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Die Stimme · 1936-09-01 · Heft 577 (1.9.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 577 (1.9.1936)
Date
1936-09-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit© 2 DIB STIMM! Nr. 577 — Wien, Dienstag, 1. September 1900 Jischuw auf hört? Es ist kein« Übertreibung: Keine Macht der Welt kann uns am Eres Israel verdrängen, das können nicht die Araber und nicht die Engländer. Auf die Dauer ist es nicht möglich, die Einwanderungzum Stillstand zu bringen, und wir wissen, daß auf die Depression von heute ein Aufstieg in nie geahntem Maß und voll nie geahnter Dynamik kommen wird, weil er kommen muß. Wir haben kein anderes Land als Palästina und Palästina wird das jüdische Land werden. Es sollen die Araber, die im Land sind, nicht geschädigt oder gar verdrängt werden. Wir haben es mit unserer bisherigen Arbeit schon bewiesen. Aber wir werden uns dagegen wehren, daß Erez Israel statt eines jüdischen ein arabisches Einwandentngsland werde. Es ist durch feierliche Erklärungen und unwiderrufliche Akte zum jüdischen Einwanderungsland geworden: durch die Deklaration Balfours und durch das Mandat. Die wunderbare Haltung des ganzen Jischuw in diesen Monaten rechtfertigt unsere Zuversicht. Hätte es in den Dörfern oder in den Städten Panik gegeben oder wären Verräter unter den Juden aufgestanden, wäre Besorgnis am Platz. Aber der Jischuw steht da wie eine eiserne Mauer und er läßt sich in seiner Arbeit nicht stören, er hält Handel und Wandel aufrecht, er baut im Kugelregen neue Straßen, er setzt den ersten jüdischen Hafen in Betrieb, er erobert tausende neue Arbeitsplätze in Dorf und Die Zionistische Organisation Amerikas hat eine von ihrem Präsidenten William L ew i s Unterzeichnete Proklamation veröffentlicht, die von der großen amerikanschen Presse in ausführlichen Auszügen aufgenommen worden ist. Nach einer Zusammenfassung der Geschehnisse in Palästina seit dem 19. April wird festgestellt, daß diese Ereignisse die Aufmerksamkeit der Welt nicht nur auf die barbarischen Verbrechen und Untaten, denen die Juden Palästinas ausgesetzt sind, gelenkt haben, sondern auch auf die grundlegende Bedeutung, die den jüdischen Bestrebungen nach Schaffung eines Nationalheimes zukommt. Nicht nur die in Palästina bereits ansässigen 400.000 Juden, nicht nur die übrigen 16 Millionen, die die Schaffung eines Zuüuchtshafens für die verfolgten und entrechteten Massen des jüdischen Volkes als Lebenenotwendigkeit betrachten, werden von den Ereignissen in Palästina aufs tiefste getroffen, sondern auch die g esamte zivilisierte Welt, deren Gesetz und Moral mit der Zukunft Palästinas eng verknüpft sind. Es wird nachdrücklich auf die Verantwortlichkeit des Völkerbundes für die Erfüllung der Bestimmungen über das Nationalheim hingewiesen. Es wird geschildert, wie die arabische Bevölkerung aus der jüdischen Einwanderung Nutzen zieht, wobei ausdrücklich hervorgehoben wird, daß die Jundenötete eineZusammen* arbeit mit den Arabern gewünscht haben. Die Juden sind jedoch in gleicher Weise entschlossen, ihr Aufbauwerk weder durch Gewalttaten noch durch Einschüchterungsversuche hemmen zu lassen, denn Palästina ist gleichsam die letzte Hoffnung eines unterdrückten Volkes, das Antwort auf Terror: 15.000 Pfund für neues Säuglingsheim Zürich, 30. August 1936. Frau Rebekka SI e f f, die Präsidentin der WIZO-Exekutlve ln London, hat zusammen mit ihren Schwestern in der Schlußsitzung der Council-Tagung der WIZO einen Betrag von 15.000 Pfund zum Bau eines neuen Säuglingsheimes in Erez Israel gespendet. Das bisherige Säuglingsheim der WIZO in Jerusalem wurde während der letzten Unruhen von den Arabern ln Brand gesteckt. Das Feuer wurde noch rechtzeitig gelöscht, so daß die hundert im Heim befindlichen Säuglinge nicht zu Schaden kamen. Die großherzige Spende der Frau Rebekka Sie» und ihrer Schwestern gewährleistet die Errichtung eines neuen und schöneren Heims. Stadt, es gelingt ihm, die Zahl der Arbeitslosen bei fortgesetzter Einwanderung herabzudrücken. Dieser Jischuw ist die Gewähr für die jüdische Zukunft Erez Israels. Aber stellen wir uns vor, wie unsere neuen Makkabäer in der heutigen Lage denken. Sie müssen sich sagen: Wir sind die Avantgarde von 16 Millionen Juden. Auf uns blicken 16 Millionen Juden, es sind unsere Brüder und Schwestern, die nach Erlösung lechzen, geistig und materiell, und nur wir, die Bürger, Bauern und Arbeiter des neuen Erez Israel, können ihnen die Erlösung bringen. Wir harren aus, wir trotzen den Mördern und den Brandstiftern, wir bäumen uns auf gegen den schändlichen Versuch, heilige Verträge zu einem Fetzen Papier zu machen und mit uns wie mit Schachfiguren umzugehen, die man unbedenklich in diplomatischen Ränkespielen opfert. Das Recht ist auf unserer Seite. Die gerechte Sache muß siegen. In diesem Augenblick, da es um Leben oder Tod des jüdischen Volkes geht, wollen wir der Galuth keine Vorwürfe machen, daß sie bisher so wenig für Erez Israel getan. Denn jetzt wird sie sicher geschlossen hinter dem Jischuw stehen. Höre es, jüdisches Volk! In Not und Tod rufen dich deine jüdischen Brüder und Schwestern. Sie müßten verzweifeln, wenn du ihnen nicht beistehst in ihrer bittersten Stunde. Der Jischuw ist der einzige Stützpunkt des jüdischen Volkes. Fällt er, dann wehe dir, jüdisches Volk! Die Stunde ist gekommen, jüdisches eich vor derihmdrohendenVernichfcung retten will. Unbestreitbare Tatsachen in neuerer Zeit haben bewiesen, daß das Land genügend Raum für eine sich stetig entwickelnde Bevöl- Aus Washington wird gemeldet, daß sich die amerikanischen Senatoren Wilhelm H. King aus Utah. und David G. W a 1 s h aus Massachusetts, der Führer der Mehrheitsfraktion im Repräsentantenhaus John J. O’C o n n o r und das Kongreßmitglied Isaac Bacharach aits New Jersey in einem gemeinsamen Appell an Großbritannien wenden, daß es sich dem arabischen Terror gegenüber nicht schwach zeige und diejÜdischeEinwahderungnach Palästina nicht einstelle. Die Mandatarmacht wird an ihre Pflichten im Interesse der Errichtung des jüdischen Na- Zimmer oder Kabinett mit Bad, Telephon, mit oder ohne Pension, event. Mittelschulnachhilfe, abzugeben. VIII. Josefsg. 7/7 Volk in der Galuth, da du auf gerufen wirst, die Front in Erez Israel zu verteidigen. Auf dich kommt es an, auf jeden jüdischen Mann, auf jede jüdische Frau. Höre es, jüdisches Volk in der Galuth. In Erez Israel sind die Makkabäer wiedererstanden. Sie rufen dich. Stehe ihnen bei, den Trägern deiner Zukunft. Dein Protest muß die Welt wachrütteln, muß jedes jüdische Haus mobilisieren. Deine ganze Kraft, alle deine Energien mußt du hergebem. Deine Brüder opfern frohen Muts ihr Leben. Auch du mußt opfern, denn nur mit Opfern und wieder Opfern kann die jüdische Zukunft gebaut werden. Wir wollen, so hat Herzl gesagt, der Welt ein Beispiel geben. Ja, wir wollen dieser dekadenten Welt zeigen, wie unser verlästertes Volk, das angeblich aus Schacherern und Schiebern besteht, wie ein Mann auf steht und sein Land, seine Ehre und' seine Zukunft verteidigt. Trotz allem, was uns widerfahren ist, und trotz allem, was uns widerfährt, glauben wir an die Gerechtigkeit, die allein der Grundstein der Welt sein kann, soll diese Welt Wert und Bestand haben. Wir wollen dieser Welt ein Beispiel geben. Sie muß unseren Sieg sehen. Die Stunde der Entscheidung ist gekommen, Die Makkabäer sind wieder erstanden. Jüdisches Volk, stell auf! Zürich, Ende August 1936. Dr. Oskar Griinbaum» kerung bietet; doch diese Entwicklung wird in Frage gestellt durch den Widerstand der Araber, die dabei weder ihre eigenen besten Interessen noch die tragische Lage der Juden in Betracht ziehen. tionalheims in Palästina nachdrücklich erinnert. ' V Senator King: „Unvorstellbar .. Senator Ki n g hat außerdem in seiner Eigenschaft als Präsident des nichtjüdischen amerikanischen Palästina-Komitees folgendes Telegramm an die englische Regierung gerichtet: - „Die Meldung, daß eine Einstellung der - Einwanderung erwogen wird, ist unvorstellbar. Das war das Hauptziel der arabischen Terroristen. Sicherlich wird England nicht Schwäche durch Nachgeben zeigen. Das würde nicht nur die blutbefleckten arabischen Fanatiker zu dauernder Wiederholung ermutigen und das Ergebnis der Untersuchungen der Kgl. Kommission präjudizieren, sondern auch den inneren Halt der bedrängten Juden in Europa, insbesondere in Deutschland, schwer erschüttern.“ Beamten hilft im Stillen den Terroristen und Saboteuren. Jetzt heißt es gar, die Mandatarmacht werde — unbeschadet ihrer bisherigen Zusicherungen — die jüdische Einwanderung nach Erez Israel einstellen oder zumindest stark einschränken; dies würde als eine unmißverständliche Belohnung für Mord und Gewalt g edeutet werden und die Terroristen zur Fortsetzung ihrer Vernichtungsarbeit nur ermutigen. Das religiöse Judentum wird aufgerufen, im Verlauf des gesamten Monats Elul Volksversammlungen abzuhalten, in denen gegen den unaufhörlichen arabischen Terror und die diesen Terror begünstigende Politik der Mandatarmacht protestiert wird. Der erste Sonntag des Monats ist als ein Tag der Psalmen und des Gebetes in allen Synagogen und Bethäusern zu begehen. Kundgebung der englischen Juden London, 30. August. Die Juden Englands sind für Montag, den 7. September, von der englischen Abteilung der Jewish Agency zu einer außerordentlichen Konferenz einberafen worden, die gegen die Bedrohung der jüdischen Einwanderung nach Palästina Stellung nehmen wird. Die Eröffnungsrede wird Lord M e 1chett halten. Prof. Selig Brodetsk.y wird das politische Referat halten, worauf der Präsident des „Board of Deputies“ Neville L a s k y und J. K. G o 1 d b 1 o o m, der Vorsitzende der Exekutive des Zionistischen Verbandes für Großbritannien und Irland, die entsprechenden Resolutionen vorlegen werden. Zionisten Griechenlands an König von England Athen, 27. August. (JTA.) Anläßlich des Eintreffens König Eduards VIII. von England in Athen hat die Zionistische Organisation Griechenlands an den König ein Telegramm gerichtet, in dem sie ihren Dank für die Unterstützung des Zionismus durch England und seinen Herrscher ausspricht. Das Telegramm bringt ferner den Glauben der Zionisten zum Ausdruck, daß die englische Regierung den Frieden in Palästina ohne B eei n t r äch t i g un g des Jüdischen Nationalheims wiederherstellen werde. ■•••' Brandschatzung der luden in Spanien Barcelona, 30. August. (JTA.) Die von den' spanischen Aufständischen betriebene Judenhetze dauert an. In Saragossa wurden drei jüdische Angestellte des Warenhauses Sefu, an dessen Gründung Emigranten aus Deutschland beteiligt sind, verhaftet und sollten nach La Coruna geschafft werden, um von dort aus Spanien ausgewiesen zu werden. Uber ihr Schicksal ist bisher nichts bekannt geworden. Der Sender Sevilla fährt in seinen Angriffen gegen die Juden fort. Die jüdischen Gemeinden in Marokko geraten durch die ihnen apferlegten Zwangssteuern in eine immer tiefere wirtschaftliche Notlage. Die 7000köpfige Gemeinde in Tetuan mußte 500.000 Peseten, die 3000köpflge Gemeinde Ceuta 450.000 Peseten zahlen, das bedeutet 150 Peseten pro Kopf, also rund ein Monatsausgabenbudget der Familie. Antisemitische Regierungspartei In Polen Warschau, 28. August. (JTA.) Neben der großen und sehr aktiven antisemitischen Front der oppositionellen Nationaldemokraten besteht nunmehr auch eine antisemitische Regierungsfront. Unter der Führung von Oberst Koc hat sich soeben eine regierungstreue Organisation „Sluszba Narodowa“ (Nationaler Dienst) gebildet, die ln ihrem Programm antisemitische Losungen enthält, u. a. die „Befreiung Polens von jüdischem Einfluß* und „Polonlsierung des Handels“. Zwei jüdische Tageszeitungen, „Moment“ und „Das Wort“, wurden wegen Kritisierung des Programms der neuen Regierungspartei konfisziert. Neue Pogrom-Ueberfälle Bel Przytlk wurden wiederum Juden überfallen und blutig geschlagen. Schwer verletzt wurde der Gärtner Melr Gutman. Die Wohnung von Owadja Lengo wurde zerstört. In den Kolonialwarenladen von Erwin Reich in Kattowitz wurde eine Bombe geschleudert, die den Laden verwüstete und einen Teil des Hauses demolierte, Die Attentäter, die im Auto flüchteten, wurden später verhaftet; es sind Nationaldemokraten, Chanson-Abend Curt Bry. Sonntag, 6. September, 18 Uhr, findet im Jüdischen Kulturtheaber (I., Kai 3) ein Oh an Boa- Abend Gurt Brys statt, an dem der Dichterkomponist ein vollständig neues Programm bringt. Karten vöu S 1,— bis S 2.50 in der JMüschen Kulturstollo, 1., Kai 8, R 38-2-86. Protest der Juden Polens Warschau, 30. August. (JTA.) In hunderten Massenversammlungen hat die polnische Judenheit gegen den Araberterror und die angedrohte Einstellung der jüdischen Einwanderung protestiert. Die Warschauer Kundgebung fand im Großen Hof des Gebäudes der Warschauer Jüdischen Gemeinde statt. Führer der zionistischen Bewegung in Polen hielten Ansprachen, in denen sie die Massen zu entschlossener Verteidigung der jüdischen Rechte aufforderten. Gleichzeitig hielt die Repräsentanz der Warschauer Jüdischen Gemeinde eine Sitzung ab, in der Vertreter aller jüdischen Parteien und Richtungen Ansprachen hielten. Der Rat der Gemeinde faßte eine Rosolutiou, in der feierlich Einspruch gegen Maßnahmen orhoben wird, die die Entwicklung der jüdischen Heimstätte in Palästina hemmen könnten. Diese Resolution wurde dem englischen Botschafter in Warecbau zu- Leidenschaftlicher Aus Warschau wird gemeldet, daß die Agudas Jisroel, die sich sonst gegenüber Regierungen und Behörden sehr gemäßigt zu verhalten pflegt, ln einem Aufruf an die Judenheit der Welt schonungslos© Angriffe gegen die englische Administration in Palästina richte. Wilde Araberbanden, heißt es in gesandt. Eine ausführliche Denkschrift wird dem Botschafter durch eine aus Vertretern aller Gruppen bestehende Abordnung überreicht werden. In einem Telegramm an Kolonialminister Ormsby-Gore wurde gegen die Gefährdung des jüdischen Aufbauwerkes protestiert. In den Volksversammlungen, die überall im Lande stattfanden, wurde eine Resolution gefaßt, in der eine Liquidierung der Unruhen in Palästina auf Kosten der Juden aufs schärfste verurteilt und erklärt wird, daß eine Einstellung der Einwanderung als Belohnung von Gewalttat das Palästinamandat unterhöhlen müsse. Dem Jischuw wird für seine heldenhafte Haltung und Selbstbeherrschung Anerkennung ausgesprochen, der Exekutive der Jewish Agency volle Unterstützung in ihrem Kampf um die Wahrung der jüdischen Rechte in Palästina zugesichert. Auch diese Resolutionen wurdem dem englischen Botschafter zugeleitet. Aufruf der Aguda dem Aufruf, morden friedliche unschuldige Juden und schonen nicht einmal Frauen u n d K i n d e r. Der heilige Boden unseres Landes wird täglich mit jüdischem Blut getränkt, jüdisches Hab und Gut wird mit teuflischem Sadismus vernichtet. Die Regierung hat von Anfang an die Mörder mit Milde behandelt, der größte Teil ihrer Amerikas Zionisten an die zivilisierte Welt Proteste amerikanischer Politiker

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