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Die Stimme · 1936-10-16 · Heft 587 (16.10.1936) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 587 (16.10.1936)
Date
1936-10-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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S«1t# 6 Dil ST1MMI Nr. 587 — Wien, Freitag, 10. Oktober 193« Jtte&z HUtdec! 5 tIHMIE-STUUie Vollständig renoviert und vergrößert Cafe Buchsbaum ■— Die Sehenswürdigkeit in der Leopoldstadt Das Glück ist unterwegs Aus einem Gespräch mit Generalkonsul Kommerzialrat Josef Stein, Chef der „Glückstelle Stein“ an der „Hohen Brücke“. In der „Glücketelle Stein“ an der „Hohen Brücke“ herrscht Hochbetrieb. Acnt neue Reiche, die Inhaber der acht Achtel des Klassenloses Nr. 59.313, das Donnerstag mit dem Millionentreffer gerogen wurde, und das in der „Glückstelle Stein“ an der „Hohen Brücke“ verkauft worden ist, müssen von dem Glücksfall schonend in Kenntnis gesetzt werden. Die Inhaber zweier Achtel konnte mau noch Donnerstag abends verständigen. Es sind dies ein Brüderpaar, Söhne eines alten Wiener Gewerbetreibenden, und ein Student, ebenfalls Sohn eines kleinen Gewerbetreibenden, der das Achtellos seiner Mutter zum Namenstag geschenkt hat. Das dritte Achtelloa, das in Wien verkauft worden war. wurde von einem Angestellten erworben, der jedoch erst Freitag früh ausfindig gemacht werden konnte. Wo unangenehme finanzielle Verhältnisse herrschen, dort gibt es bekanntlich auch manchmal Streit. So war es Donnerstag auch im Hause dieses Angestellten gewesen, der dahei von seinem Dienstort nicht heimkam. sondern recht verärgert ein kleines Kaffeehaus aufsuchte und eine schlaflose Nacht verbrachte. Vergeblich hatten daher die Angestellten der „Glückstelle Stein“ den glücklichen Gewinner am Donnerstag abends zu Hause gesucht. Sie mußten unverrichteter Dinge wieder abziehen und begaben sich Freitag früh an seinen Dienstplatz, wo sie ihn aber, da er gerade einen Botengang zu verrichten hatte, ebenfalls nicht antrafen. Inzwischen "las der Mann auf der Elektrischen eine Morgenzeitung. Er wußte zwar die Nummer des Loses nicht ganz geüäu. aber so beiläufig schien eie ihm doch zu stimmen, und außerdem las er, daß dei Inhaber des Achtelloses, ein Angestellter, am Abend nicht daheim gewesen sei und gesucht werde. Fast wäre er vor Aufregung von der Plattform der Elektrischen gestürzt. An der näohsten Haltestelle stieg er aus und eilte zui Glückstelle Stein“ an der „Hohen Brücke“, um sich vou seinem Glücke zu vergewissern. Die Besitzer der übrigen fünf Achtellose wohnen in den ■Bundesländern und sind teils telephonisch, teils telegraphisch von dem Glücksfall bereite in Kenntnis gesetzt .worden. Der Vertreter einer Dame aus einer niederösterreichischen Stadt hat sich bereits in Wien eingefunden, um die Summe von S 125.000 ohne Abzug zu beheben. Die Dame, die einer einst reichen, nun aber verarmten Familie entstammt, ist kränklich und pflegebedürftig. Dei neue Reichtum wird sie in die Lage versetzen, sich zu pflegen und gut zu nähren, um ihre 'Gesundheit bald wieder ra erlangen. Die übrigen Gewinner aus den Bundesländern werden sich erst im Laufe der nächsten Tage in Wien ein finden. Bisher weiß man nur, daß ein zweiter Gewinner in Niederösterreieh, zwei Gewinner in Tirol und einer in Kärnten leben. Die Neueinführung, daß die Loseinlagen in Raten gezahlt werden können, hat mehreren der Gewinner überhaupt die Beteiligung an der Klassenlotterie ermöglicht. So hat Frau Fortuna wieder einmal die richtige Wahl getroffen und Menschen, die das Glück wirklich verdienen, in die „Glückstelle Stein“ an der „Hohen Brücke“ gelührt, wo sie das große Los zogen! VERMIETE 2 schöne Gassenzimmer an Fach- oder Zahnarzt. Bisher immer an Arzt vermietet. Eventuell auch Bureau. ChajeSt Wien IX. Althanplatz Nr. 8, Telephon A 10-7-73 Jüdin gibt Unterricht im Englischen, Kollektiv- und Einzelunterricht, übernimmt Übersetzungen aller Art, auch kommerzielle. An die Administration des Blattes unter „Englisch“. Sonntag, 25. Oktober, 8 Uhr abends, findet im Großen Konzertbau-saal der Vortrag Wladimir Jabotinskys „Es schlägt die zwölfte Stunde“ statt. GROSSFLEISCHHAUEREI IIEGM. KORNMEHL ZENTRALE, IX., BERGGASSE NUMMER 19 TELEPHONNUMMER A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen f. ■^□•Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabblnatsder israelitischen Kultusgemeinde Wien Autozustellung kostenlos IX.,Berggas8e 15, XVlIL.Währingerstraße 71 Bewährte Hofmeister, Hauslehrer für alle Mittelschultypen, mit Kenntnis fremder Sprachen, Übersetzer für Hebräisch, Englisch, Französisch, Russisch, Polnisch vermittelt unentgeltlich der Jüdische Hociischulatisschuß, Wien, IX.. Alserstraßo 26, Tel. A 25-2-28. (Von 13 bis 17 Uhr.) Beh. konz. Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kau| und Verkauf von Realllälen, Hypotheken I.. II. und III. Sätze, Bau- und Zwisdienkredlle Gebäudeverwallung ★ Büro: Franz-Jose|s-Kal 11 lei. R-25-0-44 Wohnung.- II., Vorgarlensfr. 150, lei. R-41-8-88 In Nummer 583 unseres Blattes wurde unter „Weltprotest dei Rabbiner“ durch einen Schreibfehler der Tatbestand falsch wiedergegeben. Es muß lauten: „...die Hitler in seinem Buch ,Mein Kampf' verurteilt“ und nicht „empfiehlt“. Am Sonntag1 war ich sehr überrascht, so viele Kinder sind gekommen! Und ich hatte schon gedacht: vielleicht werde ich Sonntag nachmittags recht wenig zu tun haben. Ich freue mich sehr über euer Erscheinen, zeigt es doch, daß ihr mit euren Herzen die Kämpfe unserer Brüder mitleidet, daß ihr verteidigen und auf bauen helfen wollt, was dort in Palästina zerstört worden ist. Eure mitfühlenden Hetzen können mächtig helfen, daß die jüdische Aufbauarbeit wächst und daß immer mehr jüdische Kinder dieser Arbeit sich zuwenden. Viele Kinder brachten Material mit. Das haben wir zuerst aufgeschrieben und geordnet. Dann haben wir einige Gruppen gebildet und jede Gruppe hat eine andere Arbeit übernommen. Was für Arbeiten? Da« verrate ich nicht* das werdet ihr anderen auf der Ausstellung sehen. Aber hübsch wird es sein! Alle haben sich die größte Mühe gegeben. Manche Kinder haben sich sogar nach Hause Arbeit genommen, um mehr leisten zu können. Und beinahe alle haben gesagt: „Ich komme nächsten Sonntag wieder.“ Denn obwohl wir uns zum erstenmal getroffen haben, fühlten wir uns doch wie alte Freunde, die zusammengekommen. sind, um mit Freude ein schönes Fest vorzubereiten. Um halb sechs haben wir aufgeräumt und noch ein bißchen gespielt. Nun will ich allen denen, die zu weit wohnen, um zu uns kommen zu können, und allen denen, die deshalb nicht kommen, weil sie in anderen Gruppen organisiert sind, folgendes sagen: Es kann jeder für sich allein und es kann jede Gruppe für sich eine Arbeit unfertigen und sie dann zu unserer WU sputen und lernen dabei etwas Hebräisch 4. Spiel: Ketten sagen Das Spiel kann von wenig und von vielen Kindern gespielt werden. Es geht der Reihe nach. Das erste Kind sagt einen Namen mit A, zum Beispiel Adam, das zweite Kind wiederholt diesen Namen und fügt einen Namen hinzu, dessen Anfangsbuchstabe der Endbuchstabe des vorher gesagten Namens ist. In diesem | Falle M — also wird das Kind Moschch oder Mirjam sagen. Das dritte Kind muß nun bereits Adam, Moscheh und einen dritten Namen, mit II beginnend, sagen. Weiß es keinen, so sagt die Runde „Dummkopf“ zu ihm. Das nächste Kind wiederholt nun alles: Adam, Moscheh, Dummkopf, Hille l usw. Es gibt Kinder, die sich bis zu 80 Wörter hintereinander merken! Heute spielen wir das Kettensagen nicht mit Eines Tages kam ich aus der Schule, es war gegen sechs Uhr abends, da sah ich vor unserer Wohnungstür einen jungen Mann, der aufgeregt mit meiner Tante sprach. Seine Augen funkelten ganz bösartig; ich grüßte und ging in die Wohnung. Nach einer Weile kam meine Tante ganz bleich ins Zimmer und sagte: „Ihr dürft niemandem mehr, ohne zu fragen, wer er ist, öffnen! Das war ein ganz gefährlicher Mensch — der ist imstande, einzubrechen.“ Am selben Abend war ich allein in der Wohnung. Ich saß bei einem Buch — da klopfte es. Himmel, wenn das ein Räuber ist! Ich lief zu meinem Schrank, in dem ich ein richtiges, schweres Bajonett aus dem Weltkrieg habe, zog es aus der Scheide und ging ins Vorzimmer. Ich wollte Licht machen — es war Kurzschluß ... Mit pochendem Herzen ging ich langsam weiter — mir wurde ganz kalt. Und stockdunkel Avar’s ... Als ich bei der Gangtüre war, fiel mir das Herz in die Hosen. Zitternd legte ich die Kette vor und öffnete fingerbreit die Tür. „Wer ist’s?“ rufe ich durch den Spalt. „No, i halt!“ erwidert eine tiefe Männerstimme. Kein Zweifel, dachte ich, das ist der Räuber! Mit gezücktem Bajonett, nur darauf wartend, daß der Räuber cindringen würde, stand ich da! Der Polizei zu telephonieien traute ich mich nicht, denn dann hätte er Ausstellung schicken. Dort wird eie dann mit dem Täfelchen „Gruppe X“ ausgestellt. Der Erlös dient doch dem einen Ziel, das une allen gleich teuer ist: Erez awotenu — das Land unserer Väter. Jetzt will ich meiner lieben Sturmtruppe und auch den Kindern, die noch kommen wollen, mitteilen, wae wir weiter an Material am nötigsten brauchen: Woll- und Stoffreste, Malfarben (öl-, Plakat-, Temperafarben), Holzsehachteln, leere Höfer-Puderdosen, Glanzpapier, weißes Packpapier, weißen Karton. Und vor allem benötigen wir dringend einen Geographen, der sich für einen oder zwei Sonntagnachmittage zur Verfügung stellt. Jedes Kind soll überlegen, welche Arbeit es am besten kann und zu dieser das entsprechende Werkzeug mitbringen. Also jeweils Nadel, Säge, Pinsel usw. Ich denke schon mit Freude an den kommenden Sonntag. Ab 3 Uhr erwarte ich euch diesmal in der WIZO, I., Schottenring Nr. 25. Eure Dodah Lilli. * Materialspenden brachten: Auswachs Ruth, Bernheim Dorrit, Biok Alma und Paul, Brantweiner Lia, Eltbogen Theodor, Finaly Hanne und Eva, Heller Sylvia, Infeld Lydia und Suse, Körner Grete und Hedwig, Klaus Hanne, Ornsteiu Noemi, Reichenfeld Eva und Hans, Willner Ernst. Wir danken außerdem den Damen, die sich unserer Aktion als freiwillige Hilfskräfte zur Verfügung gestellt haben: Fr. B i c k, Blau, Finaly, Klau s, nochmals recht herzlich. Wörtern. Da habt ihr ein Beispiel: Text III. Text II. Text I. sagen amor zittern raod ‘TS?*! klopfen .dafok pan springen kafoz F*i? brauchen zaroch T*f passen baschor T sieden ratoach irts'n lieben ebawow 7 vertrauen batoach frtea erkranken chaloh rrbrt loben hallel bbn lernen lamod mich vielleicht rücklings überfallen. „Wer ist’s?“ rief ich noch einmal. „No i, der Michalek“ klang es zurück. (Michalek, so hieß unser Hausmeister.) Mißtrauisch, doch schon etwas erleichterter, sah ich durch die Türspalte und sah — den Hausmeister. Aufatmeud schob ich die Kette zurück und sperrte auf. Erstaiint sah mich der Hausmeister an: er minderte sich über mein Bajonett, das ich so kampfbereit gezückt hatte... Seit diesem Abenteuer fürchte ich mich aber nicht mehr vor Einbrechern. Lydia J. Das Alter des Radiergummis Jetzt, zum Schulbeginn, habt Ihr' euch sicher schon einen Radiergummi gekauft. In früheren Zeit kannte mau das Radio rmessor und das Radiorpulver, hauptsächlich aber die Brotkrummo, die schon vor sechshundert Jahren benützt worden ist. Daß der Kautschuk (aus dem unser Radiergummi gemacht wird) diese Aufgabe besser erfüllt, hat zuerst der Engländer Josef Priestley iiu Jahre 1770 öffentlich bekannt gemacht. — Er seihst batte die bessern Wirkung des Kautschuks bei dom Instrumentenmacher Eduard Nairc konnengelernt, der damals bereits Kautschukwürfol als Radiergummi verkaufen wollte. Schon im Jahre 1775 wurden dann in Paris Kautschuk würfe! als Radiergummi verkauft, die wegen ihrer schwarzen Farbe den Namen „Negerhaut“ (peau de nägre) trugen. Allerdings kostete ein solches Stückchen Radiergummi von kaum einem Zentimeter Länge noch nahezu vier Schilling. Ihr habt den Euren sicher viel billiger bekommen, nicht? » Rätselecke Das große Preisrätsel: Dies ist das fünfte Bild des großen Preisrätsels. Schreibt darunter den Namen der Person, die dargestellt ist, und zwar links mit deutschen, rechts mit hebräischen Lettern und sendet dann alle 15 an d.ic „Kinder- Stimine“, T., Marc-Aurel-Straße 5. In jeder weiteren Nummer der „Kinder-Stimme“ erscheint ein weiteres Bild. Wer die richtigen Lösungen von allen (15) Bildern einschickt, kann einen schönen Preis gewinnen: 1. Preis: Ein Photoapparat. 2. Preis: Ein Buch. 3. Preis: Schallplatte mit dem Emek-Licd. 4. Preis: Ein Quartettspiel: Große Männer des jüdischen Volkes und noch viele Trostpreise. Biblisches Rätsel Etwas für unsere bibelfesten Kinder zum Nachdenken Wer hat sieben Tage vor Neugier geweint? Ein König ohne Land, Ohne Diener und Trabant; Kann er sich hoch erheben Und muß doch niedrig leben... * Magisches Quadrat Die obenstehenden Buchstaben sind so in die Figur einzusetzen, daß sich Wörter ergeben, die waagrecht und sonkmdu die gleiche Bedeutung ergeben. 1. Lebensmittel, 2. Rast, Stille, 3. Vorwort, reg. d. 4. Fall, 4. Erzeugnis vom Pech. ( Auflösung des biblischen Rätsels und der Scherzfragen aus der vorigen Nummer: 1. Ungar. — 2. Dio Säge. 3, Lachtaube, Nachdruck verboten! Eigennamen, sondern mit hebräischen Zeit- Dummkopf ) Trottel j tippesch Einbrecher

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