Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 580 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ITr. K8Ö — Wien, Freitag, tt. September 103# OIB STIMM« Seit« 5 RESTAURANT STEFANIE Taboritraß« Hr. 18 Hugo und Julie Herlinger, geb. Zöllner Bekannt gut« Küche , Gepflegt* Getränke Aufmerksamste Bedienung / Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs sowie alte Spezialitäten ' Schöner schattiger Garten Englische Judenheit im Abwehrkampf London, 8, Septemuber. (JTA.) Am Sonntag nachmittags fand im Hydo-Park die erste vom Aibwehrkomitee des Board of Deputier veranstaltete Volksversammlung unter freiem Himmel statt. Mit dieser Veranstaltung hat die öffentliche A toweh raktion des Board of Deputies gegen die in letzter Zeit gegen die englische Judenheit unternommenen Angriffe begonnen. Über 5000 vorwiegend niohtjüdiscitoe Zuhörer folgten den Ausführungen des Versammlungsleiters P. Horowitz und der beiden anderen Redner, Turner- Samuel und Captain Gerald S. S o m a n. Ivs wurde bekanntgegobem, daß nunmehr an jedem Sonntag solche Versammiiungen im Hycle-Pank stattfinden würden, bis die unprovozierte Kampagne gegen die englischen Juden a/wfihören werde. Nach den Ansprachen forderte der Vorsitzende das Publikum auf, Fragen zu stellen; es meldete eich jedoch niemand zum Wort. In den Reden wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Haßkampagne der Schwarzhemden und ähnlicher Körperschaften nur m dem Zweck geführt werde, um durch Aufpeitschung der Leidenschaften den Weg zur Macht zu finden. Besondere Kritik wurde an Sir Oswald M o & 1 e y geübt, der sich nicht scheue, jndenfeindiiehe Propaganda zu treiben, obwohl er eine Jüdin geheiratet hat. Unentbehrlich ist zur rationellen Körperpflege ein verläßliches Mittel. Dieses finden Sie in dem seit Jahrzehnten bewährten DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Beate* Einreibemittel, hervorragend zur Mund-, Zahn- und Rachenpflege aowie zu mannigfachen anderen Zwecken. ln Jedem besseren Geschäfte erhältlich. 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Der englisch-ägyptische Vertrag und Palästina Es wäre ein Irrtum, wollte man annehmen, daß der kürzlich zwischen England und Ägypten abgeschlossene Vertrag in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern nur gefühlsmäßig, nicht aber materiell eine neue Situation schafft, Vom ägyptischen Gesichtspunkt aus betrachtet, gibt der neue Vertrag Ägypten die Möglichkeit, von n/un an über alle seine Einwohner, auch über Ausländer, dio volle Jurisdiktion aiuszuüben. Ägypten kontrolliert nunmehr seine Polizei, es hat die Möglichkeit, neue Truppen, auch Marine und eine Luftflotte, in welcher Stärke immer aufzustellen. Der Vertrag beschränkt auch die Stärke der englischen Truppen im Lande und eröffnet die Aussicht aiuf ihren endgültigen Abzug. Schließlich erhält Ägypten einen Anteil an der Administration und der Regierung über den Sudan. Vom englischen Gesichtspunkt aus bedeutet der Vertrag: 1. Die militärische Okkupation ist zu Ende. England wird von nun an, wenn es Maßnahmen zur Verteidigung der britischen Interessen für geboten erachtet, nur im Einvernehmen mit der ägyptischen Regierung handeln können, von deren gutem Willen es abhängig sein wird. 2. Die britische Kontrolle über die ägyptische Polizei hat aufgehört. 3. Die britische Kontrolle über die ägyptische Armee hört auf. Die britische Militärmission wird zwar ihren Dienst weiter versehen, aber die ägyptische Armee wird nur mehr von ägyptischen Offizieren befehligt werden. Über Dienstzeit, Bewaffnung und Ausrüstung wird nur die ägyptische Regierung entscheiden. 4. Die britischen Truppen sind auf 10.000 Mann und 400 Flugzeugpiloten beschränkt und dürfen nur in der Kanalzone stationiert sein, während bisher keinerlei zahlenmäßige oder örtliche Beschränkungen bestanden. Unter Kanalzone sind aber beide Seiten des Suezkanals zu verstehen, so daß die englischen Truppen die Wüste Sinai und den Weg nach Palästina kontrollieren werden. 5. In zwanzig Jahren muß die englische Besatzung abziehen. Das bedeutet, daß dann England den Suezkanal ohne Stellung in Ägypten wird verteidigen müssen. Es hat viele Jahre gedauert, bis der Vertrag zwischen England und Ägypten zustande kam. Studiert inan die Landkarte, so wird man finden, daß England diesen Vertrag nicht leichten Herzens, sondern nur unter dem Druck der Verhältnisse abgeschlossen hat. Die Beherrschung des Suezkanals ist aber ein Lebensinteressc Englands. Der Wegin den Nahen und Fernen Osten muß ihm offen bleiben. Jetzt muß die ungöheuro Wichtigkeit Palästinas für England jedermann klar werden. Palästina bildet den Flankenschutz des Suezkanals und oine wichtige Etappe auf dem Landweg nach Indien. Unter diesen Aspekten bedeutet die Entsendung neuer englischer Truppenkontingente nach Palästina mehr als die Absicht, die Unruhen in Palästina nicderzuschlagen. Die englischen Truppen werden wohl auch dann, wenn die Ruhe wieder hergestellt sein wird, Palästina nicht so schnell verlassen. Und noch mehr. England versteht, daß ein arabisches Palästina ihm nio eine ruhige Basis schaffen kann. Englands politische und strategische Interessen im Nahen Orient verlangen zwingend ein jüdisches Palästina. Der Wunsch Englands nach einer sicheren Basis in Palästina läuft parallel mit den jüdisch-zionistischen Interessen in Palästina. Hier ergeben sich für die zionistische Bewegung Aspekte, deren Nutzbarmachung für unser Aufbauwerk dem Geschick unserer Führer Vorbehalten bleibt. Kaufet SCHULBÜCHER neu und antiquarisch in der BÜCHERSTUBE RATH&Co. Wien, II., Taborstraße 80 a. Tel. R 45-305 Bnlkauf und Umtausch ant. Bücher zu höchsten Preisen. Moderne , Leihbibliothek. Alle Neuerscheinungen. MonatsgebUhr l S 3*80. Keine BandgebUhr, täg- 1 Hoher Umtausch oder MonatsgebUhr S 1*60 und 10 g Bandgebühr. Modernes Sortiment und Antiquariat JUDAICA UND HEBRAICA Die schönsten Bar Mlzwah-Geschenke! Juden auf dem Röntgenologen-Kongreß Am 4. September wurde in Wien ein Röntgenologen - Kongreß eröffnet, an dem auch bekannte jüdische Gelehrte, unter ihnen der Primararzt B o r a k vom Wiener Rothschild-Krankenhaus, Dr. Alts ch u 1 (Prag), Dr. Freud (Wien) und Privatdozent Eisler (Wien) teilnehmen. Palästina hat eine aus den Herren Itzkovicli (Haifa), Dr. Lustig (Jerusalem) und Dr. D r o y (Tel-Aviv) bestehende Abordnung zu dem Kongreß entsandt. Anläßlich der Eröffnung der Tagung weist diie Presse auf die Märtyrer _ der Röntgenologie hin und erwähnt hiebei die jüdischen Röntgenologen Dr. Max L e w y- Dorn (Berlin) und Dr, N. Do'hau (Wien), die als Opfer ihres Berufes den Tod fanden. Vou den Vorträgen jüdischer Gelehrter seien besonders erwähnt der Festvortrag des Professors L. Freund, des Begründers der Röntgentherapie, der stürmisch begrüßt, den überragenden Anteil schilderte, den Österreich an der Entwicklung der röntgenologischen Wissenschaft hatte. Audi rocht viele Juden trugen hiezu boi, so der Wiener Ingenieur Sigmund Strauß durch die Konstruktion eines Röntgendosiszählers, der eiue genaue Messung der Röntgenstrahlen ermöglicht, was die wichtigste Voraussetzung bei der Krebsbehandlung ist. Außerordentlichen Beifall fand auch der Vortrag des berühmten Wiener Röntgenolagen Professor Schwarz über die Entwicklung der Prinzipien und der Technik bei der Krebsbestrahlung, die der Gelehrte selbst durch zahlreiche Arbeiten erfolgreich förderte. Besonderem Interesse begegnete schließlich der Vortrag des Primarius Dr. Borak, der zu einer überaus lebhaften Wechselrede Anlaß gegeben hat. Dr. Borak demonstrierte eine Reihe von Kranken, dio er wegen eines Krebsloidens bestrahlte und die nun schon »dt vielen Jahren völlig gesund sind. Die Methode, dio er im Spital der Kultusgemeincje anwendet, ermöglicht auch unter den bescheidensten Verhältnissen die Erzielung von Erfolgen, wie eie in den westlichen Ländern nur mittels überaus kostspieliger Einrichtungen erreicht werden. Im nfamen der röntgenologischen Vereinigung Palästinas, die durch vier Ärzte vertreten war, begrüßte Dr. 11 z k o w i f s o h (Haifa) die österreichischen Kollegen. fKulfurvefiieiiiexid1 ln einer Rede auf der Kulturtagimg des Nürnberger Parteitages machte Reichskanzler Hitler das Judentum für die kultui'verneinenden Strömungen und Bewegungen verantwortlich. Diese Rolle habe das Judentum in der französischen Republik ebenso gespielt wie unter der Herrschaft des russischen Kommunismus. Das Judentum könne nicht aufbauen. Kulturelle Gestaltung vertrage nicht das sogenannte freie Spiel der Kräfte, das die Demokratie fordere. So ist es: Das Konzentrationslager, die Füsilierung Andersdenkender, die Ausrottung der Schwachen, die Vertreibung der Größen der Wissenschaft, das ist kulturfördernd und aufbauend. Herbstneuhelfen in allen Modefarben Schilling 9*80, 12*-, 15*- Feinster Haarfilz 19"-, 23*-, Biber 28*- ll.f Taborstraße 39 XIV., Sechshauserstraße 39 XVII., Kalvarienberggasse 34 „Der Mythus von Blut und Rasse" Verlag Rudolf Harand, Wien, XIV., Storchengasse 24. Ein flammender Kampfruf gegen Rassenwahn und Rassenhetze — das ist die soeben erschienene Schrift „Der Mythus von Blut und Rasse“, deren Verfasser Hugo Iltis cs verstanden hat, Objektivität bei der Wertung der Tatsachen mit leidenschaftlichem Kampfeswillen gegen die Barbarei der Hakenkreuzler zu vereinen. Die Judengesetze in Deutschland basieren auf einem schwindelhaften „Rassenideal“ und ein estnisch-mongolisch-jüdischfranzösischer Mischling, Alfred Rosenberg, verfaßte ein großes Werk über das „Rassenchaos“, das heute neben Hitlers „Kampf“ als das Standardwerk des Nationalsozialismus angesehen wird. Iltis polemisiert mit einer Fülle von Argumenten gegen dieses Machwerk und Richtige Einkaufstelle für i CHULBÖCHIR fair alle Lehranstalten. Reichhaltige Auswahl anti* quarlscher Lehrbücher zu mäßigen Preisen. Einkauf, Verkauf u. Umtausch Antiquariat Herrn. lUCHHER WIEN, II., CCKE TABORSTRASSE 53 FÜR AUSKÜNFTE: TEL. R 41-4-30 ZUFRIEDENSTELLENDE BEDIENUNG prägt das Wort vom „Giftgas des Rassismus Der große Gelehrte steht nicht „über den Zinnen der Partei“ — er steigt hinab ln die Arena des Kampfes und ficht als einer der Vordersten gegen die Schande dieses Jahrhunderts. Jeder, der das Russenproblem verstehen will, muß dieses Buch gelesen haben. R. N. Billige Klingen sind billig. Sanit, gründlich, rassig und preiswert ist natürlich nur SWIN6 Die KinderfSlimme Einem allgemeinen Wunsche Rechnung tragend, werden wir von nächster Woche an jeden Freitag eine Kinderbeilage bringen. Sie enthält Amüsantes und Belehrendes, Lesestoff, Spiele und Rätsel. Auch Wettbewerbe mit schönen Preisen veranstalten wir. Die Kinder werden auch die Möglichkeit haben, an Hand unserer Beilage spielend die hebräische Sprache zu erlernen. Die erste Kinderbeilage erscheint in der Rosch- II aschana h-N immer. Jüdische Volksschule In der Volksschule der Israelitischen Kultusgemeinde, II., Castellezgasse 35, beginnt der Unterricht Mo n tag, den 14. September, 1. Klaisse 9 Uhr, 2. Klasse 8 Uhr. Der Eröffnimgsgottesdienst für die Schüler der 2. Klasse findet im Schulgebäude statt. Stern’sche Lehr-und I., Werdertorgasse 12, Tel. U 28-1-97 Volksschule f. Knaben u. Mädchen (9 Uhr Schulbeginn) / Oeffentlichkeitsrecht / Hauptu. Fortbildungsschule, Tagesheim, Internat, Sport, Fremdsprachen, Musik Einsohrefbunrjan täglich von 10 bis 12 und 4 bis 8 Uhr Rabbiner S. Friedmann veranstaltet zu den hohen Feiertagen in don Räumen des Misraobi-Landcsverbandeis, Wien, II., Praterstraße 60, ein Minjan. Karten täglich von S bis 10 Uhr abends. Tel. B 51-001. Bethaus ln der Mensa academica judaica. Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica veranstaltet auch heuer anläßlich der hohen Feiertage ini neuen Lokale der Mensa, IX., Lazarett,gasse 6, im Hofe links, ein Beihaus (Minjan). Für gute Vorbeter wurde gesorgt. Das Rcinerträgnis wird zur Gänze für Freitische an arme Studenten verwendet. Der Ivartenvorkauf tindot täglich von 9 bis 5 IJhr im Sekretariat der Mensa, IX., Lazarettgasso 6, Tel. A 24-1-15 B, statt. Bar Mizwah. Dio Bar Mizwah des Sohnes Harry des Herrn Moritz Fleisch manu findet, a«n Samstag, den 12. September, um 9 Uhr, im Tempel in der Seitoustettengasso statt. Verband der Sabbatht'reunde „Schomre Schabbos“, Wion, II., Im Word 6, Telephon A 46-0-15. Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung. ln Anbetracht dor bevorstehenden hohen Feiortago werden jene strenggläubigen jüdischen Arbeitslosen, deren Kontroll- oder Auszahliuigstag auf einen der Neujahrs tage, Jom-Kippur oder Sukkostagc, fällt, eingeladen, in unserem Sekretariat um Ausstellung einer Bescheinigung auzusueben, auf Grund welcher die Arbeitsloscnämter den Kontroll-, beziehungsweise Auszahlungstag auf einen anderen Wochentag' verlegtu. Der Elternverein „Tarbuth“ eröffnet die hebräische Schule im 20. Bezirk, Othmargasse Nr 46, Saal II, Dienstag, den 15. September, ab 5 Uhr nachmittags unter Leitung dor Frau Esther Schwarz. Der Kurs dor Jugendlichen beginnt Montag, den 21. d. M., von 7 bis 8 Uhr abends.