Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 581 (16.9.1936)
- Date
- 1936-09-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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; Nr. 581' — Wien, Mittwoch', 16. September 1936 DIB STIMME Bell« 5 RESTAURANT STEFANIE "W: H», Taborstraß« Hr. 12 Hugo und Julie Hetlinger, geb. Zöllner; Bekannt gute Küche Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs sowie alle Spezialitäten ' Schöner schattiger Garten Allgemeine Versicherungs- Gesellschaft „Phönix“ Die 76. Generalversammlung der Allgemeinen Vensioherangs-Gosellsohajft „Phönix“, die unter dem Vorsitz des Präsidenten Ingenieur Erich Heller abgehalten wurde, hat beschlossen, gemäß den am 22. April gefaßten Beschlüssen des Verwaltungerates alle im Jahre 1936 aus deT Verbindungmit der Löbemß Versicherungs-Gesellschaft „Phönix“ entstandenen Verluste schon zu Lasten des Geschäftsjahres 1935 zu verrechnen, ferner das Aktienkapital von 7 Millionen auf 4 Millionen Schilling herafozusetzen unter gleichzeitiger Neu auf- . fiilluug auf wiederum 7 Millionen Schilling, die durch Ausgabe neuer 7500 Aktion zum Nennwert von 400 Schilling erfolgt, welche mit einem Agio von 33V» Prozent ausgegeben werden. Das aus der österreichischen Creditunstalt - Wiener Bankverein, der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft und der Assicurazioni Generali bestehende Garantiesyndiikat hat den Gegenwert der neu auszugebenden Aktien samt Agio bereits cingezalilt. Die Einzahlung ist gleichfalls bereits in deT Bilanz 1935 verrechnet. Der Agioertrag von 1 Million Schilling wurde der Kapitalsreserve zugeführt. Die gesamte Prämieneinnahme der Gesellschaft belief sich auf 47,853.767-07 Schilling, die Prämieneinnahme für eigene Rechnung auf 24,158.461-41 Schilling; au Schäden wurden bezahlt, 'beziehungsweise rückgestellt, 22,469.210-02 Schilling, wovon 12,698.732-47 Schilling die eigene Rechnung betreffen. An Gebühren wurden 893.503-16 Schillingvereinnahmt. Die Kapitalsanlagen ergaben ein Erträgnis von 1,122.806*74 Schilling, An elfte Juden Wien«! Das Aktionskomitee der zionistischen Bewegung und die Jewish Agency haben einmütig beschlossen, einen Appell an das jüdische Volk zu richten, ihnen die dringend notwendigen Mittel zur Sicherung des Jischuw und zum Wiederaufbau Palästinas zur Verfügung zu stellen. Über die nächste Zukunft von Erez Israel Ist noch keine Entscheidung gefallen. Noch wütet dort unvermindert der arabische Terror und fordert Blutopfer auf Blutopfer. Mehr als 80 jüdische Menschen sind bisher auf der Wallstatt für Freiheit und Recht des Jl- 8chuw geblieben. Dazu kommen die furchtbaren Verwüstungen, welche von arabischen Banditen an Siedlungen und Pflanzungen verübt wurden und noch immer verübt werden. In bewunderungswürdiger Haltung haben unsere Brüder in Erez Israel dieses Unglück bisher ertragen; nicht einen Augenblick haben | Herbstneuheiten In allen Modefarben Schilling 9'80f 12'-, 15'- Felnster Haarfilz 19'-, 23’-, Biber 28'- II., Taborstraße 39 XIV., Sechshauserstraße 39 XVII., Kalvarienberggasse 34 48 Stunden Arbeit in welchem Beruf immer, das ist eine ganze Woche einseitiger Betätigung. Diese einseitige Betätigung führt zu erhöhter Ermüdung der bei der Arbeit besonders beanspruchten Körperpartien, aber auch zur Erschlaffung der rainderbeansprucliten. Sport und Natur sind der gebotene Ausgleich, ebenso der Gebrauch von DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Tägliche Massage mit DIANA erfrischt, regt den Blutkreislauf an, erhöht die Spannkraft. Gleich wertvoll zur Mund- und Haarpflege Verlangen Sie ausdrücklich „DIANA“ Weisen Sie minderwertige Nachahmungen lurück. In jedem besseren Geschäft erhältlich j sie ihre Sicherheit verloren, sondern stehen aufrecht und voll Zuversicht auf ihrem Posten und vertrauen darauf, daß ihnen die Zukunft gehört. Ungeheure Opfer haben unsere Brüder in Erez Israel gebracht. Opfer an Blut und Leben, an Gut und Vermögen. Dafür sind wir in der Galuth ihnen Dank schuldig. Wie können wir ihnen diesen unseren Dank abstatten? Haben unsere Brüder in Erez Israel ihr Leben und ihr Eigentum hingegeben, um das Aufbauwerk zu erhalten und die neu gewonnene Heimat zu schützen, bleibt uns in der Galuth nichts anderes übrig, als ihnen mit Geld zu Hilfe zu kommen. Große Summen sind nötig, um den Widerstand unserer Brüder in Erez Israel ungeschwächt zu erhalten; nicht allein, um die schweren Schäden irgendwie wieder gutzumachen, sondern' auch, um unseren Brüdern die: Mittel -zur weiteren Verteidigung bereitzustellen, insbesondere aber auch, tun gegenüber England und den übrigen Mächten der Welt unsere rechtliche und politische Stellung in Erez Israel zu verteidigen und zu sichern. Jedermann wird einsehen, daß diese Aktionen ohne Geld nicht durchzuführen sind, ob es sich nun darum handeln möge, die jüdische Hiifspolizei zu bezahlen und die Haganah aufzustellen und zu erhalten, oder um in aller Welt durch diplomatische Interventionen das jüdische Recht zu Geltung zu bringen. Darum rufen wir euch Juden der Diaspora in diesem kritischen Augenblick auf: Ein jeder für sieh zum Fluß, und unten treffen sieh alle. Die Polizei merkt es und treibt uns fort. Wir rennen, was wir können, wir erhitzen uns und laufen, vor Schweiß triefend, in die Mikwe, uni uns abznkühlen... Ich war aber immer schwächlich und bekam davon eine Lungenentzündung. Mit Gottes Hilfe wurde ich gesund, aber ein Andenken blieb mir zurück: mein Husten. Wenn er mich heimsucht, bin ich an allen Gliedern zerschlagen. „. Es kommt a.uoh vor, daß or mich gleich nach dom Segensspruch befällt! Was »oll ich tun?! Der Scholar zittert in meiner Hand wie ein Fisch im Wasser, und ich kann ihn nicht an die Lippen bringen ... Bringe ich ihn an den Mund, so klopft or an die Zähne... Aber ich habe auch ganz andoro Geschichten erlebt!.. „Auch Störungen?“ „Und ob! Dem Gotteshauso gegenüber wohnt ein Goj und er hält sich einen Hund. Und dieser Hund bellt, sobald es ihm paßt... Und wenn er bellt, muß ich mit dem Blason warten... Manchmal bellte er eine ganzo Stunde und auch zwei Stunden, wie wenn er einen böson Geist aus sich herausstoßen wollte, und ich maißto so lange warten... Am Rösch Haschanah worden bei* uns dio Manöver aibgehalton. Es kommt vor, daß das Militär mit Musik durch die Stadt zieht... Dio Mossingtrompoten dröhnon, die Erde zittert. Dio Häuser beben, die Fensterscheiben klirren — und da soll oiner Schobt r blasen! Vor einigen Jahron gab es just um dies»? Zeit einen Brand in der Hintergassol loh muß gerade /Truolr blasen, — m gelingt mir sehr gut! Da fährt aber dio Feuerwehr mit ihrem Getute mitten hinein! Glaubst du, daß die Leute ruhig sitzen blieben? Nein, sie liefen gleich alle hinaus, um die Feuersbrunst zu sehen... Und ich blieb ganz allein mit den Dajen, mit dem Gebetbuch und mit dem Scholar... Vor drei Jahren habo ich aber etwas viel Ärgeres erlebt... Ich muß gerade jSciliworinP blasen, es kommt so schön trillernd aus dem Scholar und bebt vor lauter Gottesfurcht... Plötzlich ertönt draußen ein Pfeifen, ein Johlen, ein Klirren — die PogTonibande ißt auf dem Markte erschienen! Schöpfer der Welt, das gab einen Schrecken ... Die Leute wollten davonlanfen, sie drängten sich zu der Türe und zu den Fenstern. Damals lebte aber noch der alte Row, sein Andenken zum Segen... Ein kleines, dürres Männchen,, aber doch ein. Row! Er sprang auf eine Bank und schrie: ,Bloiibt!‘, und die Gemeinde blieb stehen. ,Schließt die Tiiro und die Fenster!4 Und man folgte ihm! Es war so Auster... Nur wenige Lichter brannten auf dem Tisch und schreckliche Schatten bewegten sich an den Wänden... Ein Grauen befiel alle, nur dor Zacklik allein blieb ruhig! ,Blase!4 befiehlt er mir. Und ich blies! Meine ganzo Seele legte ich hinein! Den Satan habe ich vielleicht vertrieben“, fügt er mit oineni traurigen Lächeln hinzu, .aber dio Pogrombando nicht! Ein Trümmerhaufen blieb vom Städtchen übrig! Wer kann auch mit ihnen fertig worden? Wer kann sie vertreiben? Höchstens der Scholar des Messias!“ Gebt mit offenen Händen euren Beitrag dem außerordentlichen Fonds für Sicherheit und Wiederaufbau von Erez Israel und zahlt auf diese Weise eure Dankesschuld an unsere Brüder im heiligen Lande! Helfet mit nach euren besten Kräften, ihre Widerstandskraft zu stärken! Es wäre eine unauslöschliche und nie wieder zu tilgende Schmach, wenn jetzt die Juden der Diaspora die Brüder in Erez Israel im Stiche ließen! Eine Welt von Feinden steht gegen das jüdische Volk. Beweiset, daß es fähig ist, seinen besten Teil — den Jischuw in Erez Israel — zu schützen! Wien, im September 1936. Zionistischer Landesverband für öster- . reich Zion. Organisation Binjan Haarez Verband Radikaler Zionisten Judenstaatspartei Misrachi, Landesverband für Österreich Für die Einheit des Jischnw Der Vorstand der Zionistischen akademischen Gesellschaft Te 1 - A v i v sendet uns die folgende Entschließung, die in seiner letzten Sitzung einstimmig angenommen worden ist: „Die Zionistisch-Akademische Gesellschaft in Tel-Aviv stellt fest, claß sie eine der letzten Organisationen im Jischuw ist. in der noch Mitglieder der alten lind Mitglieder der neuen Zionistischen Organisationen um einen Tisch sitzen. Die Z. A. G. fühlt deshalb die Verantwortung, in diesem entscheidenden Augenblick, zur ' Einigung zu rufen. Organisationen, die parteimäßig gebunden sind, scheuen sich, diesen Ruf lautwerden zu lassen; sie fürchten zu hohe Forderungen'von der Gegenseite und fürchten aus den eigenen Reihen den Vorwurf der Schwäche. Wir in der Z. A. G. sind frei von solcher Furcht. Wir sprechen aus, was alle, alle fordern-wenn man sie einzeln h cr t. Wir verlangen von den zionistischen Führern, daß sie eine Plattform finden, dor alle Zionisten zustiinmen. Es ist jetzt nicht Zeit, die Forderung der einzelnen Parteien durohzusetzen. Wir wissen, daß jeder das Beste für den Jischuw, für den Zionismus, für die Judenheit will. Wir fordern von den Führern, daß sie clie gemeinsamen Gesichtsp u n k t e herausarbeiten und eine g emeinsame Aktion für den yor- 1 iegend en Aufgabenkrois schaffen. Wir senden diesen Ruf zur Sammlung zur Einigung an die jüdische Presse im Jischuw und rufen den Jischuw auf: Schließt euch mit allen Organisationen unser erFor der ung-a n!“ Kaufet SCHULBÜCHER neu und antiquarisch in der BÜCHERSTUBE RATH&Co. Wien, II., Taborstraße 20 a. Tel. R 45-305 Onkauf und Umtausch ant. Bücher zu höchsten preisen. Moderne Leihbibliothek. Alle Neui erscheinungen. MonatsgebUhr 1 S 3-10. Keine BandgebUhr, täg- * licher Umtausch oder MonatsgebUhr S 1*60 und 10 g BandgebUhr. Modernes Sortiment und Antiquariat JUDAICA UND HEBRAICA Die schönsten Bar Mizwah-Geschenkel Abschluß der Schekel-Aktion Die Lcmdesschekelkommission hat den Endtermin fiir die Schekel-Aktion 5996 mit 22. September, 12 Uhr mittags, festgesetzt. Schekelhefte, die bis zu diesem Termin nicht verrechnet werden, gelten als verkauft. Richtige Einkaufstelle für £CHULBPCHER fUr alle Lehranstalten, Reichhaltige Auswahl antiquarischer Lehrbücher zu mäßigen Preisen. Einkauf, Verkauf u. Umtausch Antiquariat Herrn. T UCHNER WIEN, II., ECKE TABORSTRASSE 52 FÜR AUSKÜNFTE: TEL. R 41-4-20 ZUFRIEDENSTELLENDE BEDIENUNG Stammt Heine ans Preßburg? Die Preßbuiger Zeitschrift „Judaica“ vor* üffentlieht Archivdokumente darüber, daß di Vorfahren Heinrich Heines zu Beginn des 18. Jahrhunderts als angesehene Familie in Preßburg lebten. Im Jahre 1693 erhielt clorfc Heines Ururgroßvatter mütterlicherseits, Simon Michel, der wahrscheinlich aus R a a b in Unn garn stammte, die Bewilligung zum Aufenthalt. Dreizehn Jahre später übersiedelte er nach’ Wien. Für die Verdienste, die er sich als Ar-* meelieferant in den Türkenkriegen erworben batte — aus dieser Zeit stammte auch sein. Vermögen — wurde er zum Vorstand der jüdischen Religionsgemeinschaft in Preßburg er* nannt. Er betätigte sich ’ als Förderer der Künste und Wissenschaften, sammelte Handschriften und künstlerische Gegenstände und nahm sich des jüdischen Schulwesens in Preßbürg an. Nach seinem Tode verarmte die Fa^ milie. Simon Michels Tochter, Sarah Lea, Heines Urgroßmutter, heiratete Lazar van Geldern in Düsseldorf. Dio Tochter ihres Sohnes, der Arzt war, hieß Fereira van Geldern, und deren Sohn war Heinrich Heine, SternWie Lehr-und Erziehungsanstalt I., Werdertorgasse 12, Tel.-U~28-1-97 Volksschule f. Knaben u. Mädchen (9 Uhr Schulbeginn) / Oeffentiichkeitsrecht / Hauptu. Fortbildungsschule, Tagesheim, Internat, Sport, Fremdsprachen, Musik Einschreibungen täglich von 10 bis 12 und 4 bis 6 Uhr;| DIE NEUESTEN Herbst^Modelle In reichster Auswahl, wie nie zuvor Alles nur Qualität (Bully itud Dornsehuiic) Außergewöhnliche Ausführung u. Formen In Herrnschuhen Die Arbeit des Keren Kajemeth Die Entscheidung naht: Die hohem Feiertage sind da, die Zionisten beweisen, daß sie die Kraft haben, da« jüdische Volk ernst- 1 i c h für Erez Israel zu interessieren. Jeder zur Thora Aufgeruf ftnei uß auch für den KKL spenden. Die T i s e h r i-A k t i o n ist ein vom K o nn groß dem KKL vorbehaltenes Monopol. Die S e p t e m b e r - B ii c h s en 1 e e r u n g findet in der Zeit vom 20. September bis 4, Oktober statt. Die Büchsenleerer sind im Besätze grüne» Legitimationen, die auf den Leerungslisten u f g o k 1 e b t sind. Unbefugte Sammler sind absolut abzuweisen. Zur Bestätigung der geleerten Beträge er* halten die Mitarbeiter erstmalig Bestä* tigungsbiichel. Die einzelnen Bestätigungen, die auf dio Büchsenöffnung geklebt werden, werden — ebenso wie der "Durchschlag — die Sprengelnummer tragen. Diese Büchel sind streng verrochenbar, Felix-Pollak-Gnrten. Auf diesen Garten sind eingegangen: in Budapest 61 Bäume, in Österreich durch Silberstern und Fischer 40 S, Siegfried Butterklee 2 Bäume. „Jung-WIZO-Mirjam“, Wien, zwei Bäume. * i ’WieaE. n TABORSTR.OA Telephon R 46-8-31 Ihre Bezirkssektion ruft Sie, sie braucht Sio zur Mitarbeit bei den Wahlen. Melden Sie sich sofort. Die Adresse der Sektion linden Sie guf SeitQ .7 dieses .Blattes. ISCHIAS-SCHHELLKUItEH seit 12 Jahren bei tausenden Kranken angewendetes Verfahren x. P. a. Auch Schlammpackungen, Bäder u. clektr. Behandlungen Neu t Kurzwellenbehandlung HEILANSTALT „THERMIA“ l.i Franz-Joeofa-Kal 1, Leiter Dr. Wolf Seiner Tel. 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