Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 580 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 016 STIMME Nr. 580 — Wien, Freitag1, 11. September 1038 £\\\\\\\\\\\\m I OPTIKER | (KARL SEIDNER ( % I., Franz-Josefs-Kal 33 II., Hollandstraße 7 'i. Fachmännischer Rat 'Z jgj Reiche Auswahl % Beste Qualität Preiswert (J *tina — abgesehen von religiösen Momenten -- die Sicherung des Suezkanals. An dieser zitternden Stelle der englischen Lebenslinie muß eine vollkommen sichere und zuverlässige Bevölkerung sitzen, die in ihrem eigensten Interesse keine englandfeindliehe Stellung einnehmen kann. Sie muß von England alle Rücksichten auf ihre Lebensinteressen verlangen und erwarten und darf niemals enttäuscht werden. Allerdings ist England nicht Besitzer Palästinas, sondern nur Beauftragter und Treuhänder des Völkerbundes. Solche juristische Einwendungen gelten freilich heuto nur mehr als belanglose und lästige Kleinlichkeiten. Ans der jüdischen Siedlung in Palästina an sich werden den Engländern niemals Schwierigkeiten entstehen, da die Juden zu keiner Zeit werden Expansionspolitik betreiben können. Nur die Strömungen bei den Arabern, die aus dem abessinischen Krieg heraus entstanden sind, richten sich gegen England und seine ganze Stellung im Orient. England ist bedroht und es hat durch sein Zögern, durch nicht erfüllte Drohungen eine chaotische Verwirrung herbeigeführt.. Die Ankündigung der neuen Maßnahmen ist. von den arabischen Extremisten mit neuen Terrorakten beantwortet worden, es ist •wieder zu größeren Kampfhandlungen gekommen. England hat vor nicht gar so langer Frist die über die Grenze des Iraks eingebrochenen Ikwans, eine Art wahabitischer Kommunisten des Ibn Baud, mit Flugzeugen zurückgejagt und Ordnung geschaffen. In Palästina wird es jetzt viel umfangreichere Operationen vornehmen müssen, um nur erst eine Basis zu Verhandlungen zu erreichen. . ... Die zionistische Organisation hat erklärt, daß sie keine Feindschaft gegen die Araber hegt und daß sie zu Verhandlungen —, selbstverständlich unter voller Wahrung ihrer Rechte — bereit ist. Wir haben keine Freude an Krieg und Gewalt. Wir wollen den Frieden. Aber es ist Voraussetzung, daß bei den Arabern sich eine Anpassung an die nun einmal gegebene Rechtslage vollzieht und daß England seine -Verpflichtungen aus dem Mandat, das Palästina zur Heimstätte für das jüdische Volk bestimmt hat, sinngemäß erfüllen will. Jewish Asency an das Gewissen Englands Heilanstalt Dr. Hauser ~ für. Rheumatismus, Gicht, Gelenks- und Nervenkrankheiten Ischias-Sdinellkur Wien, l„ Schottenring 17, Tel. A17-0-66 JPö. im Makkabi-Hazafr Der Jüdische Pfadfinderbund Österreichs AJPÖ.) ist, wie wir erfahren, vor einigen Tagen in den Ge.samtverband des Makkabi- Hazarr eingetreten. MOBEL-WINTER für Gelegenheltskäufe Wien, VIII., Stadtbahnviadukt 23 bei terdienfelderjtraße Telephon: A 21*5-31 Schwanbart in Spanien gefallen T Lemberg, 8. September. (Priv.) Die hiesige .rOhwila;i meldet aus Paris: In russischen Emigrantenkreisen ist die Nachricht eingetroffen, daß der Uhrmacher Schwarzbar t, der auf dem Pariser Boulevard den ruthenischen AHamann P e 11 j u r a erschossen hatte, als Freiwilliger in Spanien gefallen ist. Schwarzbart, der bich zuletzt in Paris als Versicherungsagent fortbraebte, batte sich nach Ausbruch der Unruhen in Spanien mit einer Gruppe französischer Sozialisten in Spanien anwerben lassen und tsoll mit etwa zehn seiner Mitkämpfer bei der Verteidigung von Iran ge&tllen, «ein. Tn der anfangs September In London abgehaltenen Sitzung des Administrative Comittee der Jewish Agency (Verwaltungsausschuß, der zur Hälfte aus Zionisten, zur anderen Hälfte aus Nichtzionisten besteht) wurde die folgende Kundgebung als gemeinsame Erklärung beschlossen: Über vier Monate lang war da« Mandatsgebiet Palästina der Schauplatz wilden Terrors, der von gewissen Elementen der arabischen Bevölkerung gegen die den Gesetzen gehorchenden Bürger des Landes geübt wird. Die f r i c d liehen j ü d isehen Siedler, die mit Aufgaben dos Wiederaufbaus beschäftigt sind, sind brutalen. frevelhaften Ausschreitungen ausgeliefert gewesen. Die vielen Araber, dio in Frieden leben und die Segnungen oinee gedeihenden Landes genießen möchten, sind gezwungen worden, sich dom arabischen Streik anzuschließen, die Terroristen mit Geld zu u n t e r s Hi t ze n und sogar sic h a n Hiren Verbrechen zu beteiligen. Nur die Entschlossenheit der jüdischen Siedler, sich weder durch Blutvergießen, noch durch dio Zerstörung der schwer errungenen Früchte jahrelanger Pionierarbeit einechiichtern zt lassen, hat den vollständigen Zusammenbruch der gesamten normalen Tä tig'k e it im Lande ver h ü t e t. Es ist das Ziel der Terroristen, die Regierung zur Einstellung der jüdischen Einwanderung zu zwingen, alles zu zerstören, was jüdische aufbauende Bemühung fünfzigjähriger Arbeit erreicht hat, weitere jüdische Tätigkeit in dem Land unmöglich zu machen und England zu zwingen, sein dem jüdischen Volk gegebenes Versprechen zu brechen und die im Palästinamandat anerkannten und festgelegten jüdischen Rechte in bezug auf Palästina zu annullieren. Die Juden Palästinas sind der dauernden Provokation mitheldenmütiger Zurückhaltung begegnet und haben auf Vergeltungsakte verzichtet. Sie haben alles getan, was in ihrer Macht stand, um das weitere Funktionieren der öffentlichen Einrichtungen zu sichern, und haben trotz des. arabischen Streiks die Räder ,des WirtßohaftElebefiß Palästinas in Gang gehalten. Wir erkennen die von der Palästinaregiening getroffenen Schutzmaßnahmen aber wir bedauern, feetstellen zu müssen, daß es dieser Regierung nicht gelungen ist, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Durch rechtzeitiges entschlossenes Vorgehen seitens der Verwaltung hätte überflüssiges Blutvergießen bei Engländern, Juden und Arabern vermieden werden können. Unentschlossenheit, Schwäche und Zögern können die Terroristen nur zu dem Glauben ermutigen, daß weitere Unruhen ein Kapitulieren vor der Gewalt bringen werden. Die englischen Truppen haben sich mutig bemüht, die Ordnung wiederherzustellen. Soldaten und Polizisten haben bei der Verteidigung von Gesetz und Ordnung ihr Leben gelassen; die Juden Palästinas und der ganzen Welt werden der tapferen englischen Offiziere und Soldaten, die in diesen düsteren Tagen gefallen sind, lange eingedenk bleiben. Aber die Juden fordern für sich die Pflicht und das Recht aller barbarisch angegriffenen Völker, das Recht der Selbstverteidigung. Dieses elementare Recht wurde ihnen von der Verwaltung zunächst vorenthalten, um erst später, als endlich Juden als Hilfspolizisten ausgehoben wurden, mit erheblicher Verzögerung zugestanden zu werden. Der High Coin/mis-siouer hat in Palästina, der Kolonienminister im Parlament den hohen moralischen Wert jüdischer Disziplin und jüdischen Gemeinsinns bei den letzten Ereignissen hervorgehoben. Sie haben wiederholt erklärt, daß die Regierung sich von ihrer Politik durch Gewalt und Einschüchterung nicht abbringen lassen wird. Dennoch sind wir jetzt von Einstellung der jüdischen Einwanderung als einem Zugeständnis an terroristischen Aufruhr bedroh t. Das Palästinamandnt legt der Mandatarmacht die Verpflichtung auf, der B a 1 f o u r- Deklaration gemäß dio Errichtung des Jüdischen Nationalheim« zu erleichtern; 400.000 Juden haben Palästina zu ihrer Hoiraat gemacht. Das jüdische Volk hat seine Energie, Hingabe und finanziellen Hilfsmittel von allen Ecken der Welt für den Wiederaufbau Palästinas herangezogen. Als Ergebnis jüdischer Arbeit hat Palästina eine wirtschaftliche und kulturelle Erneuerung erlebt, deren Segnungen Juden und Arabern in gleicher Weise zugute kommen. Die Juden sind nicht Feinde der Araber. Monatelanger Terror hat die Bande gemeinsamer Herkunft, jahrhundertelanger gemeinsamer Kultur und der gemeinsamen Interessen des jüdischen Volkes und der Araber Palästinas an dem Aufbau Palästinas nicht zerstört. Unser Wunsch ist es, in Friede n und Zusammenarbeit mit den Arabern zu leben, dem Grundsatz gemäß, daß weder Juden noch Araber herrschen oder beherrscht sein sollen. Großbritannien hat das Mandat Uber Palästina angenommen und die im Völkerbund vereinigten Regierungen der Welt sowie die Vereinigten Staaten von Amerika erteilten England diesen Auftrag in Anerkennung der historischen Verknüpfung d c s j ü d i s c h en Volkes mit Pal äs t i n a und seines Rechtes, sein Nationalheim dort wieder zu errichten. Eine Suspendierung dos jüdischen Rechts, nach Palästina, entsprechend der Aufnahmefähigkeit des Landes einzmvandern, wie es von den aufeinanderfolgenden Regierungen niedcrgolegt wurde, würde das Mandat gefährden und eine grausame Ungerechtigkeit gegenüber der Judenheit in einer Zeit da.rsteilen, da der Kelch jüdischen Martyriums bereits überfließt. Die Tragödie des jüdischen Volkes übersteigt alles menschliche Leid. Die Welt kann dem nicht gleichgültig zusehen, noch die Verantwortung für sein Schicksal von sich weisen. Wir können nicht glauben, daß die Regierung Sr. Majestät eine Verleugnung der den Juden gegebenen Versprechungen erwägen könnte. Wir appellieren an das Gewissen Englands, keinen Verrat an den Hoffnungen des jüdischen Volkes auf sein Nationalheim zu begehen. MITTEILUNG Der Grabstein roütt für meine verewigte Frau Jeanette Bartfeld wird am Sonntag, den 13. September, um 11 Uhr vormittags, am Zentralfriedhof, IV. Tor, aufgestellt Markus Bartfeld, II., Seb.-Knelpp-Gasse 3 Priorität des Sicherheitsfonds London, 7. September. Das Administrative Committee der Jewish Agency hat auf Antrag der Lady Reading dio folgende Resolution einstimmig angenommen: Das Administrative Committee der Jewish Agency fordert die Exekutive der Jewish Agency auf und ermächtigt sie, als Antwort des jüdischen Volkes auf die ihm durch das Mandat gewährleisteten Rechte eine besondere Kampagne — „Miphal Bizaron we- Bitachon“ (Werk der Festigung und des Zutrauens) — zu organisieren zum Zwecke der Finanzierung aller Sicherungsmaßnahmen, der Milderung der dem Jischuw Eres Israels zugeftigten Schäden und der Stärkung und Erweiterung der jüdischen wirtschaftlichen Position in Erez Israel. Das Administrative Committee proklamiert als Notmaßnahme für die nächsten zwei Monate die Priorität des „Miphal Bizaron we-Bltachon“ gegenüber allen regulären Palästinasammlungen und den Ausschluß aler Sonder-Drives und Sammlungen in diesem Zeitraum. Das Administrative Committee nimmt zur Kenntnis, daß der Kerer« Hajessod seine Organisation für diese Kampagne zur Verfügung gestellt hat. ßinjiflc Sfitififte £anbelsfd)ule für JTnaßcit uitb Siäbdfcit. Unterricht laut Üiotmalleljrfeloit für faulen. QlbentHurie: $eIepf)on A 45*6*57. Sßtofpcfie gratis. Doch Einwanderungssperre? In einer Erklärung stellte BenGurion, der Präsident der Exekutive, fest, daß die Gefahr einer Einstellung der Einwanderung noch nicht vorüber sei und daß man möglicherweise eine noch schlimmere Welle des Terrors erleben werde als früher. Die Juden seien bereit, der Palästinaverwaltung in jeder Weise bei der Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung behilflich zu sein. Obwohl man ihnen gesagt habe, daß die Araber nicht mit ihnen Zusammenkommen wollen, würden sie. weiter versuchen, zu einer Verständigung über den Schutz der jüdischen Rechte ohne Beeinträchtigung der arabischen Rechte zu gelangen- Die Juden Palästinas würden bestimmt ihre Pflicht tun; er hoffe, daß auch die Juden der Diaspora die ihre tun würden. KURHÄUSER KfllTEHlEUTGEBEH fl. 6. CHEFARZT PROF. DR. ALOIS STRASSER Sämtliche Euren und Diäten. Idealer Aufenthalt für Kranke und Erholungsbedürftige. Auskünfte: Kallenleutgeben, Tel. Nr. 3, nachmittags: Stadtbüro. Tel. Nr. O 45-4-34 Was in Ormsby Gores Brief nicht steht Die Redaktion der „Stimme“ erhielt von einer gut informierten zionistischen Persönlichkeit folgende Zuschrift: „Der Brief Ormsby Gores an den Präsidenten Weis mann scheint in der jüdischen Öffentlichkeit die irrige M ei n u n g mfkommen zu lassen, als ob Ormsby Gore versprochen hätte, die jüdische Einwanderung nicht zu suspendieren. Demgegenüber muß aber festgestellt werden, daß Ormsby Gore lediglich die Autorisation N uri Paschas zu Verhandlungen und die Abgabe von Zusicherungen an die arabischen Führer betreffend Einstellung der jüdischen Einwanderung in Abrede gestellt hat. Ormsby Gore hat es aber in seinem Briefe an Weizmami unterlasse n, darüber eine „Eine von der Leidenschaft der Wahrheit erfüllte Kampfschrift .. (Prager Presse, 20. VI. 1036) Der Mythus von Blut und Rasse * Von Pro». Or. Hugo ILTIS. Reich illustriert. „Die temperamentvolle, jedoch stets objektive Schrift des Brünner Gelehrten bringt eine Erledigung ganzer Bibliotheken rassenfanatischer Tcndmzliteratur“(ßaa\tr Nat.?tg., 18.VID.I036) „Dieses Buch ist als eine mutige Leistung zu werten“ (Brünner Tagespost, ai. VI. 1036) Preis« % 2.1«, KC 18.-, sfr. 2—, tlr. 7.- VERLAG RUDOLF HARAND, Wien, XIV., Storch engane 24 Tschechoslowakei! Al. Thurner & Co., Brünn, Sohwedengasse 4 — Sehwslst Opreeht & Helblihg, Zürich, RämistraBe 5 — Frankreich < Dr. Ernst Strauß, Paris XV, 2 Square Leon Ouillot Erklärung abzugeben, wie die englische Regierung zur Frage einer Suspendierung der jüdischen Einwanderung steht. Ormsby Gore hat es auch in der letzten Debatte im englischen TJ nt er haus unterlassen, diesbezüglich eine Erklärung abzugeben. Es ist daher die Gefahr einer Suspendierung der Einwanderung keineswegs gebet n n t und das jüdische Volk muß daher bereit sein, gegen eine etwaige Suspendierung der Einwanderung mit edler Kraft Palästinensisch-ostjüdischer Liederabend. Der jüdische Liederinterpret Konzert- und Radiosänger J. Segal-Roseubach gibt am 3. Oktober im Konzertsaal „Post“ (Fleischmarkt) oinen jüdischen Liederabend. Er bringt unter anderem neue palästinensische Lieder, Schöpfungen aus jüngstor Zeit und populäre jiddische Volkslieder. Mitwirkend: Gesamtehor des „Wionor jüdischen Gesangvereines“. Dirigent: Dr. Kurt PaJhlon. Der bekannte Cafetier S. Buchsbaum, Obmann zahlreicher jüdischer Wohltätigkeifcsvereiue, hat sein bestrenommiertes Kaffeehaus in der Kleinen Pflarrgasee vollständig renovieren lassen. Eröffnung des vergrößerten Lokales demnächst. Im Synagogenverelu „Beth-Israel“ (Polo. SchuJ), Vorbeter Oberkantor Emanuel Frenke 1, mit verstärktem Chor, sind noch Restsitzo für die hohen Feiertage zu vermieten. Bilrostundea von 3 bis 6 Uhr abends»