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Die Stimme · 1936-09-11 · Heft 580 (11.9.1936) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 580 (11.9.1936)
Date
1936-09-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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9k ^Stimme V.S.«. 20S Nr. 580 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Freitag, IX. September 193b 24* Elul 5696 9* Jahrgang Bekannt billige Reisen nach POLEN Abfahrten: 13. u. 27. Sept. 1936 Reservieret Plätze für die Reisen zu den Jom>Towim Auskünfte De. $. Tockerf Reisebüro „In die Welt» (W. M. Renner), Wien, IX., Liechtensteinstraße 2 Tel. A 14*504 Nähe Schottenring QKBIS POLEli Abfahrt: Jeden Sonntag Anmeldungen: Polnisches Reisebüro „ORBIS“ I., Kärntnerstraße 41, R 21-5-78 Oesterreich. Verkehrs-Büro I., Friedrichstraße 7, B 27-500, I., Graben 20, U 20-0-35 Der Vatikan dementiert . Prag, 10. September. Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet aus der Stadt des Vatikans: Gut informierte Kreiße des Vatikans weisen die in der Sonntagsnummer der Turiner „Sta.mpa“ enthaltene Behauptung, daß der Vatikan bei der englischen Regierung eingeschritten sei, um eine Sperre der jüdischen Einwanderung nach Palästina zu veranlassen, zurück.- Ee wird daran erinnert, daß Kardinal-Staatesekretär Pacelli zurzeit auf Urlaub wellt und daß schon aus diesem Grunde von einer diplomatischen Tätigkeit des Vatikans' nicht gesprochen werden könne. Im übrigen bewahrt, der Vatikan Neutralität gegenüber den Vorgängen dn Palästina, soweit sie allerdings 'nicht die katholischen Interessen oder allgemeine ' soziale und charitative Grundsätze "betreffen. An Sonntagen „FRANCOPOL“- Sonderfahrten nach POLEN und CZERMTZ Poln. VerkehrsbUro „Francopol“ IH., Schwarzenberglatz 7 / Tel. U lß-4-90 Nächste Abfahrten: 13., 27. September „Cedok“, I., Eftrntnerstraße 32, Tel. R 2B-4-88 GerngroB, vn., Mariahilferstr. 42, Tel. B 38-2-68 Ben Gurion in Palästina Jerusalem, 9. September. (JTA.) Am Montag ist der Präsident der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, David Beil G u r i o n, aus London kommend, in Palästina eingetroffen. Regelmäßiger Relsediena» der Czernowftzer Allgemeinen Zellung nach Polen und CzemowMz Nächste Abfahrten: 13. und 27. September Anmeldungen ausschließlich Reisobtlro „Marlenhrttckc“, I., Rotenturrastraße 20, Tel. R 21-2-86/87 Reservieret Jetzt schon Plätze für die Reisen zu den hoben Feiertagen Die amerikanische Aktion für Palästina New York, 9. September. (JTA.) Nachdem vor kurzem elf bekannte amerikanische Senatoren sich an den amerikanischen Außenminister Cordell Hüll mit der Forderung gewandt hatten, daß die amerikanische Regierung zugunsten der Politik des Jüdischen Nationalhehns in Palästina bei der englischen Regierung Vorstellungen erhebe, haben nunmehr weitere einundzwanzig amerikanische Parlamentarier in einer gemeinsamen Kundgebung an den Außenminister das gleiche verlangt. Die Kundgebung ist unterzeichnet von den Senatoren Frederick van Nenys (Indiana), Augustin Lonergan (Connecticut), William H. King (Utah), Walter F. George (Georgia), Theodore G. Bllbo (Mississippi), Bennett Champ Clark (Missouri) und George L. Radcliffe (Maryland), sowie von dem Vorsitzenden des Repräsentantenhauses William B. Baitkhead und dreizehn anderen Mitgliedern des Hauses. Die jüdische Einwanderung in Biro-Bidschan Moskau, 8. September. (JTA.) Oftiziell wird mitgeteilt, daß in den orston acht Monaten des Jahres 1980 5128 Juden in Biro-Bklschan angesiedelt worden sind; davon waren 804 Familien und 1904 Einzelpersonen. Das Programm der jüdischen Einwanderung für 1080 wurde in diesen nein Monaten nur bis zu öl'S Prozent erfüllt, so daß bis cum JaliresendQ Quote kaum orreicht sein ygird. Ernste Niederlagen der Engländer Jerusalem, 10. September. Die Wirren in Palästina haben am Mittwoch eine neue Verschärfung erfahren. In zwei schweren Gefechten, die den ganzen Tag über dauerten, wurden sechs Engländer und ein eingeborener Polizist getötet. Von den sechs Engländern waren fünf Angehörige der Polizei, der sechste ein Unteroffizier. Ferner wurden drei englische Soldaten und drei eingeborene Polizisten verwundet. Die schwersten Verluste gab es bei einem Ueberfall in Rosch Pina. Dort wurde ein Postautomobil überfallen. Ein zu Hilfe eilendes Polizeiauto wurde bei seinem Eintreffen von den Arabern aus nächster Nähe unter Feuer genommen, als die Insassen des Polizeiautos aussteigen mußten, um eine auf der Straße errichtete Steinbarrikade zu beseitigen. Dabei wurde die gesamte Besatzung des Polizeiautos erschossen. Die Maschinengewehre und die Gewehre der Polizisten wurden von den Arabern erbeutet, ehe militärische Hilfe herbei kam. Das an diesen Ueberfall sich anschließende Gefecht mit den Arabern währte bis zum Eintritt der Dunkelheit. Auf Seite der Engländer wurden auch Flugzeuge eingesetzt. Das zweite Gefecht spielte sich b ei E I A c r e ab. Dort wurde die Schutzwache eines Transportes überfallen. Ein Unteroffizier und ein Polizist wurden in diesem Kampfe getötet. Morgen erster Truppentransport London, 9. September. (JTA.) Der neue Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Palästina, Generalleutnant Dill, begab sich am 9. September in Marseille an "Bord des britischen Zerstörers „Douglas“. Generalleutnant J. G. Dill, einer der hervorragendsten Strategen der englischen Armee, steht im 55. Lebensjahr und stammt aus Irland. In die Armee ist er 1901 eingetreten. Während der ganzen Dauer des Weltkrieges hat er in Frankreich Dienst getan. Später war er Generalstabsoffizier in Indien. Die Verschiffung der Truppen der ersten Division nach Palästina wird, wie verlautet, mit insgesamt sieben Truppentransportschiffen durchgeführt, deren erstes am Samstag den Hafen von Southampton verläßt Am 22. September werden sämtliche Truppen unterwegs sein. Die Verstärkungen bestehen, wie gemeldet, aus drei Infanteriebrigaden der ersten Division sowie aus verschiedenen Pionier- und Nachrichtenabteilungen. Fauzi Bey bringt Araber aus Syrien und Irak Jerusalem, 10. September. (JTA.) Fauzi Bey el Kaukadyi stattete Jerusalem einen geheimen Besuch ab und beriet dort mit den arabischen Führern, Er versicherte ihnen, daß er in der Lage sei, diebritischen Truppen I an ge Zeitin Schach zu halten, wenn ihm genügend Geldmittel zur Verfügung gestellt werden würden. Da sich ihm in Palästina nicht genug Menschen zum Kampf bereitstellen, habe er Anstalten getroffen, Leute aus Syrien und dem Irak heranzuziehen. Aus dem Hauptquartier der arabischen Banden wird mitgeteilt, daß den arabischen Städten und Dörfern Steuern zur Erhaltung der Banden auferlegt werden. Die Steuer für Jaffa beträgt 30.000 Pfund. Mit der Sammlung wurde heute begonnen. Fauzi hat sein Hauptquartier im Gebirge aufgeschlagen, von dem aus die Operationen der Rebellen zentral geleitet werden. Er hat auch schon mit der Veröffentlichung eigener Communiqu6s, richtiger „Meldungen vom Kriegsschauplatz“, begonnen. Das soeben ausgegebene Communiquä Nr. 3 teilt mit, daß in einem siegreichen Gefecht bei Bala 80 Soldaten, 3 Drusen, 3 Araber aus dem Irak, 9 Araber aus Transjordanien und 4 palästinensische Araber gefallen sind. „Die arabischen Truppen“, heißt es in dem Communique, „behaupten die befestigten Stellungen.“ * ... * Jerusalem, 9. September. Im Gebirge bei Nablus hat eine vorbereitende Konferenz der ar a bi sehen Bande uführer stattgefunden. Es wurde beschlossen, eine größere Konferenz für die nächsten Tage einzuberufen, um eine Zusammenarbeit mit den Banden in den übrigen Landesteilen, insbesondere denjenigen, die im Gebiet von Hebron tätig sind, herbeizuführen. Beschlossen wurde auch, auf die Friedensvorschläge der offiziellen arabischen Führer nichteinzugehen. Gleichzeitig wurde in den Straßen von Nablus eine von dem Terroristenführer Fauzi Beyel Kaukadyi Unterzeichnete Proklamation verteilt, in der die arabische Jugend aufgefordert wird, „P a 1 ästina zu verteidigen“. Die militärischen Kreise in Palästina führen die große Anzahl der britischen Verluste während der letzten Woche auf die Ankunft des Rebellenführers Fauzi Bey el Kaukadyi in das Unruhegebiet zurück. Fauzi Bey steht in dem Ruf, besondere militärische Kenntnisse zu besitzen. (Weitere Nachrichten über die Kämpfe in Palästina im Innern des Blattes.) Exekutive des Wellkoneresses last Paris, 9. September. (JTA.) Am 6. September fand in Paris die erste Sitzung der neugewählten Exekutive des Jüdischen Weltkongresses statt, an der folgende Herren teilnahmen: Richter Julian W. Mack (New York), als Ehrenpräsident; Louis Lipsky, als Vorsitzender des Großen Rates; Dr. N. Goldmann, als Vorsitzender des Administrative Committee. Ferner Georg Bernhard, Robert Boilack, M. Jarblum, Lgon Kubowitzki, I. Naiditsch, M. Nurock, Rev. M. L. Perlzweig, M. Henri de Tolädo (Genf). Als Gäste nahmen teil die Mitglieder des Administrative Committee: I. Grünbaum, Dr. J. Hellmann, Ing. A. Reiß, Dr. Silberschein. Es wurde eingehend über die Organisierung der Arbeiten des Exekutivkomitees beraten und beschlossen, vier Ressorts einzurichten: Politik mit Büros in Genf und Paris, Organisation und Propaganda, Wirtschaftsfragen und Kampf gegen Antisemitismus. Die endgültige Besetzung dieser Ressorts .wird in .der nächstes §Uäuu$ der Exekutive vorgenommen werden. Heute kommt Mister Deeds I GARY COOPER in dem weltberühmten Lustspiel •***PHPJ geht in we Stadt OEMTIN mit Jean Arthur und George Bancroft Regie: Frank Capra Burg-Kino, I. Imperial-Kino, I. Stafa-Kino, VII. Votlvpark-Klno, IX. ^Ein Columbia-Film im „Star"-Filmvorlelh ^■ Die neue Lage in Palästina Im zweiten Monat der Unruhen in Palästina war an dieser Stelle gesagt worden, die Bewegung der Araber habe durch die Entartung in einen Bandenkrieg den politischen Charakter verloren; . wenn' .dieses Treiben aber länger dauern sollte, ohne daß die Mandatsregierung rasch ein Ende macht, so würde eine politische Komplikation von ungeahnter Intensität entstehen. Der weitere Verlauf der Dinge hat dies leider bestätigt. Das Zaudern der englischen Behörden hat zunächst die gemäßigten Araberfüihrer um alle Autorität gebracht, schließlich aber auch eine Intervention der arabischen Fürsten herbeigeführt. Es ist ein schlimmer Schlag gegen das Prestige des durch England repräsentierten Europa, daß der Außenminister des Irak eine Vermittlung versuchte und durch seinen Vorschlag der Einwanderungssperre die Forderungen der Exaltados und Brandstifter be? kräftigte. Es .ist. weit schlimmer, daß Nuri Pascha sich auf die Zustimmung der Könige von Saudi ja und Jemen berufen konnte. Dadurch wurde die ipnerpalästinensische Frage über die Grenzen hinausgetragen und die Jerusalemer Regierung, in einen politischen Ausnahmszustand versetzt. London hat das Gefährlicho dieser Lago erkannt und will — wenigstens wird das so gesagt — mit scharfen Mitteln, das heißt mit Militär eingreifen, vielleicht den Kriegszustand verhängen und — was weiter? Welche Situation findet dann die Untersuch ungskommission vor, wenn sie ins Land kommt? Einen bis an die Grenze erbitterten Jischuw, eine bis in die Tiefe gereizte arabische Masse und ringsum lauernde Stauimesfürsten mit ihrem stets beutegierigen Clan. Dazu gesellt sich noch eine mit den Palästinavorgängen in direktem Zusammenhang entstandene Aufruhrbeweguug der mohammedanischen Raub- ■ stammo an der indisch-afghanischen Grenze, denen Englands schwächliche Haltung in Palästina frischen Mut gegeben hat. Nun hat die Londoner Zentralregierung den bekannten Brief Orntsby Gores an Professor Weizmann gebilligt, der ein Musterstück diplomatischer Unklarheit ist, und sie hat die Absendung neuer Truppen mit einer Kundgebung begleitet, die sich scheinbar an Juden und Araber wendet und ihnen den Willen Englands künden soll, tatsächlich aber an dio Stellen gerichtet ist, die sich für das Mittelmeer und seine Probleme seit dom abessinisehon Krieg aufs lebhafteste interessieren. England erklärt so aus ■heiterem Himmel heraus, daß es nicht daran denke, das Mandat aufzugeben. Ist cino Frage dieses Inhalts bereits gestellt worden? Wem antwortet England? Und wonn matt diese Angelegenheit näher besieht, so merkt man, daß die englische Regierung die schwelen Fehler in ihrer Palästinapolitik einzusehen beginnt. Von ihrem Gesichtspunkt aus ist PaJä«

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