Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 587 (16.10.1936)
- Date
- 1936-10-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 687 — Wien, Freitag, 18. Oktober 1080 DIB tTIMMB Salto 5 20TH CENTURY FOX ZEIGT; REfllE iPAUL CZIHN Ab haute: Burg-, Imperial-, Stafa-, Votlvpark-Klno mnmmmiiiiimiiiiiwiwiiiiwwiiiiiiiiiiiwiwiiiiinwwiiwwwiiiiiwiimnmiiiwim der Zionisten in dieser Frage sei ein Fehler. Zur Begründung hat er kritiklos einen Aufsatz abgedruckt, der im Blatt dos englischen Kolonial amten erschienen war. Er weiß nichts davon oder er verschweigt es absichtlich seinen Lesern, daß die ganze jüdische Bevölkerung Palästinas, angefangen voti der A g ti d a über die Zionistischen Mittelparteien hinaus bis zu den am linken Flügel stehenden P oale Zion,'in vollständiger Einmütigkeit und mit größter Leidenschaftlichkeit den Gesetzgebenden Rat abgelehnt hat. Wie sollen wir Sie ernstnehmen, wenn Sie ln so unverantwortlicher Weise an die Besprechung jüdischer Lebensfragen herantreten? Dieselbe Unkenntnis, dieselbe Leichtfertigkeit zeigen Sic bei der Behandlung der Frage der Minderheitsrechte. Sie tun ja gerade so, als ob diese eine Erfindung der Zionisten wären. Sie wissen es offenbar nicht, daß hervorragende Juden aus der ganzen Welt, wie aus den Vereinigten Staaten, aus England und aus Frankreich, meistens antizionistisch eingestellte Menschen, wegen der Bedeutung dieser Rechte zu den Friedensverhandlungen herbeigeeilt sind. Wir wissen uns in diesem Punkte eins mit den führenden Geistern der ganzen zivilisierten Welt. Während die ganze Welt die Wichtigkeit dieser Bestimmungen immer mehr schätzen lernt, reden Sie noch immer herum von „mi nderen Rechten“ und dergleichen Dingen, ein Beweis, daß Sie diese Bestimmungen bis zum heutigen Tage kaum gelesen, gewiß aber nicht erfaßt haben. Ist Ihnen aus der letzten Kundgebung des Hochkommisqärs für Flüchtlingswesen, James Macdonald, nicht klargeworden, um was es sich eigentlich handelt? Haben Sie an die P e t i t i o n B e r n h e i m schon vergessen? Als in Genf darüber verhandelt wurde, erklärte der Vertreter Deutschlands, ein Herr von Keller, daß sich die Juden Deutschlands niemals als Minderheit und insbesondere nicht als nationale Minderheit deklariert hätten und daß sie demnach keinen Anspruch haben auf die völkerrechtlichen Bestimmungen zum Schutze der Minderheiten. Diese Bestimmungen sind geeignet, die Juden überall zumindest vor dem Schlimmsten zu bewahren. Denn Verfassungen können mit Stimmenmehrheit abgeändert werden, eine Verfassungsform kann von einer anderen abgelöst werden, aber völkerrechtliche Verträge müssen eingehalten werden und selbst e i n mächtiger Staat wird auf die Dauer das Weltgewissen nicht herausfordern können. Wir sind überall auf der Welt eine Minderheit, darin besteht das Wesen der Judenfrage. Es ist daher natürlich, daß wir auf der weiten Erde einen Platz brauchen, in dem wir die Mehrheit bilden und wo wir unsere nationale Heimstätte errichten wollen, ein Bestreben, das, wie ich schon sagte, von der ganzen Welt legitimiert worden ist. Das alles sind Frag-on der Weltanschauung und die Wiener Judenschaft wird sieb zu entscheiden haben, ob sie sich zu diesen Anschauungon bekonnt. Wenn Sio glauben, daß Sie bei einem Wahlkampf mit Streitigkeiten über Porsonalfragon Ihr Auslangen linden werden, gebon Sio sich einer Täuschung hin. Die Wiener Juden sind nicht so dumm, daß es Ihnen gelingen könnte, die wahre Situation durch derartige Dinge zu verwirren. Gowisso Porsonalfragen mögen bei Ihnen die Wirkung einer Kampferinjektion auslösen Eine solche kann aber das, was tot ist, nicht wieder zum Leben zurüokrufen. Ihre Rolle ist in der Wiener Judeusehaft ausgespielt, denn Sio haben ihr nichts mehr zu sagen. Wir ftbor können ruhig vor dio Wiener Judensehaft hintreten, wir können mit. gutem Gewissen auf unsere Leistungen in den letzten vier Jahren unserer Verwaltung hinwoison, auf die Leistungen der Wioncr Zionisten für dio W i o n o r j it d i s c li o Gemeinde und auf die Leistungen des Zionismus für dio ganze jüdische WcR. (Lebhafter Beifall.) Budgetprovisorium angenommen, Das Budgetprovisorium wurdo hierauf mit den Stimmen der Zionisten angenommen. Antisemitische Exzesse in London London, Iß. Oktober. (JTA.) Am 11. Oktober kam es in dem von zehntausenden Juden bewohnten Stadtteil Whitechapel ln London East End abermals zu schweren antisemitischen Gewaltakten. Unbeschadet der Wachsamkeit der Polizei, gelang es etwa 150 antisemitischen Faschisten, meist Jugendlichen, überraschend in Whitechapel einzudringen und e i n e R e i h e jüdischer Geschäfte zu demolieren. In etwa 25 jüdischen Geschäften wurden die Schaufenster zertrümmert, mehrere Ladenbesitzer wurden tätlich angegriffen. Ei» Ladenbesitzer und ein kleines Mädchen wurden von den Hullgans ergriffen und durch das zertrümmerte Schaufenster zurück in den Laden geworren. Beide erlitten erhebliche Verletzungen. Ein Auto wurde umgeworfen und in Brand gesteckt. TRANSPORTE ALLER ART ■■■MMnBaaaaagpppHMHP Übersiedlungen nach PALÄSTINA und dem gesamten In- und Ausland erledigt fachgemäß und kulant GOTTLIEB KANTOR, WIEN I., Helferstorferstr. 4, Tel. U 27-5-35 Serie Der Pogrom in Polen Warschau, 13. Oktober. (JTA.) Junge nationaldemokratische Banditen überfielen vor dem Warschauer jüdischen Friedhof einen jüdischen Leichenzug; vier Juden wurden erheblich, mehrere andere leicht verletzt. In Chrzanow (Westgalizien), wurden der jüdische Kaufmann Lipa Szenker samt Frau und Tocliter von Banditen ermordet und beraubt. In Fludi bei Warschau wurde der jüdische Kaufmann Korzeniewski ermordet. Die „Jugend-Legion“ die einst den Regierungskreisen nahe stand, faßte auf ihrer soeben abgehaltenen Reichskonferenz eine Entschließung, in der es heißt: „Die Legion wird einen unerbittlichen Kampf gegen die Juden so lange führen, als noch ein einziger Jude in Polen verbleibt. Hoch- und Mittelschulen müssen nur Polen, keineswegs aber Juden zugänglich sein.“ Das Amt für die deutschen Flüchtlinge Genf, 13. Oktober. (JTA.) Der Völkerbundrat beschloß in seiner am 10. Oktober abgehaltenen nichtöffentlichen Sitzung, das dem Völkerbundbüro angegliederte Amt für deutsche Flüchtlinge bis zum 31. Dezember 1938 bestehen zu lassen. General Sir Neill Malcolm, der seit dem Rücktritt von James G. MacDonald dieses Amt provisorisch geleitet hat, wurde nunmehr definitiv zum Hochkommissär für die deutschen Flüchtlinge ernannt. Gemäß dem Beschluß vom 10. Oktober fordert der Rat die interessierten Regierungen auf, die Konvention vom 10. Oktober 1933 betreffend den Status der Flüchtlinge, ferner die provisorische Konvention der interstaatlichen Konferenz für die Deutschland-Flüchtlinge vom 4. Juli 1936 als verpflichtend anzunehmen. WahUibereinkommen Von der Wahlleitung der Zionistischen Liste erhalten wir folgende Zuschrift: Wir teilen mit, daß wir mit Herrn Kultusvorsteher Dr. Leo Landau, welcher seit acht Jahren die Liste der Wählergruppe „Unpolitische Wahl Vereinigung“ geführt hat, ein Wahlübereinkommen geschlossen haben, wonach er bei den am 8. November 1936 stattfindenden Kultuswahien auf unserer Liste unter Aufrechterhaltung seiner bisherigen Einstellung zu allen Fragen des jüdischen Lehens und unter Wahrung seiner vollständigen Selbständigkeit und Unabhängigkeit, kandidiert. Erklärung des Präsidiums des Keren Kajemeth Dem Präsidium des Keren Kajemeth wurde mitgeteilt, daß gelegentlich der Büchsenleerung von den Mitarbeitern des Keren Kajemeth Propaganda für die eine oder die andere zionistische Liste zur Kultusgeineinde gemacht wurde. Das Präsidium erklärt, daß es jede Art der Propaganda — schon gar Wahlpropaganda — im Zusammenhänge mit der Keren-Kajemcth- Arbeit aufs energischeste ablehnt. Der KKL. Ist ein Instrument des Aufbaues von Erez Israel und dient dem ganzen jüdischen Volk. Er darf niemals den Interessen einer Parteigruppe dienstbar gemacht werden. Das Präsidium fordert daher alle Mitarbeiter mit aller Entschiedenheit auf, sich jeder Wahlpropaganda gelegentlich der KKL.-Werbearbeit zu enthalten. Dr. Hermann Ebner, Adolf Boehm, Arje Fränkel, Lotte Plaschkes, Dr. Leon Preis, Dr. David Rothblum, Dr. Chaim Tartakower. 'iiiiiiiiiiuiiiiiniimimiiiiiiiiimiiiiiiiimiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiimiiimiiiiiiiitiiiimiiitiii Die Alt-Herren-Verbände der Z, M. V. Österreichs. Am 12. d. fand im Klubsaal des Cafe Bristol .unter Vorsitz des Herrn Mehler (Giskala) die Präsidialeitzung statt, an der die Alt-Herranverbände der Verbindungen Giskala, Hyrcania, Massada, Barissia, Mattathia, Massada, Balfo-ura, Jordania, Jung-Juda, Hamonea, Emunah und Neure Maccabea teilnahmen. Es wurde die provisorische Leitung gewählt. Mit dem Organisationsreferat wurde Dr. Oskar Schwarz (Mattathia), mit dem Kulturreferat Herr Geiler (Hyrcania) und Ing. Kurt Bauer (Jordania). mit dem Jugendreferat Herr M. Finkler (Jordania), mit dem Statutenreferat Dr. Bauer (Nehemiu) und Herr Geller (Hyrcania), mit dem Finanzrei'erat Herr Karl Pisk (Balfoura) betraut. Dio Leitung dee Sekretariats übernahm Herr Heinrich Katz (Giskala). * Am Montag, den 19. d., findet im Klubsaai des Oafö Bristol um 8 Uhr abends eine zwanglose Zusammenkunft der Alten Herren der Z. M V mit ihren Damen statt, an der teilzunehmen wir alle Alten Herren der Z. M. V. einlad en. Groller Konzerthaussaal Sonntag* 25. Oktober* 8 Uhr abends Vortrag Wladimir Jabotinsky „Es schlägt die zwölfte Stunde" Karten zu S 1*— bis 6*— an der Konzertkasse Dr. Hohenberg, I., Oper, Konzerthauskasse und bei der Neuzionistischen Organisation, Wien, II., Lassingleithnerplatz 2 Zionistische Bezirkssektion Prater, II., Stuwerstraße 1. Freitag abends, H8 Uhr, Onegg Sabbath. Lithurgiscbe Gesänge. Gäste herzlichßt willkommen! Unerhörtes Glück bei der „Glückstelle Stein“ an der „Hohen Brücke“! Zum dritten Male wurde der Mlllionen- Haupttrefffer der Klassenlotterie von glücklichen Kunden der „Glückstelle Stein“ an der „Hohen Brücke“ In der soeben beendeten Haupt- (B-)Zlehung V. Klasse der Sommerlotterie gewonnenI Es (st allgemein bekannt, daß sowohl die Mllllonen-Haupttreffer der Sommerlotterie 1934, als auch der Sommerlotterie 1935 von den Kunden der .Glückstelle Stein“ gewonnen wurden. Auch der größte Haupttreffer der A-Zlehung 5. Klasse wurde diesmal bei der .Glückstelle Stein“ gewonnen, ferner der Haupttreffer von S 100.000 und zahlreiche andere Treffer. „GlUckstelle Stein'* hat llbor Nacht — Wieder Tausenden In Österreich Glück gebracht I „GLÜCKSTELLE STEIN“ Wien, I., WIpplIngeretraBe 21 an dar „Hohan Brijoka“ FILIALEN! I. Kärntnoratr, 34 II. Taboratr. 80 VI. Mariahllferatrrfl« 10# X. FavorltMatr, 101 nuX KAISERSTRASSE 115 ßeftenSie Wt IN Oll KAISERSTRASSt QeftekSie Aus der täglich sich erneuernden Mantel - Auswahl llllllllP : greifen wir diesen ||||||||l; heraus: Jlllllll^ i Besonders eleg. jugendlich.Mantel aus Modebouclö Echt Persianer verbrämt Mongol gef.lUt#. JULIUS t x'.'ssmh mm (Sai.aMt*«aaM*tafera*aaaiaati mm Rabbiner Dr. Ephraim Carlebach gestorben Leipzig, 12. Oktober. (JTA.) Der vor kurzem aus seinem Amt als Gemeinderabbiner geschiedene und nach Palästina gegangene Rabbiner Dr. Ephraim Carlebach ist in seiner neuen Heimat gestorben. Die Gemeinde Leipzig veranstaltet eine Trauerfeier. Mir schadet kein Wetter und mich ermüdet nichts denn ich verwende ständig DIANAmit Menthol Für alle Zweoke der Körperpflege: Einreibungen (Massagen), als Mundwasser, zur Haarpflege bestens bewährt Soll in keinem Haushalt fehlen ln jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Dian a“ und nehmen Sie nur „Dian a“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch zuriiekzuweisen. Salomon Passweg* Mit Salomon Paßweg ist ein alter zionistischer Kämpfer dahingegangen. Ein Kämpfer im wahren Sinne des Wortes, der seit seiner ersten Jugend alle seino Kräfte der Verwirklichung des zionistischen Ideals gewidmet hat. Weder Verfolgungen noch Denunziationen lähmten seine Energie, und so war Paßweg einer der ersten in seiner Heimatstadt Rymanow, der zu den Gründern einer modernen hebräischen Schule gehörte, zionistische Vereine ins Leben rief und die nationalen Fonds tatkräftigst unterstützte. Zusammen mit Löbl. Taubes, Chaim Neiger und vielen anderen zionistischen Führern der damaligen Zeit leistete er die Pionierarbeit in einer Epoche und in einer Umgebung, für die der Zionismus gleichbedeutend war mit einem Abfall vom Judentum. Als ihm das Schicksal nach Wien verschlug, da erlahmto hier seine Energie keinesfalls und mit jugendlichem Elan nahm er auch hier die zionistische Tätigkeit auf. Es gab im zionistischen Wien der letzten zwanzig Jahre keine größere zionistische Institution, an deren Wiege Paßweg nicht gestanden wäre. So waren es die „Wiener Morgenzeitung“, das Chaluz-Heim, das Chajes-Gj'muasium, zu deren Entstehung Paßweg überdies auch großo materielle Opfer brachte. Er gehörte ebenfalls zu den Gründern der Vereines „Zion“, der vor Jahren dio ostjüdischen Zionisten umfaßte und einen bedeutsamen Abschnitt der zionistischen Entwicklung Wiens bildete. Sein Zionismus war ihm Lebenseloment und eine Herzonssache, die er nicht gerne zur Schau trug, und so wirkte er in den letzten Jahren, als bereits der Schatten des Todes sich über ihn zu senkeu begann, im Stillen, und nur Eingeweihte wissen, wie viele Opfer der Verstorbene dem Zionismus gebracht hat. Ein gütiger, aufrechter und unentwegter Idealist starb mit Paßweg vor der Zeit. WIZO Prater Die WIZO Prater veranstaltet im Sektiousheim, IX-, Stuwer Straße 1, Samstag, den 24. d., um 9 Uhr abends, einen Tee abend. Et> wirken bekannte Künstler mit. Regiebeitrag 1 Schilling,