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Die Stimme · 1936-10-07 · Heft 585 (7.10.1936) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 585 (7.10.1936)
Date
1936-10-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 585 - Wien, Mittwoch, 7. Oktober MW Dl« «tlMMI «*!♦• T Der jüdische Bolschewismus Sie hafeen eine neue Parole für den giftigen Kampf gegau alle» Jüdische. Im Mittelalter war es der schwarze Tod, der herhalten mußte, um Mord und Vermögenseinziehung an den Juden zu rechtfertigen. Heute ist es dwr Bolschewismus. Er wird als jüdische Erfindung hingestellt, al« ein Instrument der jüdischen Weltherrschaft*-» pläne — und was auf der Welt den Verkündern der neuen Heilslehre, des bewaffneten Chauvinismus, nicht in den Kram paßt, das erklären sie einfach als jüdischen Bolschewismus. Es tut nicht«, daß die meisten dieser Hetzer und Maulmacher gar nicht wissen, was Bolschewismus ist. Sie werfen ihn mit der Demokratie zusammen und machen daraus ihr Eintopfgericht für die Fütterung der ebenso unkundigen Massen mit zugkräftigen Scblagworten. Der Bolschewismus, der Name der seinerzeit von Lenjn geführten radikalen Mehrheit der russischen Sozialdemokratie, verwirft die Demokratie, anerkennt nur das Prinzip der Auslese und der Unterordnung unter den Führer. Er ist also genau das Gegenteil dessen, was sonst als jüdische polltischsoziale Ansicht ausgegeben wird, und er ist eigentlich in seinen Methoden, in seiner Anwendung des Terrors zur Sicherung der Diktatur gar nichts anderes als der Nationalsozialismus deutscher Art. Es besteht nur der Unterschied, daß sich Im Bolschewismus immerhin eine Idee, die von der Herrschaft des revolutionären Proletariats, findet, während der Nationalsozialismus aus nichts als Faustrecht und Terror besteht und ideologisch pur et simple Antisemitismus ist. Er ist die Wissenschaft und der Glaube — hier kommen diese beiden zusammen — des Ignoranten, mit einer nimmermüden und erfindungsreichen Propaganda hinausgetragen. Und der knappe Inhalt dieser Doktrin ist „der jüdische Bolschewismus“. Der Nationalsozialismus hat dies in Nürnberg verkündet. Und wie er vor einem Jahr mit der Fälschung des New-Yorker Kommunistenprozesses die Rassengesetze begründete,, so hat er diesmal mit dem jüdischen Bolschewismus vor dem deutschen Volk die Übersteigerung der Militarisierung zu rechtfertigen unternommen. Was sich in Europa geistig dem Nationalsozialismus . zu assimilieren trachtet, hat fließe neue Zusammenfassung de» Judenmord-Programrnes begierig aufgenommen. Es ist eine zu bequeme Tarnung, mit deren Hilfe man sogar Kultur prästieren kann. Man braucht nicht so laut und konsequent „Nieder mit den Juden!“ zu schreien; man hat den Bolschewismus. Hinter dieser politischen Fassade läßt sich alles tun, was man will und was man «inst ableugnet, Wenn kein jüdischer Arzt angesfcelR wird, wenn jüdische Gewerbetreibende aus der Berufsorganisation ausgeschalret werden, so ist das beileibe nicht Antisemitismus, sondern Verteidigung gegen Bolschewismus. Da die Juden alle zusammen Bolschewiken sind —- manchmal heißt es auch Demokratie —, so trifft das eben die Juden. Das ist so die Argumentation dieser Heuchelei, die es sogar fertig bringt, ihre Gelüste ethisch an?u« streichen. Den Bürgerkrieg in Spanien haben nicht die eidbrüchigen Generale mit arabischen Söldnern begonnen, sondern die jüdischen Bolschewiken. Alles, was aus Spanien gelogen wird, und das ist nicht wenig, wird den Juden angelastet und muß als Vorwand dienen für einen tfeuen Vor leumdungsfejdzug in allen Sprachen und mit allen Mitteln, für eine Kampagne, in dev sich alle zusammepflnden, die ihren Appetit auf jüdische Posten kaum noch verbeten, Dieser spanische Krieg, in dem Christen mit Hilfe von Mohammedanern Christen morden, in dem Christen ihre Kirchen anzünden, paßt zu gut in das Konzept der internationalen Maffia: fie hat einen trefflichen Fahnenspruch: Der jüdlsohe Bolschewismus! Der Bolschewismus ist nicht jüdisch, das Judentum nicht bolschewiklsch. Es sind zwei Begriffe, die nichts miteinander zu tun haben. Was den Bolschewismus begünstigt, ist di« Gesellschaft bösartiger Narren, die sich der Herrschaft bemächtigt hat und die, zwanzig Jahre nach dem großen Krieg, einen noch größeren horbeiführen will, ist die Organisation der Weltlfige von der Rassentheorie, die Unteiwerfüng des Gohlis unter die Faust, Moskau w|}l den Geist niveilioren, da* Berliner System, 4** heute Europa und dje Weit bedroht, will ihn mjt Gas "nd KhflPN auf die?MÜeation loslassen. Und interessenterwalse haben diese beiden Doktrinen ihr erste Kraft gegen die. Juden eingesetzt. Der Bolschewismus sperrt s|e ln das Ghetto vofi Biro Bldschan, das er Republik nennt, der Nationalsozialismus hat das Konzentrationslager, die hübseho Erfindung aus dem Herero-Krieg, über die Juden gebracht, li p c,Sß hoben do« Wor,« nf}- eW Mortem™» ane äbssssF, eSSS!1 ߣ"Ss‘ Kr**en **>* Blnebafc SIT* rmmi sass? tomimt HSnfei ÄM: SMb«Ä 1 nlt °"po1 S'lfifi«" ■/£ Jfel le,alJle Wrtt rwof »/5S«*- I a " wd A\ I d«9 »obönjfao - 4, ** '***, WÄ *“ 85 '$S£SBi> nebst allem anderen, was das tüchtige deutsche Gehbn noch erfinden konnte. Und außerhalb Deutschlands wirkt diese Methode, bei den Juden anzufangon, ihnen das Brot zu nehmen, mit außerordentlicher Wucht. Die Getarnten und di« Niohtgetarnten, die Betont-Nationalen und djo anderen, die geistigen und die nichtgeistigen Proletarier, sie haben mit Jauchzen das neue Wort aufgenommen: T>er jüdische Bolschewismus. Jüdische Arbeitsnachweise ln Deutschland verboten In, . . fessibiveUera Verbänden, die als einzige Träger der niohtgewerbsmäßigen Arbeitsvermittlung außerhalb der Reiehsa.nst.alt noch Ubrlggebliehen waren, Ist die Vermittlung vollarbeitsfähiger Personen verboten worden. Diese „Regelung“ wird die jüdischen Arbeitenachwelee völlig lahmlegen. Juden wehrpflichtig Folge zu leisten haben. Ebenso gilt für eie auch die Bestimmung, daß Wehrpflichtige: die im Ausland leben oder für längere Zeit ins Ausland gehen wollen, um ihre Beurlaubung aus dem Wehrpfllchtverhältnis nachsuchen müssen. Gegen die jüd'sdte Presse Berlin, 4. Oktober. (JTA.) Die Leitung der Jüdischen Telegraphen-Aßentur in Berlin, die bisher auf Grund des Paßgesetzes in die Vereinigung der Nachrichten-Agenturen ln Deutschland eingegliedert war, erhielt von der Vereinigung die Mitteilung, daß sie von der Mitgliedschaft ausgeschlossen wurde; es sei ihr anhelmgestellt, sich wegen ihrer weiteren Tätigkeit mit dem Reiehskulturkommissar Hinkel, der von Goebbels mit der Überwachung der gesamten jüdischen Kujturtätlgkeit In Deutschland betraut wurde, in Verbindung zu setzen. Gleichzeitig erhielten s Amtliehe in Deutschland erscheinenden jüdischen Zeitungen die Mitteilung, daß sie ab 1. Oktober 1915 der Reichspressekammer nicht mehr angehören und der Kontrolle von Hans Hinkel unterstellt werden. Befliß, 80. September- (JTA.) Dlo BundesleRung dos Relebsbimrtes jüdischer Frontsoldaten weilst darauf hin, daß Juden nach dom Weforgmmtz' vom 81* Mai 1035 zwar zum aktiven Wehrdienst nicht zugqbmson Sind, »her der W o b r fl b e r w u c b u n g in vollem Ümf&ng unterliegen wn, daher auch zum Bespiel dtm erlassenen öffentlichen ße kanntm#«hfingen über die Musterung Diese Maßnahmen bedeuten nicht weniger, als daß die einzige Jüdische Nacbrlchtenste'le und die Jüdischen Zeitungen außerhalb des Gesetzes gesteift werden; sie gelten nicht mehr als Presseerzeugnlsse im üblichen Sinn, denn nur Nöehrfehten-Agentureu und Zeitungen, die den genannten Vereinigungen angejiöreq, dürfen in Deutschland eine normale Pressetätigkeit gusübent «je bilden lediglich elnep Zweig der jüdischen jiultur- *'111" ■■■- .".■«nullI.Ullis tätfgkeit und sind somit dem Gutdünken des Reichskulturkommissars unterworfen, der sich nicht nach Gesetzen oder Vorschriften zu richten hat und dessen persönliches Urteil allein maßgebend ist, „Oer Stürmer" - Parteitagsorgan Wir erhalten folgende Zuschrift: Bezugnehmend auf ihre Notiz „Neue Stürmer-Kampagne* iu Ihrer Nummer vom 30. v, M. gestatte ich mir. Ihnen folgende Mitteilung zu maehen: Ich hatte zur Zelt des Reichspärteitages Gelegenheit, durch Deutschland zu reisen* Unterwegs winde mir auch die Sondernummer des Parteitages mit dem Titel .,Weltverschwörer“ zum Kaufe Angeboten. Der Kuriosität halber kaurte ich eine Nummer, Ich muß. da der Inhalt ebenfalls die „Protokolle“ bildeten, annehmen, daß es sich hier um die gleicht Nummer handelt, von der in Ihrer Noüz die Rede ist. Es war scheinbar der Zweck dieser Nummer, dl« au» dem Parteitag begonnene Kampagne gegen das Judentum hier in Schrift und Bild fortzuscLcu, Di« Leitidee war natürlich, erstens die Verquickung von Judentum und Bolschewismus, und zweitens die jüdischen WeJtherrschaftspiäne aufzuzeigen. Unter anderem sah man Bilder einer „Sowjetregierung, deren Mitg’irder zu 98% Juden sind”, ferner das Bild des von Jüdischen Marxisten bestochenen Richters Maier“, der das Urteil |m Berger Prozeß füllte, dann Theodor Herzl, „den Urheber der WeUhcmchnftspJüne“ und Ähnlich* Titel zu Bildern bedeutender Juden, Mit falschen Zitaten aus Bibel und Talmud suchte Streicher zu beweisen, daß die Religion es d«m Juden gebiet«, den Nichtjuden abzuschlachten und zu vernichten, Hut dee Üenismüe Mietet die (ftÜHdtuge fite tim SammUtt*# aliec menietmUen lit&fie! Denkt datem um 6. HauemUt! Wählt die uienististUe Metel

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