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Die Stimme · 1936-07-31 · Heft 568 (31.7.1936) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 568 (31.7.1936)
Date
1936-07-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 568 — Wien, Freitag, 31. Juli 1936 DIB STIMM1 Seit® 3 KURHÄUSER KflLTEHLEIITGEBEH fl. G. CHEFARZT PROF. DR. ALOIS STRASSER Sämtliche Kuren und Diäten. Idealer Aufenthalt für Kranke und Erholungsbedürftige. Auskünfte s Kaltenleutgeben, Tel. Nr. 8. nachmltta’gs: Stadtbüro, Tel. Nr. U 45-4-34 Die K.n>uxa& Daa Problem der Kwuzah ist ein vielgestaltiges. Es steht im Mittelpunkt der Diskussion, die durch politische Voreingenommenheit selten ersprießlich ist. Der Mangel einer alle Seiten des Kmizah-Problems umfassenden wissenschaftlich fundierten Darstellung war bisher ein fühlbarer Mangel, dem vereinzelte Abhandlungen nicht abhelfen konnten. Nun erschien kürzlich (Verlag Buohdruckerei Schönburg Willi P. Wälchi, Bern 1935) ein mit zahlreichen Tabellen belegtes 160 Seiten starkes Buch „Die Kwuzah“, ein Beitrag zu den genossenschaftlichen Organisationsformen in der jüdischen Landwirtschaft Palästinas, von Dr. Joseph Weiß. Das vorliegende Buch ist eine Doktor-Dissertation der Universität Zürich. Es behandelt alle genossenschaftlichen Siedlungsformen und die Geschichte der zionistischen Ansiedlung in Palästina. Die Kwuzah wird definiert als „eine auf Freiheit und Gleichheit beruhende Lebensgemeinschaft landwirtschaftlicher Arbeit zwecks gemeinsamer Produktion und Konsumtion unabhängig von Qualität und Quantität der Leistung des einzelnen, unter Aufrechterhaltung des Privateigentums“. Eine detaillierte Besprechung ist uns aus Raummangel leider nicht möglich. Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung der Kwuzah, behandelt das Weden Zweck und die Organisation dersen, seihen, ihre Wirtschaft, ihren sozialen Aufbau und ihre Problematik. Die gediegene Darstellung und die große Bedeutung der Kwuzah für den Aufbau Palästinas, insbesondere die Tatsache, daß die Kwuzah längst aufgehört -hat, das Instrument nur einer politischen Richtung im Zionismus zu sein, macht das Buch zu einem wichtigen Behelf für jeden praktischen Zionisten, Das Heä&ad Ti&eüas Tiberias. Blick in das alte Viertel Es kühlt und erfrischt den ganzen Körper wenn Sie zu Abreibungen vor oder nach dem Waschen (Baden) als Zusaiz zum Waschwasser und als Badezusatz, auch zu Fußbädern DIANA- FRANZBRANNTWEIN mit Menthol verwenden. Sie werden erfreut sein Uber die wohltuende, kühlende Wirkung, welche Schlaffheit, Mattigkeit, Uebelkeiten und andere Folgen der Hitze verhütet und mildert, ebenso das Schwitzen und den lästigen Schweißgeruch. ln jedem besseren Geschäfte erhältlich! Verlangen Sie ausdrücklich »Diana" und nehmen Sie nur »Diana". Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. Dr. Werner Senator in Wien Samstag ißt das Mitglied der Jewish Agency und Leiter des Einwa.iidcrnngsdepartements Dr. Werner Senator in Wien eingetroffen. Er konferierte mit den Vertretern der zionistischen GVuppen, mit der Leitung des Palästina-Amtes und der Fonds. Sonntag abends hat Dr. Senator Wien wieder verlassen. (MCMPNWBMNWNVMMilMMMNMMNM RESTAURANT STEFANIE H.f Taborstraße Nr. 12 Hugo und Julie Herlinger, geb. Zöllner Bekannt gute Küche / Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung / Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs, sowie alle Spezialitäten / Schöner schattiger Garten I Die jüdische Gemeinde , in Melilla verhaftet Paris, 28. Juli (JTA.). Aus Oran berichtet der „Temps“, daß die reaktionäre Militärdiktatur in Spanisch-Marokko äußerst streng gehandhabt wird und zu antisemitischen Maßnahmen Anlaß gab. Die Nachricht, daß zahlreiche Juden in Melilla ohne weiteres hingerichtet worden seien, ist zwar unrichtig, aber fast die gesamte jüdische Gemeinde in Melilla wurde verhaftet und inein Konzentrationslager gebracht. Hiezu ist zu bemerken, daß die Maßnahme von dem Kommando der Fremdenlegion veffiigt wurde, die aus Deutschen, russischen Weißgardisten und Negern besteht, Tiberias, Im Juli 1936. Das jüdische Aufbauwerk in Palästina offenbart eich, landläufig gesehen, im Kolonisieren des Bodens, im Ackern, Pflanzen und Bauen, im Schaffen von Siedlungen, Städten, Straßen und Häfen, im Anlegen von Industrie werken. Ein Besuch von Tiberias, dem landschaftlich sicherlich schönsten Punkt von Palästina, macht mit jüdischer Aufbauarbeit von ganz besonderem Typus bekannt. Hier werden Bodenschätze nutzbar gemacht, die, seit Jahrtausenden der Menschheit offenbar und ihrem unschätzbaren Wert schon im grauen Altertum berühpit, in all ihren Möglichkeiten zu erschließen und auszuwerten den Juden des neuen Palästina Vorbehalten bljeb: es sind die Heilquellen, die neben dem Ufer des Kinereht-Sees. dicht bei der Stadt Tiberias, aus vulkanischen Bergklüften hervorsprudeln. Tm Altertum, vor allem zur Römerzeit, waren die heißen Quellen von Tiberias weltberühmt, und Prachtbauten erhoben sich rings um ihren Entspringungsort. Der Zeitpunkt, da die Araberherrschaft im Lande begann, war gleichzeitig der Zeitpunkt des beginnenden Verfalls in Tiberias. Unter türkischer Herrschaft entetapdem schließlich zwei primitive Badohäuser, die heute noch benutzt werden, aber weder in ihrer Größe noch in ihren Einrichtungen den neuzeitlichen Bedürfnissen und den Ansprüchen entsprechen, die man an ein Heilbad -dt Recht stellep darf. Schlimmer als mit den Badeeinriohtungen stand es mit den Quellen selbst, und hier, wo die Gefahr eines Versiegens für immer bestand, setzte die Aufbauarbeit der Forscher und Ingenieure ein. Die Quellen nämlich kommen mit einer* Temperatur von 60 Grad an die Erdobci fläche, was bedeutet, daß sie in mindestens 1500 Meter Tiefe entspringen. Nun hat man sich früher nie die Mühe gemacht, den Gang der Quellen in größere Tiefen zu verfolgen, war auch wissenschaftlich für chemisch-analytische und technische Untersuchungen "och nicht weit genug. Man begnügte sich damit, dort, wo sich heiße Tümpel auf der Erdoberfläche bildeten, Badehäuser hinzubanen und so viel von dem Wasser, wie man eben bekommen konnte, in die Bassins und »Wannen zu leiten. Dabei kam es weder darauf an, wieviel Verunreinigungen mit dem Wasser mitkamen, noch darauf, wieviel Wasser und Gas verloren ging und ungenutzt verloren ging. Die Arbeiten begannon mit der Abtragung einer gewaltig dicken Schicht, die über den Quellen lagerte. Da waren Teile von Bauten und andere Überbleibsel von Jahrtausenden, Steine, Sand und Erde, durch Wolkenbrüche von den Bergen heruntergeschwemmt, zußammengekittet durch Ablagerungen der in den Quellen enthaltenen Salze. Je mehr man abtrug und jo weiter man grub, um so stärker begannen dio Quellen zu sprudeln, und schließlich bekam man, während früher nur 200 bis 800 Kubikmeter Wasser ans Tageslicht kamen, mehr als 2000 Kubikmeter Tagesertrag. Jetzt wurden die einzelnen Quellen von einander geschieden und die 17 stärksten wurden „gefaßt“, das heißt, es wurden Rohre von ganz besonderer Art tief in dio Erde eingebaut, und so wurde den Quellen ihr Weg vorgezeiohnet und gesichert. Nach menschlichem JSrmessen können die Quellen fortan weder versiegen noch sich eine andere Bahn suchen. Diese dringlichste Arbeit, die der Quellenfassung, ißt vor kurzem beendet worden., Die Pläne für die weiteren Arbeiten und Bauten liegen jetzt der Regierung zur Genehmigung vor, und man darf damit rechnen, daß im Zeitraum von zwei Jahren das Wichtigste erbaut, daß der Weltkurort Tiberias Realität geworden sein wird. Zunächst werden moderne, komfortable Badehäuser entstehen, ebenfalls mit Bassin- und Wannenbädern, dann ein Inhalatorium, in dem Krankheiten der Atmungisorgane behandelt werden können, eine große Trinkanlage und schließlich ein Gradierwerk, in dem die in reichem Maße in den Quellen enthaltenen Salze gewonnen und zum Versand fertig gemacht werden sollen. Große Gartenanlagen sind ringsum schon jetzt in Arbeit, ein neues Hotel wird errichtet werden, und alles, was sonst für einen konkurrenzfähigen Kurort notwendig ist. Die Heilquellen von Tiberias sind, was ihre chemische Zusammensetzung anlangt, verglichen mit .europäischen Quellen, denen von Wiesbaden oder Aachen am ähnlichsten, doch ist ihr Gehalt an Salzen und Schwefel höher. Man kann wirksam alle Arten von rheumatischen Erkrankungen, Ischias, Krankheiten der Atmungsorgane, Einige der neugefaßten ®uellen des Heilbades Tiberias entzündliche Krankheiten verschiedener Teile, des Körpers behandeln, und trotz der Primitivität der bestehenden Badeanlagen geschieht das bereits heute in hohem Maße. Es werden in Tiberias schon jetzt jährlich 141.000 Bilder abgegeben, was, ebenfalls gemessen an europäischen Verhältnissen, sehr viel ist. Man darf annehmen, daß nach Fertigstellung der modernen Anlagen ein großer Zustrom von Gästen aus aller Welt nach Tiberias einsetzen wird, nicht zuletzt auch deshalb, weil dio Stadt mit ihren urorientalischon, alten, von ehrwürdigen Ruinen durchzogenen wio mit ihren ganz modornen, rein jüdischen Vierteln, mit iliror ideal schönen Lage am Hange eines steil aufstrebenden Borgzuges und am Ufer des großen Kiiieroth-Sees, mit den Gräbern von Maimonides, Rabbi Akiba, Rabbi Jod ..nan ben Sakai und seien Schülern, Verfassern der Mischna, mit seinem herrlich milden Wintorklima ein überaus reizvoller Ort ist. Er ist auch ein Zentrum für die schön 'an Ausflüge durch das Land. Fritz R. Lachmaim. zeigt George O'Brien » Zane Greys Meisterroman I mit Barbara Frltchle — Francas Grant Ab beute: KREUZ-KINO, I. Das Kuba-Projekt Wie bereits gemeldet, hat dqr amerikanische Kongreßdelegierte Sirovitsoh vor kurzem ein Projekt entwickelt, das die Ansiedlung von 100.000 bis 200.000 Juden aus Deutschland in Kuba möglich machen soll. Es wurde mitgeteilt, daß der Präsident von Kuba und die Regierung dem Plan günstig gegenüberstehen. Nun erklärt nach einer JTA-Meldung aus Prag der dort weilende kubanische Staatssekretär Louis Machado y Ortega, daß ihm von einem solchen Angebot nichts bekannt; sei. Seiner Ansicht nach sei es eine glatte; Unmöglichkeit, auf Kuba hundert-* tausend Europäer halbwegs ihrem Lebensstandard entsprechend unterzubringen. Von einer Lcbenemögliohkeit durch kolonisatorische Arbeit könne man überhaupt nicht reden, da außer den Zucker- und Ananas-. Plantagen, die von Negern und Chinesen bewirtschaftet werden, gar kein Land mehr vorhanden ist. Selbst tausend Europäer hätten auf Kuba keine Afbeits- und dpher auch keine Lebensmöglidhkeit. Gegen den Strich zeigt sich die Qualität Elastisch, rasch und sicher gleitet die SWING Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, I., Kohlmessergasse 4, Telephon Nr. U 27-0-65, übermittelt uns nachstehenden Aufeuf In der notbedrängten und stürmischen Zeit ist die jüdische schulentlassene Jugend der rauhen Wirklichkeit der Stellensuche nicht gewachsen# Allzubald muß sie erfahren, daß die Schule des Lebens ernster als das Leben der Schule ist. Die jüdische Jugend will nicht mehr in Fehlberufe hineingedrängt werden und sucht handwerkliche Lehrstellen bei Mechanikern, Elektrotechnikern, Schneidern, Buchdruckern, Bäckern, Friseuren, Gärtnern usw. Dieses Bestreben entspricht den eigenen Interessen und auch denen der Allgemeinheit. Leider müssen die jüdischen Kinder derzeit die überall für sie bestehende Aussperrung wahrnehmen... Und doch muß es vermieden werden, daß die jüdischen Jugendlichen ohne Berufsbildung heran wachsen, denn Arbeitslosigkeit bedeutet für die Jugend Ausfall der Erziehung durch Arbeit und führt zu sozialer Verwahrlosung und sittlicher Gefährdung. » Müssen jüdische Kinder auf der gefährlichen Asphaltstraße für immer Zaungäste des Lebens bleiben? Verantwortungsbewußte jüdische Unternehmer, bleibet nicht hart und gleichgültig, vergesset nicht der schulentlassenen jüdischen Kinder, helfet uns, unsere Jugendlichen beruflich umzuschichten und ihre Kräfte und Fähigkeiten auszubilden! Fordert daher handwerkliche Lehrlinge beim obangeführten Verein an! Einzige Jüdische Handelsschule für Knaben und Mädchen. — Abendkurse. tt ll[-v TaborsCraße 39, Tel. A 45-6-57. unterricht nach dem normalen Lehrplan der Handeis- Sl0“' — Erstklassige Lehrkräfte. — Aufnahme täglich von 10 12 und 8—5 Uhr. — Prospekte gratis. Hundert Jahre Lloyd Triestino Im August d. J. sind hundert Jahre verflossen seit der Gründung dieser wichtigen italienischen Schiffahrtsgesellschaft.. Aus diesem Grunde hat sich der Lloyd Triestino veranlaßt gesehen, auf der Adria-Cypem- Palästina-Eillinie ganz außerordentliche Fahrpreisermäßigungen vorzunehmen, und zwar: Für die Abfahrten ab Triest vorn 29. Juli bas 2. September einschließlich bei gleichzeitiger lösung einer Hin- und Rückfahrkarte, welche ab Palästina bis zur Abfahrt vorn 16. Dezember 1. J. gülti" ist* L Klasse engl. Pfund 20.—; II. Klasse engl.' Pfund 11.—. « «

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