Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 575 (25.8.1936)
- Date
- 1936-08-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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■ Dil itiMNÜ .. ..;... Die Gefahr der Einwanderungssperre Nr. 576 — Wien, Dienstag, 35. August 1936. Jerusalem, August 1936 Von M. y. Ben Gavriel Jerusalem ist noch immer, kn vierten Monat nun, ab sieben Uhr abends ein gigantisches Gefängnis. Über hunderttausend Menschen sitzen Abend für Abend um diese Stunde hinter den Mauern ihrer Wohnung, gehen, im besten Fall, wenn sie einen Gairten haben, ein wenig hinaus oder steigen auf das Dach und verstehen dann augenblicklang nicht, wozu dies alles ist. Wozu und warum es verboten ist, in diesen wundervollen Vollmondnäohten wie in jenen längst verklungenen, nun fast sagenhaften Zeiten vor den Unruhen, auf der Stadtmauer oder hinaus nach ’Aim kiarim spazieren zu gehen. Aber nur augenblicklang versteht man es nidht; so lange eben, bis unten eim Militära/uto vorbeiräst, bis plötzlich von Befch hokkerera oder von Synhedriiah das dumpfe Knallen von Schüssen kommt, bis aus einem offenen Fenster die Stimme des Ansagers der Jerusalemer Radiostation monoton, aufreizend monoton, meldet,, daß heute da und dort eine Patrouille beschossen, ein Wald angezündet, eine Siedlung überfallen, daß dort ifnd da jemand ermordet wunde. Dann weiß man wieder mit jäher Plötzlichkeit, daß diese unendliche Ruhe im silbernen Licht, des Mondes über der Stadt der flachen Dächer eine Lüge ist, daß hinter dieser friedlichen Fassade sich der blutigste Krieg der Menschheit, der Bürgerkrieg, verbirgt. Resigniert geht man wieder in die Wohnung zurück, versucht ein Buch zu lesen, versucht eki Gespräch zu führen und legt sich bald, überzeugt von der Sinnlosigkeit all dieser Versuche, nieider, um einem neuen, gleich lähmenden Tag entgegenzuschlafen. * All die Dinge, die in ihrer grauenhaften Eiinidriingtliahkedt io den ersten Monaten des Aufsitotmdes sensationell wirkten, haben ihren Semsationswert verloren. Man nimmt alle die Meldungen, die jeder neue Tag bringt, wie etwas Selbstverständliches hin. Jerusalem, und mit ihm das ganze jüdische Land ist in einem halb lethargischen Zustand, der etwas Gespenstisches an sich hat. Bei den Arabern ist es etwas anderes. Hier mischt sich in die Lethargie die rein physische Passion, die den Juden und dem Ausland gegenüber systematisch verschleierten Leiden aus den ökonomischen Folgen des Streiks und des Terrors. Wenn ajiioh im jüdischen Palästina die Preise stark in die Höhe gingen und die geschäftliche Tätigkeit sinkt, gibt es doch keinen Hunger. In manchen arabischen Zentren aber, so insbesondere im Unruheherd von Tul-kerem und Nablus leiden die Menschen, die Schuldigen und die Unschuldigen, in unvorstellbarer Weise. Ein Araber, der dieser Tage auf Schleichwegen zu einem jüdischen Arzt in Jerusalem kam, erzählt: „Wir verhungern im wahrsten Sinne des Wortes. Es gabt keine Arbeit, und Lebensmittel kommen in kaum nennenswerter Menge in die Stadt, in der man Angst hat, anf die Straße zu gehen. Die Fellachen fürchten auf der Landstraße in die Städte zu gehen, und wenn sie sich durch die Berge schleichen, laufen sie Gefahr, von den Banden als Spione und vom Militär* als Bandenmitglieder angesohossen zu werden. Dazu kommt noch der Terror der Bauden, der die Juden weit weniger in Mitleidenschaft zieht als uns, da bei uns Kontributionen eingehoben werden. Wer nicht zahlt, findet am nächsten Morgen, in ein Papier eingepackt, zwei Gewehrgeschosse und zwei Zündhölzer vor dem Tor und weiß daun sofort, was diese Warnung zu bedeuten hat“ * Und trotzdem geht Streik und Terror weiter, denn kein Mensch in diesem Land weiß einen Weg aus dar Sackgasse, in die die ihres Sieges gewissen Führer das arabische Volk Palästinas führten, ohne sich eine Rückzugsmögiliohkeit offen zu lassen für den Fall, daß der Sieg vielleicht doch nicht so prompt eintretan würde, wie man aus der monatelang zaudernden Haltung der Regierung hatte erhoffen können. Nun, da das Militär ernstlich vergeht, da täglich Menschen von Miasühiinangewehren und Fliegern abgeschossen werden, ganz andere als in den ersten Monaten des Aufstandes, da Autoüberfälle zu den ungefährlichsten Vergnügungen der Welt gehörten, nun wird die Suche nach einem Ausweg zu einer fast ' krampfhaften Tätigest. Zu einer Tätigkeit Der englische Kolonienminister Ormsby Gore hat die Denkschrift der arabischen Beamten der Palästinaregierung beantwortet. Diese Denkschrift ist ein Akt der Resistenz von Beamten, die hihter dem Rücken des Oberkoinmiseäns, ihres direkten Vorgesetzten, gegen seine Politik Stellung nehmen. Ist es schon verwunderlich, daß die Londoner Regierung das Memorandum nicht sofort zurüokgewiesen hat, so ist es noch weit verwunderlicher, daß die Beantwortung, die in einem außerordentlich konzilianten Ton gehalten ist, sachlich auf die Vorschläge . eingeht. Die arabischen Regierungsbeamten, die vör der Mandatszeit unter der türkischen Herrschaft keiüen Finger für den Aufbau einer arabischen Wirtschaft gerührt haben und die seither sich ihre hohen Bezüge aus jüdischer Arbeit gerne ehtgegennehmen, haben nichts zu dem Aufschwung des Landes beigetragen,, der überall gegen ihren Willen und ohne die Mitwirkung. Englands sich vollzogen hat. Trotzdem versichert ihnen der Brief des' Kölonienministers,' daß er durchaus Verständnis habe für die schwierige Lage, in der die Unterzeichneten sich befinden; er danke ihnen für ihre jn der gegenwärtigen Notlage bewiesene L o y a 1 i t ä t und hoffe, daß sie auch weiterhin trOu-zur Regierung halten werden. Man könnte cs dabei bewenden lassen und annehmen, daß es sich um die Höflichkeit eines Zentralamtes handelt, die allerdings in Palästina als eine Ermunterung der Saboteure verstanden werden wird. Aber es kommt noch ganz anders. Der Minister versichert, * daß nach Wiederherstellung von.Ruhe und ' Ordnung in Palästina die Möglichkeit einer Einstellung der jüdischen Einwanderung durch die Regierung erwogen werden wird. Weiter erklärt das Kolonienministerium in bezug auf die Befürchtungen der Araber vor jüdischer Vorherrschaft in Palästina, daß die Regierung die Vormachtstellung einer einzelnen Gemeinschaft, nicht zulassen werde. Die .englische Regierung bat im Unterhaus, wiederholt erklärt, daß sic die vorgesohlagene Kommission erst absenden werde, sobald Ruhe ei n.g e’t r e t c h i et. Sic hat weiter erklärt, daß sic die Ergebnisse der Untersuchung abwarten und erst dann ihre Entschlüsse fassen: werde. Nunmehr läßt sie die Berufung auf die Kommission fallen, sagt die Erwägung der Einwanderungssperre . „nach Wiederherstellung, der Ruhe“ zu und legt eich ln bezug anf den politischen Zweck des Mandates darauf fest, daß sie die Vormachtstellung einer einzelnen Gemeinschaft nicht dulden werde. Sie nimmt alle eventuellen Vorschläge der Kommission schon jetzt vorweg und zeichnet dieser Körperschaft damit die Lini e ihres V e rha 1 ten s v or. Diej ser W o r t b r u c h muß auf gezeigt werden. Die Jewieh Agency hat jetzt die; Aufgabe vor sich, an die Mandatskommission heranzutreten. und von ihr ein Urteil über Englands Verhalten. ,?u ‘ verlanget Wenn sich dort Mächte finden, die den Anlaß wahrnebnien, Englands Zweideutigkeit wenigstens an einem Punkt« zu demonstrieren, so hat sich das die englische Regierung selbst zuznschreiben. Wir Juden sind kein© Abessinier .. Und uns steht auch noch der Weg nach dem Haag .offen. Satt« 3 Ein Massenglück bei Schelhamraer Bei der am 20. d. Mts. stattgefmidenen B-Ziehung IV. Klasse 35. Lotterie wurde wieder der erste Haupttreffer von S 00.000 mit dem vom Bankhaus Schelhamtner & Schattera, Wien, I., Stcfansplatz 11, verkauften. Lob Nr. 54.280 gewonnen. Auch bei der am 17. d. Mts. stattgefundenen. Ziehung der 1926 er Bau lose entfiel der Haupttreffer von S 100.000 auf das bei obigem Bankhaus gekaufte Los Ser. 179, Nr. 90. schließlich wurde im'Vormonat der Staatsloshaqpttreffer im Betrage von S 40.000 mit dem vom Bankhaus Sehelliammer & Schattera verkauften Staatslos Nr. 98.294 gewonnen. E Eine Kulturtat Die durch die Assimilation entjudeten Ju- 'den Deutschlands blieben nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus in einer trostlosen geistigen Verfassung zurück. Für ihre geistige Wiederaufrichtung und für die Befriedigung ihrer begreiflichen Sehnsucht nach Rückkehr zum Judentum und der Kenntnisnahme der positiven jüdischen Werke hat nun der Schocken-Verlag Wertvolles geleistet. Er hat bisher 62 schmale Bände — ungefähr in der Aufmachung der ehemaligen Insel- Bücherei — herausgegeben, die dem Leser da.s Verständnis der jüdischen Geschichte und Literatur durch Übersetzungen, Monographien und Neudrucke vergessener Werke jüdischer Autoren vermitteln sollen. So erschienen zum Beispiel die Zionslieder von Jehuda Halevi, Erzählungen von Agnon. und Scholem A 1 e j c be m, Sprichwörter und Redensarten aus der deutsch- I jüdischen Vergangenheit, Gedichte von Wolfskehl, chassidische Geschichten von Buber, Jüdische Volkslieder, Midraschim der Klage und des Zuspruchs, ein Buch von Moritz Zobel über das Jahr der Juden in Brauch und Liturgie und dergleichen mehr. Kürzlich erschienen wieder zwei Bändchen. „Zion als Ziel und Aufgabe“ von Buber bringt Gedanken aus drei Jahrzehnten und,einer Rede über'Nationalismus, Dieses Buch wird von Freunden Bubers, der heute im jüdischen Erziehungswesen in Deutschland eine große Rolle spielt, sicher begrüßt werden. Das zweite. Buch: „Galut.h“, von Jizchak Fritz Baer, behandelt die Entwicklung der Galuthidee von den Anfängen der Zerstreuung bis in unsere Gegenwart. Es ist ein unheimlich aktuelles Buch, wenn oder gerade weil es sich im wesentlichen mit den Ansichten längst dahingegangener Generationen über das’ Galuthproblem befaßt. Mit ständig wachsender Spannung liest man die Abhandlungen über Geistesgrößen wie Jizchak Abrabanel, Simone Luzzatto, des Maimon i d e s und anderer. Dieses Buch vermittelt in konzentrierter Form viel Wissenswertes. Platzmangel gestattet uns leider nicht ausführliche Buchbesprechungen. Wir möchten aber den Anlaß nicht vorübergehen lassen, ohne unsere Leser auf die in Österreich viel zu wenig bekannte Bücherei des Berliner Sohocken-Verlags aufmerksam zu machen, dessen Veröffentlichungen eine Kulturtat im wahren Sinne des Wortes sind. N«u«i Wiener Konservatorium Mu«lkv*r*lnsgebäuda / 27. Schuljahr / Tel. 46-4-37 Unterricht in Mnnlklheorfe, Gesang, Klavier and allen Oreheaterlnstrnmenten durch eratklaaaig« Lehrkräfte. Von den ersten Anfängen bla zur Staatsprüfung und letzten künstlerischen Ausbildung. Onarn, Schauspiel und Operettensehule StdatsprOtungskurs, Kammermusik. Kinderabteilung (für 6 bis 12}ähr. Schüler) mit eigenem, aueh rbythm. Gymnastik, Kinderkammermusik, Gehörbildung und eine lebende Sprache umfassenden Lehrplan. Auskünfte und Prospekte ausschlle01Jeh]i. Musikvereinsgebäude, I. Bösendorfergtrafie 12. Daaelbst ab 1. September Anmeldungen und Aufnahmeprüfungen. Hilferuf Jüdisches Ehepaar, aus Deutschland vertrieben, der Mann krank, vor der Delogierung1, lebt in Wien in größter Not und bittet um Unterstützung. Spenden nimmt die Redaktion entgegen und weist sie aus. Todesfall Herr Moses Osfcennaan, treues, langjähriges Mitglied der Zionistischen Bezirkssektion XVI/XVII, ist im Alter von 75 Jahren am Samstag, den 22. d. M. gestorben. Dem Sohne des Verstorbenen, unserem Gesinnungsgenossen Dr. Alexander Ostennann, wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Zlonlstteche Sektion Mariahilf* Neubau und W1ZO . Die regelmäßigen Zusammenkünfte der Sektion smitglied er finden nunmehr wieder jeden Donnerstag, abends im Sektioneheime, VI., Loquaiplatz 11, statt. aber, die um so hoffnungsloser ist, als die Banden längst nicht mehr in der .Rand der politischen Führer sind und ein unübersehbar großes Netz von Blutrache sich über das Land gelegt hat. Aber — man hofft aiif ein Wunder. In diesem Land, wo alles anders ist als in allen anderen Ländern, wo, um nur ein Beispiel zu nennen,- ganz offen am Ende des Monats die Abgesandten der Streikleitung an den Gemeindekassen von Jerusalem erscheinen, um zehn Prozent fier Beanitengehälter für die gegen di« Regierung gerichteten Aktionen einzuzLehen, in ein-em solchen Land darf man nicht auf Lösungen warten, die in anderen Ländern üblich sind. Und trotzdem:• der blutig« Krieg, der. mit miermüA'iober Hartnäckigkeit . im Land« steht und Palästina zu einem der unsicher: sten Lebensräume der Erde macht, , ist in den Hintergrund des. Interesses getreten. Man politisiert'wieder wie früher, uind alles Interesse ist augenblicklich der „Königlichen Kommission“ ziugewendet. Hier berührt sich das jüdische mit dem. arabischen Volkseanpfinden. Beide Völker halten nicht viel ven dieser Kommission, denn beide Völker haben bereits zu viele Kommissionen miterlebt, die dos Problem Palästina nicht zu lösen verstanden. Die Araber, das heißt die Radikalen, die das Wort führen, meinen, daß, was immer die Kommission .sagen, wird, für sie irrelevant sein wird, wenn sie sich nicht den drei Grundforderungen deT Araber anschließt, und die Juden' mißtrauen ihr schon deswegen, weil ihr Vorsitzender Peel ein notorischer Mohammedanerfreund ist. *! \ Die Grundstimmung des Landes, in beiden Lagern, ist die eines tiefen Mißtrauens. Mißtrauen vor je^en kommenden Tag, Mißtrauen gegen Versprechungen, Mißtrauen gegen die Zukunft. Aber trotz dieses-negativen Gefühls h^Jt die Disziplin und die Einigkeit im Yisohuv weiter an, so schwer es auch mitunter ist, diszipliniert zu bleiben, insbesondere, da das Vertrauen zur Regierung durchaus kein allzu starkes ist. Hier sind es besondere gewisse Gerichtsurteile,, di« den man in. the Street unverständlich bleiben, wie zum Beispiel das Urteil gegen die beiden jüdischen Wächter, die in einer sehr gefährdeten Umgebung, wo einige Tage, vorher ein großer Überfall statt-fand, Pistolen und eine Handgranate'zu ihrem persönlichen Sohufcs mit sich nahmen. Die Waffen wurden bei ihnen — von einem englischen Offizier — entdeckt und die Jungen wuriten zu vieljähriger Zwangsarbeit verurteilt. Derartige Urteile, wenn sie vielleicht auch dem Buchstaben des Gesetzes entsprechen, werden dem einfachen Mann der Straße nie verständlich erscheinen, weil er genau weiß, daß di« beiden Wächter die Waffen niemals zum Angriff verwendet hätten. Er weiß es, die beiden Jungen wissen es, aber der englische Richter weiß es nicht, kann es nicht wissen, denn er, ist ein, Outsider, wenn eT, auch noch so lange in Palästina sitzt. Was jetzt in dem Land, in dem er als Richter zu arbeiten hat, geschieht, ist. ihm und kann ihm nichts arideres als eine der vielen Streitigkeiten zwischen Natives sein, wie sie im großen britischen Empire oft genug Vorkommen. Es gibt in Palästina zu viele Probleme, mehr als ein so kleines Land sie vertragen kann.! Nicht nur ein arabisches, ein jüdisches, ein englisches, es gibt auch ökonomische, soziale, religiöse und es gibt ungeheuer viele . menschliche Probleme, die diese,Zwischengeneration, die, wir nun eben cläret.elleh, täglich derart erschüttern, daß es wahrlich, eines der ganz großen Wunder dieses' Landes, ist, daß wir trotz allem «xi- "stieren, daß wir . trotz \ altem ' weiterbauen ■ und 1 trotz allem‘ unerschüttert; und unerschütterlich weiter hoffen. ■ v NiAianUAe Fm^ciratJi,ü«ke Endlich ist .Os der nationalsozialistischen Rassenschnüffelei gelungen, einwandfrei festzustellen, ob jemand reinrassig arisch ist oder nickt. Das deutsche Rassenamt kann aufatmen. Erschwindtfte arische Großmütter werden nicht mehr das Sprungbrett für eine Karriere in der NSDAP, bilden können, und es wird sich nie mehr ereignen können, daß der Sohn eines jüdischen Komikers Standartenführer wird. Eisenbdchs Söhn kann nicht mehr den Arier spielen. Es wäre übrigens ergötzlich, den alten Eisenback —‘ lebte er noch — als kakenkreuzgeschmückten Standartenführer bei den Budapestern awftreten zu sehen. Wem . verdankt nun die' um den Nachweis. ihtes ünverthischten Blutes so besorgte arische Rasse eine so weltbewegende Entdeckung?. Der Mann heißt Dr. E. Karl. Er hat in Berlin eine Broschüre unter dem Titel: „Nation und Rasse“ veröffentlicht, in der er der staunenden arischen Welt verkündet, es sei ihm der Nachweis gelungen, daß die Ringer ab drücke von Juden von ganz besonderer Art > s I n d, ja, Dr. Karl führt sogar an Band jüdischer Fingerabdrücke d<en Nachweis, daß. die Juden — nicht europäischen Ursprungs sind und er verlangt, daß von ■jeßem Ein wohner in . Deutschland die Fingerabdrücke abgenommen werden, um seine RassenZugehörigkeit festmstellen. -- — Was zur Föl0 haben könnte, daß, wie. .bei amerikanischen Gangstem, Verätzungen . der Fingerspitzen epidemisch mftreten .u&tto* Wß «Hfl* «M mt -•