Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1936-09-04 · Heft 578 (4.9.1936) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 578 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3053752-3054243-3054334--6123-3061939
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Salta 4 DIE STIMME Nr. 578 — Wien, Freitag, 4. September 1936 lUce CeiU&iUiotUtU! Jüdische Volkshochschule - Jüdische Kulturstelle L Kai 3, Tel. R 28-2-36 S 120 tMMtititU! Oberrabbiner und dem Gemeindevorsitzen-1 weiterhin die gleichen Gefühle der den ein Schreiben gesandt, ln dem er er- ] S y m p a t h 1 e entgegenbringen werde wie klärt, daß die nationale Regierung den jüj bisher, Gefühle, die insbesondere er, der dischen Bürgern des Staates gegenüber i Ministerpräsident, stets gehegt habe. Zweite Tagung des A. C. in London Israel Sieff für jüdischarabische Konferenz London, 31. August. (JTA.) Unter Berufung auf die vor einiger Zeit in den „Times“ veröffentlichte Zuschrift des Archäologen Professor Flinders P e t r i e macht Israel M. Sieff in den „Times“ den Vorschlag, daß unter dem Vorsitz Flinders Petries, der eine 40jährige Erfahung im Leben des Nahen Ostens und die gründlichste Kenntnis Palästinas und seiner Probleme besitze, dabei gleichzeitig in gleicher Weise von Arabern und Juden vollständig unabhängig sei, eine jüdisch-arabische Studiengruppe aus Männern gebildet werde, die keine amtliche Stellung, aber genügenden Einfluß bei ihren Völkern besitzen. Nur von solchen Männern, meint Sieff, könnten die beiden Hauptprobleme studiert werden, nämlich erstens: Welches sind die tieferen Gründe für die Reibungen und Feindseligkeiten, die an dem periodischen Ausbruch von Unruhen in Palästina schuld sind, und zweiten«: welches sind die Berührungspunkte, an denen Juden und Araber jetzt harmonisch Zusammenarbeiten und die erweitert werden können, um eine größere Zahl solcher Tätigkeiten zu umfassen und ein größeres Gebiet gemeinsamer Aufgaben im Leben eines beiden Völkern gemeinsamen Nationalheims zu schaffen? Nur die volle Erkenntnis, daß das zukünftige Wohlergehen des Landes und seiner Kinder in ihren Händen liegt, kann aus Juden und Arabern in Palästina eine festgefügte Nation bilden, so wie dies bei Engländern und Franzosen in Kanada der Fall war und gegenwärtig in Südafrika zwischen Engländern und Holländern sich vollzieht. Das Bestehen und die Beratungen einer solchen Gruppe würden in keiner Weise die Arbeit deT Königlichen Kommission behindern. Restaurant Billet Bestrenommierte Küche Reichhaltige Menüs a S 1’90 u.2'60 ll.,Hammerpurg$ta!:gasse3 (nächst Salztorbrücke} Griechisch-orthodoxe Kirche für jüdisches Palästina Athen, 2. September. (JTA.) Der Erzbischof von Athen, Mgr. Hrissostomos, das Oberhaupt der griechischen Kirche, erklärte in einem längeren Gespräch mit dem Salonikier Oberrabbiner Dr. Zwi Koretz, daß die griechisch-orthodoxe Kirche dem Zionismus und seiner Arbeit in Palästina mit freundschaftlichen Gefühlen gegenüberstehe. In Palästina unterstütze die griechische Geistlichkeit das jüdische Aufbauwerk moralisch. Oberrabbiner Dr. Koretz wurde auch von dem griechischen Kultusminister Philipp i d i s empfangen, der ebenso wie der Erzbischof von Athen bestätigte, daß die griechische Kirche in Griechenland und in allen übrigen Ländern gegenüber dem Judentum und Zionismus wohlwollend eingestellt sei „Nicht nur die politische, sondern auch die religiöse Überlieferung Griechenlands“, erklärte der Minister, „ist entschieden projüdisch. Diese Einstellung wird auch in Zukunft beibehalten werden.“ Minister Philippidis, ein hervorragender Vertreter der religiösen Wissenschaft, wird demnächst ein Buch veröffentlichen, in dem dem Zionismus ein besonderes Kapitel gewidmet sein wird. „Ich halte den Zionismus“, sagte der Minister, „wie ich es in meinem Buch darlegen werde, für den Weg zur Lösung der Judenf r a g e.“ Zürich, 31. August. (JTA.) Das Aktions- Comitee der Zionistischen Organisation hat seine Tagung in Zürich formell beendet. In der Schlußsitzung wurde ein Budget für ökonomischen Aufbau in Palästina in Höhe von 327.000 Pfund angenommen und beschlossen, Zweigbüros des Wirtschaftsrates in Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa zu errichten; ihre Aufgabe wird es sein, mit der Zionistischen Exekutive in allen die palästinensische Judenheit betreffenden wirtschaftlichen Angelegenheiten zusammenzuarbeiten. Im Zusammenhang mit der akuten politischen Krisis ist eine Nach-Beratung des A. C. in der zweiten Wochenhälfte in London vorgesehen. Das Administrative Committee des nichtzionistischen Teiles der Jewisb Agency, dessen Tagung in Zürich vorgesehen war, wird im Hinblick auf die politische Krise nicht in Zürich, sondern am Mittwoch, den 2. September, in London zusammentreten. Am Sonntag, den 31. August, hielten hervorragende Mitglieder des Council und des Administrative Committee der Jewish Agency eine private Beratung in Paris ab. Politische Kommission des A. C. In Palästina Nach Verhandlungen mit den verschiedenen Parteien wurde eine 18gliedrige permanente politische Kommission des A. C. mit dem Sitz in Palästina gebildet; die Kommission wird das politische Department der Jewish Agency in dringenden politischen Fragen beraten. Judenstaatspartei — „Sonderverband“ Das A. C. sprach die Anerkennung der von M. Großmann und Robert Stricker geführten Judenstaatspartei als „Sonderverband“ aus. Palästina-Rettungsfonds Das A. C. proklamierte die Errichtung des Palästina-Rettungsfonds zur Wiedergutmachung der durch die Unruhen im jüdischen Wirtschaftssektor verursachten Schäden und sprach gleichzeitig in einem Manifest die Überzeugung aus, daß eine Einstellung der jüdischen Einwanderung wider Gesetz und Recht, wider die Versprechungen der verschiedenen englischen Regierungen und wider Geist und Sinn von Mandat und Balfour-Deklaration sein würde. Der Council der WIZO, der seine Tagung in Zürich abgeschlossen hat, teilte dem A. C. mit, daß er beschlossen hat, mit allen Mitteln die Kampagne für den Palästina- Rettungsfonds zu unterstützen. Der neue Fonds soll in der ganzen Welt ln den Monaten September und Oktober aufgebracht werden mit einem Ertrag von schätzungsweise 300.000 Pfund. Die Zwecke des Sonderfonds Die für den besonderen Aufbaufonds einfließenden Gelder sollen, wie das Aktionskomitee bestimmt hat, für folgende Zwecke verwendet werden: 1. Für politische Arbeit und Sicherheit. 2. Zur Stärkung der jüdischen Wirtschaft in Palästina. 3. Zur Stärkung der jüdischen Kolonisation und Navigation (Schiffahrt, Hafenausbau usw.). 4. Zur Wiedergutmachung der durch die Unruhen eingetretenen Schäden. Warburg gibt 20.000 Dollars New York, 31. August. (JTA.) Morris Rothenberg, Vorsitzender der Administrative der Zionistischen Organisation Amerikas, teilt mit, daß Herr und Frau Felix M. Warburg 20.000 Dollars für den zu schaffenden Rettungsfonds des United Palestlne Appeal gespendet haben. Erfolgreiche Arbeit des Keren Hajessod Zürich, 2. September. In der Sonntagssitzung des Aktionskomitees referierte Dr. Hantke über die Tätigkeit des Keren Hajessod. Das Einkommen des Keren Hajessod für das laufende Jahr in der Höhe von 236.000 Pfund übersteigt den auf dem letzten Kongreß gemachten Anschlag um 6000 Pfund. Das Einkommen für das nächste Jaihr schätzte er auf 277.000 Pfund. Das kleine Aktionskomitee Die gemäß dem Vorschlag der Politischen Kommission vom Aktionskomitee geschaffene ständige Vertretung in Jerusalem wird aus 19 Mitgliedern bestehen, die von den verschiedenen Fraktionen entsprechend der proportionellen Zusammensetzung des Aktionskomitees delegiert werden sollen. Diese Körperschaft wird von den Aktionskomitee- Mitglieidern als das „Kleine Aktionskomitee“ bezeichnet. Sie wird ihren Sitz in Jerusalem haben; ihre Aufgabe wird sein, in dringenden politischen Fragen gemeinsam mit der Exekutive Entscheidungen zu treffen. Das Budget Dr. J. Rufeisen erstattete Bericht über die Arbeiten der Wirtschafte- und Budgetkommission und legte folgendes Budget vor: Einkommen 357.000 Pfund, davon 260.000 Pfund vom Keren Hajessod. Ausgaben: 357.000 Pfund, davon: Pfund Kolonisierung. 82.000 Erziehung. 20.000 Einwanderung. 37.000 Arbeitsdept., Hilfsfarmen, Wohnungsfragen . 34.000 Politische Arbeit. . 12.000 Ansiedlung deutscher Juden - . . 30.000 Das Budget wurde genehmigt. Dr. R u / e i s e n erstattete ferner Bericht über den Plan einer Sonderkampagne zugunsten der politischen und wirtschaftlichen Festigung des J i s c h u w; diese Kampagne sollte die Antwort des jüdischen Volkes auf die Ereignisse in Palästina sein. Weizmann und Ben Gurion bei Ormsby Goie London, 2. September. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, und der Präsident der Palästina-Exekutive, David Ben Gurion, sind am Montag von dem Kolonienminister Ormsby Gore empfangen worden. Sie hatten mit ihm eine längere Aussprache über die Lage in Palästina. Einzelheiten über den Verlauf des Gespräches sind bisher nicht bekannt geworden. Mitteilungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Befreiung der jüdischen Kinder vom Schreiben, Zeichnen und Handarbeiten usw. an Sabbathen. Der Stadtschulrat für Wien hat sub. Z. 2316/11 a ex 1930 an alle Unterrichtsanstalten den folgenden Erlaß herausgegeben: „Pie Direktionen (Leitungen) werden auf den K. U. M.-Erlaß vom 21. Jänner 1876, ZI. 1208 (Vorechriftensammlung: Die Mittelschulen Österreichs von Halma Schilling S. 43) und auf den K. U. M.-Erlaß vom 19. Februar 1876, ZI. 1683, M. V. Bl. Nr. 9, aufmerksam gemacht, wonach bei Verfassung der Stundonläne auf das israelitische Gebot, am Sabbath es Schreibens, Zeichnens, überhaupt der Metaxas: „Die gleichen Gefühle der Sympathie •. .* Saloniki, 1. September. (JTA.) In Beant-, wortung eines an ihn von Oberrabbiner i Dr. Koretz und dem Vorsitzenden der! Jüdischen Gemeinde Saloniki, Cattegno,1 gerichteten Begrüßungstelegramms bat Ministerpräsident General Metaxas dem Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, ll,f Taborstraße 13. Telephon : B 42-407. Wie alljährlich veranstaltet die zionistische Bezirks-ektion Leopoldsladt auch in diesem Jahre, im großen .'aale des Hotel Zentral, II., Taborstraße 8a, anläßlich der hohen Feiertage einer. |eIerUchei) Gottesdienst unter Mitwirkung eines vorzüglichen Kantors. Betsffzverkauf findet läglloh von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends statt. Bestellen Sie rechtzeitig Ilm' ««hworzen und wallten Tal Are und Bereite zu den hohen Feiertagen in der weltbekannten Uniformierungs- und Maßschneiderei Rudolf Goldstein, Schneidermeister Wien, II., Taborstraße 64. Gegründet 1860. Tel. R 49-0-48 Alle MHitHrunifortnen und Ausrüstungen. Handarbeiten eich zu enthalten, tunlichst Rücksicht zu nehmen und jeder direkte oder indirekte Zwang zur Übertretung dieses Gebotes zu unterlassen ist. Stadtschulrat für Wien.“ Vom Vorstände der Israelitischen Kultusgemeinde Wien werden die jüdischen Eltern dringend ersucht, von diesem ihnen zustehenden Rechte Gebrauch zu machen. Dispens der jüdischen Schüler vom Schulbesuche an den hohen jüdischen Feiertagen. Der Stadtschulrat für Wien hat im Wege des Verordnungsblattes vom 1. Juli 1936 alle Unterrichtsanstalten in Kenntnis gesetzt, daß die israelitische Schuljugend an den Tagen des Neujahrs-, Versöhnungs-, Laubhütten-, Passah- und Wochenfestes Anspruch machen kann, vom Schulbesuche befreit zu werden. Zugleich wurden die Direktionen (Leitungen) ermächtigt, jene israelitischen Schüler (Schülerinnen), die zwecks Vorbereitung zum Versöhnungsfeste darum ansueben, Freitag, den 25. September 1936, ab 12 Uhr mittags von der Teilnahme am Unterrichte zu befreien. Vom Vorstände der Israelitischen Kultußgemeinde Wien werden die jüdischen Eltern dringend ereucht, von diesem ihnen zustehenden Rechte Gebrauch zu machen. * Kundmachung. Der Vorstand der Israelitischen Kuitusgemeinde Wien veranstaltet an den kommenden hohen Feiertagen im Feetsaale des Hotel Post, I., Fleischmarkt 20 (Eingang. I., Drachengasse 1) einen Festgottesdienst, der hauptsächlich für die reifere Jugend beiderlei Geschlechtes (im Alter von 15 bis 20 Jahren) bestimmt ist. Der Zutritt zu diesem Gottesdienste, der nach dem Vorbilde und im Umfange der Gemeinclegottesdienste abgehalten wird, erfolgt auf Grund unentgeltlich ausgegebener Karten, deren Verteilung tunlichst im Wege der Jugendorganisationen erfolgen soll. Die Jugendgruppen werden ersucht, ein Verzeichnis jener Jugendlichen, die Eintrittskarten zu diesem Gottesdienste wünschen, biß spätestens Dienstag, den 8. September d J., dem Jugendreferate der Kultusgemeinde zu übermitteln. Die Ausgabe der Karten auf Grund deT Verzeichnisse erfolgt am 9. und 10. September d. J., während die Einzelkarten an Jugendliche ab Freita,g den 11 September d, J. im Jugendreferate, I., Sedtenstettengasse 2, I. Stock, von 9 bis 12 Uhr vormittags ausgefolgt werden. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Wir machen unsere geschätzten Leser auf das Inserat des bekannten Scbneideratelier« Moriz M o r k s, I., Köllnerhofgasse 4, und dessen Filiale H., Schmelzgasse 1, aufmerksam. Das Reisebüro „Francopol“, in., Schwarzenbergplatz 7, veranstaltet alle 14 Tage äußerst günstige Reisen nach Polen und Czernowitz. Die Rückfahrten finden nach allen Feiertagen statt. Auskünfte und Anmeldungen „Francopol“, Tel. U 16-4-90. Wollen Sie Zeit ihe und Geld sparen? Dann gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden und Bekannten, Kunden und Klienten zu Rosch Haschanah durch „Die Stimme“ die in verstärktem Umfang mit interessanten Festbeiträgen am 16. September erscheinen wird Der Preis für das Einheitsinserat beträgt S 6*—, in doppelter Größe S 10*—• »DU STIMM!“ Administration m weidim Bethause «mdh «den Feiertagen m. Keren Kajemeth uti,»io?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.