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Die Stimme · 1936-09-25 · Heft 583 (25.9.1936) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 583 (25.9.1936)
Date
1936-09-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 583 — Wien, Freitag, 25. September 1936 DIB BTIMMI Sotto 3 mmtEvmn ©ajm mm uökiiuwaii nLuslUp’id l von «Duttslaus Va d nal und Stefan. Bekefpy. ad e a t e; « RobertU/ohlrnutfi « M u s l *.« Frit? SpietmAHvt Stepkai't' \AJelss Barbara 8o r*£- Ein OpM«f?lw\ Im Kiba-UrUtk APOLLO TE L E PHON A 34'5'50*BEölNN<y45-?-ÄlO Meir Dizengoff gestorben Tel-Awiw, 23. September. (2. T. A.) Am 23. September, 4 Uhr 20 morgens, ist Meir Dizengoff, Bürgermeister von Tel-Awiw, an einer, schweren Lungenentzündung gestorben. Die Bestattung findet Donnerstag, 24. September, in Tel-Awiw statt. Meir Dizengoff wurde 1861 in Akimowzi (Bessarabien) geboren. Während seiner Studienzeit in Odessa wurde er wegen Teilnahme an „staatsfeindlichen“ Bestrebungen — in Wirklichkeit kämpfte er gegen die Pogromumtriebe der Schwarzen Hundert — •verfolgt. 1882 schloß er sich den Chowewe Zion an, seit 1891 vermittelte er in Paris zwischen den dortigen Chowewe Zion, insbesondere Michael Erlanger und Grand Rabbin Zadoc Kahn, und den russischen Vereinen. Dem politischen Zionismus schloß er sich bald nach dem Auftreten Herzls an. 1905 machte er auf seiner zweiten Palästinareise bei Jaffa die ersten Bodenkäufe für die „Ge-ulla“ und die „Aohusat Bajjt“, 1906 legte er auf diesem Boden den Grundstein für Tel-Awiw. Tel-Awiw wurdo als modernes Vorstadtviertel von Jaffa nach den Plänen des Baurates W. Stiaßny (Wien) gegründet. Durch Erwerbung weiterer Bodenflächen entstanden dann die Viertel Nacliath Benjamin und Chewrah Ohadaschah. Dio Bodenfläohe stieg von 109 Dunam im Jahre 1914 auf 991 Dunam und die Einwohnerzahl betrug in diesem Jahre 531 Seelen. Die Gründung Tel- Awilwis war nur durch ein Darlehen des Keren Kajcmeth möglich gewesen. Im Weltkrieg wurde der kleine Jisohuw in Palästina durch die Grausamkeiten des türkischen Befehlshabers D j e in a 1 Pascha fast vernichtet. Damals war Dizengoff Präsident des Rates von Tel-Awiw. Auf sein Betreiben wurde, als Ernährungsschwierigkeiten auf traten, ein Hilfskomitee (Waad Hakalat Hamaschber) gegründet. Es wurden Gemeinschaftsküchen errichtet, und die Farmen des K. K. L. stellten. Getreide ohne grejsaiilsfihlag; gui; Vs^ügung, Dizengoff! persönlichem Mut und seiner Tatkraft war die Erhaltung Tel-Awiws zu verdanken. Im Jahre 1921 wurde Tel-Awiw von Jaffa abgetrennt und zur selbständigen Stadt erhoben. Dizengoff war mit einer dreijälirigen Unterbrechung ihr Bürgermeister. Im Jahre 1931 hatte Tel-Awiw 46.000 Einwohner, heute an die 150.000 Einwohner. Unermüdlich war Dizengoff für die Entfaltung der Stadt tätig, die heute die einzige hundertprozentig jüdische Stadt Erez Israels und das Zentrum der hebräischen Kultur ist, deren erster Förderer Dizengoff war. Lloyd George hat Dizengoff vor einigen Jahren in einem Briefe das „Oberhaupt des Nationalheims“ genannt und Nahum Sokolow hat ihn mit Haußmann, den Schöpfer von Paris, verglichen. Dizengoff, der erste jüdische Bürgermeister Palästinas, hatte mit der Stadt, die seine Schöpfung war, vieles gemein: unerschöpfliche Energie und Initiative, Optimismus und hohen Glauben an die Zukunft. Die geistige Physiognomie Dizengoffs war nicht nur die eines Individuums, sondern eines Kollektivs, er repräsentierte das ganze Erez Israel. Die Stadt Tel-Awiw ehrte ihn bei Lebzeiten wie einen geliebten Vater. Wenn er hoch zu Roß daherkam — er war ein passionierter Reiter — jubelte ihm jung und alt zu. Zu seinem 70. Geburtstag wurde beschlossen, einen Stadtpark nach ihm „Gan Meir“ zu nennen. Anläßlich des 25jährigen Stadtjuibiläums wurde eine Straße nach ihm benannt und das Andenken seiner vor ihm verstorbenen Gattin ist im Sina-Dizengoff-Platz verewigt. Dizengoff war nicht allein eine der populärsten und verehrtesten Figuren des jüdischen Palästina, sondern er wurde auch das „Gewissen des Jisohuw“ genannt, weil er immer, wo das jüdische Palästina in Not und Bedrängnis war, an das Gewissen der Judenheit und der Welt in wirkungsvoller Weise appellierte und stets mit größter Offenheit dem englischen Regime in Palästina entgegentrat, wo dieses seiner Pflicht zur Förderung des Jüdischen Nationalheims nicht nachkam oder gar dem Aufbau des Nationalheims hindernd in den Weg trat. Erst vor wenigen Wochen hatte er in einem offenen Schreiben an High Commissioner Sir Arthur Wauchope in stolzer und zugleich ergreifender Weise den Gefühlen der palästinensischen und der Weltjudenheit angesichts des grausamen Blutvergießens und der Vernichtung jüdischer Arbeit durch die arabischen Terroristen und der laxen Haltung der britischen Administration gegenüber diesem Vernichtungswerk Ausdruck gegeben und zugleich vor der, damals in drohende Nähe gerückten, Sperre der jüdischen Einwanderung schärfsten« gewarnt. Der Brief Dizengoffs wurde von den jüdischen und einem sehr großen Teil der nichtjüdischen Zeitungen in Europa und Amerika gebracht und war nicht ohne Einfluß auf die weitere Gestaltung der englischen Politik in Palästina. Erst vor wenigen Tagen richtete Dizengoff einen Appell an den neuen Kommandanten der englischen Truppen, Generalleutnant Dill. Die Aufregungen der letzten Monate haben Dizengoffs Gesundheit vollkommen erschüttert. Nun ist er ins Grab gesunken und daß ganze jüdische Volk trauert um einen seiner besten Söhne. Der Zionistische Landesverband für Richtige Einkaufstelle für (HULBOCHER für alle Lehranstalten. Reichhaltige Auswahl antiquarischer Lehrbücher zu mäßigen Preisen. Einkauf, Verkauf u. Umtausch Antiquariat Herrn. T UCHNER WIEN, II., ECKE TABORSTRASSE 52 FÜR AUSKÜNFTE: TEL. R 41-4-20 ZUFRIEDENSTELLENDE BEDIENUNG Österreich hat der Stadtgemeinde Tel-Awiiw telegraphisch eine Bedleidsktmdgebung übermittelt. * * * Auch die Wiener Kultiißgeme iniclo ha! in einem hebräischen Telegramm der Stadt Tel-Awiw ihr Beileid ausgedrückt. amssm REGELMÄSSIGE EXPRESS- UND POSTLINIEN NACH ÄGYPTEN - PALÄSTINA - SYRIEN * INDIEN - OSTASIEN GRIECHENLAND - TÜRKEI * LEVANTE - SCHWARZES MEER GESELLSCHAFTSREISEN IN VORBEREITUNG: ÄGYPTEN (KAIRO-LUXOR-ASSUAN), DEZEMBER 1936 INDIEN, DEZEMBER-JÄNNER 1936/37 Auskünfte: LLOYD TRIESTINO, Wien, I., Kärntnerring 6, und alle Reisebüros Neue Araber-Taktik: Terror gegen alle Jerusalem, 23. September. (JTA.). Die arabische Terrorwelle in Palästina ist in den letzten zwei Tagen wieder angestiegen; die Terroristen scheinen zu einer neuen Taktik übergegangen zu sein, die sich darin äußert, nicht mehr allein Juden und Engländer, sondern auch Araber zu Opfern zu wählen. In der Nähe des Jerusalemer Zentralgefängnisses wurde eine Bombe geschleudert, die ungeheure Verwüstungen anrichtete. Zwei arabische Knaben und ein erwachsener Araber wurden auf der Stelle getötet. Die Täter entkamen unerkannt. In dem Wald der Palestine Jewish Colonisation Association (Pica) wurde ein arabischer Wächter ermordet. Die Polizeistation in Beisan ist von arabischen Terroristen schwer beschossen worden. Eine Garage in der Stadt wurde in Brand gesteckt. Bei Jagur wurden tausend Bäume ausgerodet. Bei Tulkarem wurde ein Lastauto des Regierungsdepartments für öffentliche Arbeiten von bewaffneten Arabern aufgehalten und verbrannt. In dem Araberdorf Lifta bei Jerusalem wurde auf Anordnung der Militärbehörden ein Haus zur Vergeltung für den gestrigen Angriff auf das Jüdische Altersheim in Jerusalem nieder- IN BERUF UND SPORT sich frisoh und ausdauernd zu erhalten, gibt es nichts Besseres als ständige Körperpflege. 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Modernes Sortiment und Antiquariat JUDAICA UND HEBRAICA Die schönsten Bar Mizwah-Geschenkel Brutale Ermordung eines luden Der 34jährige Hiah Dehan, ein gebürtiger Palästinenser, der als Wächter im Pica-Wald in der Nähe von Tiberias angestellt war, wurde am frühen Morgen tot aufgefunden. Sein Kopf war auf brutalste Weise eingeschlagen worden. Syrische Briganten desertieren Arabischen Quellen zufolge ist eine Anzahl von syrischen Briganten, die sich den palästinensischen Terroristen angeschlossen hatten, nach Syrien zurückgekehrt, sowohl wegen Ihrer schweren Verluste als auch wegen der Differenzen, die sich zwischen ihnen und den palästinensischen Arabern entwickelt haben. Andererseits wird berichtet, daß eine Anzahl anderer Banditen aus Syrien weiter in Palästina eintreffen, um sich den Terroristen anzuschließen. Die Flüchtlinge in Jaffa Über 10.000 Seelen waren in den Tagen der Unruhen gezwungen, Jaffa zu verlassen. Die meisten von ihnen gehören orientalischen Gemeinden an. Diese Kreise hatten überhaupt keine direkte Berührung mit dem jüdischen Aufbauwerk und lebten in trauriger Unwissenheit dahin. Nach Prüfung der Frage stellte sich heraus, daß man diese Flüchtlinge nicht nach Jaffa zurückschaffen kann, nicht bloß wegen der ihnen drohenden Lebensgefahr, sondern auch wegen der vitalen Notwendigkeit, sie aus der geistigen und moralischen Atmosphäre der arabischen Stadt herauszubringen. Von den 10.000 Flüchtlingen hat eine gewisse Anzahl in Tel-Aviv seihst Arbeit gefunden. 500 Familien oder etwa 3000 Seelen kommen für das Werk der Wohnungsbeschaffung in Betracht. Es ist nicht möglich, sie konzentriert an einem bestimmten Punkt imterzubringen, weil der KKL hiefür keine große, zusammenhängende Fläche besitzt. Anderseits ist eine solche Konzentrierung auch nicht erwünscht, weil es schwer sein würde, für eine so große Zahl von Familien, die an einer Stelle zusammenwohnen, neue Verdienstmöglichkeiten zu finden. Nach dem von den mit dieser Frage beschäftigten Institutionen ausgearbeiteten Plan sollen die Flüchtlinge auf vier Zentren verteilt werden: sie kommen nach Baith w‘Gan im Süden von Jaffa, an einen anderen Punkt südlich von Petach Tikwa, einen weiteren westlich von Nachlath Jehuda und schließlich in die Nähe von Gan Chaim bei Kfar Saba. Alle Böden, die das Komitee erwirbt, werden an den KKL übergehen. Der Keren Kajemeth seinerseits wird in den Bodenerwerb einen Betrag investieren, der seinem Anteil an der Aktion für konstruktive Hilfe entspricht, die jetzt im Lande zum Abschluß gelangt. RESTAURANT STEFANIE ittfD II., Taborstraße Nr. 12 Hugo und Julie Herlinger, geb. Zöllner Bekannt gute Küche / Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung ' Zeitgemäße Preise! Reichhaltige billige Menüs sowie alle Spezia*! ’itäten ' Schöner schattiger Garten j Es geht um Ihr kostbarstes Gut, „Ihre Augen“! 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