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Die Stimme · 1936-09-01 · Heft 577 (1.9.1936) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 577 (1.9.1936)
Date
1936-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Oll STIMM! Nr. 577 — Wien, Dienstag, 1. September 1036 Jüd sehe Jugendorganisationen bleiben selbständig Das nette Gesetz über die Jugendorganisationen enthält, wie in den Kommentaren hervorgehobCu wird, keinen Totalitätsparagraphen Es besteht kein Zwang für Jugendliche, dem ,,Jungvolk“ beizutreten. Jedoch wird die Teilnahme an vaterländischen Veranstaltungen auch den außerhalb der Jugendorganisationen der Vaterländischen Front stehenden Jugendlichen zur Pflicht gemacht. Wir haben uns bei der Vaterländischen Front informiert, ob irgend welche besonderen Bestimmungen für die jüdischen Jugendorganisationen bestehen oder geplant seien. Die Antwort lautete, daß alle unsere Organisationen, ob sie auf rein religiösem oder auf nationalem Boden stehen, ungestört und unbehindert weiter arbeiten können, daß ihnen aber eine ähnliche Ausnahmsstellung wie den katholischen Organisationen naturgemäß nicht eingeräumt werde, denn die Regelung der Stellung der katholischen Verbände fließe aus den Bestimmungen des Konkordats. Das heißt also, daß die jüdischen Jugendorganisationen der Aufsicht des Buodesministeriums für Unterricht unterstellt werden, das darüber wacht, ob in den Organisationen die Grundsätze der österreichischen Erziehung gewahrt werden. An den vaterländischen Veranstaltungen werden die Angehörigen jüdischer Jugendorganisationen ebenso teilnehmen wie alle anderen Jugendlichen, also nicht im Verband ihrer Organisation, sondern im Rahmen der Schule, die sie besuchen. Irgend welche besonderen nachteiligen Maßnahmen werden nach dem neuen Gesetz überhaupt nur solche Organisationen zu gewärtigen haben, die nicht für die Erziehung der Jugendlichen zu staatstreuen österreichischen Bürgern sorgen. Da die jüdischen Organisationen auch vor Erscheinen des neuen Gesetzes diesbezüglich ihre Pflichten voll erfüllt haben, hat ßioh für sie nichts geändert. Gedenkfeier für Oberrabbiner Feucht" wang in Nikolsburg Sonntag, den 23. August 1936, veranstaltete die Nikolsburger Kultuegemeinde zum ehrenden Angedenken des verblichenen Wiener Oberrabbiners Dr. David Feuchtwang, Die WIZO-Tagung in Zürich Zürich, 27. August (J. T. A.). Am 25. August wurde das vierte Councilmeeting der Women’s International Zionist Organisation (WIZO) im Kursaal der Stadt Zürich ln Anwesenheit der beiden Präsidentinnen Mrs. S i e f f und Mrs. W e 1 zm a n n sowie sämtlicher Mitglieder der Galuth- und mehrerer Vertreterinnen der Palästina-Exekutive, ferner der Council* Mitglieder aus 16 Ländern, feierlich eröffnet. Die WIZO-österrelch wird von Ihrer Präsidentin Frau Sophie Löwenherz vertreten. Frau Vromen-Snapper (Holland) eröffnete die Tagung mit dem Gelöbnis, daß die WIZO In dieser ernsten Stunde Ihre enge Verbundenheit mit dem Jischuw Jn Erez Israel bekunden und das ihre für eine bessere Zukunft unseres Volkes beitragen wolle. Sodann gedachte sie der verstorbenen Führer Nabum S o k 0- 1 o w und Schemarja L e w 1 n sowie der Toten.Palästinas. Die Anwesenden erhoben sich zum Zeichen der Traue? von ihren Sitzen. Exekutive nach Erez Israel! Frau Rebekka Sieff (London) sprach über „Zukünftige Richtlinien der WlZO- Arbeit“. Sie trat nachdrücklich für die Überführung der Londoner Exekutive nach Palästina ein, da gewisse Schwierigkeiten finanzieller Administration durch ,di© Zentralisierung der Leitung in Palästina behoben werden könnten. Auch die Wichtigkeit des direkten Kontaktes der WlZO-Förderationen mit Palästina in den Fragen der Mädchen-Hachsehara und Alija. rechtfertige eine Zentralisierung der Leitung in Erez Israel. Frauendepartement Sür Jewish Agency Hadassah Samuel, Vorsitzende der Palästina-Exekutive, referierte über „Die Arbeit in .Palästina und ihre zukünftige Enwicklung“. Unsere Schulen und Farmen, sagte die Rednerin, sind Lehrinstitute, haben aber gleichzeitig auch zu ihrem eigenen Budget beizutragen. Unsere Mädchen mögen . die volle Last der landwirtschaftlichen Arbeit tragen, nicht Landarbeit spielen. Die Rednerin unterstützt den Vorschlag von Ada Fischmann, daß Innerhalb der Jewish Agency ein eigenes Frauen-Department errichtet werde. Frau Samuel wendet sich dann ausführlich der Frage der Hach« schara zu. Hierher zählt sie neben der landwirtschaftlichen Ausbildung in Schulen und Farmen jede Art von städtischer und ' ländlicher Berufsausbildung. Diese Arbeit muß von Grund auf reorganisiert, ein spezielles Departement bei der Palästina-Exekutive muß dafür geschaffen werden. Es wird erwogen, in Kööperation mit dem i Waad Leumi Gartenbau als obligatorisches Fach in die Schulen einzuführen. Mahnung an die Galuth Frau Dr. Vera W e i z m a n n sprach über „Die Arbeit der Londoner und der Palästina-Exekutive“. Sie weist auf die Schwierigkeiten hin, die sich für die Arbeit an sich und auch für die Kooperation der beiden Exekutiven daraus ergeben, daß die finanziellen Eingänge nicht im Verhältnis zur Mitgliederzahl wachsen. Frau Weizmann hob zuletzt die große Leistung des Jischuw für den Gesundheit«- und sozialen Dienst hervor. Dennoch kann der Jischuw noch lange nicht auf eigenen Füßen stehen. Palästina braucht mehr denn je die tätige Hilfe der Diaspora und hat um so mehr Recht darauf, als die vierhunderttausend Menschen des Jischuw im Vergleich zu den fünfzehn Millionen der Galuth ganz Außerordentliches leisten. Die finanziellen Leistungen Frau Olga Almau, London, gab einen Überblick über die finanzielle Lage der Organisation. Etwa 50.000 Pfund wurden während der letzten drei Jahre außerhalb der regulären Budgets der Institutionen und Arbeitszweige der WIZO in Palästina für neue Gebäude und neue Ausstattungen und für Konsolidierungen ausgegeben, darunter für das neue WIZOhaus in Tel-Awiw, die neue Haushaltungssohule, das neue Haus in Nahala-1. Gegenwärtig ist die Finanzlage der Organisation sehr schwierig infolge der Devisensperren in so vielen Ländern. der hier geboren ist und elf Jahre Rabbiner dieser altehrwürdigen Kebilla war, einen Trauergottesdienst in der Altscbul Synagoge. Der Tempelfeier ging im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine Trauersitzung voran, in der Dr. Richard Teltscher als Obmann der Verwaltungskommission die Gedenkrede hielt. Er schloß die Trauerkundgebung mit den Worten: „So wollen auch wir ihm ein treues Gedenken bewahren und ihn zugesellen der Reihe der großen Rabbiner und Lehrer unserer alten und heiligen Gemeinde.“ Hierauf folgte der Trauergottesdienst, der. vom Oberkantor Adolf Hellmann mit dem Vortrag eines Trauerpsalmes eröffnet wurde. Dann folgte die Gedenkrede des Rabbiners Dr. Alfred W i 11 m a n n. „Öberrabbiner Dr. David Feuchtwang“, so führte der Redner aus, „war eine anerkannte Persönlichkeit von Format und Rang, ein Führer von hohen sittlichen Qualitäten, ein mutiger und unentwegter Kämpfer für die Ehre des Judentums, ein Mann der jüdischen Wissenschaft, der auf der Höhe der Zeitbildung stand, ein Mensch, der hohe Geistesgabep mit einem guten und edlen Herzen verband. Ein Meister des Wortes, beherrschte er alle Register rhetborischer Kunst, die aber allezeit dem hohen Zwecke und der guten Sache zu dienen hatten. Alles, was der greise Öberrabbiner besprach und behandelte, war in Blut und Glut getaucht, in das Herzblut seiner Persönlichkeit, in die Glut eines ewig lodernden Eifers, den er leidenschaftlich in das Kleinste wie in das Größte hineinlegte. Die Begeisterungsfähigkeit und das Feuer der Jugend hatte der Verblichene sich bis in seine letzten Lebenstage bewahrt und den Jahren nach ein Greis, war er in geistigre Beziehung ein Jüngling geblieben, Darum hinterläßf das unerwartete Hinscheiden Dr. Feucbtwangs eine klaffende, nur schwer ausfüllbaro Lücke.“ Für die Wiener Kultusgemeinde nahm an den Trauerfeierlfchkeiten Präsident Staats* rat Dr. Desider Friedmann teil. Die Arbeit des Keren Kajemeth Die Keren-Kajemeth-Veranstaltung in Vöslau am 15. August, an der sich Vertreter verschiedener zionistischer Gruppen beteiligt haben, hat einen Reingewinn von S 543.— erbracht. Tteehri-Aktion. Luachdes KKL. Dieser seit Jahren vom Hauptbüro des KKL. herausgegebene Almanacb ist natürlich auch für das neue Jahr 5697 erschienen. Das Kalendarium enthält als Neuerung die allwöchentlichen Haftaroth. Der Palästinateil enthält unter anderem: „Palästinakunde in Kürze“, dfe Errungenschaften des KKL. während seines vierunddreißigjährigen Bestandes, die Namen und die Lage aller jüdischen Siedlungen, eihe zionistische sowie eine Chronologie des Jiscbni. Dieser Almanacb ißt ein wahrhaft unentbehrliches Handbuch für jeden Juden und natürlich Zionisten. Der KKL wird diesen Luaoh an alle Büchseninhaber versenden und ihnen Gelegenheit geben, ihre erste Spende im neuen Jahre an den KKL. — mittels Erlagscheines — abzuführen. 2. Tempelspenden. Jeder Jude wird verhalten werden, beim Thoraaufruf des KKL. zu gedenken. 3. Die Jiskorspende anläßlich des Gedenkens an die verblichenen Verwandten wird heuer mit großer Energie propagiert werden. Silberbuch-Eintragungen. Julius und Helene Jungleib (Nr. 500). Apna Engelberg (Nr. 501). Moses Schwager (Nr. 502). Sefer-HajeJed-EIntragungen. Debora Jungleib, Salomon Jungleib, Susi Racfiel Käs, Sara Schatzberg, Ada Menczer, Gideon Horowitz. Graz: Aktion zur Erlösung von 400.000 Duna». Sie ergab S 492.50. Spezifikation der Spender von S 5.— und darüber: Beer Jakob 5.—; Komm.-Rat Franz Benödek, Pohnsdorf 5.-^; erger Hermann 10—; David Burstin 5.—; lias Grünecblag 10.—; Josef Grünschlag 5.—; Dr. Fritz Hafner 50.—; Moritz Hermaho 5.—; Hirsch Scbaliet 5.-—; Adolf Hoffmann 5.—; Dir. Jakob Kißmann 50.—; Hugo Kohn 5.—; Lisi und Fredl Kohn 5—; Arnold Krohn, Thalheim 5.—; Ing. Jonas Landau, Triest 25.—; Michael Landau 5.—; Samuel Landau 10.—; Dr. Hans Lang 10.—; Heinrich Lichtenstein 5.—; Leo Lichtenstein 10.—; Katharina Löwy 5.—; Ing. Emil Meßner und Josef Reich 20.—; N. N. 5.—; Josef Nürnberger, Rohrbach 5.—; Israel Bruckner 10.—; Bernhard Schwarz 10.—; Hugo Schwarz 10—; Karl Schwarz 20.—; Richard Schwarz 20.—; Robert Spitz 5.—; Stößl & Herlinger 20.—; Techolth Lawan 5.—; Theodor Teitler 5.—; Emil Wedß 10.—; Albert Wellisch 5.—; Karl Wellisch 20.—; Rudolf Wellisch 5.—; Dr. Julius Werdisheim 10.—. Juni-Leerung. I. Bezirk: Gebrüder Cerf 2.—; Dr. Ign. Deutsch 2.42; Dr. Richard Waldapfel 2—; Salomon GoldschlägCr 2.10; Max Frankel 2.—; Münz & Weißeiberg 2.—; Brünner 3.55; Doktor Artur Reik 5.—; Karl Seidner 8.—. II. Bezirk: Ing. H. Kirschenbaum 5.—; Rubin Taubmann 2.—; Josef Raab 2.—; Herta Lager 8.29; Karl Bick 3.—; Amalie Gärtner 3.32; Simon Eichner 2.46; S. Pundyk 2.—; Julius Leitner 2.—; Paporisch 2.30; Fisehl Hirsch 4.—; Israel Müller 18.50; Abraham Selzer 2.10. III. Bezirk: J. Hirschorn 5.50; Dr. Leopold Meisel 10.— IV. Bezirk: Dr. Richard Basch 5.—. VI. Bezirk: Walter Kassern 2.—; Adolf Meisels 2.07. VII. Bezirk: M. Bernstein 2.—; Albin Schmerbach 2.05. VIII. Bezirk: Dr. Max Friediöann 3.—; Doktor Siegfried Stecher 2.31; Martin Kornmehl 2.—; Wolf Leser 2.20; Karl Schwarz 2.05. IX. Bezirk: Leon Zappler 3.12; Edmund Robinsohn 3.—; Frau Schweinburg 3.—; Berth. Unger 2.21; Dr. Otto Gersuny 30.38; Doktor Karl Karpelee 5— XVI. Bezirk: Moses Hahn 3.—. XVII. Bezirk: Rosa Kohn 2.10. Der Bethausverein „Machsike Thora“, V., Wiedener Hauptstraße 83, veranstaltet heuer wie alljährlich anläßlich der Hohen Feiertage seinen feierlichen Gottesdienst in den „Drei Engel Sälen“, IV., Große Neugasse 86. Karten erhältlich täglich ab H7 Uhr im Bethausverein „Macbsiks-Thora“, V., Wiedener Hauptstraße | Nr. 83. I isi zu dumm und zu sdiledii für den Antisemitismus, diese alte Wahrheit findet in der betont-nationalen Provinzpresse Oesterreichs täglich ihre neue Bestätigung. Es ist wirklich nicht, leicht, antisemitischer Journalist, zu sein, denn die Auftraggeber dieser Presse stellen hohe Anforderungen an die Phantasie und, die Gewissenlosigkeit ihrer Söldlinge..manchmal fühlt man sich versucht, die armen Skribbler sogar zu bedauern. Es hat grundsätzlich nicht viel Sinn, sich mit den Leuten auseinanderzusetzen, es sträubt sich auch, das Reinlichkeitsgefühl dagegen. Aber ab und zu muß man doch reagieren, schon darum, daß sie aus unserem Schweigen nicht noch „Schuldbewußtsein“ konstatieren. Wenn ihnen die Phantasie ganz ausgeht, sind Sie auch zu so etwas fähig, * Eines der führenden Hetzorgane ist die in Kretns erscheinende „Land-Zeitung'“. Sie befaßt sich in einer ihrer letzten Nummern mit der Frage der Auswirkungen und des Sinns des österreichisch-deutschen Abkommens vom 11. Juli. Die österreichischen Nationalsozialisten sind enttäuscht, daß dieses Abkommen ihnen nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, besonders seit der ölym.pia-Demonstration, die die zuständigen Regierungsstellen veranlaßt hat, noch einmäl nachdrücklich und scharf zu erklären, daß der Nationalsozialismus in Oesterreich weiter verboten bleibt. Wie reagieren nun die österreichischen „Betonten“ ihre Enttäuschung ab? ... Indem sie sie glatt den Juden in die Schuhe schieben. Das zitierte Kremser Blatt macht das so: Es beginnt in einem Artikel „Enttäuschtes Judentum“, den ein Herr R. A. zeichnet, mit der Mitteilung, daß die führenden Kreise des österreichischen Judentums über das Abkommen ergrimmt sind. Woher der R. A. die Stimmung der führenden jüdischen Kreise kennt, bleibt unbekannt, aber „führende Kreise“ schreibt sich, hübsch und leicht hin. Man muß da nichts beweisen. Auch, daß diese führenden jüdischen Kreise eine „jüdisch-katholische Interessengemeinschaft“ konstruiert hätten, ist eine Entdeckung des R. A. Die Führer (die jüdischen nämlich) seien bemüht, das Abkommen herabzusetzen und cs auf einen Druck Mussolinis zurückzuführen. Das wird dann des weiteren und näheren beleuchtet, aber durchaus nicht vom jüdischen, sondern vom natio nalsozialistischen Standpunkt. Wenn man in dem Artikel anstatt „jüdisch“ nationalsozialistisch einsetzt, dann hat man ein deutliches Bild von den im Lager der Braunen herrschenden Anschauungen. Es denken weder führende noch nichtführende Kreise des österreichischen Judentums so, wie es sich der Kremser vorstellt. Sie sind eben feig und möchten wieder einmal ihren eigenen Grimm auf unsere Schultern abladen. * Nach sittlichen Grundsätzen müsse die Judenfrage gelöst werden, so meint die Klagenfurter betont nationale Zeitung „Freie Stimmen“ in einem Leitartikel. Erstaunlich von einem solchen Blatt — aber man erholt sich im Weiterlesen bald von seinem Erstaunen. Als Muster für eine „sittliche“ Regelung wird nämlich das deutsche Beispiel empfohlen, nur mit gewissen Abänderungen, die das Blatt offenbar mit Rücksicht auf die Tatsache, daß Oesterreich den Minderheitenschutz unterschrieben hat, für notwendig hält. Die Lösung sei jedenfalls dringend, denn sonst könnten „unerwünschte“ Dinge passieren. Wenn man die Juden nicht schnell erledigt, könnte das Wort Kunschaks zur Wahrheit werden, der einmal folgendes gesagt hat: „ln der Judenfrage gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man löst die Judenfrage rechtzeitig, Eingebungen der Vernunft und Menschlichkeit folgend, oder sie wird gelöst werden, wie das unvernünftige Tier seinen Feind angeht, im Toben wildgewordener Instinkte/ Die „Freien Stimmen“ meinen, die Zeit sei reif und es werde die zweite Kunschaksche Lösung bald da sein, wenn man die erste nicht verwirkliche. Also: Planmäßige Ausrottung der Juden, oder es kommt die planlose Ausrottung! Man hofft natürlich, daß diese zweite desto früher kommt, je öfter man dm Lesern erzählt, daß sie kommen muß. Verzichtet freiwillig auf das Juden I Reklamieret euer Wahlrecht! Reklamationsfrist zur Kultusaemelndewahl nur bis 14. September. Auskunft bei allen zionistischen Bezirkssektionen.

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