicht von sanfter Art: störrischem Volke dröhnt er ,W eh!’ und ,Weh!’ und ,Weh!', so sind, die Augen haben, aber sehen nicht, so sind, die Ohren haben, aber hören nicht, und spotten jener andern Boten Hoffnungsgruß: ,V iel lieber Knechte hier, denn frei in W ü s t e n l a n d!...“ Da hebt Mein dritter Engel streng sein Feuerschwert, hält’s, eine Mauer, abzuwehr’n dies’ Geistes Pest.. Alfred Werner Franklin Roosevelt, Präsident der U.S.A., sagt: „Idi bewundere das großartige Aufbauwerk der Juden in Palästina . . Hermann Oppenheim, Präsident der Union österreichischer Juden, meint: Palästina sei - ein Bluff! Eine öffentliche Anfrage Die unerhörten Beschimpfungen um die Juden Wiens hochverdienter Männer wie Staatsrat Dr. Friedmann und Rat der Stadt Wien Dr. Ehrlich in den Flugblättern der „Union“, die unausgesetzten Demonstrationen der Zionisten als Vaterlandsverräter und die antisemitelnde Hetze mit der Phrase von den „bodenständigen“ und „nicht bodenstän-1 digen“ Juden, rufen bei allen anständigen j jüdischen Bürgern Abscheu hervor. Öft hört j man nun, daß Unionisten in Privatgespräohen! erklären, daß eie die Denunziationen der1 Union mißbilligen. Dabei aber bleiben diese Herren in der Union, agitieren für sie und kandidieren für sie. Auf den Aufrufen der Union sind nun unter anderem auch einige Geschäftsleute unterschrieben. Sie heißen: Siegimmd Feldmann, Handel mit technischen Artikeln, Wien VII; Friedrich Feuer, Zimmer- und Dekorationsmaler, Wien IX; Schuhwarenhaus Jakob und Ar-! nold L ö w y, Wien XX; Desider W o 11ner, Juwelier, Wien V; Siegmund Freund, Tuchhändler, Wien I; Paul Schwarzstein» Eisenhandel, Wien III; Fahrradhandel, Wien IX; Moriz Gal, Textilwarenhändler, Wien XIX; Rudolf Steinfeld, Warenhaus, Wien V; Sandor Baroti, Wirkwarenhändler, Wien I. Wiir fragen hiemit die eben genannten Herren, ob sie sich mit den von der Union begangenen Verdächtigungen, Denunziationen und Verleumdungen der Zionisten identifizieren oder nicht. Es steht jedermann frei, sich politisch zu exponieren. Er muß aber für seine Handlungen einstehen. Wir erwarten daher von den genannten^ Herren sofort Antwort, ob sie sich mit der* Denunziationstaktik der Union identifizieren oder nicht. Keine Antwort wäre auch eine Antwort! Die Aktion der »Kinder-Stimme« für »Mihi Bizarön« findet erfreulicherweise großen Widerhall bei den Kindern und Eltern. Wir machen darauf aufmerksam, daß unser Bedarf an erwachsenen Hilfskräften steigt. Wir benötigen besonders einen Geographen dringend. Zionistisch« Sektion und WIZO Prater. Montag, den 26. Oktober, Uhr abends, in m Kadermann-Sälen (Prater) beim Blflhiaf. gUfcfthy Niümaichltiwr and BdUtt mit ßeeang. 35 jähriges Dienstjubiläum des Inspektors Oehler Am 23. Oktober begeht Herr Inspektor Oehler sein 35jähriges Dienstjubiläum in der Wiener Kult,usgenvei wie. Wer die emsige, vielseitige Tätigkeit des Jubilars aus der Nähe zu beobachten Gelegenheit hat, wird aucli den Grund seiner Beliebtheit sowohl bei der Beamtenschaft als auch in anderen Kreisen verstehen. Es entspricht sicherlich nicht den Intentionen des Jubilars, jetzt schon eine umfassende Würdigung seiner segensreichen Wirksamkeit in unserer Gemeinde zu geben. „Im jirzeh Haschern“ werden wir Gelegenheit haben, den Jubilar zu seiner 50jährigen Tätigkeit zu beglückwünschen. Einiges möchten wir doch schon jetzt erwähnen. Inspektor Oehler wurde im Jahre 1910 mit der Organisation in der Inspektion des Jugendgottesdienstes betraut. Ein Jahr später gründet er die Bibelschule im 20. Bezirk, Othmargasse 46, die einen Scbülerstand von 900 Schülern aufwies, die noch heute zu den größten Bibelschulen Wiens zählt. Im Jahre 1925 wurde auf Anregung des derzeitigen Obmanns der Unterrichtskommission, Dr. Tsidor Klaber, ein Jugendreferat ins Leben gerufen, mit dessen Führung Herr Inspektor Oehler betraut wurde. Im Jahre 1936 übernahm er die Inspizierung und Organisierung der Gemeindebibelschulen, die im Verlaufe seiner Tätigkeit von zwei auf 38 gestiegen sind. Weiters befaßte er sich mit der administrativen Organisierung der öffent- '"“RATH&CO. WIEN, II., TABORSTR. 20 a, TEL. R 45-305 MODERNE LEIHBIBLIOTHEK Alle Neuerscheinungen Monats?ebahr nur S 3*10, keine BandgebQhr, täglicher Umtausch oder Monatsgebühr S 1‘60 und 10 Groschen Bandgebühr MODERNES SORTIMENT U. ANTIQUARIAT JUDAICA UND HEBRAICA Die schönsten B a r ■ MI z w a h-Geschenke liehen Schulen und erweiterte das Jugendgottesdienstbuch. Ein besonderer Jugendgottesdienst für die hohen Feiertage wurde auf Anregung Oberrabbiners Chajes eingeführt, der noch bis zum heutigen Tag besteht, und der von Inspektor Oehler geleitet wird. Im Jahre 1927 wurde über Initiative Inspektor Oehlers der Kindergarten im 20. Bezirk, Othmargasse 46, neueröffnet, der heute zu den größten Wiens zählt. Im Zusammenhang mit der Errichtung des Kindergartens wurde für die Zöglinge des Kindergartens ein Somraeraufenthaltsort im Augarten ins Leben gerufen. Vom Jahre 1932 an organisierte er den Ergänzungsunterricht an zahlreichen öffentlichen Mittelschulen, wodurch die Möglichkeit gegeben ist, der Schülerschaft ein viel größeres Ausmaß an jüdischem Wissen zu vermitteln. Nebenbei betätigte er Sich auf allen pädagogischen Gebieten initiativ, errichtete besondere Sederfeiern für die Schuljugend, ursprünglich an zwei, seit heuer bereits an sieben Stellen. Die Ausgestaltung der Kalenderblätter, die allwöchentlich beim Jugendgottesdienste zur Verteilung gelangen und von Woche zu Woche über den jeweiligen Bibelabschnitt berichten, sind sein Werk. Wir gratulieren dom Jubilar herzlichst und geben der Hoffnung und dem Wunsch Ausdruck, Herr Inspektor Oehler möge noch recht lange und erfolgreich im Dienste der Gemeinde wirken. Dr, F. P. Vom Tel-Aviver Hafen Der Dampfer „Excalibur“ der American Export Line, welche einen regelmäßigen Dienst zwischen amerikanischen Häfen und dem Mittelmeer aufrechterhält, legte sowohl in Jaffa als in Tel-Aviv an. In Jaffa wurde eine kleine Ladung von Waren entladen, die für Araber bestimmt sind. Von Jaffa fuhr der Dampfer an die Mole von Tel-Aviv und brachte dort eine große Frachtladung ans Land, die an Kaufleute ln Tel-Aviv gerichtet war. Es ist zu erwarten, daß die Dampfer der American Export Line ln Zukunft regelmäßig ihre für Tel-Aviv bestimmte Fracht in Tel-Aviv zur Entladung bringen werden. Wie sich herausstellt, bietet die Tel-Aviver Mole Erleichterung für Fischfang ln Tel- Aviver Gewässern; Infolgedessen können die Juden nunmehr selbstgefangenen Fisch aul den Markt bringen» l a i; <