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Die Stimme · 1936-09-25 · Heft 583 (25.9.1936) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 583 (25.9.1936)
Date
1936-09-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Kr. 583 — Wien, Freitag, 25. September 1906 OIE STIMME Seit« 7 „DU StUntnt" erscheint, nächste Woche wegen der Feiertage in verstärktem Umfang nur einmal. Sie vnrd den Abonnenten Mittwoch früh zugestellt, während sie im Straßenverkauf schon Dienstag abends zu haben sein wird. Das Luftschiff des König Salomo Das Britische Museum in London besitzt eine alt - äthiopische Handschrift, „Kebra Nagast“, die auch von der Königin von Saba erzählt. In dieser Handschrift findet sich folgende merkwürdige Steile: „König Salomo schenkte ihr (der Königin) unter anderem ein Schiff, in dem man durch die Luft reisen konnte, und das Salomo durch die ihm von Gott eingegebene Weisheit erbaut hatte.“ Damit scheint zumindest die textliche Existenz eines von Ktfbig Salomo gebauten Luftschiffes nachgewiesen; es hat offenbar zu den Geschenken gehört, die Salomo der Königin bei ihrem Gaetbesuch darbrachte, von dem im Zweiten Buch der Chronik erzählt wird. Sie gab ihm damals Rätsel auf, und wenn uns mit dem Bericht des alten äthiopischen Textes ebenfalls ein Rätsel aufgegeben wird, so können wir es wohl damit lösen, daß der Wunsch, zu fliegen, der Vater dieses salomonischen Geschenkes gewesen ist; und dieser Wunsch ist so alt wie die Menschheit selbst. Jüdische Künstlerspiele Die für Samstag angesetzte Premiere von „Schlojme Salmen Piewtechik“ mußte auf Samstag, den 3. Oktober 1936, verschoben werden, da die neuverpflichteten Stars David Seid ermann und Chana Le rn e r wegen der Hohen Feiertage aus London nicht rechtzeitig zu den Proben eintreffen konnten. Die Eröffnungsvorstellung der „Jüdischen Künstlerspielo* (im Theater Reklame., LI., Praterstraße 34) verspricht ein künstlerisches und gesellschaftliches Ereignis zu werden. Der Kartenvorverkanf wurde bereite eröffnet. Beh konz. Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kau| und Verkaul von Realitäten, Hypotheken I., II. und III. Sätze, Bau- und Zwlschenkredlle Gebäudeverwaltung üt Büro« Franz-Jose|s-Kal 11 lei. R-25-0-44 Wohnung: II.. Vorgarfenslr 150, lei. R-41-8-88 FILME Filme ohne Arier*Paragrapb Lunl-Park. — Chikago-Gangster. — Kein Weg zurück. — Singing Kid. — Rosemarie. — Metropolitan. — Bankräuber in U. S. A. — Sie heiratet ihren Chef. — Kaiser Jones. — Die nlsel der Haifische. — Romeo und Julia. — Liebe vor dem Frühstück. — Der König der Frauen. — Under two Flags. — Der Liebling der Frauen. — Die Botschaft an Garzia. — Amateur-Gentleman. — Mr. Deeds geht in die Stadt. — Ein Schrei in der Nacht. — Luxuskabine 50 B. — Der kleine Rebell. — Peter Ibbetson. — Schwester Florence. — Fräulein Lilli. — Küß nicht im Kino. — Der chinesische Spürhund. — Taraß-Bulba. — Hetene. Heute; „Fräulein Lilly“ mit Franziska Gaal Im Apollo. Heute erscheint im Apollo der neue Franziäka- Gaal-Film „Fräulein Lilly“ Franziska Gaal spielt eine Verkäuferin in einem Juwelengeschäft. Die Handlung spielt in Wien— Genuar—Ventirniglia—Monte Carlo. Die männliche Hauptrolle spielt Hans Jaray, das komische Fach vertritt Szöku Szakal, Heute: „Helene“. Heute erscheint der Film „Helene“ nach dem berühmten Roman „L’Ordonnance“ von Guy de Maupassant. Regie: V. Jurjanskv. Hauptrollen spielen Marcelle Chantal und George Rigaud in der französischen Originalfassung im Rotenturm- und Schottenrdng-Kino, deutsche Version Kino-Lustspieltheater. Heute: „Küß nicht Im Kino.“ Heute erscheint das Lustspiel „Küß nicht im Kino“ (One rainy afternoon) mit Frances Lederer und Ida Lupino im Burg-, Imperial-, Stafa- und Votivparkkino. Dienstag: „Tarass Bulba“. Dienstag, den 29. d., findet im Schweden -Kino die Uraufführung des Großfilms „Tarass Bulba“ statt, der nach dem gleichnamigen Roman Gogols von Alexis Granowsky inszeniert wurde. Den alten Reiterführer Tarass Bulba spielt Harry Baur. Freddie Bartholomew als „kleiner Lord“. Für die Rolle des „kleinen Lords“ in der Verfilmung des Romans von Buraett konnte es nur eine Idealbesetzung geben: Freddie Bartholomew, den Liebling von fünf Weltteilen). Dolores Costello-Barrymore spielt seine Mutter („Dearest“), C. Aubrey Smith den mürrischem Großvater, der durch den kleinen Gentleman zu einem anderen Menschen wird. PENSION ECKSTEIN-Semmering neu renoviert Caf6 Buchsbaum. Samstag, den 19. d., fand die Wiedereröffnung des nach Plänen der Architekten Ing. Rindler und Ing. Schleien vollständig renovierten Kaffeehauses statt. Prominente Persönlichkeitendes öffentlichen Lebens und ein zahlreiche« Publikum waren erschienen. Allgemeine Bewunderung fanden die sowohl technisch wie künstlerisch vorbildliche Inneneinrichtung, die luftigen Räume und der prachtvolle Saal für Klubs und Vereine. Das vornehme und sehenswerte Kaffeehaus wird jetzt den Mittelpunkt familiärer und gesellschaftlicher Zusammenkünfte bilden. Prof. Josef Zimbler übernimmt noch' einige Schüler für Violinunterricht und Kammermusik, IX., Hahngasse 31, Telephon A 12-8-28. Wir machen unsere geech. Leser auf das Inserat der renommierten Buchhandlung Rath & Oie, H., Taborstraße 20a, besonders aufmerksam. Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat!) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher erhältlich sind. Reichhaltiges Lager antiquarischer Lehrbücher zu sehr ermäßigten Preisen. Leihbücherei eröffnet. Gebühr 10 Groschen pro Tag. Keine Nebengebühren! Für Anfragen Tel. R 444-20. i > - j ^.j i_i;.; [IKOEK-STIA\A\e Jom Kififiur Jom Kippur! Stiller Tag der Weihe, Wo Speis und Trank Man sich versagt, Begangnes Unrecht Tief beklagt Und jeder fleht: O Herr, verzeihe! Du Richter über Tod und Leben! Lass* enden doch Der Menschen Streit, Daß zur Versöhnung sie bereit und mild gleich Dir Die Schuld vergeben ... Der zweite Brief Kfar Saba, 27. Elul 5696. Liebe Dodah Lilli! Was ich Dir heute schreibe, wollte ich Dir schon voriges Mal schreiben, aber es ging mit der Zeit nicht aus. Und heute wollte ich davon eigentlich nicht gern mehr sprechen — aber weil Du mir immer alles' und ganz wahr berichtest, will ich nicht schäbig sein — und erzähle es Dir. Also — Josef konnte wegen seiner wehen Hand mehrere Wochen keinerlei Arbeit verrichten und auch nicht schreiben. Und es waren schon viele Wochen seit der Geschichte mit dem Autotrain vergangen >— da haben wir einmal alle eine wichtige Hausaufgabe recht nachlässig gemacht. Da ist unsere Lehrerin diesmal sehr böse geworden und hat gesagt: „Ihr müßt diese Aufgabe ijoch einmal machen und Eure heutige dazu, und es gibt für niemanden eine Ausnahme.“ Wir waren alle wütend, denn die Aufgabe war sehr lang. Und da meldete sich Josef und sagte: „Ich kann die Aufgabe noch nicht machen.“ In der Pause, die gleich darauf kam, sagte Nachum: „Der Josef nützt das mit seiner Hand aus, daß er die Aufgabe nicht schreiben muß.“ Josef machte ein eigenes Gesicht und sah zu Bodon und schwieg und wir dachten in diesem Moment alle: Vielleicht hat der Nachum nicht so Unrecht. Dann war wieder Unterricht und wir eilten nach Hause, um die lange Aufgabe zu machen. Aber seit dem Tage sprach Josef kaum mit uns und das ärgerto uns noch sehr, denn warum? Wenn sr unschuldig war, hätte sr ja dem Nachum den Mund stopfen können — anstatt zu schweigen — und bei unserem Schülerrat hatte er sich auch nicht beschwert... So trotzten wir in unseren Herzen mit ihm und er sagte kein Wort. Da war es gerade an dem Tage, als ich Dir geschrieben habe, da erzählte uns unsere Lehrerin: „Jetzt kommt das neue Jahr, meine Kinder, da kommen all Eure guten und schlechten Taten vor Gott, welcher sie abwägt und sein Urteil dann in ein großes Buch einschreibt, in das ,Buch des Lebens'. Nun benützet diese Zeit, daß alles Schlechte, was Ihr in diesem Jahre getan habt, durch Euren guten Willen und Eure Reue gesühnt wird, wenn Ihr es schon nicht ungeschehen machen könnt. Ich weiß ja, meine Kinder, daß Ihr alle das Gute tun wollt, aber wenn Ihr nun doch etwas Schlechtes begangen habt, oder auch nur versäumt habt, Eure Pflicht zu tun, so hört nun auf die Mahnung: Säumt nicht länger, alles gut au machen. Es kommt der Gerichtstag.“ Und dann sagte noch unsere Lehrerin, das habe ich mir sehr gut gemerkt, weil ich es sehr wahr finde: wir sollten eigentlich jeden Tag so leben, daß jeder nächste Tag Gerichtstag sein könnte, denn an jedem Tag kann es Gott gefallen, uns zu sich zu rufen, aber weil wir doch noch nicht ganze Menschen sind, hat uns Gott eine strenge Mahnung gegeben: Den Jom Kippur — um es. uns zu erleichtern, das gut zu machen, was wir während des ganzen Jahres versäumt haben. Wie unsere Lehrerin das sagte, hatte sie selbst Tränen in den Augen und wir waren sehr still. Und als ieh dann über meine Handlungen nachdachte, fiel mir auch mein Trotzen mit Josef ein. Ich fühlte es plötzlich sicher: Nachum hatte nur aus Ärger ihn verdächtigt und Josef hatte geschwiegen, weil ihm unser Zweifel so weh tat und ihn beschämte. Warum hatte eigentlich-keiner für ihn.gegesprochen? Und warum nicht ich? Waren wir denn alle Feiglinge geworden wegen eines Ärgers? Ich rannte in Josefs Haus, um ihm mit meinem ganzen Herzen zu sagen, wie leid es mir tue. Wie ich in seine Stube kam, war ich aber nicht allein; es kamen viele Kinder aus unserer Klasse, die wie ich gedacht hatten. Josef sagte immer wieder: „Sprecht nicht mehr davon, ieh habe es schon vergessen.“ Wir waren alle sehr glücklich. Ich hin froh, daß wir solche Feiertage haben. Deine Ahuwah. Nachdruck verboten! UtlU sfUden und lernen dabei etwas Hebräisch v. Lilian Grünwald. 7. Spiel; Tiger und Lamm A. Zuerst lest ihT euch den hebräischen Text einigemal durch. Text II Imah! Irnah! Böi nah, böi nah! Isri nah li, isrx nah! (Wer nicht gut Hebräisch lesen kann, liest den Text Nr. 2 und achtet darauf, daß im Hebräischen meist die letzte Silbe betont wird. Wo dies nicht der Fall ist, wird die betonte Silbe durch ein darüber gedrucktes A gekennzeichnet.) B. Dann werden zwei Kinder, ein Tiger und ein Lamm, ausgezählt. O. Dann wird festgesetzt, wie viele Male das Lamm um den Kreis laufen darf, was sich nach der Größe des Kreises richtet. Text I 1KJ 'X13 -KJ ^13 'HP X3 HP Text III Mama! Mama! Komm’ doch, komm’ doch! Hilf mir doch, hilf doch! Ein Kind ist der Tiger, ein anderes das Lamm, die anderen Kinder bilden zwei Reihen und stellen sich so auf, daß eine ziemlich breite Gasso entsteht. An dem einen Ende der Gasse steht das Lamm und ruft (siohe Text I). Da kommt der Tiger beim anderen Endo der Gasse herein. Die Kinder stellen nun dem Tiger eine Falle. Die beiden Reihen reichen einander fest die Hände und schließen den Tiger in den Kreis ein und versuchen, ihn nicht aus den Kreis zu lassen. Einstweilen läuft das Lamm, weiter rufend, außen um den Kreis. Wenn es fünf oder sechsmal herumgelaufen ist (siehe C), hat es gewonnen und darf noch einmal Lamm sein. Der* Tiger aber muß in die Reihe zurück und ein anderes Kind wird zum Tiger gemacht. Rätseledce Seht euch das Brustbild gut an! — Der Mmn ist der erste gewesen, der diese Würde im Judentum bekleidet hat. Bildratsei Biblisches Rätsel Etwas für unsere bibelfesten Kinder zum Nachdenken 1. Wer allein hatte das Recht, einmal im Jahr das Innere der Stiftshütte zu betreten? Briefkasten Graz, Direktor I. Steiner. Wir danken dem freundlichen Einsender für seinen Beifall und seinen Beitrag, den wir nach Maßgabe des uns zur Verfügung stehenden Raumes gern bringen werden. — Hanne Kl. Ja, schick* uns nur dein lustigstes Ferienerlebnis! JÜDISCHER KALENDER 25. Sept bis 1. Olt 1036, 9. bis 15. Tlsdirl 5097 Freitag (25.) Erew Jom Kippur 5£0 Samstag (26.) Jom Kippur 622

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