Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 580 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Salt# 6 Dil STIMMI Nr. 580 — Wien, Freitag, 11. September 1936 Von der Tätigkeit des Keren Hajessod Bericht Über den Monat Juli 1936 Im Monate Juli betrugen die Nettocingänge des Keren Hajessod £P 10.548.—. Hiervon gingen ein: aus den Vereinigten •Staaten Nordamerikas XP 0080, aus den übrigen Ländern X’P 0508. Seit 1. Oktober 1035 bis 31. Juli 1936 — also in den ersten zehn Monaten des Budgetjahres 5606 — sind beim Hauptbüro des Keren Hajessod XP 250.042 eingegangen, hievou XP 24.104 für Ansiedlung deutscher Juden, XP 6300 für Sonderzweeke und XP 3000 für das Chareliek-Salomon-Immigrantenham in Tel-Aviv, so daß für das reguläre Budget XP 216.548 verblieben sind. Im selben Zeitraum des Jahres 5695 sind beim Hauptbüro des Keren Hajessod XP 217.306 eingegangen, von welchem Betrage nur XP 109.423 reguläre KH-Einnahmen waren. Im Monat Juli wurden von der Jewish Agency XP 28.074 ausgegeben. Der Betrag von XP 28.074 wurde wie folgt verausgabt: XP Für landwirtschaftliche Kolonisation 2520 „ landwirtschaftl. Versuchsstation 2072 ,, Ansiedlung deutscher Juden . . 2000 ,, Behausung und öffentl. Arbeiten 2755 ., Alijah und Hachsehara . . . 4907 ., Nationale Anstalten (politische Tätigkeit) .9511 ., Erziehungs- und Kulturarbeit . 1958 ,, Verwaltuugespesen.671 ., Diverse . . 1680 28074 Für die Kolonisation deutscher Juden erhielt die deutsche Abteilung bei der Jewish Agency für Rechnung des Jahresbudgets pTo 1936 die Teilzahlung pro Juli £P 2000. Die deutsche Abteilung wird in der allernächsten Zeit von den ihr vom ..Council for German Jewry“ unter Vorsitz Sir Herbert Samuels zur Verfügung gestellten XP 150.000 zur Ansiedlung von 1500 zusätzlichen Einwanderern aus Deutschland, für die die Palästina-Regierung auf Grund der Bewilligung des Councils zusätzliche Zertifikate hergibt, XP 40.000 in 14 Siedlungen investieren. Die Siedlungen verpflichten sich, pro £P 100 einen Einwanderer aus Deutschland als Mitglied aufzunehmen. Im Monat Juli sind 2083 Personen eingewandert, hiervon Chalnzim 1172. Seit 1. Jänner bis 31. Juli 1936 kamen ins Land insgesamt 18.513 Immigranten gegenüber 31.621 Personen im selben Zeitraum des Jahres 1935. Für die politische Tätigkeit der Jewish Agency wurden £P 9511 wie folgt verausgabt: Politische Abteilung Jerusalem £P 6394 Politische Abteilung London _3117 9511 Von der politischen Abteilung in Jerusalem wurden in direktem Zusammenhang mit den jetzigen Ereignissen £P 5708 verausgabt. Die Ausgaben der politischen Abteilungen wurden größtenteils aus Sonderspenden gedeckt, Als eine weitere Zahlung der Jewish Agency für Aktien des Hafens in Tel-Aviv wurden XP 750 erlegt. Die Jewish Agency hat 2500 Aktien, die auf den Namen des Keren Hajessod ausgestellt werden, gezeichnet und hiefiir bereits XP 1250 erlegt. Bis nun wurden von Institutionen insgesamt £P 19.000 für Aktien des Otzar Mifal Hajam gezeichnet, und zwar Jewish Agency XP 2500, Histadruth Haowdim £P 2500, Ruthenberg-Werk £P 5000, Pardes-Gesellschaft XP 5000, Zitrus-Syndikat £P 1500, Anglo-Palestine Bank £P 2500. Wogen des Verkaufs von Aktien dieser Gesellschaft im Auslande wird demnächst Beschluß gefaßt werden. Vom Betrage £P 493 für Handel und Industrie wurden £P 250 an die Industriebank für Krediterteilung an Kleinhändler und Handwerker für deren Übersiedlungskosten aus Jaffa nach Tel-Aviv gegeben. Im Monat April und Juni wurden, wie unseren Tätigkeitsberichten pro April und Juni zu entnehmen war, für diesen Zweck insgesamt X'P 1250 verwendet. Das Institut für Wirtschaft,sforschung, das von der Jewish Agency mit der Vorbereitung und Bearbeitung des Materials für die Royal Commission beauftragt wurde, hat eine Anzahl von Kommissionen eingesetzt, die nachstehende Probleme bearbeiten: 1. Bevölkerung, Entwicklung der Alijah, Verhältnis von Dorf zu Stadt. 2 Boden und Landwirtschaft. Siedlungswesen. 3. Bau, Industrie, Handel, Export, Import, Zollfragen. 4. Verkehrswesen. 5 8teuerwesen, Staatsbudget. 6. Arbeitsfragen. 7. Wirtschaftsbeziehungen zwischen Juden und Arabern. 8 Lebensstandard 9 Wirtschaftspolitik und Fassungskraft de* Landes. Außerdem bereitet die statistische Abteilung der Jewish Agency eine umfangreiche •statistische Bearbeitung der wichtigsten Wirtschaftsgebiete, der Immigration und Bevölkerungspolitik vor. F. E. Bodenerwerb und Aufforstung durch den Keren Kajemeth im Jahre 5696 Trotz der schwierigen Verhältnisse setzte der KKL. seine Arbeit fort und erwarb neue Bodenflächen für die jüdische Kolonisation. In den ersten 10 Monaten 5696 (1. Oktober 1935 bis 31. Juli 1936) wurden in den Grundbüchern 9500 Dunam gegen 10.160 Dunam in derselben Zeit des Vorjahres auf den Namen des KKL. übertragen, das heißt, die Bodenerwerbungen sind nur um 600 Dunam kleiner gewesen. In der Pflanzungssaison 5696 wurden durch den Keren Kajemeth 273.000 Bäume angepflanzt gegenüber 131.000 im Jahre 5695. Während der Unruhen sind 41.000 Bäume in den Wäldern der KKL. zerstört worden. Das Hauptbüro besteht auf seinen Anspruch auf Entschädigung durch die Regierung für diesen Schaden. Es wurde ein Präzedenzfall von Bedeutung in dieser Richtung geschaffen: Der KKL. erhielt einen Betrag aus der Kollektivstrafe, die einem arabischen Dorf in der Nähe eines verbrannten Waldes auferlegt wurde, als Entschädigung. Der Keren Kajemeth hat spezielle Vorkehrungen zum Schutz der Wälder gegen weitere Brandstiftungen getroffen, wie Vermehrung der Anzahl der Wächter, Aufstellung von Scheinwerfern in den gefährdeten Orten. Die nächsten Aufgaben des KKL Die Unruhen stellten den KKL. vor einer Reihe neuer Probleme auf dem Gebiete des Bodenkaufes. Die Schwierigkeit, Leben und Gut der vereinzelt gelegenen Punkte zu sichern, verlangt, daß der KKL. diese Siedlungen erweitere und die Errichtung neuer Dörfer in ihrer Umgebung ermögliche. In den vier Monaten der Unruhen verringerte sich die Zahl der nichtjüdischen Arbeiter in den.großen Siedlungen von Judaea und dem Scharon in erheblichem Maße. So sind in Rechowoth fast alle Pardeß-Besitzer zu rein jüdischer Arbeit übergegangen. In Petach Tikwa ist die Zahl der arabischen Arbeiter auf 250 zuriiekgegangen, in Sichron Jakob wurde die Ernte nur von jüdischen Arbeitern durchgeführt und eine Anzahl von Arbeitern ist auch nach der Saison in der Kolonie geblieben. Nach Herstellung normaler Verhältnisse wird der jüdische Arbeiter einen schweren Kampf um die Arbeitsplätze auszufechten haben, die er in der Stunde der Not erobert hat. Der KKL. hat die Pflicht, diesen Kampf zu erleichtern, indem er in der Nähe der Kolonien Grundstücke für Wohnhäuser jüdischer Arbeiter erwirbt. Schaffung gemischter Wirtschaften Der arabische Streik rollte auch die Frage der Selbstversorgung für die jüdische Wirtschaft auf. Sowohl in den Kolonien wie in der Umgebung der Städte machte sich eine Bewegung fühlbar, den Gemüseanbau und die Milchwirtschaft zu erweitern, und der KKL. hat die Pflicht, die Erreichung dieses Zieles zu unterstützen, indem er den Menschen, dio sich der gemischten Wirtschaft zu wenden wollen, Boden zur Verfügung stellt. Es wurden auch Stimmen laut, daß der Weizenanbau ausgedehnt werden müsse, der in den letzten Jahren infolge des Preissturzes auf dem Weltmarkt vernachlässigt worden ist, damit der jüdische Jischuw im Notfall nicht auf den Import von Mehl angewiesen sei. Alle diese Faktoren stellen dio gemischte Wirtschaft mit Futteranbau — eine Wirtschaftsform, dio sich bisher in entscheidender Weise in den Siedlungen auf KKL.-Boden entwickelt hat — ins Zentrum des Problems der Gesundung der jüdischen Wirtschaft. Die Flüchtlinge Die Notwendigkeit, die Lage der Flüchtlinge aus Jaffa zu verbessern, stellte den KKL. auch vor die Forderung, Boden für Wohnstätten für die Flüchtlinge bereitzustellen, sei es für Wohnhäuser oder für Häuschen mit Hilfswirtschaften. Im Zusammenhang mit dem konstruktiven Hilfswerk, welches im Lande proklamiert wurde, verhandeln die Instanzen, die sich mit der Flüchtlingsfrage beschäftigen, mit dem KKL. wegen Überlassung von Boden für deren Behausung. Die Ansiedlung von Einwanderern aus Deutschland, die u. a. aus Mitteln der Sonderaktion in England durchgeführt werden soll, erfordert gleichfalls Bereitstellung von Grund und Boden seitens des KKL. für neue Siedlungspunkte dieser Einwanderer. Das Direktorium des Fonds steht in Verhandlungen mit der deutschen Abteilung bei der Jewish Agency wegen eines Planes ffir bestimmte Bodenerwerbungen zu diesem Zweck in verschiedenen Teilen des Landes. Günstige Finanzlage Iu den schweren Tagen, die über den Jischuw hereingebrochen sind, und unter den schwierigen Bedingungen, unter denen die Arbeit des KKL. vor sich geht, sei mit besonderer Befriedigung die ständige Steigerung der Einnahmen des KKL. in diesem Jahre hervorgehoben. Trotz des Geldausfuhrverbotes, das vielen europäischen Sammelstellcn die Überweisung der Gelder an das HB. erschwert, erreichten die Einnahmen im Hauptbüro während der ersten zehn Monate 5696 (bis Ende Juli) LP. 300.795 gegenüber LP. 261.198 in, der gleichen Periode des Vorjahres. Es steht zu hoffen, daß die Landcssammelstellen alle nötigen Anstrengungen in den letzten beiden Monaten des Jahres machen und die Einnahmen auf LP. 400.000 und darüber steigen werden. Die Arbeit des Keren Kajemeth Tischrl-Aktion. Die verantwortliche Leitung für diese Arbeit haben übernommen: Für die Bezirke IV/V Arje Fränkel, VI/VII Arnold David, XIII (Makkabi ITazair), X1.I, XIV, XV Saß, XVIII Dr Ebner, Ing. Ehrlich. Das Plakat für die Bethäuser ist erschienen und im Kcren-Kajemcth-BUro erhältlich. Allo Vertrauensmänner werden ersucht, eti zu holen und für die Anbringung an geeigneter Stelle ihres Bethauses zu sorgen. Ein kurzes Flugblatt ist ebenfalls erschienen und im Büro abzuholen. Es ist für die Tcmpelbesucher und speziell für die zur Thora Auf gerufenen bestimmt. Der Erfolg der Aktion hängt jedoch in erster Linie vom I e benrlen Menschen — dem Vertrauensmann ah. Die Judenheit muß spüren, daß wir in einem für die Geschichte entscheidenden Momente leben. Redner: Dio Zionisten haben dafür zu sorgen, daß vor der versammelten Gemeinde kurze, aber 1 e b o n d i g c Ansprachen gehalten werden sollen. Material findet sich im Luach zur Genüge. Die einzelnen Zionisten müssen initiativer vorgehen und wissen, daß sie allein verantwortlich sind. Jahresabschluß. Alle Kcren-Kajemeth-Kommissiiro werden aufgefordert, alle bei ihnen befindlichen Gelder bis Ende Septomber alrzuführen. Auf das Kontingent 5696 gehen noch alle bis Endo September abgeführten Summen. Dio Selbstkontingontlor werden orinnort, alle Anstrengungen zu machen, um bis Ende September ihre Kontingente aufzufüllon. Die Septeniber-BUchsenentleerung findet statt in der Zeit vom 20. September bis 4. Oktober 1936. Die Sammler ni ü s s e n im Besitze einer grünen, nur für die Septemberleerung gültigen Legitimation sein. Sie ist auf der Loerungsliste aufgeklebt. /fnläßlidi der Hohen Feiei tage C/f findet wie alljährlich der Festgottesdienst im „Auge Gottes“, IX., Nußdorferstraße 75, statt. Kartenverkauf dort selb st an Sottntind Feiertagen von Q bis 12 Uhr, an Wochentagen von 3 bis 5 Uhr. Karten von S 4'— aufwärts. Vorstand des Tempelvereines IX., MüUnerg. Vorstand d'S’IPT IX., Liechtensteinstraße 113 Unbefugte sind absolut abzuweisen. Felix-Pollak-Garten. Auf diesen Garten sind biß Ire r cingegangen in Ungarn 61 Bäume, in Österreich S 40.— Rosch-Haschanah-Karten des Keren Kajemeth. Im Büro des Keren Kajemeth sind Ncujahrs- Glüokwunseh-Kartcn (Palä-stinaansichtcn und Wachtel-Karlen) zum Preise von 8 Groschen pro Stück erhältlich, und zwar in der Zeit, von 11 Uhr vormittags. A. Meiseis Autor der Revuen „Ohne Zertifikat nach Palästina“ und „Radio Jerusalem“, ist mit seiner Frau, der Künstlerin Klara M c i s e 1 s, aus Marienbad zurückgekehrt. Mciscls hat in Marienbad bei verschiedenen Anlässen für den KKL. geworben und führte auch an die Prager Zentrale des KKL. einen größeren Betrag ab. Er arbeitet gegenwärtig an einer neuen Revue, die er selbstverständlich in die Dienste unserer nationalen Bewegung stellt. Er behandelt in diesem neuen Werk die Notwendigkeit, die von Verbrecherhänden in Erez Israel entwurzelten Bäume neu zu pflanzen und dafür dem KKL. neue Mittel zur Verfügung zu stellen. Meisols und seino Frau werden in der neuen Saison ihre Tätigkeit im neugegründeten Jüdischen Theater, Praterstraße 60 (Astor), aufnehmen. Bell konz. Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kau| und Verkaul von Realitäten, Hypotheken. I... II. und. III iälze, Bau- und ZwisdienkrC.dile, Gebäudeverwallung Büro: Franz-Josefs-Kai 11 lei. R-25-0-44 Wohnung: II., Vorgarlenslr. 150. lei. R-41-8-S8 Wir machen unsere gesell. Leser auf das Inserat der renommierten Buchhandlung Rath & O i c., 1I„ Taborstraße 20a, besonders aufmerksam. Unsere geschätzten Leser werden aufdie jüdische Buchhandlung Hermann, Tuchner (siehe Inserat!) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher erhältlich sind. Reichhaltiges Lager antiquarischer Lehrbücher zu sehr ermäßigten Preisen. Leihbücherei eröffnet. 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