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Die Stimme · 1936-10-23 · Heft 589 (23.10.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 589 (23.10.1936)
Date
1936-10-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 Dl! STIMM! Nr. 580 — Wien, Freitag, 23. Oktober 1036 ^\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\m I OPTIKER I (KARL SEIDNERl I., Franz-Josefs-Kai 33 II., HollandstraDe 7 Wien, VIII., Alser- Fachmännischer Rat Reiche Auswahl Beste Qualität Preiswert $ ^\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\m Die Zionistische Liste 1. Staatsrat Dr. DESIDER FRIEDMANN, Rechteanwalt, Präsident, der Kultusgemeinde, Wien, I., Börsegasse 14, 2. Ing. Robert Stricker, Oberbaurat i. P., Vizepräsident der Kultusgemeinde, Wien, II., Hollandstraße 10, 3. J?at der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich, Rechtsanwalt, Vizepräsident der Kultusgemeinde, XVIII., Weimarerstraße 22, 4. Dr. Oskar Grünbaum, Rechtsanwalt, Ritter des Eisernen Kronenordens mit der Kriegedekoration und den Schwertern, Wien, I., Walfischgasse 10, 5. Siegfried Graubart, Kaufmann, Wien, XIX., Bauernfeldg. 38, 6. Dr. Leopold Plaschkes, Rechtsanwalt, Wien, II., Große Mohrengasse 3b, 7. Max Schiffmann, Warenhausbesitzer, Wien, II., Taborstr. 44, 8. Dr. I. H. Körner, Reisebüroinhaber, Straße 51, 9. Dr. Isidor Klaber, Arzt, Wien, II., Liiienbrunngasse 7, 10. Dr. Leo Landau, Rechtsanwalt-Anw., Wien, I, Lichtenfelsgasse 7/9, Obmann des Tempelvereines Beth Israel, Präsident des Verbandes der Wiener Tempelvereine und der konservativen Bethäuser, 11. Kommerzialrat Arthur Alhers, Kaufmann, Wien, XU., Gaudenzdorfergürtel 47, 12. Ing. Eugen Buchbinder, Stadtbaumeister, Wien, II., Taborstr. 11b, 13. Dr. Michael Steinberg, Kaufmann, Wien, I., Gölsdorfgasse 4, 14. Dr. Mendel Rosenberg, Rechtsanwalt, Wien, I., Sonnenfelsg. 13, 15. Dr. Nachman Frey, Arzt, Wien, IL, Ausstellungsstraße 45, 16. Max Schwarz, Kaufmann, Wien, I., Schwarzenbergplatz 18, 17. Dr. Israel Waldmann, Rechtsanwalt, Wien, I., Opernring 11, 18. Dr.-Ing. Arnold Karplus, Baurat, Zivil-Arch., Wien, XIII., St. Veitgasse 10, 19. Rudolf Böhmer, Kaufmann, I., Neutorgasse 15, 20. Karl Gutwald, Bankdisponent, Wien, II., Heinestraße 42, 21. Julius Katz, Bankbeamter, Wien, II., Ybbsstraße 30, 22. Isidor Herbst, Industrieller, Wien, I., Seilerstätte 15, 23. I. H. Waltuch, Börscrat, Wien, I., Maria-Theresien-Str. 24, 24. Dr. Alfred Löwy, Arzt, Wien, VIEL, Alserstraße 32, 25. Oskar Prerainger, Kaufmann, Wien, VI., Mittelgasse 25, 26. Dr. Leon Preis, Rechtsanwalt, Wien, IV., Starhemberggasse 34, 27. Dr. Srul Osterer, Rechtsanwalt, Wien, XVIII., Hockeg. 64, 28. Chaskel Ederer, Kaufmann, Wien, XX., Karl-Meißl-Str. 4, 29. Beia Fränkel, Obmann des Tempelvereines für den 19. Bezirk, Kaufmann, XIX., Kreindlg. 10, 30. Ob.-Insp. Theodor Engpl, Bundesbahn Oberinspektor t R., Wien, II., Große Stadtgutgasse 34, 31. Dr. Willi Perl, Verteidiger in Strafsachen, Wien, I., Poetgasse 1, 32. Eugen Prager, Kaufmann, Wien, I., Opernring 13, 33. Dr. Friedrich Klein, Versieherungsbeamter, Wien, VI., Gumpendorferstraße 22, 34. Simon Gaspard, Kaufmann, Wien, HL, Rennwog 98, 35. Peisach Wühl, Privatangestellter, XX., Wallensteinstr. 50, 36. Dr. Richard Pokorny, Rechtsanwalt, Wien, Xn., Schwenkg. 11. Listenführer der Bezirks* Kommissionen Wahlkreis 1 (I. Boz.): Dr. Emil Krasny, Rechtsanwalt, I., Riemergasse 9. Wahlkreis 2 (II. Bez.): Dr. Abraham Schmerler, Rechtsanwalt, H., Großo Pfarrgasse 23. Wahlkreis 3 (IH. und XI. Bez.): Dr. Simon Händler, Rechtsanwalt, III., Custözzag. 11. Wahlkreis 4 (IV., V. , und X. Bez.): Dr. Leon Preis, Rechtsanwalt, IV., Starhcmberggasse 4. Wahlkreis 5 (VI., VII. Bez.): Dr. Abraham Groß, Rechtsanwalt, VI., Capistrangasse 4. Wahlkreis 6 (VIII., IX. Bez.): Dr. Georg Weiner, Rechtsanwalt, I., Dominikaner hastei 4. Wahlkreis 7 (XII.. bis XV. Bez.): Max Sprinzelis, Bankbeamter, XHI., Reindlg. 44. Wahlkreis 8 (XVI. und XVII. Bez.): Hein rieh Löwy, Zahntechniker, XVI., Blumberggasse 1. Wahlkreis 9 (XVIII. und XIX. Bez.): Bela Fränkel, Holzhändler, XIX., Kreindlgasse 10 Wahlkreis 10 (XX. und XXI. Bez.): Moses Imber, Kaufmann, XX., Strefflcurgaseo 40. Union bedeutet — Unglück Zionistische Liste bedeutet — zielbeuußte, zukunftsreiche Arbeit für alle Juden ohne Unterschied Unionisfische „ Die Wiener Juden, ohne Unterschied ihrer politischen Richtung, sind über denhäßlichen Wahlkampf,, den die „Union“ heraufbeschworen hat, aufs äußerste betroffen. Immer mehr bricht sich in nichtzionistischen und auch in unionistischen Kreisen die Erkenntnis Bahn, daß die hemmungslose, vor Verdächtigungen und Verleumdungen nicht zurückschreckende Agitation der Union eine Ge* £ahr für die Juden ist, weil sie Wasser auf die Mühle der Antisemiten treibt. Ein Fall ist eine besonders traurige Bestätigung dieser Tatsache. Die „Union“ hat es für gut befunden, die „Phöisix“*Affäre aufzurollen. Was sie darüber sagt, klingt so, als ob es aus antisemitischen Blättern abgeschrieben worden wäre. Die antisemitischen Blätter selbst schweigen seit langer Zeit in Sachen des „Phönix“. Die Union aber findet es für gut, diese Affäre wieder aufzurühren. Es muß schlecht um die Wahlaussichten der „Union“ bestellt sein, wenn sie zu so verwerflichen Mitteln greift. Nach dem Zusammenbruch des „Phönix“ wurde bekanntlich unter dem Freudengeheul der Antisemiten gegen die Juden mit der Behauptung soharfgemacht, der Jüdische Nationalfonds habe vom „Phönix“ widerrechtlich Provision bezogen. Aber selbst die antisemitischen Blätter mußten Richtigstellungen bringen, da der Nationalfonds erwiesenermaßen nur für Versicherungsgeschäfte, die er dem „Phönix“ auf Grund eines Vertrages zubrachte, die vertragsmäßige Provision erhalten hatte. Das kümmert aber Herrn Oppenheim nicht. Er wärmt die von den Antisemiten längst aufgegebenen Verleumdungen wieder auf. Und so wird von der Union die lumpige Beschuldigung erhoben, daß der uns allen heilige Nationalfonds die „armen Glaubensgenossen“ u m 600 M i 1- 1 i o n e n Schilling gebracht hat. Ist das nicht schändlich? Die Juden Wiens werden es sich für den 8. November vormerken: Es ist der Union Vorbehalten geblieben, den sogar von den Antisemiten aufgegebenen Versuch, den Zusammenbruch des „Phönix“ den Zionisten oder dem Jüdischen Nationalfonds anzulasten, wieder aufgenommen zu haben. Für alles kommt der Zahltag. Für die „Union“ und die von ihr eingeführten Methoden politischer Marodeure ist der Zahltag schon am 8. November. Die jüdischen Wähler Wiens werden an diesem "-Antisemiten Tag beweisen, daß sie nicht gesonnen sind, das Stimmvieh für die Union abzugeben. Die jüdischen Wähler werden klar zum Ausdruck bringen, daß die Unionisten, die aus dem Kult-usvorstand desertiert sind, indem sie am 4. Februar d. J. ihre Mandate zurücklegten, jeden moralischen Anspruch verwirkt haben, wieder in die Kultusstube einzuziehen. Deserteure macht man nicht zu Offizieren. Das gilt im militärischen Leben und auch im politischen Leben. Diö jüdischen Wähler werden nur Männern ihre Stimme geben, die nicht desertiert sind,' sondern unverdrossen für das Wohl der jüdischen Bevölkerung gearbeitet haben. Diese Männer sind die Männer der „Zionistischen Liste“. Jüdische Wähler! Beweist den unionistischen Deserteuren, daß sie zu verschwinden haben. Euer Stimmzettel lautet Zionistische Liste Listenführer Staatsrat Dr. Desider FrJedmann. Vollständig renoviert und vergrößert Cafe Buchsbaum Die Sehenswürdigkeit in der Leopoidstadt Jüdische Bürger in Saragossa gemartert und hingerichtet Paris, 19. Oktober. (JTA.) Im „Oeuvre“ berichtet ein Flüchtling aus H u e s c a, daß die Aufständischen in Saragossa dreizehn jüdische Bürger verhaftet und gemartert und zum Schluß sechs von ihnen e r* schossen haben. Unter den Hingerichteten befindet sich der Kaufmann Gabriel A 1 v a r e z, der in Gegenwart seiner Frau zwei Stunden lang gemartert wurde; ihm wurde mit einem Messer ein Hakenkreuz in die Stirnhaut geschnitten. Die Frau ist infolge dieses Erlebnisses wahnsinnig geworden. Gegen die verhafteten und Ungerichteten Juden lag keinerlei Beschuldigung vor, außer daß sie Juden waren und einer gemäßigten Gesinnung huldigten. Ein Befehl Francos. Eine Londoner Presseagentur meldet aus Sevilla, daß der Führer der Aufständischen, General Franco, angeordnet hat, daß in allen Städten, die den Aufständischen unterstehen, innerhalb 48 Stunden Listen der jüdischen Einwohner angefertigt werden. Die Juden, heißt es in der Verordnung, dürfen als „n i c h t s t a a t s t r e u“ keine öffentlichen Funktionen ausüben. Auch die jüdischen Ausländer sollen überwacht werden. fhöBEl-UJlNTER für Gelegenheitskäufe Wien, Vill., Stadtbahnviadukt 23 bei Lerdienfelderstraße Telephon: A 21-5-31 Die Samaritaner in Not Jerusalem, 19. Oktober. (JTA.) Die kleine Sekte der Samaritaner, die am Fuße des Berges G e r i z i m bei Nablus lebt, ist infolge der Palästinaunruhen in tiefe Not geraten. Infolge des Araberstreiks waren sie von der Welt abgesperrt und konnten ihre Produkte nicht veräußern; vom arabischen Streikkomitee erhielten sie keinerlei Unterstützung. Sie litten auch sehr unter dem Araberterror. Dazu müssen sie 50 Pfund als Teil der Nablus auferlegten Kollektivstrafe zahlen. KURHÄUSER KALTEHLEUTGEBEH A. G. CHEFARZT PROF DR ALOIS STRASSER Sämtliche Kuren und Diäten. Idealer Aut enthalt für Kranke und Erholungsbedürftige. ' Auskünfte: Kaltenleutgeben, Tel. Nr. 3, nachmittags: Stadtbüro. Tel. Nr U 45-4-34 Die wertvollen Neuerscheinungen der jüdischen und allgemeinen Literatur erhalten Sie in der LEIHBÜCHEREI Jüdische Volkshochschule- Jüdische Kulturstelle S 1*20 monatlich B&&cdiUe> der Union laufen in Wien herum und degradieren sich für 40 Schilling in der Woche u. a. zu folgenden Verleumdungen: 1. Wer die zionistische Liste wählt, muß nach Palästina auswandern, 2. Wenn ein polnischer Jude ins Spital der Kultusgemeinde auf ge'tommen werden soll, wirft man einen „bodenständigen“ Juden, auch wenn er noch so krank ist, aus dem Spital hinaus. Es wäre unter unserer Würde, wollten wir derartig infame Lügen anders als mit Verachtung strafen. Wir vertrauen auf dien gesunden Menschenverstand der Wähler und wir wissen, daß die Empörung über das niedrige Niveau der Agitation der Naumann-Union nur eine heilsame Folge haben kann. Kein anständiger Jude wird den Oppenheimern seine Stimme geben. AUe werden wählen Zionistische Liste Listenführer Staatsrat Dr. Desider Friedmann. Brundage nicht mehr amerikanischer Athleteir-Präsident New York, 19. Oktober. (JTA.) Avery Brundage, der Vorsitzende des amerikanischen Olympischen Komitees und Präsident der AAU., die alle USA.-Amateursportverbände vereinigt, hat seinen Rücktritt angekündigt. Brundage, der erst kürzlich aus Europa zurückgekehrt ist, führte den Kampf für die Beschickung der Berliner Olympischen Spiele und verschmähte dabei nicht antisemitische Motive. Sein Gegner, Jeremiah Mahoney, der verlangte, daß USA. die Spiele wegen Verletzung des Olympischen Gedankens nicht beschicke, blieb nur mit wenigen Stimmen in der Minderheit. Efraltn Gelbard s. A. Der kürzlich verstorbene Glaubensgenosse Efraim Gelbard hat ein Alter von kaum 58 Jahren erreicht. Seit jeher Anhänger der zionistischen Bewegung, war er der Gründer und Förderer des hebräischen Sohulwerkes und der erste zionistische 'Kultuspräsident in seiner Heimatstadt Zurawno. In Wien setzte er dann, wenn auch im stillen, sein, Werk zum Besten unseres Volkes fort. Welch großer Wertschätzung und Beliebtheit sich dieser fromme, odlo und gütige Mensch erfreute, gab in dem am 18. d. im Bethauso, H., Ennsgasse, stattgefundenen Hesped Rabbiner Kornmehl in bewegten Worten Ausdruck. Josef Kasteln, „Jerusalem, die Geschichte eines Landes.“ 11. Löwit-Verlag, Wien. Leinen 42 Schilling. Zum erstenmal in der Literatur erscheint hier ein Buch, das die Ideengeschichte eines Landes darstellt. Die Beziehungen zioischen Palästina und dem jüdischen Volk, von der ersten Zeit bis in die aktuellste Gegenwart werden hier als vergangene und gegenwärtige Geschichte in größter Lebendigkeit und Eindringlichkeit dargesteUt. Deine Stimme geht verloren, wenn Du eine Splitterpartei wählst. Willst Du, daß Deine Stimme in die Waagschale fällt, dann wähle die „Zionistlsdte Liste"! i .

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