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Die Stimme · 1936-09-04 · Heft 578 (4.9.1936) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 578 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Wr. 578 — Wie», Freitag, 4. September 1935 OIB STIMME Seit« S Das Echo der Palästinaereignisse ~~ in den Tempeln Die Ereignisse in Ercz Israel und. in der Gola erheischen den Zusammenschluß des ganzen Judentums zur Verteidigung unserer Position im Lande und ihrer Erweiterung. Daher wendet sieh Keren Ka.jemeth an alle Zionisten, daß sie ihm bei «seiner Tempelaktion an den hohen Feiertagen mit allen Kräften helfen. Demgemäß erging ein dringendes Rundschreiben des KKL. an alle Obmänner der zionistischen Organisation, an alle KKL.-Kommissäre (Jung und Alt), daß sie sich in den Dienst des KKL. stellen, jeder in seinem B e t h a u s. Pflichten dieser Vertrauensmänner: 1. Zu sorgen, daß das KKL.-Plakat in seinem Bethause und am richtigen Platz angebracht werde; 2. daß eine geeignete kurz© Ansprache über Erez Israel und den KKL. gehalten werde; 3. daß jeder bei der Thora für den KKL. spende. Der Zionist gehe mit gutem Beispiel voran; 4. jeder Zionist verständige den KKL., iß welchem Bethaus er mitarbeiten wird. Altwerden und jung bleiben möchte jeder. So schwierig es scheint, cs ist dennoch leicht erreichbar durch ständige, sorgsame Körperpflege. Ein hervorragendes Mittel dazu ist DIANA- Franzbranntwein mit Menthol. Massagen (Einreibungen) mit Diana - Franzbranntwein erfüllen mit verjüngender Kraft. Ebenso wertvoll zur Mund- und Haarpflege. Und dabei sehr billig. In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana“ und nehmen Sie nur „Diana“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. Dec Jüdische- Büclddu& hat m seinen Büros, /., Fleischmarkt 1, seine Tätigkeit aufgenommen. Mitgliedsbeitrag S S.— im Vierteljahr. Die Mitglieder erhalten mindestens ein literarisches Werk vierteljährlich und nehmen unentgeltlich an den literarischen mul wissenschaftlichen Veranstaltungen des J. B. K. teil. Das nächste Programm des J. B. K. umfaßt folgende Neuerscheinungen: Karl S c h w ar z, „Die Juden in der Kunst“; Josef Käst ein, „Jerusalem. Die Geschichte eines Landes“; Neu mark, „Welt und Wesen der jüdischen Philosophie“; Josef K aste i n, ,,Jcrernia, Geist der jüdischen Prophetie“; Sippurim, „Neue Auswahl alter jüdischer Legenden“. RESTAURANT STEFANIE "1^3 II-, Taborstraße Nr. 12 Hugo und Julie Herlinger, geb. Zöllner Bekannt gute Küche / Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung ' Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs sowie alle Spezialitäten ' Schöner schattiger Garten Die Rückfahrten aus Polen und Czernowitz nach Wien mit dem Reisebüro „1 r u t“ finden mit den fahrplanmäßigen Schnellzügen statt, wodurch eine pünktliche Ankunft bei verkürzter Fahrtdauer gewährleistet ist. Dio angeschlossenen Sonderwagon entsprechen an Komfort den internationalen Verkehrsanforderungon und stellen die „lrut“-Reisondon zufrieden. Speisewagen fährt immer mit. Eine umsichtige Reiselcitung sorgt ferner für cino absolut angenehme Fahrt. — Anmeldungen für die nächste Rückfahrt am Sonntag, den 13. September (Ankunft in Wien am gleichen Tag um 20.25 Uhr), nehmen ontgegen clas Keisebiiro „Irut“ in W.iou, 1., Ivarlsplatz I, ferner die Agenturen Wagons-Lita (Oook) in Lemberg und im Czernowitz, Dr. Schwarzbart fiber die A.-C.-Tagung Dr. Ignaz Se liwarzbar t, Präsident des Weltverbandes der allgemeinen Zionisten, bat sich auf der Rückfahrt von Zürich, wo er an der Tilgung des A. C. tcilnahm, ©inen Tag lang in Wien aufgehalten. Mittwoch abend« hielt er zusammen mit. dem Präsidenten des Landesverbandes, Dr. Oskar Grünbaum, vor den Vertrauensleuten des Landesverbandes und der WIZO ein Referat über die A.-C.-Tagung und die Lage in Palästina. Heute empfing Dr. Schwarzbart einen Redakteur der „Stimme“, dem er folgende Erklärung für die Öffentlichkeit gab: Die Sitzung de« A. C. in Zürich war ganz von den Vorfällen in Palästina beherrscht. Die objektiven Schwierigkeiten unseres politischen Kampfes Waren Hauptgegenstand unserer Beratungen. Alle anderen Fragen der zionistischen Bewegung sind durch den Ern&t dieser politischen Sorgen in den Hintergrund gedrängt worden. Ich betrachte es als Beweis einer verantwortungsvollen raison d’etat des zionistischen Aktionskomitees, daß organisatorische Konflikte und soziale Kämpfe, die in „Friedenszeiten“ die Gemüter unserer Tagungen aufpulvern, jetzt mit einer solidarischen Bereitwilligkeit aller Parteien zurückgestellt wurden. Das ist ein erfreuliches Symptom unserer nationalen Reife. Unter den Mitgliedern des A. C. herrschte starke Verbitterung gegen die englischen Verwaltungsorgane in Palästina und gegen' die Politik des Oberkommissärs. Ein Mitglied des A. C., das die Verhältnisse in Palästina besonders gut kennt, erzählte haarsträubende Beispiele über antijüdische Entscheidungen der englischen Verwaltungsbehörden und Gerichte. Es ist deshalb nur verständlich, daß in der Debatte scharfe Töne angeschlagen wurden. Gerade deshalb, weil unsere Politik auf England orientiert ist, gerade deshalb, weil wir das Recht haben, von England die loyale Erfüllung seiner dem jüdischen Volke gegenüber übernommenen und durch den Völkerbund verbrieften Versprechungen zu erwarten, gerade deshalb ist unsere Verbitterung so tief. Es war bei dieser Stimmung nicht leicht, einen Weg zu finden, der durch Ressentiment nicht beeinflußt wäre. Das A. C. hat sich aber am Jischuw ein Beispiel genommen. Es hat trotz aller Verbitterung die Hawlagah, die Selbstbeherrschung, seinen politischen Entschlüssen zugrunde gelegt. Allen Mitgliedern des A. C. stand die ungeheuere Verantwortung, die in dieser Stunde auf ihnen lastete, vor Augen. Die Hawlagah kommt in den Aufruf des A. C., der eine schwere Anklage gegen die englische Politik darßteilt, zum Ausdruck. Die Zukunft wird beweisen, ob diese Methode die richtige war, und ob England es verstehen wird, unsere politische Hawlagah entsprechend zu würdigen. Das A. C. hat ein zeitweiliges kleines A. C. gewählt und ihm in politischen Fragen sämtliche Vollmachten übertragen. Dieses kleine A. C. besteht aus 20 Mitgliedern, und zwar aus Ussischkin, 9 Vertretern der Arbeiterpartei, 4 Vertretern der Allgemeinen Zionisten Gruppe A, 2 Vertretern der Allgemienen Zionisten Gruppe B und 1 Vertreter der Judenstaatspartei. Diese Körperschaft wird dadurch, daß seine sämtlichen Mitglieder in Palästina wohnen, wenn es nötig ist, in Permanenz tagen können. Seine Beschlüsse werden dadurch der jeweiligen Situation angepaßt werden können. Ich habe volles Vertrauen zur Grundeinstellung der Exekutive und des jetzt gewählten kleinen A. C. in allen unseren politischen Fragen. Die Tendenz der politischen Debatte in Zürich läßt keinen^ Zweifel daran übrig, daß wir sowohl in der Frage der Einwanderung, als auch der Bodenkäufe und unseres Endzieles keine Kompromisse annehmen werden. „Bli witurim“ — ohne Kompromisse — so charakterisierte Ussischkin das Ergebnis der politischen Debatte im A. C. „Bli witurim“ bezieht sich auch auf unsere allfällige Zusammenarbeit mit der königlichen Kommission, die, wenn nicht Unverhofftes ein tritt, ihre Arbeiten in den nächsten Wochen aufnehmen soll. Die Situation ist ernst, aber die Leitung unserer Bewegunghält das Steuer mit ungeheurer Energie fest in der Hand, uim unser bedrohtes Schiff aus dem Sturm _ in den Hafen ruhiger Arbeit biiiüberzuleiiban. Die letzte Sitzung des A. C. wan eine imposante Kundgebung der geeinten zionistischen Bewegung und eines unbeugsamen Glaubens an den endgültigen Sieg unserer Sache. Mögen sich diie weiteren Etappen unseres Weges noch so schwierig gestalten, wir werden unseren Weg, komme, was da wolle, zu Ende gehen. Ussischkin hielt in der Schlußsitzung eine denkwürdig© Rede. Zur gleichen Stunde kämpften Weizmawn. lind Ben Gurion in London in einer offiziellen Unterredung mit der englischen Regierung um unsere Rechte. Nim noch eines. Das A. C. bewilligte ein ordentlicheis Budget und überdies ein außerordentliches Budget von 300.000 Pfund, in einem gewissen Sinne ein Verteidigningsbudget, das uns in die Lage versetzen soll, den uns aiufgezwungenen Kampf zu bestehen. Wenn das jüdische Volk und die zionistische Bewegung sich darüber klar sind, welche ungeheure Arbeit der uns aiufgenötigte Kampf für das ganze jüdische Volk und nicht nur für den Jischuw allein hat, so wird es der zionistischen Bewegung die Mittel bewilligen, die sie unbedingt benötigt. .Es ist aber keine Zeit, zuzuwarten. Die Aufbringung der nötigen Mittel zur Verstärkung unserer Sicherheit und für unseren politischen und wirtsdiaftliohen Kampf miuß in den nächsten Wochen erledigt sein. Wie zur Zeit Bar Kochbas wird das jüdische Volk, das wieder auf seinem eigenen Boden sitzt, zum Kampf um das Heilige Land auf gerufen und mit dem jüdischen Volk in Palästina das jüdische Volk der ganzen Welt. Daran soll niemand vergessen. In einer Zeit, wo jüdische Männer und Frauen in Erez Israel freudig ihr Leben hingeben, und uns ein Beispiel von jüdischem Mut und Selbstbeherrschung geben, verlangt die Zionistische Bewegung von der Galubli nicht Opfer an Freiheit und Lehen, sondern nur Geld. Daran soll jeder denken, und freudig Opfer für die Erhaltung und Verstärkung unserer Position im Lande unserer Väter bringen. Auswelspapiere für Emigranten jvjetro -'(/oldioyn-j^Aycr GALA-SAISON OPERN KINO I. Rabbiner S. Friedmann veranstaltete in den Praohtsälen des Misrachw Landesverbandes, Wien, II., Praterstraßo 60, zu den hohen Feiertagen ein Minjan, bei welchem er persönlich vorbeten wird. Betsitze täglich zwischen 8 und 10 Uhr abends im Vereinsheim. Telephonische Anrufe unter B 51-001. Stcrn’scbe Lehr* und Erziehungsanstalt I., Werdertorgasse 12, Tel. U 28-1-97 Volksschule f. Knaben u. Mädchen (9 Uhr Schulbeginn) / Oeffentlichkeitsrecht / Hauptu. Fortbildungsschule, Tagesheim, Internat, Sport, Fremdsprachen, Musik Einschreibungen täglich von 10 bis 12 und 4 bis 6 Uhr FILME Filme ohne Arier-Paragraph Luna-Park. — Der Schürzenjäger. — Chikago-Gangster. — Kein Weg zurück. — Singing Kid. — Rosemarie. — Metropolitan. — Bankräuber in U. S. A. — Sie heiratet ihren Chef. — Kaiser Jones. — Die Insel der Haifische. — Das Haus in der 56. Straße. — Romeo und Julia, — Liebe vor dem Frühstück. — Desperados. — Rätsel um eine Frau. — Der . König der Frauen. — Under two Flags. — Schulter an Schulter. — Schuldige Hände: — Das Gericht der Goldgräber. — Bett Nr. 5. — Rex, der König von Arizona. — Gift. — Der Liebling der Frauen. — Die Botschaft zu Garzie. — Amateur-Gentleman. Heute: „Die Insel der Haifische“ — Im Kreuz-Kino Wegen des außerordentlichen Erfolges, den die Abenteuersensation von der amerikanischen Teufelsinsel bei der Uraufführung gefunden hat, zeigt das Kreuz-Kino den grandiosen Welterfolg der 20th Century Fox: „Die Insel der Haifische“, mit Warner Baxter, ab heute in einer wiederholten Prolongation. Heute: „Die Botschaft an Garcla“ Spanische Kämpfer in Aufruhr und Rebellion zeigt der neue Twentieth - Century - Fox-Film „Die Botschaft an Garcia“ mit Wallace Beery und John Boies. Die Uraufführung dieses neuen Twentieth-Century-Fox-Films findet heute im Burg-, Imperial., Stafa- und Votivpark - Kino statt. Von der Wiener Kultusgemeinde erhalten wir folgende Zuschrift: Der Hochkommissar für die deutschen Flüchtlinge beim Völkerbund bereitet eine Aktion vor, durch die jenen Emigranten, welche keine gütigen Pässe besitzen oder deren leichsdeutsche Pässe nicht mehr erneuert werden, „Identitätszertifikate“ verschafft werden sollen. Es handelt sich nun darum, einen Überblick darüber zu bekommen, wieviele Emigranten solcher Ausweispapiere bedürfen. Es werden daher alle in Wien wohnhaften Deutschlandemigranten, deren deutscher Reisepaß bereits abgelaufen ist oder im Jahre 1936 abläuft, ersucht, ihre Daten der Fürsorgezentrale der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse Nr. 2, sofort niitzuteüeu. Jene Deutschlandemigranten, die überhaupt keinen Paß haben, mögen dies ebenfalls der Kultusgemeinde schriftlich mitteilen und gleichzeitig angeben, aus welchem Grunde sie keine Dokumente besitzen. Der Hochkommissär legt weiters Wert darauf, zu erfahren, wie viele deutsche Flüchtlinge in den einzelnen europäischen Ländern weilen. Jene in Österreich weilenden jüdischen Emigranten, die bisher bei der Kultiisgeineinde Wien nicht registriert wurden, sowie jene, die seit mehr als einem Jahre daselbst nicht vorgesprochen haben, werden ersucht, Namen, Adresse, Staatsangehörigkeit, Beruf, Geburtsdaten und eventuelle Atiswanderungswünsche schriftlich bekanntzugeben. Da es sich lediglich um Vorarbeiten handelt, sind Anfragen über den Erfolg dieser Aktion derzeit zwecklos. Das Ergebnis wird seinerzeit in den Tagesblättern verlautbart werden. PENSION ECKSTEIN-Samtig neu renoviert Grünbaum und Farkas im Simpl Im Simpl eröffnet©}! die bekannten Komikerautoren Fritz G r ii n bäum und Karl Farkas ihre Saison mit einer von Humor sprühenden Revue „Gangster über Wie n“. Es wird auf der Biihne eine Art Gangsterkongreß abgehalten. Ein ausgezeichnetes Ensemble assistiert den beiden Komikern. Mimi S h o r p, die bekannte Tänzerin und Sängerin aus der Operette, die reizende Gertie Kalmar, Ina von Elben, Claire E iys e I m a y e r, die Remsa Strehlen, S t o 11 b o r g, P u e hs t o i n und dio Musik von Robert S e 1t w a r z tragen zu dem Erfolg dieser neuen Revue bei. Mau lacht einen ganzen Abend durch. Heute: „Der Liebling der Frauen“ Nino Martini, der gefeierte amerikanische Tenor, hat sein Filmd©biit in dem neuen Twentieth - Century - Fox - Film „Der Liebling der Frauen“. „Der Liebling der Frauen“, der Film, der Komödie, Oper und Ballett vereinigt, gelangt ab heute im Krüger- und Schottenring- Kino zur Uraufführung. Heute: „Der Schürzenjäger“ Im Opern- und Elite-Kino findet heute die Uraufführung der Metro-Goldwyn-Mayer-Filmkomödie „Der Schürzenjäger“ statt. Die Hauptrollen sind mit Robert Montgomevy und Myrna Loy besetzt. „Der König der Frauen“ — der Film der Salzburger Festspiele. Metro - Goldwyn - Mayer hat bekanntlich im Rahmen der Salzburger Festspiele zwei ihrer größten Filme herausgebracht. Einer dieser beiden Filme, „Dev [vönig der Frauen“, gelang! demnächst in Wien zur europäischen Uraufführung. Maureen O’Sullivan in „Ein Schrei in der Nacht“. In dem neuen Film der Metro-Goldwyn-Mayer „Ein Schrei in der Nacht“, welcher demnächst in Wien erscheint, ist wieder Maureen O’Sullivan zu sehen. Mircha kommt wieder... Der kleine Miroha, der anläßlich seines Gastspieles ihn Ronacher das Wiener Publikum im Sturm eroberte, kommt wieder, und zwar in seinem orsten Film, der den Titel „Bubi“ führt und bereits demnächst in einigen führenden Wiener Kinos zur Erstaufführung gelaugt, Seine Partner siind Szöko Szakatl und Olto Wallburg, außerdem wirken Haus Unit und Lizzi Balla mit. Musik: Nikolaus Brodszky,

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