Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 578 (4.9.1936)
- Date
- 1936-09-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1fr. 578 — Wien, Freitag, 4. September 1986 Dil STIMME Soft« 3 Die Bedingungen der Araber Jerusalem, 2. September. (Palcor.) „Palestine Post“ veröffentlicht die von dem arabischen Obersten Komitee akzeptierten Bedingungen auf Grund deren der Abbruch von Streik und Terror erfolgen solle: 1. «Allgemeine Amnestie für sämtliche während der gegenwärtigen Unruhen verurteilten Araber. 2. Suspendierung der jüdischen Einwanderung während der Untersuchungen der Royal Commission. 3. Eine Zusage der palästinensischen Regierung, daß solche Beschränkungen der jüdischen Einwanderung von der Royal Commission empfohlen werden, die keine Befürchtungen für die zukünftige Stellung der Araber Im Lande aufkommen lassen. 4. Ein Vertreter der Regierung des Irak soll berechtigt sein, vor der Royal Commission zu erscheinen, um die Forderungen der Araber in Palästina zu unterstützen. 5. Nach Abschluß der Untersuchungen der Royal Commission soll die Regierung des Irak mit der englischen Regierung in Verbindung bleiben, um die Durchführung der für die Araber günstigen Empfehlungen der Royal Commission zu gewährleisten und für Annullierung der für sie ungünstigen Empfehlungen Sorge zu tragen. Es wird angenommen, daß das arabische Oberste Komitee nicht eher zum Abbruch von Streik und Terror aufrufen wird, als bis Gewißheit darüber besteht, daß Nuri Pascha für seine Verhandlungen die Vollmachten der arabischen Regierungen besitzt, und daß die englische Regierung die obigen Bedingungen akzeptiert hat. Führer in Jerusalem, in welcher sie emphatisch jedes Abkommen oder jede Konzession, die nicht eine vollkommene Erfüllung der arabischen Forde- London, 31. August. Während die Berichte aus Jerusalem es als gegebene Tatsache annehmen, daß der High Commissioner Sir Arthur Wauohopo ermächtigt ist, in seinen Verhandlungen mit den Arabern die Einstellung der jüdischen Einwanderung für den Fall zu versprechen, daß die Unruhen im Lande aufhören, lehnen es die amtlichen Kreise in London ab, sich darüber rungen zum Inhalt haben, zurückweisen. Die Botschaft wurde während der Gespräche Nuri Paschas mit den arabischen Führern empfangen. zu äußern, ob dem High Commissioner hiezu Vollmacht erteilt wurde oder ob die endgültige Entscheidung weiterhin entweder beim Kolonienminister allein oder beim Gesamtkabinett liegt. In den jüdischen Kreisen in- und außerhalb Palästinas gibt sich wachsende Besorgnis über das Eingreifen des arabischen Auslandes in rein innere Angelegenheiten England hat noch nichts angenommen Jerusalem, 2. September. (JTA.) Der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Khalidi, gab Ehren des irakischen Außenministers Nuri Pascha vor dessen Abreise einen Tee. An dem Empfang nahmen die Mitglieder der aus London zurückgekehrten arabischen Delegation und eine Reihe hervorragender arabischer Persönlichkeiten teil. Nuri Pascha, der eben von seiner Unterredung mit High Commissioner Sir Arthur Wauchope kam, gab bekannt, daß die Regierung bisher noch keinen der arabischen Vorschläge angenommen hat. Die Regierung -stehe auf dem Standpunkt, daß für den Fall, daß die Araber die Kommission und die Notwendigkeit ihrer Arbeit anerkennen, die Versicherung genügen müsse, daß die Beschlüsse dieser Kommission verpflichtend sein werden. Entscheidung in London oder in Jerusalem? Palästinas kund. Diese Besorgnisse gehen insbesondere davon aus, daß von den Arabern offen erklärt wird, es sei hiemit ein Präzedenzfall gegeben, der das Recht, der a r ab i s eh o n S 1 a a t e n. bei der Entscheidung palästinensischer Fragen eine aktive. Rolle zu spielen, fcstlege. Juden erwarten verschärften Terror ' Jerusalem, 1. -September. Die hebräischen Zeitungen Palästinas bezeichnen die Ergebnisse der Vermittlungsaktion, die der irakische Außenminister Nuri Pascha zwischen der Regierung und dein Obersten Arabischen Ausschuß geführt hat, als Manifestierung des Prestigever- 1 u s t e s, den die R e g i e r u n g erlitten hatte. Die Zeitungen protestieren dagegen, daß ausländische arabische Faktoren in die Regelung palästinensischer Verhältnisse eingreifen, während die Juden außerhalb des politischen Kalküls bleiben. Inzwischen würden im ganzen Lande die Schießereien aus dem Hinterhalt, die Brandstiftungen und Verwüstung von Pflanzungen unvermindert fortgesetzt. Die Tageszeitung „Dawar“ warnt den Jiscihuw vor den nunmehr zu erwartenden verstärkten Angriffen der Araber und ruft ihn auf, sich bereit zu halten, um den Angreifern die gebührende Antwort zu geben. rein Unter dem Terror des Mufti Jerusalem, 3. September. (Palcor.) Die arabische Presse berichtet, daß der Beschluß, die endgültige Entscheidung über einen Abbruch des Streiks der Konferenz der lokalen Streikkomitees zu überlassen, unter dem Druck des Mufti und seiner Anhänger und gegen den Wunsch der anderen Parteien angenommen worden sei Die Zeitungen „Adifaa“ und „Falastin“ wenden, sich scharf gegen diesen Beschluß, da das arabische Oberste Komitee den Willen der arabischen Nation verkörpere und selbst in der Lage sei, über den Abbruch des Streiks zu entscheiden, es sei daher völlig unnötig gewesen, die Verantwortung auf eine Konferenz der lokalen Streikkomitees abzuwälzen. Der Mufti soll den Vorschlag gemacht haben, man solle versuchen, durch die lokalen Streikkomitees weitere Konzessionen von der Regierung zu erlangen. Nuri Pascha abgereist Nuri Pascha verließ Sonntag 'Jerusalem, um eich nach Alexandrien und Istambul zu begeben. Nach Jerusalem kehrt er erst in zwei Wochen zurück. Vor seiner Abreise konferierte Nuri Pascha eine Stunde lang mit dem High Commissioner. Im Verlauf des Gespräches setzte sich der High Commissioner zweimal mit der Regierung in London in Verbindung, während Nuri Pascha telephonisch mit seiner Regierung in Bagdad sprach. Nachher hatte Nuri Pascha eine kurze Konferenz mit einer Gruppe arabischer Führer. Arabische Könige an Palästinas Araber ... Jerusalem, 2. September. (Palcor.) Wie die arabische Zeitung „Al-Liwa“ meldet, verhandelt Nuri Said mit den arabischen Königen über eine von diesen zu erlassenden Aufruf an die palästinensischen Araber. Dieser Aufruf soll die Araber zum Abbruch von Streik und Terror auffordern und gleichzeitig die Hoffnung zum Ausdruck bringen, daß, falls der Aufruf Widerhall findet, die englische Regierung den zweiten Schritt, tun, das heißt, dio völlige Suspendierungder jüdischen Einwanderung verkünden werde. Wie die Palcor erfährt, hat das arabische Oberste Komitee eine Anzahl von Telegrammen von den lokalen Streikkomitees, u. a. auch Jaffa und Haifa, erhalten, in denen Nuri Saids Vermittlung befürwortet und gefordert wird, daß die geplante Konferenz der Streikkomitees abgesagt werde. Bandenfiihrer gegen Konzessionen Jerusalem, 31. August. Die Führer der arabischen Guerillabanden hielten in den Bergen eine Versammlung üb und sandten daraufhin eine Botschaft an die arabischen 4 Kunerol ist vollständig reines Fett aus Kokosnüssen, es ist nahrhaft, leicht verdaulich,unbegrenzt halt« bar und kann von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch-" und Fleischspeisen für den Festtagstisch verwendet werden. Das Verschlußsiege! der Packung gibt Ihnen die Gewißheit, daß Kunerol unter Aufsicht Sr. Ehrwurden des Herrn Bezirksrabbiners $. Ehrenfeld zu Mattersburg hergestellt wird. mm Das100%reine Kokosnußfett Nur echt in Originalpackung i Preteste aus aller Welt Ungarn Budapest, 2. September. Der Landesausschuß des Ungarischem Zionistenverbandes hat in einer Sondersitzung die folgende Resolution angenommen und der englischen Gesandtschaft zur Übermittlung an die 'Regierung in London übergeben: „Der Ungarische Zionistenbund und der Pro-Palästina- Verband Ungarischer Juden nahmen mit tiefer Bestürzung die Nachricht zur Kenntnis, daß die britische Regierung — wenn auch nur vorübergehend — die Einstellung der jüdischen Einwanderung plane. Diese Maßnahme würde inmitten der außerordentlich schwierigen sozialen Verhältnisse, unter denen das Judentum auf der ganzen Welt lebt, schwere Folgen nach sich ziehen und in den vielen hunderttausend Menschen, deren einzige Hoffnung und Zukunft heute Palästina ist, würde der Gla-ubo erschüttert werden. Die fundamentalen Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina würden durch diese Verfügung der Mandatarmaclit, die im Gegensatz zum Geist der Balfour-Deklaration stünde, zugleich aber auch den im Mandat niedorgelegten Grundprinzipien diametral entgegengesetzt wäre, schwer. verletzt werden. Polen Warschau, 3. September. (JTA.) In einer Protestversammlung, die von der Liga für das arbeitende Palästina veranstaltet worden ist, wurde eine Entschließung angenommen, die sich gegen die beabsichtigte Einwanderungssperre nach Palästina wendet. Die jüdischen Massen, so wird in der Entschließung gesagt, würden sich nicht mit diesem Attentat auf die Einwanderunga b f i n d e n. Mit ihrer ganzen Kraft, die ihnen ihre Pein und ihre N o t g i b t, würden sie die Tore von Palästina stürmen. In einer Versammlung aller jüdischen wirtschaftlichen Zentralorganisationen Polens wurde ebenfalls gegen die beabsichtigte Einwanderungssperre protestiert. Warschau, 2. September. (JTA.) Eine aus Oberrabbiner Senator Dr. M. S c h o r r, dem Abgeordneten Dr. Sommerstein, Dr. Hartglaß und anderen jüdischen Führern bestehende Deputation überreichte dem englischen Gesandten in Warschau, Sir Howard Kennard, die von der polnischen Judenheit am Palästina-Tag gefaßten Entschließungen. Der Gesandte versprach, das Memorandum an seine Regierung weiterzuleiten, und sagte dabei, die englische öffentliche Meinung stehe dem jüdischen Aufbauwerk in Palästina mit großer Sympathie gegenüber. Kanada Toronto, 3, September. (JTA.) Der zionistische Bund Ilabonim in Kanada hat clor britischen Regierungeine Entschließung übermitteln lassen, in der erklärt wird, daß eine Sperre der jüdischen Einwanderung nach Palästina als B r u ch clerBalfour- 1) e k I a r a t i o n, als eine Kapitulation vor i Gewalt und als eine Belohnung von Rebellion und Mord zu betrachten sein würde. | „Times" gegen Einwanderungssperre London, 3. September. Die „Times“ sprechen sich in einem Leitartikel wiederum gegen eine Sperrung der jüdischen Einwanderung nach Palästina aus, die dem Geist des Mandats widersprechen würde. Sie kritisieren die Aktion des irakischen Außenministers Nuri Pascha und machen der Palästina-Verwaltung den Vorwurf, nicht das Standrecht erklärt zu haben. Es wird davor gewarnt, den arabischen Forderungen nachzugeben. Ein solches Nachgeben würde der Anfang für weitere Gewalttaten zur Durchsetzung weiterer Forderungen sein. Es wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Strafen für den Waffenerwerb und -besitz zu verschärfen. Es sei auch erforderlich, daß die Verwaltung sich der Frage der Bodenreserven annehme Marineminister Hoare kommt nach Haifa Haifa, 2. September. Der Erste Lord der Admiralität, Sir Samuel Hoare, der am Dienstag, den 1. September, mit dem Kreuzer „Galathea“ Malta verließ, wird auch Haifa einen Besuch abstatten. Obwohl sein Besuch im Zuge seiner Inspektion der britischen Marinestützpunkte im Mittelmeer erfolgt, nimmt mau in Haifa in diesem Zusammenhang dennoch an, daß die Errichtung eines britischen Marine- Hauptstützpunktes im Haifaer Hafen erwogen svird. 9999999997^