Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 557 (19.6.1936)
- Date
- 1936-06-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Är. 557 — Wien, Freitag, 19. 'Juni 1936 Ott STIMME S«Ho * Die arabische Propaganda Jerusalem, 14. Juni. (JTA.) Die arabische Propaganda-Delegation, die sich, wie berichtet, am Freitag nach London begab, wird von Jamal el Husseini, einem Neffen des Mufti, geführt; ihr gehören auch die christlichen Araber Shibli Jamal und Dr. Tanus an. Da sie ausschließlich Propagandazwecke verfolgt, wird die Delegation von Regierung smitgl ledern nicht empfangen werden. Der Großmufti von Jerusalem Haj Amin el Husseini hat die Mohammedaner in Indien telegraphisch aufgefordert, sofort Geldmittel zur Unterstützung der Streikbewegung nach Palästina zu überweisen. Die katholischen Araber haben sich an den Patriarchen mit der Bitte gewandt, den Papst zu einer Intervention zugunsten der Araber Palästinas zu veranlassen. Nach einer Meldung des „Dailys Herald“ haben die anglikanischen Araber an den Erzbischof von Canterbury um politische Hilfe appelliert. „Daily Telegraph“ teilt mit, daß die jungen arabischen Terroristen drei Geheimbünde zur Fortsetzung der Gewaltaktionen gebildet haben, wovon die „Schwarze Legion“ die aktivste sei; nach Art der Schwarzen Legion von Detroit in Amerika versendet sie Terrorbriefe an die englischen Einwohner Palästinas. Hast und Sorgen bringt die heutige Zeltl Wo finden Sie Erholung und Gesundheit? Bsd Luhntoulceli heilt Katarrhe der Atmungsorgane, Innere n. Frauenleiden Eigene Auakunftstelle: 1 Wien, III., Sehwarzanbergplatz Nr. 7 Tal. (I 17-2-16 (bei Francopol) und Reisebüros Regierungskommisslon In Haifa Acht arabische Mitglieder des Stadtrats von Haifa, welche vor zehn Tagen erklärt hatten, ab 15. Juni ihr Amt niederlegen zu wollen, falls bis dahin die arabischen Forderungen nicht erfüllt werden, werden von heute an von der Regierung als abgesetzt betrachtet. Eine Kommission, bestehend aus dem Bürgermeister Hassan Schukri, dem Vizebürgermeister Sabbatai Levi, den drei jüdischen Mitgliedern des Stadfcrats und drei englischen Regiemngsbeamten, wird sofort eingesetzt werden. Palcor erfährt, daß Schukri seine Ernennung akzeptiert hat. Schukri hält sich gegenwärtig am Lebanon auf; an seiner Stelle amtiert, wie bereits gemeldet, Vizebürgermeiister Levi. RESTAURANT STEFANIE “V5PD H*i Taborstraß« Hr. 12 1120 Hugo und Julie Herlinger, geh. Zöllner Bekannt gut« Küche / Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung / Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs, sowie alle Spezialitäten / Schöner schattiger Garten ■mm«mnWn«mwwnmwwwwwwi 800 Jüdische Polizisten Jerusalem, 15. Juni (JTA.) Als Antwort auf die jüdischen Forderungen nach Aufstellung einer Sonderpolizei von 2000 Mann hat die Regierung soeben die Mobilisierung von weiteren 400 jüdischen Polizisten angeordnet, so daß gegenwärtig 800 jüdische Polizisten, von der Regierung bewaffnet, Dienst tun., Der Chauffeur Gerson gestorben Jerusalem, 16. Juni Jakob Gerson, der am 14. Juni während des Überfalls bei Mozza verwundete Chauffeur, starb heute früh im Hadastsah-Krankenhaus in Jerusalem. Durch seinen Tod erhöht sich die Anzahl der seit dem 19. April gefallenen Juden auf 29. Gerson, der 21 Jahre alt war, kam vor vier Jahren nach Palästina. Er stammte aus Riga, wo er eine Mutter und Braut hinterläßt. Der Streik der Araber Jerusalem, 16. Juni (JTA.) Ejnige hebräische Zeitungen und eine Redhe ausländischer Korrespondenten melden übereinstimmend, daß die Streikmüdigkeit im arabischen Lager in den letzten Tagen so sehr zugenommen hat, daß mit einem Abbruch des Streiks in den nächsten Tagen zu rechnen sei. Die hebräische Tageszeitung „Haboker“ teilt mit, der arabische Streik werde nach dem 17. Juni, dem Tage, an dem die Araber ihre große Kundgebung abhalten und ihre letzte Anstrengung machen werden, a bgebrochen werden. Eine prominente Persönlichkeit der arabischen Bewegung erklärte amerikanischen Journalisten: „Es ist leichter, den Teufel aus der Flasche zu lassen, als ihn wieder hinemzutuu. Die Dinge sind nicht mehr unter der Kontrolle billigst und bequem, wie immer. Nächste Reisen 27. Juni; ab 5. Juli jeden Sonntag Ferienreisen. Auskünfte Uber diese Reisen erteilt Dr. Tocker. Für Kinder und Studenten Ermäßigungen. Reservierte Plätze. Aufgelöste Rtickfahrtsmöglichkeit. — Anmeldungen im Reisebüro „IN DIE WELT" (VV. N. Renner), IX.f Liechtensteinstraße 2 (beim Schottenring), Tel. A 14-504. nach Polen u. Czernowitz Auskünfte und Prospekte auch über den Reisedienst nach Bulgarien, England, Italien, Jugoslawien, Palästina, Ungarn und andere Länder sowie über Mittelmeerreisen und Autobustouren. Untersudiungskommisslon erst London, 16. Juni. (JTA.) Im Unterhaus gab gestern der Minister für die Kolonien Ormsby-Gore die Erklärung ab, daß die englische Regierung erst dann in der Lage sein wird, Urteil und Meinung über die gegenwärtige Lage in Palästina abzugeben, wenn die Kommission, die sich nach der Beruhigung des Landes nach Palästina begeben wird, ihr Urteil abgegeben haben wird. Auf eine Anfrage. von Thomas W i 1- 1 i a m s erwiderte Ormsby-Gore, die Annahme, daß der Großmufti aus Mitteln der britischen Regierung bezahlt werde, sei vollkommen falsch. „Lassen Sie mich“, fügte der Minister hinzu, „diese Angelegenheit jetzt ganz klar und eindeutig feststellen; denn es könne zu ernsten Unruhen unter den Mohammedanern führen, wenn man sagt, nach Aufhören der Unruhen daß das Oberhaupt dieser Religionsgemeinschaft in Palästina von der britischen Regierung bezahlt werde.“ (Das ist ein Spiel mit Worten. Der Mufti ist Regierungsbeamter und wird aus öffentlichen Mitteln bezahlt. — Die Red.) FERIENHEIM 31 für 3- bis 14-jährige Schloß Ginseiberg, Neustift b. Scheibbs, N.-ö., herrliche Lage, vorzügliche Kost. Fremdsprachen — Schulnachhilfe Arzt im Heim Mäßige Preise Leitung: dipl. Montessorilehrerin LORE REINIGER Telephon A 48-3-89, II., Große Schiffgasse 5 Vor-olympische Ruhe Seit vMen Monaten hört man aus Deutschland nichts von Fememorden, nichts von Menschen, die auf der Flucht erschossen wurden und nichts von Enteignungen jüdischen Besitzes. Der Grund hiefür ist einfach. Bald sollen in Berlin die olympischen Spiele stattfinden und Herr Goebbels sorgt schon dafür, daß die nationalsozialistischen Werwölfe an die Kette gelegt und ihnen der Maulkorb umgehängt wird. Bis nach den olympischen Spielen. Das nationalsozialistische Deutschland braucht Devisen, und die Besucher der olympischen Spiele sollen sie liefern und den. Eindruck mit nach Hanse nehmen, daß das heutige Deutschland ein Kulturstaat ist. Die Regie wird klappen. Herr Goebbels versteht sein Handwerk. Man wird keinen Juden durch die Straßen schleifen, der eine Tafel mit der Aufschrift „Jüdisches Schwei,ri“ umgehängt hat, die Tafeln an den Türen der Gaststätten „Juden und Hunden ist der Eintritt verboten" werden für einige Tage in die Ecke gestellt werden, und man wird weder katholische noch protestantische Geistliche einsperren. Sobald aber die olympischen Fahnen von den Masten verschwinden werden, wird der Hexentanz wieder losgehen. Die Ausrottung des Judentums in Deutschland, dieser „unabänderliche“ Programmpunkt der NSDAP wird Hekatomben an Opfern fordern, und es werden genügend Devisen vorhanden sein, um noch mehr, Gewehre und Bomben nach Palästina zu schicken, und mehr Geld und Agitatoren, um in Österreich die staatliche Ordnung zu unterwühlen. Wer nicht mit Blindheit geschlagen ist, weiß das. Deswegen hat es in dier ganzen Kulturwelt Proteste dagegen geregnet, daß die olympischen Spiele in Berlin stattfinden sollen. Gesiegt hat aber Goebbels, weil es noch immer Diplomaten gibt, die glauben, daß sie Deutschland als Figur in ihrem diplomatischen Schachspiel verwenden können. Die weiteren Ereignisse werden sie eines besseren belehren. Das ist aber vor allem Sache der einzelnen Staaten. Hier soll lediglich zur Frage der Beteiligung von Juden an den olympischen Spielen Stellung genommen worden, und es soll vorweg genommen werden, daß es sich hiebei um eine rein menschliche Frage handelt. Es ist zwar verständlich, daß es der höchste Ehrgeiz jedes Sportlers ist, bei den olympischen Kämpfen als Sieger hervorzugehen. Kann es aber einem jüdischen Sportler zugemutet werden, in ein Land zu gehen, wo seine jüdischen Brüder und Schwestern täglich und stündlich als Ritualmördier, Schweine und Köter besdhimpft und, äug dem Lande gejagt werden? Kami man von einem jüdischen Sportler verlangen, bei den Klängen des Horst-Wessel-Liodes stramm zu stehen und den olympischen Gruß zu leisten, der — zufälligerweise mit dem Hitler-Gruß identisch ist? Dieses ungeheuerliche Maß von Demütigung für einen jüdischen Sportler ist aber nur ein Anfang. Den jüdischen Sportler erwarten weitere seelische Höllenqualen. Wenn er die Hakenkreuzfahnen der Kampfbahn und die mit Hakenkreuzen geschmückte Menge sehen wird — woran wird er sigh erinneni? Am unschuldige jüdische Männer und Frauen, die von den Stiefeln der SA-Männer zu Tode getrampelt wurden, und an seine jüdischen Sportkameraden, die in Deutschland von jedem sportlichen Wettbewerb ausgeschlossen sind, weil es für deutsche Männer entwürdigend sei, sich mit Juden zu messen. In dieser Atmosphäre soll ein jüdischer Sportler starten und Erfolge erzielen? Oder nehmen wir einen jüdischen Schwimmer. Wenn er ins Wasser steigt — muß er sich nicht daran erinnern, daß Juden in Deutschland nicht baden dürfen? Muß er sich nicht daran erinnern, daß überall Tafeln zu linden sind — vielleicht wird man sie auf einige Tage entfernen — daß Juden und Hunden der Eintritt verboten ist? Ehre und Sport sind untrennbare Begriff e. Jeder Erfolg, unehrenhaft errungen, muß zur Disqualifikation führen. Das gilt im allgemeinen im menschlichen Leben und im Sport besonders und ebenso wie im bürgerlichen Leben gibt es Erfolge, auf die ein Mensch von Ehre verzichten muß. Auch die Prostitution bringt oft Erfolg, aber immer Diffamierung. Ein jüdischer Sportler, der nach Berlin geht, wird diffamiert werden und mit ihm sein Klub. In einer Zeit, wo jüdische Menschen Not und Austreibung, Kerker und Tod einem Leben in Deutschland vorziehen, sollen jüdische Menschen nach Deutschland gehen? Ihre Menschenwürde muß ihnen höher stehen. Nun verlautet es, daß von der Hakoah verlangt wird, daß ihre Sportler nach Berlin gehen sollen. Aber gerade die Hakoah muß dessen eingedenk sein, daß jedem Juden die Ehre seines 17-Millionen- Volkes anvertraut ist. Die Hakoah kann darauf hinweisen, «daß sie die Farben Österreichs unzähligemale mit Erfolg vertreten hat. Sie wird auch sicher weiter dazu bereit sein. Von der österreichischen Sport- und Turnfront und ihrem Obersten Führer Fürst Starhemberg erwarten wir daher Verständnis für die ablehnende Haltung der jüdischen Sportler. Wir erwarten, daß unsere Sportler nicht nach Deutschland gehen werden, Montessori-Sommerheim 1^3 für 3- bis 18jährige Kurort Sauerbrunn Schloßartige Villa, eigener Park, Bad, Brause, Arzt; Schwimmbad 5 Min. entfernt; 5 reichl. Mahlzeiten; Fremdsprachen; Mittelschulnachhilfe Leitung: Alice Frelsladt-Lederer Dipl. Montessori-Lehrerin Edith Torten Dipl. Kindergärtnerin Anmeld.: Montessori-Kindergarten. I., Eßlingg. 13 (10—12, 4-6), Tel. (J 23-6-70 dessen oberste Sportbehörde es den Makkabi-Sportlern unmöglich gemacht hat, am 14. Juni nach Wien zu kommen und die die FIS-Kämpfe in Österreich sabotiert hat. Die jüdischen Sportler werden Verständnis bei ihrer Behörde finden. Dessen sind wir sicher. Wir meinen auch, daß Österreichs Ansehen in den Augen der Kulturwelt nur steigen kann, wenn der ablehnende Standpunkt der jüdischen Sportler der Hakoah zur Kenntnis genommen wird. V Csl. Makkabi geht nicht zur Olympiade Der Tschechoslowakische Makkabi-Kreis teilt mit: Auf verschiedene Anfragen, ob die Sportler des Tschechoslowakischen Makkabi. Kreises an der Berliner Olympiade teilnehmen werden, geben wir bekannt, daß der ursprüngliche Beschluß unter keinen Umständen geändert wird. Die jüdischen Sportler aus der Tschechoslowakei fahren nicht zur Olympiade nach Berlin. —< Tschechoslowakischer Makkahi-Kreis. IN BERUF UND SPORT sich frisch und ansdauernd zu erhalten, gibt es nichts Besseres als ständige Körperpflege. 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Mädchen (9 Uhr Schulbeginn) / Oeffentlichkeitsrecht / Hauptu. Fortbildungsschule, Tagesheim, Internat, Sport, Fremdsprachen, Musik Ueber 16 Millionen Schilling für deutsche Juden Die vom „Council for German Jewry“ in England eingeleitete Sammelaktion für die deutschen Juden, die 1 Million Pfund ergeben soll, hat bisher einen Betrag von 612.575 Pfund, das sind ungefähr 16,500.000 Schilling, ergeben. Ptuc im Kaffeehaus lesen Sie „Die Stimme“? Das ist natürlich besser, als wenn Sie sie nicht läsen. Aber, fühlen Sie sich berechtigt, die jüdische Zeitung Ihrer Frau, Ihren Kindern vorzuenthalten? Das Lesen der zionistischen Zeitung ist heute für keinen Juden entbehrlich, am allerwenigsten für die Kinder. Es gibt für, sie keine andere Zukunft als die, die ihneti der Zionismus weist und die er für sie vorbereitet. Abonnieren Sie die zionistische Zeitung. Sie darf in fernem föX&hm Mm* . hall fehlend ,1,i' ' " 1