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Die Stimme · 1936-10-07 · Heft 585 (7.10.1936) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 585 (7.10.1936)
Date
1936-10-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. m - Wien, Mittwoch, 7. Oktober 1936 DK SfIMMI Seit« 9 Am Simchäth Thora erweist jeder Tcmpelbesuchet seine Verehrung der Thora, jener ureigenen Schöpfung des jüdischen Genius. Jüdisches Volk, gedenke dabei des Landes, das die Thora hervor gebracht — gedenke des Keren Kajemeth, der im Geiste dieser Thora geschaffen wurde. David Seidermann in den Künstlerspielen Die Jüdischen Künstlerspiele ln der Prater* Straße haben sich für die neue Saison gut versorgt: David Seidermann, der sieh ln „Schlojme Saltpen Piewtschlk“ dem Wiener Publikum vorßtellte, ist. ein Künstler ganz großen Format«. Als Sänger Ist ihm ein Ruf vorausge,gangep, der zu.den höchsten Erwartungen berechtigte: er hat sie voll gerechtfertigt — aber Seidermann hat auch eine 'schauspielerische Leistung gezeigt, die kaum hinter seiner gesanglichen zurückstand. Schlojme. Salmen Piewtschik ist ein Schlemihl, der sich in ein mondänes Mädchen verliebt, os heiratet, von ihm betrogen wird, aber schließlich doch Sieger bleibt. Es ist eine ebenso schwierige wie dankbare Rolle, die dom Künstler Gelegenheit gibt, die ganze Skala seines Könnens spielen zu lassen. Er beherrscht das Tragische ebenso wie das Komische, er spielt einen echten Sehlemihl niit der ganzen inneren Zerrissenheit dieser Mensche ngftttpng. Nach dieser Probe seines Körtnens darf man mit Recht gespannt sein auf seine weiteren Darbietungen. „ STIMME JÜcfre läudu! Ein urwüchsiges, robustes Talent Ist Frau Ghana L e r n e r, die In diesem Stück ein Dienstmädchen spielt. Frau Liesl Gorlitzka- R e i n g 1 a s zeigt als Frau des Schlojme kultiviertes Können. Frau Glttcksmann, ln Wien lang bekannt und beliebt, beweist ln feiner Episodenrolle wieder einmal, daß es für einen großen Künstler doch keine kleine Rolle gibt. A. Bell, Rahel Re in glas und Herr R e 1 n g 1 a s zeigen gleichfalls in kleineren Rollen, daß man von ihnen noch einiges erwarten kann. 9 Die Regie führt, Seidermann selbst. Das gute Zusammenspiel des Ensembles, die originelle Auffassung des Themas, beweisen seine Begabung auch auf diesem Gebiet. Die Musik besorgte die M«m$kapelle unter Leitung von M. Lubetzky, dem bei der Pfetyj$r«r' als.- Gastdirigent Max Ge 1 g e r M&isfiörf'ev mit fejn.eif.'Einfühlung ln den . Stil des originellen Schausplelerensembles. Es war ein veiler Erfolg, ein vielversprechender Anfang.., * Diel Komödie bleibt auch weiter täglich bl* inklusive 15. Oktober auf dem Spielplan. Auch' Sonntag, den 11., nachmittags halb 4 Uhr wird bei ermäßigten Preisen gespielt. Beginn der Vorstellungen ^9 Uhr. Junge Kontoristin psrföltl in) Ma«K>hlrt8chvetl)«-\ Stonögraphi B fehhaUun# otö , kurao Wraxis, *uW Z6u ■ niito, 8* CIIT STfeLLUNfi — Zueunter ,Kuntoil8t>tt* 4, <1. Adw. 4 Bi. Konzert Der jugendliche Piahlst Kurt L ö w y, ein besonders begabter Absolvent des Neuen Wiener Konservatoriums, spielte bei einer kürzlich im MllitÄrkasino stattgefundenen Akademie Stücke von Chopin und Rachmaniuotf und erntete mit seinen brillanten Vorträgen stürmischen Beifall. Wir machen unsere geech. Leser auf das Inserat der reuormie'ten Buchhandlung Rath & Cie,. II, Talorstraße 20a, besonders aufmeiksaui. Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat!' besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher erhältlich sUtd. Reichhaltiges lUger antiquarischer Lehrbücher zu sehr ermäßigten Proben Leihbücherei eröffnet. Gebühr 10 Urbachen prö Tag. Keine Nebengebühren! Für Anfragen lei R44-4-JO. geht um Ihr kostbarstes Gut, „Ihre Au,ien!*‘ hasse» Sie sich fa.ehmünntoch unverbindlich bütaten von Optiker Karl Seidper'!, Fnuiz-Joaofs Kai 33, und II., Hollandstraße 7. (Siehe Inserat.) Prof. Josef Zlmbler übernimmt noch einige Schüler für Violinunterrlchfc und Kammermusik, IX., llalnigasse 01, Telephon A 12-8-28. Heute habe ich eine feine tdee, die ich Euch sofort mitteilen will. Ihr wißt doch, daß es jetzt in Palästina unausgesetzt Kämpfe gibt; könnt Ihr Euch vor stellen, was für ein schweres, gefährdetes Leben unsere Brüder und Schwestern in Erez Israel führen? Wenn Ihr hier über die Straße geht, so müßt Ihr keine Angst haben, daß im nächsten Augenblick aus dem Hinterhalt geschossen werden könnte ... Und seht Ihr —* während wir hier so ruhig leben und arbeiten können, kämpfen die in Erez Israel in jeder Stunde um ihr Leben und um ihre Arbeitf Diese Menschen haben in vielen schweren Jahren das Land urbar gemacht, es bewässert, bebaut, mit Häusern und Straßen versehen und Bäume gepflanzt, von deren Früchten sie und ihre Kinder leben wollten. Und nun haben Feinde so viele Bäume und Bäumchen mit der Wurzel ausgerissenl Woher sollen die jungen Bäumchen wieder hergenommen werden* Welche Not/ — Denn jetzt wird es wieder Jahre dauern, bis neue Bäume herangewachsen sind. Wovon sollen nun die Eltern und ihre Kinder inzwischen leben? Da müssen wir alle, jeder von uns muß Opfer bringen! Was können wir Kinder dazu tun?” werdet Ihr fragen. Ja, daran habe ich eben gedacht. Ich weiß: viele von Euch bekommen nicht einmal Taschengeld, von dem sie etwas spenden könnten. Aber etwas könnt Ihr geben, ob reich oder arm, — nämlich Eure freien S onnt a g- Nach mittag et Ihr habt sicher schon von Euren Eltern gehört, daß jetzt eine Aktion ins Leben gerufen worden ist, die sich Zur Aufgabe macht, Mittel für den Wiederaufbau zerstörter palästinensischer Gebiete zu schaffen. Und wenn Ihr auch nur einen Sonntag im Monat für diesen Mifal Bizzaron und Witachon opfert, so können wir durch Eure Kinderhände auch ein Schärf lein beitragen! An diesen Nachmittagen will ich mit Euch zusammen schöne Spielsachen und nützliche Dinge anfertigen Die wollen wir dann zu Chanuk kah öffentlich aus stellen und verkaufen. Den Erlös von Eintrittsgeld und Verkauf werden wir dann dem Mifal Bizzaron und Witachon (Fond für Sicherheit und Wiederaufbau) überweisen. Wenn uns dann jüdische Kinder auch in anderen Städten das nachmachen, können ivir eine ganze Menge Geld zusammenbringen. Nun hört, was für Material Ihr für unsere Arbeit sammeln und mitbringen sollt: Holzschachteln (Bonbon- und Zigarrenschachteln), leere Zwirnspulen, Leder ab fälle (alte Lederkalender, Täschchen u. dgl.), Stoffabfälle, Musterflecke, Stoffreste, W oll ab f all Kleidungsstücke, Pappendeckel, Kartons, Schachteln in jede Größe, alte Photoplatten, Filmspulen, Klebestreifen, Bändchen und Isolierperlen. Zur Durchführung dieser Arbeiten, bei denen es auch recht lustig zugehen soll, brauche ich eine Sturmtruppe, die ganz zu der Sache steht, Kameraden mitbringt und auch eifrig Material sammelt. Dieersten, die kommendenSonntag, um 3 U hr nach mittags, in de\ „K i ttd e r - S timm e”, /., Marc- Au reb- S traße }, sic h bei mir melden, werdend i e s e S t u r m truppe se i n! Dodah Lilli. unweit der- Tür, wo der scheinheilige Koko saß! Richtig, dort blähte er sich mächtig, und „klingelte“ wie nicht gescheit!... Der Schlaumeier hatte das Klingeln der Glocke täuschend nachgeahmt, weil er aus Erfahrung wußte, daß dann jemand an. seinem Käfig vorbeikam. Dieses Kommen und Gehen und ihm Zurufen aber wollte er haben, um keine langweiligen und einsamen Stunden aushalten zu müssen. Helene Grünwald, 11 Jahre. Nachdruck verboten! MlC Gfbt4$G4t> und Urnan dabei etwas Hebräisch Wer hat*$ getan? Ein Kind eftast, ein zweites Kind verbirgt seinen Kopf im Schöße des sitzenden Kindes. Die andern stehen in einem Halbkreis um die Beiden herum. Eines gibt nun dem gebeugt stehenden Kind einen Sehlag (der natürlich nicht roh sein und auch nicht den Rucken treffen darf), tritt rasch in den Halbkreiszurück und verrät auch durch seine Miene nicht, daß er es gewesen ist. Das Kind wendet sich zu den Kindern und fragt: Text III. Warst Du es Lilli? Bist Du es gewesen, Emst? Das war der David. »Ja, er war es“ »Nein, er war es nicht“ »Sie war es“ »Sie war es nicht“ „Du irot Dieb, Sie war es wirklich ntcht“ Er wer es wieder nicht“ Nein, felseh geraten“ Text II. Sot at hajit Leah? Säb atah hajttah Je’ akow? -Säh hajah David Keen säh hajah hfl, Ls, säh ls hajah hü Bij, haj tah sot Le, sot 15 haj tah hij Atah sebogäh Be’ emeth, hij lc haj tah sot Schuw hu lö hajah säh La mlschgäh Text 1.?nR!? »rrn ntt?3pj?: <ipn nn# nj ‘innjnni rrn nj .ß wn n;n üb rj »üb ntf nrrj -K*,n inj nirn üb nKt 'ü*> pjitf nnK nK) nn üb K\j. n; n;n üb Kn n?.?£ '*b Der kluge Papagei Der Herr Generalmajor hatte auch einen Papagei. Der wohnte Im .Vorzimmer in einem schönen, großen Käfig. Ihr wißt ja, daß Papageien sehr alt werden können und kluge Tiere Sind. Sie sprechen auch Worte und kleine Sätze, wenn man es ihnen oft vorsagt. Dieser Papagei war nun gewohnt, daß sich alle Hausbewohner mit ihm unterhielten. Das war recht häufig, denn Jedesmal, wenn jemand durch das Vorzimmer ging, blich man unwillkürlich vor dem Papageienkäfig stehen und sprach ihn an. Natürlich gab es Tage, wo der Verkehr im Vorzimmer •erjag war, wo keine Besuche kamen oder Je Herrschaft auigefiogen war. In solch einer Zeit begann nun ein arger Unfug: es läutete immer wieder und unaufhörlich, und wenn das Mädchen öffnen kam — war kein Mensch zu sehen. Empfindlich wurden alle Hausbewohner durch diese« immer häufiger guttretende, schrille Klingeln ln ihrer Ruhe gestört, besonders der Herr Generalmajor in seinem Nachmittagsschläfchen, dessen Ruhe bisher heilig gehalten wurde. Ganz aufgebracht und wütend, stürzte er manchmal selbst zur Wohnungstttr, in der Hoffnung, beim plötzlichen öffnen den Missetäter zu erwischen, aber es gelang ihm niemals. „Diese verwünschten Spitzbuben, wenn die mir einmal in die Hände geraten!“ rief er so manches Mal verzweifelt aus. „Ich muß heimliche Feinde haben, die es darauf absehen, midi durch fortwährenden Ärger und Aufregung zugrundezurichten!“ Auf äußerste gereizt, beschloß er, nun einen ganzen Nachmittag einmal Wache zu halten. Ein Flügel der Vorzhnmertür war aus Glas, mit einem Gitter davor, der andere aus Holz. Der Herr Generalmajor faßte also Posten in dem Winkel des hölzernen Flügels und schielte angestrengt zum Glasfenster hinüber... Minuten um Minuten verrannen. Halt! Da ertönte wieder das verwünschte Klingelzeichen — und doch war niemand gekommen —- und noch einmal, und wieder Rätsele dee Das große Preisrätsel: Dies ist das vierte Bild des großen Preisrätsels. Schreibt darunter den Namen der Person, die dargestellt ißt, und zwar links mit deutschen, rechts mit hebräischen Leitern und sendet dann alle 15 an die „Kinder- Stimme“, I., Marc-Aurel-Straße 5. In jeder weiteren Nummer der „Kinder-Stimme“ erscheint ein weiteres Bild. Wer die richtigen Lösungen von allen (15) Bildern einechickt, kann einen schönen Preis gewinnen: 1. Preis: Ein Photoapparat. 2. Preis: Ein Buch. 3. Preis: Schallplatte mit dem Emek-Lied. 4. Preis: Ein Quartettspiel: Große Männer des jüdischen Volkes und noch viele Trostpreise. Biblisches Rätsel Etwas für unsere bibelfesten Kinder zum Nachdenken 3. Wie hieß die Mutter, die ihr Kind aus Mitleid im Stich ließ? ja, aber, kam es nicht aus jener Ecke deinen Besuch, SeUeeze&tsei Ick habe scharfe Zähne und beiße nicht damit, ich gehe auf und nieder und mach doch keinen Schritt? Buchstabenrätsel L aaaaaaaa UB Hl Auflösung der Scherzfragen aus der vorigen Nummer: 1. Das Flußbett. 2. Gar keine: sie gelten nicht, sondern sie werden geschüttet! 3. Weil keine Brücke da war, 4. Fünf Buchstaben: B. /. B. .8. L. Pflaster. Briefkasten« Gustav S.: Vielen Dank für den lieben Brief! Warum nicht auch Beiträge? —• Hanne Flnaly: Deine lustige Geschichte werden wir in einer der nächsten Nummern veröffentlichen* — Suse R.: Wir erwarten-.

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