Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 559 (26.6.1936)
- Date
- 1936-06-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nif. 569 — Wien, Freitag, 26. Juni 1986 DU STIMM II Seite 5 m Monteisorl-Sömifierheim 1^3 für 8- bis 10]ährige Kurort Sauerbrunn SchtoSartlge Villa, eigener Park, Bad, Brause, Arat; Schwimmbad 5 Min. entfernt; 5 reicht. Mahlseiten; Fremdsprachen; Mittelschulnachhilfe I Bereits eröffnet I Leitung: Alice Fr«!stadt-Leder«r Dipl. Montessori-Lehrerin Edith Torteity Dipl. Kindergärtnerin Anmeld, i Montessorl-Kindergarlen, 1., Eßlingg. (10-12, 4-0), Tel. U 23-6-70 „die Stürme-" erscheint nächste Woche wegen des auf den Montag fallenden christlichen Feiertags, an dem die Druckerei nicht arbeitet, nur in *Mner Ausgabe, die verstärkten Umfang haben wird. Diese Nummer wird den Abonnenten Donnerstag, den 2. Juli, früh, zugestcllt und schon am Mittwoch nachmittags im Straßcnverkauf zu haben sein. Olga Frankl, die Leiterin des MOMTESSORI-KINDERQARTEN der Zionistischen Bezirks-Sektion Wieden-Margareten eröffnet am 4. Juli 1936 ein KINDERSOMMERHEIM (für 3- bis 14 jährige) in MARIAZELL. Auskunft: Kindergarten Wien, IV., Haualabgaase 2, 9 bis 12 Uhr und Telephon A 41-2-85 (Scher) Die Verbreitung des hebräischen Buches Aus eigener Initiative sowie über Anregung des Brith Iwrith Ol&mith hat die Eistadruth Iwritlh ein Komitee eingesetzt, das der Propagierung des hebräischen Buches dienen wird. In Erez Israel ist die „Waadafch hasefer haiwri“ (Komitee für das hebräische Buch) im Rahmen des Brith Iwrith geschaffen worden, hinter das der Waad Leumi, die Bialik-Stiftung der Jewiah Agency, der hebräische Pen- Palästina-Kandidaten! WIR erledigen für Sie alle wichtigen Gesuche zwecks Einreise nach Palästina und Anforderung WIR beschleunigen bereits länger eingereichte Ansuchen WIR bera^en Sie in allen wichtigen Palästinaangelegonheiten, insbesondere in Fragen der Übersiedlung, Ankunft, Verzollung, Unterkunft, Arbeitsbeschaffung U8W. W I R versorgen Sie mit allen gewünschten Informationen und Adressen Schreiben Sie sofort an „SINAI", Int. Pal. Emigrantendienst, T e I - A v i v, Herzlstraße 68, Palästina. Rückporto beilegen 1 (Intern. RUckantworteschein) fache Freitag gibt Morris Schwartz* Kunsttheater die erste Vorstellung des Dramas „Josche Kalb“ von J. J. Singer im Bürgertheater. Wir geben hier kurz den Inhalt des Stückes. Der alte Njesehewor Rabbi, dreimal bereits Witwer, hat dio Absicht, ein viertes Mal zu heiraten. Sein« Wahl fällt auf das 16jährige Malkalo. Aber er muß zuerst seine jüngste Tochter verheiraten. Als Schwiegersohn hat er den Kabbailajüngor Nuchem, den Sohn de’s Rachmaniwker Rabbi, im Augo. Boido Rabbi begegnen einander in Karlsbad, wo eine feierliche Vereinbarung bezüglich der Heirat getroffen wird. Malkalo will von Anfang au. nichts von dem 68jährigen Rabbi wissen, willigt aber später auf Zureden ihrer armen Verwandten ein. Am Hofe des Rabbi lernt Malkale den jungen Nuchem, den Schwiegersohn ihres Mannos, kennen. Die erste Begegnung entscheidet das Schicksal beidor. Beide wordon vom Feuer der Leidenschaft ergriffen. Malkale haßt ihren alten Mann. Nuchem liebt gleichfalls nioht soine Frau, dio junge Seralo, aber er fürchtet 'schon den Gedanken der Liebe zu Malkale, tla er solch oin Gofühl als schwerste Sünde betrachten muß. Malkalo gibt aber die Hoffnung, Nuohem für sioh zu gewinnen, nioht auf, und um immor in der Nähe dos Geliebten sein zu können, bofroundot sie ßloh mit dessen Gattin Serale. Eines Tages gesteht Malkale dem jungen Nuchem im Wald ihre Liebe, aber der be», klub, die Zentralen der hebräischen Schriftsteller und Lehrer sich gestellt haben. A. In Erez Israel Es wurden zwei Kreise ins Leben gerufen: der „Chug hakorej baiwri“ (Leserkreis) und der „Chug babonim wehapeilim“ (der Kreis der Bauer und Aktiven). Der Leserkreis umfaßt Personen, die eich verpflichten, jährlich für 5, 10 und 25 Dollar hebräische Bücher zu erwerben. Der Kreis der Aktiven umfaßt Personen, die für die Verbreitung des hebräisohen Buches mit allem Ernste sich einsetzen werden. Es wurde ein „Sefer hasikkaron schel hatarbuth haiwrith geschaffen, das alljährlich erscheinen und alle Namen derjenigen Personen enthalten wird, die mindestens zehn ständige Käufer hebräische Bücher gewonnen haben. B. In Oesterreich Die Hiistadruth Iwrith Österreich hat ein eigenes Komitee unter dem Vorsitz des Doktor Ohaim Tartakover eingesetzt, dem angehören: Dr. Klarmau, Lehrer Rudzki, Dr. Manfred Papo, Jizchak Gelander und Abraham Selzer. Der größte Teil der Komission hat sich bereits verpflichtet, hebräische Bücher zu erwerben, und ihre Anzahlungen geleistet. Es wurde beschlossen, die eingezahlten Gelder bis zur Bestellung beim KKL zu deponieren. Der KKL hat sich bereit erklärt, die deponierten Gelder unter der Rubrik „Waadath hasefer haiwr.i" auszuweisen. Jedes Kommiissionsmitglied hat die Verpflichtung Übernommen, fünf Käufer hebräischer Bücher zu gewinnen. Über Antrag des Dr. Tartakover werden die Käufer und Leser der hebräischen Bücher ein- Gegen den Strich zeigt sioh die Qualität Elastisch, rasch und sicher gleitet die mal monatlich (am ersten Montag des Monats) Zusammenkommen, um über die von ihnen gelesenen Bücher zu referieren, Die schriftstellerisch befähigten Leser werden kurze Berichte über die von ahnen gelesenen Bücher in der zionistischen und jüdischen Presse Österreichs veröffentlichen. Dadurch sollen die hebräischen Könner aufmerksam gemacht werden, welche hebräische Bücher und Schöpfungen erscheinen. Für die österreichische religiöse Siedlung Mischmar-Hascharon in Erez Israel Am 15. Juni fand im Hotel Metropole eine von Qberrabbiner Dr. D. Feuchtwang einberufene Konferenz statt. Gegenstand der Konferenz war die einzige österreichische Siedlung in Erez Israel, die von der österstürzte Talmudist rennt vor der Sünde davon. In ihrer Verzweiflung legt Malkale Feuer an die „Schul“. Während der Feuertibrunst, da alle zusammenlaufen, zieht Malkale Nuchem in den Wald, wo beide in seliger Liebestrunkenheit an »Gott und* Menschen vergessen. Die Frucht der Liebe ist ein Kind, dessen Ankunft Malkale mit ihrem Leben bezahlt. Nuchem verläßt den Ort für immer. Nuohem wandert von Ort zu Ort. Er lebt als Asket. So kommt er auch naoh Bjalagura, wo er beim Totengräber Kune Unterkunft findet. Da er sich mit niemandem in der Gegend befreundet, zu niemand spricht und immer nur seine Psalmen murmelt, halten die Leute ihn für einen Törichten, einen Narren und nennen ihn — Josche Kalb. Ziwje, welcher ihr Vater den jungen Nuohem als Mann erkoren hat, Ist ein geistig zurückgebliebenes Ding. Sie sucht Nuohem für sich zu gewinnen, während Nuchem ihr ausweicht. Im Ort brioht die Pest aus. Das Volk forscht nach der Ursache der Pest, naoh dem Menschen, der sie verschuldet hat, nach dem Sünder, Gleichzeitig zeigen sich bei Ziwje Spuren einer Sehwiangersohaft. Der Totengräber beschuldigt Nuchem, 'seine Tochter verführt zu haben. Es wird oin Beth-Din, ein rabbinischos Gericht, einberufen, das soine Schuld ausspricht und ihn verurteilt, Ziwje zu hoiraten. Dio Trauung soll auf dem Friedhof Btattfinden. Denn mit ihr soll die Schuld für die Pest gesühnt werdon. Während der Trauung spricht Nuohem nioht die Formel, sondern benützt die große Verwuwg, ma. m .verschwinden, s reichischen religiösen Jugend gegründete und unter dem Protektorat des Oberrabbiners Dr. D. Feuchtwang stehende Siedlung Mischmar-Hascheron. Nach einem einleitenden Referat Dr. S. Knopfmachers über die grundlegende Wichtigkeit der auf der Tagesordnung stehenden Fragen und nach einer Schilderung der Entwicklung und der gegenwärtigen Lage dieser mitten in arabischer Gegend liegenden Siedlung durch den derzeit in Wien weilenden Delegierten aus Mischmar-Hascharon Josef Hochberger ergriff Oberrabbiner Doktor D. Feuchtwang das Wort. In tief empfundenen Worten sprach er Über die großen, schicksalsentscheidenden Gebote unserer Zeit und forderte mit Rücksicht auf die Bedeutung dieser einzigartigen Siedlung für die gesamte österreichische Judenheit und besonders für unsere jüdischreligiöse Jugend und ihrer gegenwärtigen Lage zur Durchführung einer großen Förderungsaktion auf. Es sprach dann Rosch Beth Din. Rabbiner Jüdisches Kinder-Ferienheim »ATID« m Spital am Semmering (820 m) für 6- bis 16-jährige Inhaber u. pädagog. Leiter A. Tagltcht Modernes, gepflegtes Heim, ständige firxtliche Aufeicht, Sport, Gymnastik, Schwimmen, eigene Bibliothek, Heimkino, vorzügliche rituelle Verpflegung, Mastu. Diätkuren. Fremdsprachige Konversationsgruppen. Anmeldung, Proßpekte, Photos usw. im Wiener Sekretariate, IX, Schwarzspanierstr. 12/3, Tel. A 2B-3-73 J. Babad und unterstrich in einer herzlichen Ansprache die Pflicht aller jüdisch fühlenden Menschen, diesem Werk zu helfen. Erhebend war die Einmütigkeit, mit der sich dann die versammelten Vertreter aller jüdischen Richtungen und Kreise zur Durchführung einer großen, die gesamte Judenheit Österreichs umfassenden Aktion entschlossen. Dos ist des fachüw! Von einem Wiener, der seit langen Jahren in Palästina lebt, geht uns die folgende Darstellung der Verhältnisse und der heutigen Lage in Erez zu, die wirt trotz ihres pessimistischen Tones unseren Lesern nicht vorenthalten zu dürfen glauben. Was zuerst das Treiben kleiner terroristischer Gruppen der Araber war, hat sich — zumal in den letzten Wochen — zu einer Art nationalen Aufstandes gegen uns Juden und England ausgewachsen; denn stets weitere Kreise der arabischen Bevölkerung ohne Unterschied von Religion, Stand und Partei, haben sich der Bewegung angeschlossen, erst nur fügsam, dann willig mitagierend und schließlich von blinder Wut erfüllt. Dabei hatte die Palästinaregierung die Macht und hat sie heute noch, diesen Widerstand mit einem Schlag zu brechen, wie sie es bei den Unruhen im Herbst 1933 getan hat; aber die Regierung will niohtl Das ist jedem im Land, Juden wie Arabern, trotz aller Verschleierung durch die Regierung, klar. Die Polizei, einheimische und britische, sowie 1800 Tommys, zuzüglich des träne jordanischen Grenzkorps, hätten ohneweiters ausgereicht, die im Herbst 1935 neubelebte Unruhe: im Keim zu ersticken. Aber auch den nationalen Aufstand von heute kann, selbst wenn man die indes offenkundig gewordene Der Gesamtverband jüdischer Hoch» schüler Oesterreichs „Judäa11 veranstaltet am 18. Jnll Sommerreisen noch Dalmatien (Korcula, Makarska). Preis für Fahrt tour-retour, Wohnung und volle Verpflegung (drei reichliche Mahlzeiten täglich) 8 128.— für 2 Wochen, S 164.— für drei Wochen, 8 192.— für 4 Wochen. Auskünfte und Anmeldungen täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 12—3 Uhr und von 6—8 Uhr, IX„ Alserstraße 26, Tel. A 25-2-28. Und Nuchem, wandernd, kommt nach Nje- ’schewa zurück, zu seiner Frau Serale, an den Hof des Rabbi. Dieser erblickt in Nuehems Rückkehr ein Zeiohen des Himmels und bestimmt ihn zu seinem Nachfolger. Aber in Njeschewa erscheinen die Juden aus Bjalagura mit dem Totengräber Kune und der Tochter Ziwje und verlangen, daß Josche Kalb mit ihnen zurüokkehre. Darauf beruft der Njeschewer Rabbi ein Gericht ein, welches drei Tage und drei Nächte berät. Josche Kalb gibt auf die Fragen der Richter keine Antwort. Das Synhedrion kommt nicht zum Urteils'spruch, denn inmitten der Verhandlung brioht das alte Herz des Njesohewer. Aber seine Ohassidim rufen Nuchem zum Nachfolger des NjescheweT Rabbi ausl Josche Kalb aber verschwindet wieder, ergreift den Wanderstäb und irrt durch die Welt, seiner einzigen großen Liebe nachsinnend,** * Unter der Leitung Morris Sohwartz’ probt das Ensemblo täglich auf der Bühne des Bürgertheaters. Das Stück arbeitet stark mit technischen Mitteln, auf die ein Teil der Kräfte, die Morris Schwartz aus Wiener jüdischen Schauspielerkroisen genommen hat, erst eingespielt werden muß. Das New-Yorker Kunsttheater hat übrigens den größten Teil der für die Aufführung notwendigen Apparate, vor allem die Spezialapparate für die Beleuchtung, die im ganzen Aufbau der Aufführung eine entscheidende Rolle spielt, aus Amerika nach Wien mitgebracht. Unzuverlässigkeit der arabischen Polizisten veranschlagt, die aufs Vierfache verstärkte englische Truppenmacht leicht niederschlagen« Anlaß dazu wäre wahrlich genug! Denn die. Araber sind kühn geworden. Die wichtigsten Punkte im Land wurden von ihnen blockierte erst der Hafen von Jaffa, dann die Verbin* düng zwischen den Städten, sowohl auf den Autostraßen als auch auf der. Eisenbahn. Iü den von beiden Völkern zugleich bewohnte# Städten, Jerusalem als Residenz des Hochs kommissärs nicht ausgenommen, werden die! Juden tagaus, nachtein von Arabern belästigt, angeschossen, mit Bomben beworfen; in den jüdischen Dörfern wird das Getreide ver« brannt, werden die Fruchfcbäume entwurzelte aushungern will man uns Juden! Aber es geht auch schon gegen Eng« land. Die Rebellen greifen nicht nur mehr einzelne Polizei- und Militärposten an, sondern geschlossene Abteilungen der Armee, die zuiä Beispiel Nablus, wenn auch nur vorüber-« gehend, hat räumen müssen. Troztdem will die Regierung nicht emstlicfi zugreifen. Noch im vorigen Herbst war bei Djenin die „Pionier“-Bande des Scheich Kassam von Militär umzingelt worden, abeotl dann wurde keiner der dort gefangenen Mord* buben vor Gericht gestellt. Seither aber gab es nicht einmal einen Versuch mehr, die vie« len von Dan bis Bersheba formierten aräbi« sehen Kampfbanden ea'nzufangen oder sonst unschädlich zu machen. Bloß der Scheib wird gewahrt, als sei die Regierung dar* auf aus, Ordnung und Sicherheit wieder her« zustellen. Dreimal täglich meldet das Radios Polizei und Militär habe da und dort das Feuer! der Angreifer erwidert, wobei fast nie der schalkhafte Beisatz fehlt, daß niemand verletzt wurde. „Der Feind floh iü d i e . B e r g e.“ — Die britischen Maschinen« gewebre wurden kaum gezeigt, die Kanonen blieben stumm und die geräuschvollen Luft« schiffe versagten es sich, die Räuber durchl Bomben zu belästigen. Nicht einmal das Trä« nengas wurde strapaziert. Das‘Faktum, daß die Regierung nacht zu« greifen will, als unzweifelhaft vorausgeschickt, entsteht erst die Frage: warum nicht?I Hier kann man ruhig von der längst erkannten Grundtendenz Englands ausgehen, wie anderwärts so auch in Erez, die gegensätzlichen Kräfte, hier Juden und Araber gegeneinander lauszuspielen, um mit desto kleinerem Auf« iwand und größerer Sicherheit beide zu be« herrschen. Darum wurde und wird die allzu äa-seke Entwicklung unseres Palästina-Aufbau« iverkes gebremst. Da iWiauchopes Plan eine®! gesetzgebenden Versammlung durok das iSckwanken der Araber und die Kritik des Londoner Parlaments nioht durchdrang, er« scheint dio Terrorbewegung im Lande ala anderes Bremsmittel nicht unwill« kommen. Die Grundtendenz des Divido et lanpera! wurde nun durch das Hereinspielen der politischen Vorgänge auf dem Welttheater außer« halb Palästinas nicht geändert, sondern nur noch bestärkt. Das in Abessinien trotz Englands Sanktionen siegreiche Italien sinnt auf Raohe und Ausbau seiner Macht in Afrika und auf allen dorthin führenden strategischen. Kraftfeldern. Darum wirbt Mussolini um die Sympathie der dort lohenden, von Albion be» herrschten Völker. Schon muß dieses dem auf» 'strebenden, stärker als je nach. Unabhängigkeit strebenden Ägypten entgegenkommon; noch vor endgültiger Einigung ziehen britische Truppen von dort ab, um sich alsbald auf der an deren <S eita 4e § £>«ezk ana 1 s,