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Die Stimme · 1936-09-04 · Heft 578 (4.9.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 578 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit© Z 0» STIMME Nr. 578 — Wien, Freitag, 4. September 1986 mal auch die Jewish Agency beiträgt. Unter den Resolutionen für Organisation und Propaganda ist wiederum ein Beschluß über einen außerordentlichen Drive zur A u f b r i n g u n g e r h ü h t. e r Mittel für das W i /, o - W e r k zur Bewältigung der erhöhten Anforderungen dieser schwierigen Zeit zu erwähnen. Auch hier übernahmen verschiedene Gruppen an Ort und Stelle erhöhte Quoten. Die in der WIZO organisierten jüdischen Frauen haben sich dem Ernst der Stunde gewachsen gezeigt. Ihre Entschlüsse und ihre Handlungen können vorbildlich sein für das gesamte Judentum. In einer sehr kurzen und schlichten Kundgebung erklären die Frauen einfach, daß sie alles auf sich nehmen, was von ihnen verlangt wird. Diese Kundgebung hat folgenden Wortlaut: „Wir, der Council der WIZO, und jede einzelne von uns, erklären uns bereit, in dieser Stunde der Prüfung für das jüdische Volk und das jüdische Land den Forderungen, die die gegenwärtige Lage an uns stellt, zu entsprechen und mit unserer ganzen Kraft an jeder besonderen Aktion teilzunehmen, die die Jewish Agency beschließt.“ Die Council-Tagung war am 30. August beendet. Es war eine würdig e, p r o d u ktive Tagung, deren Ausstrahlungen auf das gesamte Judentum nicht Ausbleiben werden. Anfäßßch der Bevorstehenden Hohen Teier* tage empfebfe mein Schneidet* Atefier für Maßarbeit/ ebenso Ableitung für Reparaturen und Expreßbiigelei. Abbofung und Zustellung kostenfos MORIZ MORKS, Schneidermeister I /., Köllnerhofgasse 4 Filiale: 11., Schmelzgasse 1 Tel. R 29-0-88 Tel. R 46-5-32 )ie Fallaschas unterwerfen sich Italien Rom, 2. September. (JTA.) Die italienische Presse bringt ein offizielles Communique, das von der Unterwerfung der Fallaßchas, die in Abessinien in der Nähe des Tana-Sees leben, unter die Oberherrschaft Italiens berichtet. In dem Communique heißt es: Das Oberhaupt der Fallaschas jüdischen Glaubens hat der neuen italienischen Regierung seine Loyalität erklärt , und durch Schreiben a,n .den. italienischen Gouverneur Pirzio B i r o 1 o seinen Treueid geleistet. Gouverneur Birolo erklärte seinerseits, daß die italienische Regierung den Fallaschas nicht nur die gleiche kulturelle Freiheit wie den anderen religiösen Gemeinschaften in Italienisch-Ostafrika gewähren würde, sondern daß sie auch mit dem größten Interesse den Fortschritt dieser friedfertigen und fleißigen Minderheit verfolge. Die Führer der Fallasohas wurden mit dem italienischen Gouverneur durch Ras Telia, eine der einflußreichsten Persönlichkeiten des Bezirkes, bekannt. eiitjige mftie $anbe(sMuIe füt Jtnößert ttrtb SOlä&cfjcrt. llnterridjt laut SRotmalteljrfclan für § anbete' fiit laufm. gädjet, ©fitarfjen etc. fdjuieit. ’acenomrie: ^len, u.?<t&ovftta§e 39, Zelepf)on A 45»6»57. gJtofbeftc gtatiS. Dreitausend Olim Im August Im Laufe des Monats August kamen 2865 jüdische Immigranten nach Palästina, davon 1800 mit Zertifikaten. Einschließlich der Touristen, deren Status später legalisiert wurde, beträgt die Gesamtziffer für August fast 3000. Der Dampfer „Galiläa“ ankerte heute in Haifa mit 500 Passagieren, davon 300 Immigranten aus Deutschland. Heilanstalt Dr. Hauser für Rheumatismus, Gicht, Gelenks- und Nervenkrankheiten Ischias-Schnellkur Wien, I., Sdiottenrins 17, Tel. A17-0-66 Milde Strafen für Hetzer in Preßburg Preßburg, 2. September. Fünf Demonstranten, die Ende April antisemitische Kundgebungen gegen den „Golem“-F!lm veranstalteten, hatten sich vor dem Einzelrichter Dr. Marko v i c s zu verantworten. Drei der Demonstranten wurden freigesprochen, einer erhielt eine Woche Gefängnis und 20 Tschechokronen Geldstrafe bedingt, während der letzte, der gestanden hatte, den Privatangestellten Frey verprügelt zu haben, zu drei Wochen Gefängnis und 50 Tschechokronen Geldstrafe, ebenfalls bedingt, verurteilt wurde. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Klage der Staatsanwaltschaft lautete in yier Fällen auf schwere Körperverletzung, Manifest des Aktionskomitees Unser Recht auf Erez Israel Zürich, 1. September. Das Zionistische Aktionskomitee hat in seiner Schlußsitzung in Zürich beschlossen, das folgende Manifest über „das Recht des jüdischen Volkes auf Erez Israel“ zu veröffentlichen: Die gewählten Vertreter der Zionistischen Weltorganisation, zu einer Session als das Zionistische Aktionskomitee versammelt, zusammengetreten in einer Zeit schwerer Gefahr für das Jüdische Nationalheim in Palästina, erklären: Vier blutige Monate Seit nun mehr als vier Monaten ist das Mandatsterritoriuni Palästina der Schauplatz eines wilden Terrors, den gewisse Elemente der arabischen Bevölkerung gegen die die Gesetze achtenden Bürger des Landes üben. Seit mehr als vier Monaten werden die friedlichen jüdischen Siedler, die sich dem Wiederaufbau widmen, d.urch brutale und die Ordnung Der Ansturm der Terroristen ist gegen Großbritannien und gegen das Jüdische Nationalheim gericht e t. Die Terroristen verfolgen das Ziel, die Regierung zu einer Einstellung der jüdischen Einwanderung zu zwingen; alles, was in den fünfzig Jahren jüdischer Aufbauarbeit in Palästina vollbracht wurde, zu zerstören; jede weitere jüdische Tätigkeit im Lande unmöglich zu machen; schließlich und endlich Großbritannien zu zwingen, sein dem jüdischen Volke gegebenes Versprechen zu brechen und die im Mandat für Palästina niedergelegten und von den Mächten an- Aber die Palästina-Administration hat — wir bedauern, es sagen zu müssen — in ihrer Aufgabe, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten,. versagt; - 'durch 'ihre Unentschlossenheit,- ihre S o h w ä c h ,e und i h f Zaudern hat sie die Terroristen zu dem Glauben ermuntert, "daß fortgesetzte Ausschreitungen sie, die Administration, veranlassen werden, vor der Gewalt zu kapitulieren. Viel kostbares Blut von Engländern, Juden und Arabern hätte durch eine rechtzeitige und entschlossene Aktion seitens der Administration nicht vergossen werden müssen. Die britischen Militärstreitkräfte waren m u t i g bestrebt, die. Ordnung wiederherzustellen; Soldaten und Polizisten Das Palästina-Mandat hat der Mandatarmacht die Verpflichtung auferlegt, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims gemäß der Balfour-Deklaration zu erleichtern. Auf Grund dessen haben 400.000 Juden Palästina zu ihrer Heimat gemacht, und das ganze jüdische Volk hat seine Energie, seinen Opfermut und seine finanziellen Hilfsquellen in den Dienst des Wiederaufbaus Palästinas gestellt. In einer Zeit, in der die Juden vieler Länder physischer und seelischer Tortur unterworfen sind, moralische Demütigung, politische Verfolgung und wirtschaftliche Vernichtung über sich ergehen lassen müssen, sieht das jüdische Volk seine Rettung in der Rückkehr in das Heilige Land, dasGelobte Land der Bibel und der Propheten, das Land, mit dem die Judenheit seit viertausend Jahren seine Holluntergrabende Ausschreitungen aus der Ruhe gebracht. Leben und Besitz sind nicht mehr sicher. Kinder werden, während sie sich dem Spiele hingeben, niedergemetzelt; Frauen werden bei der Arbeit niedergeschossen. Brandstiftung und Mord gehören Im Lände zu den täglichen Ereignissen. Nicht allein die Juden sind diesem Terror unterworfen; viele Araber, die wünschen, in Frieden zu leben und der Segnungen des im Aufschwung befindlichen Landes teilhaftig zu werden, werden gegen ihren Willen gezwungen, dem Streik beizutreten, die Terroristen finanziell zu stützen, ja an ihren Verbrechen teilzunehmen. Einzig die Entschlossenheit der jüdischen Siedler, sich weder durch Blutvergießen noch durch Vernichtung der Früchte jahrelangen harten Pioniertnms einschüchtern zu lassen, hat den völligen Zusammenbruch jeder normalen Tätigkeit im Lande verhindert. erkannten jüdischen Rechte auf Palästina zu annullieren. Die Juden Palästinas haben' gegenüber der andauernden Provokation eine heroische Zurückhaltung geübt und sich aller Vergeltungsakte enthalten. Sie haben alles in ihrer Macht Liegende getan, um das ununterbrochene Funktionieren der wesentlichen öffentlichen Dienste zu sichern. Sie haben geholfen, das Verkehrsnetz freizu halten: der Haifaer Hafen und die Hauptverkehrswege funktionierten trotz Bomben und Gewehrkugeln. Die Juden haben das Wirtschaftsrad Palästinas im Rollen erhalten. gaben ihr Leben bei der Verteidigung von Gesetz und Ordnung hin. Die Juden in Palästina und in der ganzen Welt Wörden stets der t a pferen br i ti6chen;0f f i z ier e und S o 1 d a t e n gedenken, die in diesen düsteren Tagen gefallen sind. Aber die Juden fördern für sich selbst die Pflicht und das Privileg, die allen barbarisch angegriffenen Völkern zustehen: das Recht auf S e 1 b,s t v e rt e i d i g u n g. Dieses elementare Recht hat die Administration den Juden zuerst ganz verweigert, um es ihnen später zögernd und zaudernd teilweise doch zu konzedieren: Juden wurden als Sonderpolizisten rekrutiert. nungen und Gebete verknüpft, das Land, das immer ln der Erinnerung der Judenheit lebt, und dem das jüdische Volk in den dunkelsten Tagen seines langen Exils stets zustrebte. Wir woUen Frieden mit den Arabern Nach fünfzehn Jahrhunderten der Vernachlässigung und des Verfalls hat Palästina mittels jüdischer Arbeit eine wirtschaftliche und kulturelle Wiedergeburt erlebt, deren Segnungen Juden wie Arabern in gleicher Weise zugute kamen. Die Juden sind nicht Feinde der Araber. Auch die Monate des Terrors haben das Band gemeinsamen Ursprungs, der viele Jahrhunderte gemeinsamer Zivilisation und der gemeinsamen jüdischen und arabischen Interessen am Aufban Palästinas nicht zerrissen. Unser Wunsch ist, mit den Arabern friedlich zusammenzuarbeiten gemäß dein Prinzip, daß e i n Volk das andere nicht beherrscht. MÖBEL- Rf INTER fUr GelegenheltskSufe Wen, VIII., Stadtbahnviadukt 23 bei Lenhenlelderstraße Telephon: A 21-5*31 Die Verantwortung Großbritannien übernahm das Mandat im Angesicht der zivilisierten Menschheit; die im Völkerbund vertretenen Regierungen der Welt und clie Vereinigten Staaten von Amerika betrauten Großbritannien mit dieser Aufgabe in Anerkennung der historischenVerbundenheitdes jüdischen Volkes mit Palästina und seines Rechtes, dort sein Nationalheim aufzubauen. Das Recht der Juden auf.Einwanderung nach Palästina bis zur Grenze der Aufnahmefähigkeit des Landes suspendieren, hieße das Mandat gefährden und der Judenheit grausam Unrecht tun zu einer Zeit, da der Kelch jüdischen Martyriums zum Überfließen voll ist. Die Tragödie des jüdischen Volkes in der heutigen Zeit geht über alle menschliche Leidenskraft. Die Welt darf nicht gleichgültig dieser Agonie Zusehen, sie darf um der Millionen unschuldiger Männer und Frauen willen sich ihrer Verantwortung nicht begeben. Niemand kann das Recht der Juden auf ihr Nationalheim leugnen. Wir können nicht glauben, daß die Regierung Sr. Majestät eine Zurückziehung des den Juden gegebenen Versprechens erwägen kann. Wir appellieren an das Gewissen Großbritanniens und der zivilisierten Menschheit, die große Hoffnung des jüdischen Volkes auf sein Nationalheim nicht zuschanden zu machen. Folgt dem Beispiel des Jischuw! Den Juden Palästinas aber sagen wir: Ihr habt in diesen Monaten des Leids unermeßliche Tapferkeit und Würde an den Tag gelegt. Ihr habt bei Tag gearbeitet und nachts gewacht. Auf den Feldern habt Ihr euch der Gefahr enfcgegengestellt, auf den Wegen habt Ihr die Verbindungen, den Lebensnerv Palästinas, mutig aufrechterhalten. Ihr habt am Strand von Tel-Aviv, im Selbstschutz der Siedlungen euch bewährt. Das jüdische Volk sieht in euch die Verwirklicher seines nationalen Ideals und wird eurem Beispiel der Standhaftigkeit und der konstruktiven Kraft nacheifern. An das jüdische Volk in der ganzen Welt appellieren wir, der jüdischen Tragödie Verständnis entgegenzubringen. Unsere nationalen Hoffnungen sind mit Großbritannien und den Weltvölkern verknüpft, aber der jüdische Wille gibt den Ausschlag. Unsere Macht liegt in dem moralischen Gehalt unseres Ideals und in unserer Bereitschaft, diesem Ideal zu dienen. Heute ist es Zeit zu einer erhebenden nationalen Anstrengung und zu individuellem Opfer. Wir fordern von euch jede mögliche Anstrengung in der Verteidigung unserer nationalen Rechte. Wir appellieren an euch, mit allen verfügbaren wirtschaftlichen Hilfsmitteln zum Schutze dessen, was wir In Palästina bereits besitzen, und zur Ermöglichung des weiteren Aufbaus des Nationalheims bereit zu stehen. Von der Antwort des jüdischen Volkes auf diesen Appell hängt der Erfolg unseres Kampfes ab. Alis jeder Krisis bisher sind wir mit um so größerer Kraftentfaltung an den Aufbau Palästinas geschritten. Auch aus dieser Krisis werden wir mit erhöhter Energie an die Verwirklichung unseres nationalen Ideals gehen. Gestärkt durch den Glauben an den sohiießlichen Sieg unserer Sache, die auf Recht und Gerechtigkeit basiert, gefestigt durch den vereinten Willen des ganzen jüdischen Volkes, wissend, daß die Fundamente unseres Nationalheims von .400.000 mutigen Männern und Frauen bewacht werden, schreiten wir vorwärts, der Erfüllung der Hoffnung auf Israels Rückkehr in sein Gelobtes Land zu. Wir machen unsere geschätzon Leser auf das Inserat „Einzige Jüdische Wodienbläw' besonders aufmerksam. Gegen England und gegen die Juden Recht und Privileg der Selbstverteidigung Die Sünden der Administration Der High Commissioner in Palästina und der Kolonienminißter im englischen Parlament haben die jüdische Disziplin und die hohe jüdische Moral während der jüngsten Ereignisse gerühmt und dabei erklärt, daß die Regierung Sr. Majestet sich durch Gewalt oder Antisemitismus nicht von ihrer Politik wird abbringen lassen. Allein trotz dieser feierlichen Zusicherung wurde mit den für die unglückliche Situation in Palästina verantwortlichen arabischen Führern verhandelt; im Resultat dieser Verhandlungen droht jetzt die Einstellung der jüdischen Einwanderung und clie Gefährdung der Politik Großbritanniens mit Bezug auf das Jüdische Nationalheim, all das, als eine Belohnung für terroristische Verbrechen. Wir erklären, daß die Administration in Palästina — indem sie verbrecherische Gewalt als fein politisches Argument akzeptierte und es zuließ, daß die öffentliche Ordnung und die fundamentalen Rechte des jüdischen Volkes unter dem Mandat Objekte eines Kuhhandels werden — die Autorität der Mandatarmacht in Palästina unterminiert hat. Die Kapitulation vor dem Verbrechen und die seitens vieler arabischer Mitglieder der Administration offen gezeigte Sympathie mit den terroristischen Zielen haben das Vertrauen des jüdischen Volkes zur Palästina-Regierung erschüttert. Jahrtausende unserer Sehnsucht...

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