Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 563 (14.7.1936)
- Date
- 1936-07-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seit© 4 Dil STIMMI Nr. 663 — Wien, Dienstag, 14. Juli 1906 Bar Kochba und Hagibor suspendiert Prag, 12. Juli. (2. T. A.) Der tschechoslowakische Schwimmverband C. S. A. P. S. hat mit einem Stimmenverhältnis von 12 :4 folgenden Beschluß gefaßt: Die Vereine Hagibor (Prag), Bar Kochba (Brünn) und Bar Kochba (Preßburg) erhielten für zwei Jahre ein Auslandsstartverbot und eine Geldstrafe von je 4000 Tschechokronen. Die genannten Vereine hatten ihren Mitgliedern verboten, bei den Olympischen Spielen in Berlin zu starten. Obwohl das Olympische Komitee erklärte, niemanden zwingen zu wollen, in Berlin zu starten, und das Außenministerium sein Desinteressement betonte, beharrte der Schwimmverband darauf. glieder für Berlin zur Verfügung stellten. * Hagibor und Bar Kochba sind zu ihrer Haltung zu beglückwünschen. Man kann sich vorstellen, daß es nicht nur sportliche Gründe waren, die die Haltung des tschechoslowakischen Schwimmverbandes bestimmten. Die sich freuen . . . In den Tagen der Palästina-Unruhen madaß die ihm angei ul testiert sich das wahre Gesicht der Nau- >ine ihm ihre Mit- ■ roann-Juden und ihnen verwandter „Geister“. Naue Opfer in Palästina Jerusalem, 10. Juli. (JTA.) Wie mitgeteilt, wurden bei einem Überfall arabischer Terroristen auf jüdische Steinbruch- Arbeiter ein Jude getötet und fünf verletzt. Der Überfall ereignete sich in der Nähe der Kolonie Arza. Araber eröffneten ein mörderisches Feuer auf einen Autobus, in dem sich sechs jüdische Arbeiter befanden, die von dem der Industrial and Financial Corporation Ltd. zwischen Mota und Jerusalem gehörenden Steinbruch nach Schluß der Arbeit heimkehrten. Der 20jährige Josef Katz wurde getötet, der 27jährige Josef P e s a c h und Jakob I s r a i 1 o w wurden lebensgefährlich, die drei übrigen, nämlich der 34jährige Ariel Z a 1 k i n d, der 52jährige Yemenite David A1 c h a z i und der 33jährige Schlomo Frank, wurden leichter verletzt Eine Ambulanz des Roten Magen David brachte die Verletzten in das Hadassa-Hospital. Truppen verfolgen die Angreifer. Einige Araber aus Nablus, die im Besitz von Waffen angetroffen wurden, wurden zu je sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Offiziell wird mitgeteilt, daß in der letzten Nacht in fast allen jüdischen Vierteln Jerusalems Schießereien stattfanden. Die Sonderpolizei erwiderte das Feuer und verfolgte die Angreifer. Polizei- und Militärabteilungen wurden zwischen Latrun und Ramallah, bei Ness Ziona, Sedschera, Nablus und Safed beschossen. In verschiedenen Tellen des Landes wurden neuerdings arabische Aufrührer verhaltet. Jerusalem, 11. Juli. In der Gegend nördlich von Nablus ereigneten sich Freitag wieder eine Reihe von Bandenüberfällen auf Omnibus-Geleitziige. Der erste Überfall erfolgte auf einen Omnibustransport zwischen Nablus und Jenin, wo ein Autobus aus dem Hinterhalt be schossen wurde. Der Fahrer verlor die Gewalt über den Wagen und dieser stürzte um. Dabei wurde ein Insaseegetötet, fünf andere verletzt, darunter auch ein englischer Polizist. Sofort herbeigeeiltes Militär griff die Araber an und schlug sie in die Flucht. Vier Araber wurden getötet und einer gefangengenommen. Bei den Engländern gab es nur zwei Leichtverletzte. Der Mord an Chasan ungesühnt Jerusalem, 9. Juli. (JTA.) Die drei Araber, die des Mordes an dem ersten Opfer der Palästinaunrnhen, Israel Chasan, beschuldigt waren, wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Einer von ihnen wurde wegen Besitzes eines Revolvers zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Sidky Dajani und Sala Abdou, zwei Führer des arabischen Streikkomitees, wurden aus dem Konzentrationslager Sarafend unter starker Bewachung nach Jerusalem gebracht, um sich vor Gericht wegen Widerstandes gegen die Polizei während ihrer Haft zu verantworten. Sie wurden zu je 50 Schilling Geldstrafe verurteilt. Feuer und Bomben Jerusalem, li. Jul. (Palcor.) Ein Autobus-Transport wurde gestern auf dem Wege von Haifa nach Tel-Aviv zweimal überfallen. Der erste Überfall fand bei Deressheraf statt; ein Chauffeur namens P o 1- 1 o c k wunde am Arm verwundet; ein Autobus stürzte um, wobei der 32jährige Brunnenarbeiter Baruch Benami, ein Siedler aus Rußland, dessen Eltern in Tel- Aviv ansässig sind, getötet wurde; ferner wurden zwei Juden und zwei Soldaten leicht vorletzt. Militär erwiderte das Feuer, wobei vier Araber getötet wurden. Eine halbe Stunde später wurde der Transport zum zweiten Male überfallen, was jedoch zu keinen weiteren Verlusten führte. In der Volvo Garage zwischen Tel-Aviv, und Jaffa brach um Mitternacht Feuer aus Mehrere Lastwagen, sowie städtische Sprengwagen wurden vernichtet. Der Schaden wird auf etwa 5000 Pfund geschätzt Heute früh wurden bei Zichron Jakob zwei jüdische Waohtabteilungen überfallen ein jüdischer Wächter erhielt einen Brustschuß und wurde nach dem Hadassah Hospital nach Haifa geschafft, wo eine Operation vorgenommen wird. In Jaffa versuchte ein Araber heute ennen Bombenanschlag auf ein Militärlastauto, das eich von der Jaffa-Jerusalemer Chaussee kommend der Stadt näherte. Er war gerade im Begriff, die Bombe zu werfen, als diese noch in seinen Händen explo dierte. Würmer Ina Fleisch Vor uns liegt ein Aufruf des „Tel-Aviver Komitees der P. K. P.“, der Kommunistischen Partei Palästinas. Die Zahl ihrer Mitglieder ist nicht groß, aber die kommunisti sehe Methode, den Mund recht voll zu nehmen, wird auch von ihnen angewendet, um sich und anderen ein ansehnliches politi sches Gewicht zu suggerieren. Auch den Wortschatz des militanten Kommunismus finden wir in diesem Zirkular in reichlicher Anwendung und es fehlt auch nicht am Schlüsse die unter den gegenwärtigen Verhältnissen recht putzige Parole „Rot-Front“ Die palästinensischen Kommunisten halben außerdem auch noch alle Lügen der arabischen Propaganda aufgenommen. Sie wiederholen die Lüge „der infamsten Verdrängung des arabischen Volkes aus seinen wirtschaftlichen Positionen“. Sie erzählen, daß der Zionismus den englischen Imperialismus gegen den Fredheitskampf des unterdrückten arabischen Volkes unterstützt. Dieser Freiheitskampf manifestiert eich in der Verbrennung der Ernte und in der Zerstörung von Bäumen, in der Ermordung jüdischer Arbeiter und in Bomibenattentafcen aiuf Kinos. Die Konfrontierung der Anschuldigungen mit den Tatsachen genügt, um den moralischen Wert dieser kommunistischen Ausstreuungen festzustellen. Wae aber besonderer Würdigung bedarf, ist die Berufung dieser jüdischen Verräter auf den Nationalismus. Das Zirkular trägt den Titel „Drei Jahre Hitler!“ und hebt hervor, daß die Kommunistische Partei Deutschlands „im moralischen Wert dieser kommunistischem Ausstreuungen festzustellen. Was aber einer besonderen Würdigung bedarf, ist die Berufung dieser jüdischen Ver- Kampf für die Gleichberechtigung der Juhaupten, wenn man sicher weiß, daß eine man weiß, ist die Behauptung, die Kommunistische Internationale habe auf einem Sechstel der Erde den Juden Freiheit und Entwicklungsmögliohkeiten p geben. Das beizieht sich wohl auf Sowjetrußland, das die Juden gewaltsam assimiliert, ihnen die hebräische Sprache und die jüdische Religion genommen hat und sie schließlich in dem Sumpfwinkel am Amur konzentriert, um die Potemkinade der jüdischen Republik aufführen zu können. Aber wenn die palästinensischen Kommunisten so mutig gegen den Nationalsozialismus kämpfen wollen, weshalb sind 6ie denn aus Deutschland davongelaufen? Sie ziehen es vor, ihr Heldentum in Palästina zu posieren, in dem Palästina, das der „bourgeoise, imperialistische Zionismus“ gebaut hat. Sie haben sich in dieses Palästina eingeschlichen, um dort, wie Würmer im Fleisch zu wühlen, im Vertrauen auf die jüdische Umgebung und auf die englischen Bajonette. Jedes Haus, jedes Feld, jeder Wald, den zionistische Arbeit geschaffen hat, ist Brot für Menschen. Für die Kommunisten aber ist all dies „Verdrängung der Araber“. Und von der Stadt Tel-Aviv aus, die von jüdischen Händen gebaut, von jüdischen Gehirn ein betreut wird, schickt dieses Komitee, dessen Mitglieder ohne das jüdische Palästina irgendwo in Dachau oder in Sonnenburg verfaulen würden, seine Lügen in die Welt. Ihre Blättchen in Wien und anderswo registrieren mit dürren Worten die Ereignisse, und ihre Bosheit und Schadenfreude bringt Überschriften wie „künstliches Nationalheim“ zustande. Das sind Worte aus einer antizionistischen englischen Zeitung. Mauschel freut sich. In seiner Engstirnigkeit sieht er nicht, daß Palästina auch ihn an geht. Er freut sich, weil die Zionisten Schwie rigkoiten haben. Mauschel, jener von Herzl so lebensecht geschilderte Typus, kann eben nur gegen alles sein, wenn er nicht gerade denunziert. Klopft man ihm auf die Finger und sagt ihm die jüdische Öffentlichkeit, was sie von Denunzianten hält, dann kneift Mauschel und ist empört Unerhört! Ihn, Mauschel dieses weiße Lamm, einer Denunziation für fähig zu halten! Aber die Apologetik macht ihn nur noch verdächtiger. Er kann noch so viel von „Jüdisch-nationalen Entstellungen“ faseln Ihm, dem Meister der politischen und historischen Entstellungen, nützt es nichts, wenn er sich, um seine gute Berichterstattung über Palästina unter Beweis zu stellen, darauf beruft, daß er dieselben Nachrichten quellen wie — „Die Stimme“ benützt. Mauschel, Mauschel! Du pfeifst aus dem letzten Loch. Du machst in Zionismus wenn auch in einem nur vorgetäuschten weil du eben kein Programm hast, dafür aber eine Höllenangst vor den Massen, die von deinen lächerlichen politischen Ladenhütern nichts wissen wollen und zionistisch eingestellt sind. Wenn Mauschel in Zionismus macht, so ist das genau so ein Bluff, wie er früher der schwarz-rot-goldenen Fahne oder anderen Fahnen nachlief. Mauschel ist unser politi scher Purimspieler. Er macht sich lächerlich, uns Juden aber schadet er. Die Antisemiten sehen in ihm den jüdischen Typus. Mauschels Stolz war einmal der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ in Deutschland. Das war die Hochburg der Assimilation. Die Assimilation ist zusammengebrochen und der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ jetzt „Zentralverein der Juden in Deutschland“ ist ein Förderer des Palästina-Aufbaues. Er fördert Palästina, er behauptet es nicht gegen besseres Wissen wie sein Wiener Ableger. Am 17. Juni ist in Berlin der Leiter des Zentralvereins Justizrat Dr. Julius Brodnitz im Alter von 70 Jahren gestorben. Wenige Tage vor seinem Tode richtete er folgenden Brief an dem Keren H a j e s s o d: „Mit banger Sorge blicken wir auf Erez Israel. Wer, wie ich, bis kurz vor den gegenwärtigen Unruhen drüben gewesen ist, wußte wohl, daß eine Auseinandersetzung zwischen Juden und Arabern kaum vermeidbar ist, rechnete indessen nicht damit, daß diese Unruhen gerade jetzt unmittelbar und in solchem Ausmaße bevorstehen. Trotzdem habe ich dem, wate ich nach meiner Rückkehr erklärt habe, kaum etwas hinzuzufügen. Wer die ungeheuren Leistungen, welche die Juden vollbracht haben, sieht, empfindet einen gewaltigen Respekt vor der vollbrachten Arbeit, sowohl gegenüber der äußeren Leistung, als — und vielleicht noch viel mehr — gegenüber dem seelischen Heldentum. Im Anblick dieser Leistungen schwinden alle ideologischen Betrachtungen, wie sie leider bei uns noch vielfach die Menschen trennen. Wer drüben die Pionierarbeit verrichtet für die Juden, welche in Gegenwart und Zukunft dort eine Zufluchtsstätte und eine Stätte harter, aber befriedigen der Arbeit suchen, hat einen selbstverständlichen Anspruch darauf, daß wir im Keren H a j e s 's o d die dortige Arbeit nach Kräften fördern. Diesen Anspruch dürfen unsere Brüder und Schwestern drüben heute mehr denn je erheben. Die Arbeit, welche in Erez Israel von Juden verrichtet worden ist, schließt auch, ganz abfesehen von der gegenwärtig aktuellsten rage, schwere Sorgen in sich. Wir freuen uns über ernste kritische Betrachtungen, welche aus 'solchen Sorgen resultieren und zu ihrer Beseitigung beizutragen suchen. Aber die Zeiten sind vorüber, in denen solche Betrachtungen etwa dazu dienen sollten, das Experiment selbst in Frage zu stellen. Wir kennen die Sorgen und die Not der Juden in Deutschland. Wir kennen die großen Verpflichtungen, die sich daraus für uns ergeben, aber wir müssen auch wissen: Das Experiment in Palästina wird nicht versagen, weil es nicht versagen darf, wenn nicht die Judonheit der ganzen Welt unendlichen Schaden erleiden soll. Deshalb darf auch heute gerade jemand, der die Not der Juden in Deutschland genau kennt und immer wieder erneut gewaltige Kraft aufwenden muß, um nicht von diesen Sorgen erdrückt uu werden, seine Stimme mit dem Appell erheben: Helft beute neben aller Hilfe, zu der Ihr im Interesse der Juden in Deutschland verpflichtet, seid, dem Keren Hajessod, damit er aus der Not der gegenwärtigen Tage verdoppelte Arbeit im Interesse unserer Glaubensgenossen in Erez Israel entwickeln kann! Heute gilt es neben den großen Aufbauarbeiten auch der Sorge um die Not des Tages in Erez Israel.“ So, lieber Mauschel in Wien, muß man redien und so muß man handeln, wenn die Öffentlichkeit deine Beteuerungen, daß du zum Palästina-Aufbau stehst, ernst nehmen und dir glauben soll, daß du dich nicht über die Schwierigkeiten des Aufbaues freust. Palästina als Nachtasyl fiir heimatlose, arme Juden, dieses Programm, lehnt heute jeder einsichtige Jude ab, auch wenn er kein Zionist ist. Mauschel, du wirst dich nicht mehr lange freuen. Die Zeit geht über dich hinweg. Die Zukunft gehört dem Zionismus. Warnung vor Medizinstudium Die Vereinigung jüdischer Ärzte in Wien erläßt an die jüdischen Eltern und an die jüdischen Abiturienten eine Warnung vor der Wahl des Medizinstudiums. In dem Appell heißt es unter anderem: „Während in früheren Jahren jeder österreichische Staatsbürger nach seiner Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde sich einfach in einem beliebigen öffentlichen Spital zur Praxis, beziehungsweise als Hilfsarzt ■ anmelden konnte, worauf seine Ernennung zum Aspiranten, beziehungsweise Sekundararzt genau turnusmäßig erfolgte, ist seit dem 1. April 1933 die nichtmehr der Fall. Weder muß die Anmeldung eines aspirierenden Hospitanten entgegengenommen werden, noch auch gibt es trotz der in Österreich verfassungsmäßig festgelegten Gleichbereehtig u n g eine Möglichkeit, die Ernennung oder Beförderung durchzusetzen, da seit dem erwähnten Zeitpunkt jede Personaländerung dem Ministerium für soziale Verwaltung Vorbehalten ist. Die Folge dieser Neueinführung ist, daß seit 1. April 1933 bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen keine Ernennungen von jüdischen Aspiranten und Sekundarärzten in den Fondsspitälern erfolgten; ähnliches gilt auch für die städtischen Krankenanstalten. Eine Ausbildung ist unter diesen Umständen nur jenen möglich, welche über genügend Geldmittel verfügen, um an Kliniken oder Privatkrankenanstalten — ohne jede Aussicht auf Bezahlung — ihren Studien obliegen zu können. Für die fernere Praxis ergeben sich aber auch hier Schwierigkeiten. Da angesichts der wirtschaftlichen Lage der ganzen Bevölkerung die sogenannte Privatpraxis auf ein Minimum herabgesunken ist und fix bezahlte Kassenstellen in absehbarer Zeit für Juden nicht erreichbar sein werden, bleibt nur die Betätigung in den Kassen mit sogenannter freier Ärztewahl. Diese Kassen aber verlangen den Nachweis einer mindestens Praxis in einem Krankenhaus. Man sieht also, daß die Aussichten für Juden unter diesen Umständen katastrophal schlecht sind, abgesehen davon, daß auch die allgemeine Lage der Ärzteschaft durch die aus Monarchiezeiten stammende Überzahl usw. überaus traurig ist. Es mache sich also jeder Jude, der Medizin zu studieren beabsichtigt, damit vertraut, daß ihm Elend, Auswanderung oder — Umschichtung drohen!“ der Absolvierung dreijährigen öffentlich en Ing. Alfred Schwitzer — Richtigstellung. In der letzten Nummer unseres Blattes ist eine Notiz von der angeblichen Verlobung des Ing. Alfred Schwitzer, Besitzer der Radioröhrenfabrik Gustav Ganz & Co., mit ednem Fräulein Susi Apfelbaum erschienen. Die Mitteilung war uns in der üblichen Form zugegangen, hat sich aber bedauerlicherweise als Fälschung erwiesen. Die P. T. Gönner Der Freiheitsbund, dessen antisemitische Aufrufe noch in Erinnerung sind, wendet sich zum Zweck seiner Sammlungen auch an die „israelitischen Mitbürger“. Eine jüdische Firma in Wien, H., hat den Besuch eines Freiheitsbündlers erhalten und ihm S 5 geben müssen, die der Quittung gemäß „für Bausteine, Ausspeiseaktion, Preasefonds“ bestimmt sind. Es werden also die bekannten Aufrufe aus jüdischem Geld bezahlt. Wir hoffen, daß dieser Hinweis genügt, um den Unfug abzustellen. Interessant ist, daß auf dem Formular sich das folgende Avis befindet: „Die P. T. Gönner werden ersucht, diesen Schein aufzubowahron, da derselbe als provisorische Mitgliedskarte dient.“ Hat der Kunschak- Bund schon viele solche Mitglieder?