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Die Stimme · 1936-07-28 · Heft 567 (28.7.1936) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 567 (28.7.1936)
Date
1936-07-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 567 — Wien, Dienstag, 28. Juli 1936 Oll STIMM! Seit« 9 Die Maßregelung der jüdischen Schwimmerinnen Gemüse Wirtschaft in Palästina Die Unruhen des Jahres 1936 haben un« in der Kontroverse „Städtische oder ländliche Kolonisation?“ eine neue Lehre erteilt. Sie (haben deutlich erwiesen, daß der Jischuw in erster Linie darauf hinarbeiten muß, wirtschaftlich unabhängig zu werden und insbesondere seinem Bedarf an Produkten aus den jüdischen landwirtschaftlichen Betrieben zu decken. Das jüdische Dorf gab dem. Jischuw in der schweren Prüfung die Kraft und das Gefühl der Sicherheit, ausharren zu können. In entscheidender Stunde haben die Milch und das Gemüse unserer Landwirtschaft den Jischuw gerettet und die Drohung des Aushungerns, clas Ziel unserer Widersacher, zunichte gemacht. In einem heißen Lande, wie diesem, macht das Gemüse einen wichtigen Teil der Ernährung aus, es ersetzt in vielen Fällen das Fleisch. Es nimmt nach dem Brot den ersten Platz in der Volksernährung ein. Bis vor Jvurzem deckten diie Juden ihren Bedarf an Gemüse hauptsächlich vom arabischen Handel, da sie selbst erst in der allerletzten Epoche mit dem Gemüseanbau begonnen haben. Die jüdische Landwirtschaft hatte noch keine Tradition, sic mußte eine gewisse Zeit der Versuche durchmachen. Auf Grund praktischer Erfahrungen gelangte man zur gemischten Wirtschaft, durch deren Vielfältigkeit man gewissen Konjunkturgefahren begegnen kann. Erweist sich ein Zweig als weniger ertragreich, so kann der Landwirt dieses Defizit aus einem anderen Zweige decken. Eine gemischte Wirtschaft ernährt ihren Besitzer, liefert ihm das, was er zur Selbstversorgung braucht, und macht keine großen geschäftlichen Transaktionen nötig. Der Überschuß der Produkte wird auf dem Markt an den Verbraucher abgesetzt. Die Entdeckung der Gemüsekultur ist das Werk der auf Boden des KKL. vom KH. gegründeten Wirtschaften. Die ersten Schritte hiezu tat man schgn in der Vorkiegszeit in Ben Schemen. Die wissenschaftlichen Forschungen der Versuchsstation in Recliowoth haben die großen Linien für diese Methoden festgelegj't. Aber wenn die jüdische Gemüsewirtscihatt erfolgreich gewesen ist, so ist das Verdienst dem Emek Jesreel zuz us ehr eiben, den Siedlungen auf den vom KKL. erworbenen Bodenflächen von Nuris, Afuleh und Nahalal. Im sonnenheißen Jordantal mit seinen beiden Mustersiedkingen Dagania A und B konnte man ohne ein modernes Bewässerungssystem keine Gemüsekultur treiben. Dieses System wind heute durch Rutenbergs großes hydroelektrisches Jordanwerk versorgt. Heute umfaßt die Gemtisewirtschaft der Juden ungefähr 5000 Dunam. Das ist nicht viel, doch entwickelt sich dieser Zweig der gemischten Wirtschaft ständig. Er bietet, sehr große Möglichkeiten, und seine Entwicklung wäre ein Segen für die jüdische Bevölkerung und das gesamte Aufbauwerk. Bei entsprechender Ausdehnung dieses Wirtschaftszweiges wird der Jischuw wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangen, ein neues Betätigungsfeld eröffnet sich dem Palästina-Werk: Hunderte von Familien könnten auf dem Boden noch angesiedelt werden. „Tenuva“ — die Verkaufskooperation für die landwirtschaftlichen Produkte der nationalen Kolonisation, vor allem auf KKL.-Boden — verkaufte vor acht Jahren für LP. 8000 Gemüse. 1934 bis 1935 betrug der Umsatz an Gemüse'LP. 65.000. In diesem Jahre werden es bei einem Gesamtumsatz von einer halben Million Pfund LP. 100.000 sein. Dazu kommt noch der Umsatz jener Kolonien, die dieser Kooperative nicht angeschlossen sind. Auch die Privatkolonisten haben einige von Erfolg gekrönte Versuche unternommen, so zum Beispiel die Kartoffel, eine in Palästina ganz neue Kultur, cinge- 1‘tihrt. Es haben 5000 Dunam Boden die Pläne des Feindes vereitelt. Ist das genug? Nein! Die 400.000 Juden in Palästina geben rund LP. 900.000 im Jahr für Gemüse aus. Wir müssen die Gemüsekultur in den Kolonien vermehren, eine für die Bedürfnisse des Jischuw ausreichend© Produktion erreichen, von der palästmensichen Regierung Schutz gegen das Dumping der fremden Einfuhr erreichen und den Ankauf neuer Bodenflächen für die Schaffung von Hunderten von Farmen ermöglichen, die sich mit Gemüsebau befassen sollen. J. Eigner (Jerusalem). Goldene Hochzeit. Herr Jakob und Frau Katharina Sachs in Krems feierten vergangenen Samstag im engsten Familienkreise ihre Goldene Hochzeit. Die Familie Sachs, die in Krems nahezu 100 Jahre ansäßig ist, erfreut sich in allen Bevölkerungskreisen großer Beliebtheit. Die Jubilare sind die Eltern der seit Jahrzehnten der zionistischen Organisation dienenden Gesinnungßgeno&sen Karl wad Norbert Sachs. „Die Stimme“ hat als erstes Wiener Blatt gemeldet, daß die Hakoabnerin Ruth Langer in Berlin nicht am dem Start gehen wird. Von diesem Entschluß hat der Vater der Schwimmerin dem Österreichischen Schwimm verband in einem Schreiben in Kenntnis gesetzt, worauf Ruth Langer von der Turn- und Sportfront auf zwei Jahre gesperrt wurde. Damit hat sie dasselbe Schicksal erlitten, wie ihre Kilubkameradin Judith Deutsch, die schon vor einigen Wochen, knapp vor der Jugemdmeistersühaft, auf die Anfrage des Verbandes erklärt hatte, nicht nach Berlin fahren zu wollen. Durch diese Sperre wenden die derzeit besten Kraulcrinnen Österreichs, die in vielem Länderkämpfen die Stützen unseres Teams waren, verhindert, in der nächsten Zeit an den Start zu gehen. Das ist ein Verlust nicht nur für die Hakoah, sondern für den gesamten österreichischen Schwimmsport, der auf die Dauer kaum tragbar ist. Deshalb ist zu hoffen, daß die höchste sportliche Instanz ein Einsehen haben wird und die beiden Sportlerinnen, die sich bei ihrer Absage nur von höchsten ethischen Motiven halben leiten lassen, noch vor Ablauf der Frist wieder freigeben wird. Wie dem auch sei, heute, wo davon natürlich noch nicht die Rede sein kann, muß man sich fragen, mit welcher Begründung diese Verfügung der obersten Sportbehörde . OlYinptsJier £kirenjude ist der ungarische Gymnasialprofessor Dr. Franz Mezö geworden. Er hat bei einer früheren Olympiade eine Medaille für Literatur erworben und Schriften über die Olympischen Spiele verfaßt. Wir wissen nicht, ob es nur diese Verdienste sind, die ihm jetzt eine Einladung des Berliner Olympischen Komitees, als Ehrengast nach Berlin zu kommen, eingetragen haben, oder ob das der Lohn auch für andere Dienste ist. Sicher ist jedenfalls, daß der Jude Mezö, der Mitglied der „Olympischen Redaktion“ einer Budapester Zeitung ist, in der Öffentlichkeit sehr energisch für die Beteiligung der Juden an den Olympischen Spielen in Berlin eingetreten ist und daß er in Ungarn damit Erfolg gehabt hat. Es führt eine stattliche Anzahl ungarischer Juden nach Berlin, deren Kamen auch in der letzten Kummer des ungarischen Assimilantenblattes „Egyenlöseg“ triumphierend publiziert wird. Dr. Mezö hat die Einladung nach Berlin, wie er mitteilt, mit Dank angenommen. Diese Einladung hat folgenden Wortlaut: „Das Organisationskomitee für die elfte Olympiade Berlin 1936 beehrt sich, Herrn Dr. Franz Mezö als Ehrengast zur Teilnahme an den vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Spielen einzuladen. Gez. Dr. Leumld.“ Rassenschande Berlin, 26. Juli. In der Tagespresse wird ein Urteil des Reichsgerichts vom 11. Juni wiedergegeben, in dem die Tatsache, daß eine Ehefrau nichtarische Rechtsanwälte mit ihrer Vertretung betraut habe, als Scheidungsgrund angesehen wird. In einer Entscheidung vom 23. Februar 1935 hatte bereits das Amtsgericht Charlottenburg die Beauftragung jüdischer Anwälte als Verstoß gegen die ehelichen Pflichten angesehen. Die Strafkammer des Breslauer Landgerichts verurteilte einen Juden wegen Rassenschande zu achfczehu Monaten Zuchthaus. Wegen des gleichen Vergehens erhielt ein arischer Angeklagte eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren; außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von drei Jahren aberkannt. Der Angeklagte hatte mit einer Jüdin nach Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre verkehrt. Jüdische Angestellte des deutschen „Phönix“ entlassen Berlin, 26. Imli. (JTA.) Die wirtschaftliche Not der Juden in Deutschland hat eine starke Verschärfung erfahren durch die im Zuge der Reorganisation der Phönix- Abteilung in Deutschland erfolgte Entlassung sämtlicher jüdischer Angestellter und Agenten in der Zahl von mehreren hundert. Die Phönix-Abteilung in Deutschland, die durch die Katastrophe des Gesamt-Phönix nur sehr wenig gelitten hat, wurde von erfolgt ist. Der Fall, daß sich ein Sportler weigert, in einem anderen Land am den Start zu gehen, ist ein Novum, und es ist dafür — weil dieses Verhalten nicht vorgesehen werden konnte — auch nirgends eine Strafbestimmung vorhanden. Auch nach dem allgemeinen Recht kann man niemanden für ein Vergehen bestrafen, das vor Ausübung der Tat nicht als Verstoß gegen die Gesetze gekennzeichnet und für das auch keine Strafe vorgesehen war. Die Aufstellung in einer Ländermannschaft ist die Sehnsucht jedes Sportlers, die Aufstellung für eine Olympiade die größte Ehre, der ein Athlet teilhaftig werden kann. Die beiden Hakoahnerinnen wissen diese Ehre wohl zu schätzen und haben auch schon öfter bewiesen, daß sie bereit sind, mit ihrem ganzen Können für Österreich zu kämpfen. Wenn sie es ablehnen, nach Berlin zu fahren, so ist es aus Gründen, die jeder aufrechte Mensch — Jude oder Nichtjude — anerkennen muß, ebenso wie er es bedauern wird, daß die beiden Makkabi-Sportlerinnen zur Strafe für dieses Verhalten zwei Jahre dem Sport entzogen werden. Es Aäre wenigstens zu erwarten, daß die Sperre für interne Meetings der Hakoah keine Geltung habe und daß wir schon in nächster Zeit Gelegenheit haben werden, die beiden tapferen Schwimmerinnen wieder am Start zu sehen. —ig Da harn man nur fragen: Wenn sich schon der Jude nicht schämt — schämen sich die Kazi loirklich auch nicht? Der Assimilationsjude redet sich aus, er fahre gar nicht nach Berlin, er fahre nach Olympia. Aber Jud bleibt doch Jud, auch wenn er das Abzeichen der fünf Ringe trägt, nicht? Grundhaltung bleibt unverändert London, 24. Juli. (JTA.) Wie dem „Manchester Guardian“ aus Berlin gemeldet wird, hat der Landwirtschaftsminister Walter Darre, ein Antisemit aus der Schule Streichers, die ländlichen Beamten in einem vertraulichen Zirkular aufgefordert, allen Olympiade-Gästen höflich zu begegnen, au ch wenn si ch Juden unter i h n e n b e f i n d e n sollten, da die deutsche Regierung sich gegenüber dem Internationalen Olympischen Ausschuß verpflichtet habe, die Olympiade-Gäste zu schützen. In keinem Falle — so fährt Darrd fort — „jüdischen Provokateur e n“ eine Handhabe geben, Zwischenfälle zu verursachen und Wasser auf die Mühlen der „feindlichen Propaganda“ im Ausland zu treiben. Die Klebezettel mit den antijüdischen Losungen wüssen fürdie Zeit der Olympiade entfernt werden. Das Zirkular schließt: „Die Grundhaltung des deutschen Volkes gegenüber dem Judentum bleibt unverändert.“ Juden begründet und viele Jahre hindurch geleitet. Die Mosley-Banden London, 26. Iuli. (JTA.) Im Unterhanse gab Innenminister Sir John Simon bekannt, daß die Regierung im Hinblick auf die wiederholten Überfälle von Faschisten auf Juden gesetzliche Maßnahmen zum Verbot der Uniformierung privater Verbände erwägt. Sir Oswald M o s 1 e y kündigt a.n, daß bei den im nächsten März stattfindenden Wahlen zum Londoner Grafschaftsrat die British Union of Fascists sich zum erstenmal am Wahlkampf beteiligen wird. Es würden faschistische Kandidaten in den Wahlkreisen von Ostlondon ausgestellt werden. Ostlondon, erklärte Mosley, wird aufgefordert werden, zwischen uns und den Juden Parteien zu wäh- 1 e n. Wir werden vom Volke verlangen, daß es mit dem Stimmzettel den Judenparteien den Abschied gebe. Rabbiner Dr« Zwl Taubes nach Zürich berufen Der Rabbiner Dr. Zwi Taubes vom Pazmaniten-Tempel wurde als Rabbiner nach Zürich berufen. Die Schweizer jüdischen Zeitungen geben ihrer besonderen Genugtuung Ausdruck, daß es gelungen ist, Dr. Taubes für Zürich zu gewinnen. In Wien wird man Dr. Taubes, der ein bewährter Zionist ist und sich bei seiner Gemeinde des größten Ansehens erfreut, nur ungern scheiden sehen. Die Inschrift von Siloah Von Auntic Das Problem, Jerusalem mit genügender Wasserzufuhr zu versorgen, ist sehr alt und bis heute noch nicht restlos gelöst worden, wenngleich nach dem Weltkrieg beträchtliche Fortschritte in dieser Hinsicht gemacht wuiv den. Auch in biblischen Zeiten war dies eine brennende Frage, da die Stadt sehr oft Belagerungen ausgestzt war und somit leicht Gefahr lief, daß ihre Einwohner den Zutritt zur wichtigsten, außerhalb der Stadtmauern gelegenen Wasserstelle verloren. Vor der assyrischen Belagerung machte, wie im Buch der Könige zu lesen steht, „König Jecheskiab den Teich und die Leitung und brachte Wasser in die Stadt.“ Er ließ nämlich die erwähnte Quelle vollends anisschlagen und durch einen Tunnel unter dem Hügel wurde das Wasser zu den sogenannten Teichen von Siloah geleitet. „Ebendieser Jecheskiab,“ sagt das Buch der Chroniken, „hielt den Wass erlauf des oberen Gihon auf und brachte ihn geradewegs an die Westseite der Stadt Davids“. Dieser Tunnel besteht noch immer und noch immer fließt das Wasser durch ihn. Es wurde auch eine Inschrift entdeckt, die von der Art erzählt, wie dieser Tunnel, von beiden Enden her ausgegraben, vollendet wurde. Dies© Entdeckung wurde zufällig gemacht. Im Jahre 1880 wateten die Schüler eines deutschen Architekten durch die Wasesrleitung unter den Mauern von Jerusalem; einer aus ihrer Mitte stolperte und fiel ins Wasser. Als er wieder herauekletterte, bemerkte er einige merkwürdige Zeichen, gerade über dem Wasserspiegel in den Felsen gegraben. Er berichtete über seinen Fund, die Zeichen wurden von Archäologen geprüft und als nachweisbar alte Schriftzeichen einer unzweifelhaften Urkunde ihrer Zeit entziffert. Hier folgt, was die Inschrift besagt (wobei die fehlenden Worte sinngemäß eingefügt wurden): Siehe diese Aushöhlung. Wohlan, dies ist die Art ihrer Grabung. Während die Grabenden die Hacke erhoben, jeder gegen seinen Nebenmann hin und während noch 3 Arm« lang zu graben waren, ward die Stimme des Manes gehört, der seinem Nachbar zurief, denn ein Vorsprung war da im Fels zur Rechten und zur Linken. Und nachdem dieses geschehen war, da schlugen die Grabenden Hacke auf Hacke, einer dem andern entgegen, daß die Wasser von der Quelle zum Teich strömten, über eine Strecke von 1200 Armen (Ellen, etwa 600 m) und es war die Höhe des Felsens zu Häupten der Grabenden 100 Arme (50 m). Dies© Inschrift stellt eine Urkunde jener Männer dar, die die Arbeit auch tatsächlich geleistet haben und gerade die verborgene Stelle, an der sie gefunden wurde, ist diesbezüglich überzeugend, da es ja den Königen allein Vorbehalten war, sich dessen zu rühmen, was sie vollbracht hatten. Wahrscheinlich waren diese einfachen Erdarbeiter sehr stolz auf die Vollendung ihres Werkes und gruben ihre eigene Geschichte in den Stein, wo sie von ihren Vorgesetzten nicht gesehen werden1 würde. Ihre Erzählung ist sicherlich bei Grabung dieses Tunnels entstanden, denn es sind Spuren von ein oder zwei falschen Grabungen vorhanden, die gemacht wurden, ehe die Leute in der endgültigen Richtung gruben, um auf halbem Wege aufeinanderzustoßen. Wahrscheinlich wurden sie eben durch den Hall ihrer Stimmen geleitet, wie Bi© ja selbst erwähnen. Wir verstehen ihre gehobene Stimmung, als sie den Tunnel — kein einfaches „Ingenieur-Kunststück — vollendet hatten und das köstliche Wasser durchströmen sahen! Der ehrfürchtige Aspekt der Inschrift aber ist, daß sie wahrscheinlich die von Jeschajahu und den anderen großen Propheten gebrauchte Schreibweise darstellt. Wir können aiucb eine Anspielung Jeschajahus selbst an diese Wasserleitung erkennen, in der er sagt, die Wasser von Siloah „gehen sachte“ im Gegensatz zu den eilig sich bewegenden des Euphrat; ein Hinweis auf Assyrien. Tatsächlich gibt es nur eine beinahe unmerkliche Wasserströmuug durch den Tunnel und die Verfasser der Inschrift gebrauchen das gleiche Wort wie Jeschajahu, wo er auf das Strömen des Wassers hinweist. Die Inschrift von Siloah ist daher von größter Wichtigkeit für die Bestätigung der Kunde, dio dio Bibel gibt. (Aus dem Englischen übertragen von Z‘wi Mendel Ben Jossef.)

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