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Die Stimme · 1936-06-19 · Heft 557 (19.6.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 557 (19.6.1936)
Date
1936-06-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Saft® Z Oll STIMMI Nr. 557 — Wien, Freitag, 19. Jnni 1936 Jede® Soan<ag billig« F«rlen-SondMrthrten mit der Czeraowttser Allgemeinen XeltMa Polen. Czeraowlfz Abfahrt i 27. Juni 1936 (23*15 Uhr) und 5. Juli früh Anmeldungen .«uaachlleßllch* Ralaebflro ,!ilarleiibrQckeM, I. RotetftarmgtraBe 26 Telephon R 24-2-86/87 schlossen, die Angreifer wurden durch M asch in engewehrfeuer des Militärs verjagt. Bei Tulkarem wurden Teile der Gleise entfernt. Auf der Eisenbahnstation Khan Junis explodierte eine Bombe. In Jericho wurde ein jüdisches Haus niedergebrannt. In Hebron, Lydda und Ramie wurden Truppen beschossen. Ein Postangestellter wurde bei der Reparatur der Telephonlinie zwischen Tulkarem und Nablus von herumstreifenden Arabern durch Schüsse verwundet. In Hebron kam es zu einer Schießerei zwischen Arabern, Polizei und Militär. In Tiberias und Nazareth kam es ebenfalls zu Schießereien. Sportler Bebornigen qIS erfriföungigettänf $reblauer «Sauetbrumi Tel-Joseph befestigt Jerusalem, 17. Juni. Die jüdische Kolonie Tel-Jdseph am Fuße des Berges Gilead, die Ende der vorigen Woche das besondere Ziel arabischer Angriffe war, wurde befestigt. Die Befestigungen sind mit Maschinengewehren armiert, die dem Angriff besonders ausgesetzten Teile wurden durch Schützengräben befestigt. Auch ein Flugzeug steht zu Äbwehrmaßnabmen bereit. Alle arabischen Führer, die als Agitatoren der Streikbewegung und Teilnehmer an Attentaten in ein Konzentrationslager an der palästinensisch-ägyptischen Grenze gebracht worden waren, sind in das Konzentrationslager Sarafand bei Jaffa überführt worden. Hier haben die englischen Luftstreitkräfte eine Garnison. Angesichts der immer noch zahlreichen Bombenanschläge in der Umgebung von Jaffa wurden Truppen in den Häusern dieser Stadt einqüartiert. 100 st. 36 Or. ALMULY Zigarettenhülsen RAX 100 St. 30 Or. Internationale Auskunftei Wien, I., Radolfsplats 2 Telephon 0 25-3-16 Gegr. 1891 B. Marcus & Sohn Araber danken einem Juden Jerusalem, 15. Juni. (JTA.) Bei einem Feuerüberfall auf zwei jüdische Lastwagen aus Tel-Aviv in der Nähe von M o z a wurde der 30jährige Chauffeur Jakob G e r 8 o n schwer und der Chauffeur Mosche Gerat leicht verletzt. Beide wurden ins Hospital gebracht. Bei einem Feuerüberfall auf einen Autotransport der Palestine Potaah Company, der von Jerusalem nach Jericho fuhr, wurde der 82jährige Mosche Kraus, der 20jährige Schmuei J a n o w s k i und der 25jährige M. Stein verletzt. In der Nacht zum Sonntag wurde ein Zug zwischen Jerusalem und Lydda beschossen und von 200 Kugeln getroffen. Kein Passagier wurde verletzt. Als der Zug in Battir, unweit Jerusalem, hielt, umringten d i e arabischen Passagiere den jüdischen Ingenieur Jakob Penini, dankten ihm und küßten ihm die Hände, weil er sie lebend aus dem „Feuerhagel“ in Sicherheit gebracht hat. Ol PTIKER RUDOLF HAAS & COMP. WIEN, II., PRATERSTR. 32 SPEZIALIST FÖR BRILLENOPTIK Kämpfe zwischen Christen und Mohammedanern Jerusalem, 16. Juni (JTA.) Im Verlauf des Montag kam es in den Städten und auf dem flachen Lande zu weiteren Terrorakten der Araber. In der Altstadt von Jerusalem, in der Nähe des Jaffa-Tores, wurde am Montag morgens gegen eine Polizeistation eine Bombe geschleudert, die aber nicht zur Explosion kam. Auf der Straße Jaffa—Jerusalem wurde abermals ein Lastkraftwagen beschossen. Einem amtlichen Communiquö zufolge kam es in der Nacht zu Montag zu einem Feuerkampf zwischen Christen und Mohammedanern, in dessen Verlauf zwei Christen verwundet wurden. Drei Moslems wurden verhaftet. In der gleichen Nacht haben Terroristen eine Eisenbahnbrücke bei Gaza gesprengt. Schießereien werden aus der Gegend von Newe Jacob, Ramafc Rachel, Hebron, Bajit wegan und Tel-Lltwinski gemeldet. Bei einer Schießerei in Jaffa wurden drei Araber verwundet. Bei Burta wurde die Leiche eines Arabers gefunden. Neben ihm lag ein verwundeter Araber. Es handelt sich offenbar um die Opfer eines am Tage vorher stattgefundenen Feuergefechtes zwischen Militär und Arabern. In Jaffa wurden anonyme Flugzettel verbreitet, in denen die Araber für Mittwoch, den 17. Juni, den Jahrestag der bei den Unruhen von 1929 erfolgten Hinrichtungen von drei Arabern, zu'Kundgebungen autgefordert werden. Der Oberste arabische Rat hat alle Mohammedaner aufgefordert, sich am 17. Juni in den Moscheen zu versammeln. Die Behörden haben umfassende Sioherungsmaßnahmen für diesen Tag getroffen. Entschlossenes Verhalten eines Jüdischen Chauffeurs Jerusalem, 14. Juni. (JTA.) Eine Kolonne von Autobussen der Gesellschaft Egged, die unter militärischer Bedeckung aus Haifa nach Tel-Aviv fuhr, stieß bei Nur el Sehern auf Hindernisse, die die Straße sperrten. Die Auto-Kolonne wurde vom Gebirge her beschossen. Die Eskorte antwortete mit Maschinengewehrfeuer. Unter Lebensgefahr lief der jüdische Chauffeur Franz P o 11 a k im Feuer nach Nur el Schern und brachte militärische Verstärkung, die die Angreifer vertrieb. Nach fünfstündigem Kampf zogen sich die Araber, deren Verluste nicht festzustellen sind, zurück. Militärstreifen suchen das Bergland ab. Der bei Kfar Jeeheskel verwundete Chauffeur Joseph Tabori wurde in das Hadassa-Krankenhaus in Haifa gebracht. Sein Wagen, der aus dem Hinterhalt von Arabern beschossen wurde, war von einer drei Mann starken jüdischen Polizeipatrouille begleitet. Die Polizisten erwiderten das Feuer, das von allen Seiten gegen das Auto eröffnet worden war, und ermöglichten es so, daß der Wagen entkommen konnte. Später wurde die Araberbande durch Polizei und Militär zerstreut. durch den achtzehn jüdische Passagiere schwer verwundet wurden, hat die Regierung die Schließung der Station Kälkilte angeordnet. Die Züge halten in Kalkille nicht mehr. MÖBEL-WINTER f#r dilssenhelttklof« Wim, Vlll., Stidttahnvlidokt 83 6«! UrdienfcldirstriB« Telephon; A 21*5*31 Dai gnte Todesurteil? In einem großen Mietsgebäude in Haifa, in dem viele englische Familien wohnen, ereignete sich eine schwere Explosion. Ein Araber wurde unter dem Verdacht, einen Bombenanschlag verübt zu haben, verhaftet. Er wird voraussichtlich auf Grund des neuen Sabotage-Gesetzes zum Tode verurteilt werden. Die Regierung hat den streikenden Hafenarbeitern ein Ultimatum gestellt. Sie fordert eie in einem in der ganzen Stadt plakatierten Aufruf auf, innerhalb von drei Tagen die Arbeit aufzunehmen. Wer dies nicht tut, gilt als entlassen und wird auf keinen Fall wieder eingestellt. Ähnliche Ultimate werden heute auch an alle anderen Streikenden, die öffentliche Betriebe bestreiken, gerichtet werden. i JtktäwL SfeHtwfe fl! C»lt ö*t Jcftt Nackte Tatsachen Originalbericht der „Stimme“ Das Befinden der Jüdischen Verletzten Jerusalem, 16. Juni. (JTA.) Bei C heil er a wurde ein jüdischer Wächter schwer verletzt. Er wurde von einer Patrouille angeschossen, weil er auf Zuruf nicht stehen geblieben war. Das Befinden des hei Jericho verletzten jüdischen Arbeiters Mosche Kraus ist noch immer ernst. Der Last wagenchauffeur Jakob Gerson, der bei Moza durch Schüsse aus dem Hinterhalt verwundet wurde, ist einer Operation unter zogen worden. Die in die Leber eingedrun gene Kugel wurde entfernt. Sein Zustand ist ernst. Die in der vergangenen Woche durch Schüsse verwundeten Wächter Sa muel Hirschberg und Moses Misrachi befln den sich auf dem Wege der Besserung* Sämtliche Opfer des Anschlages auf den Elsenbahnzug bei Kalküle machen in ihrer Wiederherstellung Fortschritte. Nur der Zustand der Mirjam Feuerstein ist weiterhin ernst. Auch zwei Indische Mohammedaner wurden bei der Ex plosion verwundet und ins Regierungs krankenhaus nach Jerusalem gebracht. Für die Ergreifung der Mörder jedes bis her in den Palästina-Unruhen Gefallenen hat die Palästina-Regienmg eine Prämie von je 500 Pfund ausgesetzt. Ein Jude tödlich verletzt Ein Milchwagen der jüdischen Koopera tivgenossenschaft „T'nuwa“ ist auf der Fahrt von Jerusalem nach Atarot beschossen worden. Hiobei wurde Abraham Ben Jehuda tödlich und Sohlomo Feinstein leicht verwundet. Haifa, Mitte Juni. Die arabischen Autobuslizenzen. Die palästinensische Verwaltung droht den Arabern sehr gerne. Wie kleinen Kindern. Die sind es aber nicht mehr. Sie und sind »ehr kühn, der Regierung werden - nicht ernst genommen, eben haben die Autobusse gestellt. Auch jene, die Regenmäntel. „Alpha“ . AdUrgais« 8 Das Kriegsrecht Jerusalem, 16. Juni. Das soeben von der „Official Gazette“ veröffentlichte Gesetz, welches strengste Strafen, sogar Todesstrafe für Aufrührer vorsieht, enthält noch die Bestimmung, daß die Distriktskommissäre verfügen können, daß Häuser, aus denen Schüsse gegen Militär oder Polizei gefallen sind, beschlagnahmt, sogar zerstört werden. Sie sind bevollmächtigt, die Gesamtheit der Einwohner einer Ortschaft unter Androhung schwerer Strafen aufzufordern, in den Straßen errichtete Barrikaden zu beseitigen und die Landstraßen von ausgestreuten Nägeln zu reinigen. Als erste Vergeltungsmaßnahme anläßlich des Bombenanschlages haben viel gelernt Die Drohungen — berechtigt — Seit vielen Woihren Dienst einden dringenden Stadt- und Bahnverkehr ergänzen. Die Regierung droht seit Wochen mit Entziehung der Lizenzen. Die arabischen Kooperativen aber — fahren nicht und fürchten nicht die angedrohte Lizenzentziehung. Und das Publikum muß oft weite Strecken, noch dazu solche, die nicht ganz sicher sind, zu Fuß gehen. * Hr. Arthur Wauchope bedauert. Wenn einem britischen Soldaten oder Polizisten etwas zustößt, dann beginnt das amtliche geduldige Communiquö mit den Worten „Der High-Commissioner bedauert.,..“ Dasselbe geschieht, wenn bei den Kinder- und Frauendemonstrationen der Araber ein Kind oder eine Frau daran glauben muß. Aber die'nunmehr die Zahl dreißig überschreiten den jüdischen Opfer hat Mr. Arthur bisher nicht amtlich bedauert. Sondern: Wenn ein jüdischer Wächter am hellichten Tag von Polizei angeschossen wird, dann wird des Großen und Breiten im „Heeresbericht“ mitgeteilt, daß die jüdischen Wächter — man höre — illegale Waffen bei sich hatten * „Hearaw.u Aus dem Hinterhalt! Das ist das Motto, unter welchem die Araber ihren Kampf führen. Sie haben sich den Juden, der Regierung, die sie angeblich bekämpfen, niemals noch zum Kampf gestellt. Nur aus dem Hinterhalt haben sie harmlose Autobus reisende, Passagiere der Eisenbahn, Landarbeiter und Städter überfallen. Aber man sollte glauben, daß der Hinterhalt strategisch „gut gedeckt“ war. Nein! Auf offener, lebhaft befahrener Straße, wo es eigentlich nur wenig Möglichkeit für „Hinterhalt“ gibt, wurden in den letzten Tagen ganze Convois, die vorn und hinten mit schwer armierten Schutzautos fuhren, von allen Seiten beschossen. Die Schüsse wurden erwidert, es gab Tote und Verletzte in den Autos, aber niemals gelang es den Soldaten und Po tizisten, auch nur einen der Angreifer aus dem Hinterhalt zu ergreifen. Aber als in der Jerusalemer Altstadt eine Bombe mitten unter Arabern explodierte, da glaubte man sofort, den — jüdischen Bombenwerfer gefaßt zu haben. Hunderte von Bomben explodierten in den letzten Wochen, keine Verhaftung! Ja: unerforschlich ist der Po- Üzeid/ienst der Engländer. <9 Wer bezahlt den Streik? Das ist nicht nur die tägliche Frage aller Juden, sondern dieses Problem beschäftigt bereits — die Weltpolitik. Man spricht und schreibt von Rußland, Deutschland, ja sogar Italien. Allen diesen Ländern schreibt man ein Interesse an der Schürung dieser Unruhen zu. Auch die benachbarten arabischen Länder, diese aber erst in zweiter Linie, werden als Förderer angesproohen. Inzwischen aber verdienen sie daran. Sie liefern nämlich Lebensmittel den Juden und Zigaretten den Arabern. Auch haben die betreffenden Länder keine solchen geheimen Fonds. Es werden in Damaskus, Kairo und Bagdad angeblich Sammlungen veranstaltet, doch die Erauf den Eisenbalmzug bei Kalkilie, fahrung lehrt, daß solche Gelder ihre Bestimmung selben erreichen. Den Streik bezahlen neben den ausländischen Hetzern hauptsächlich einheimische Araber, die dazu gezwungen werden. Schwerste Erpressungen unter Androhung von Tod und Brand haben bisher einen gewissen Erfolg gehabt. Dazu muß man aber bedenken, daß der streikende Kutscher, Chauffeur, Arbeiter leicht mit etwas Mehl, Oliven und Käse zu befriedigen ist, also die Spesen nicht allzu hoch sind. * Vollkommene Unsicherheit im Lande. Es ist der Strategie der Engländer, die von allem Anfang an für Sicherheit und Ordnung die Garantie übernahmen, gelungen, das- Land in vollkommene Unsicherheit zu versetzen. Weder die Hauptstraßen noch die Haupteisenbahnlinien, noch auch die den großen Städten benachbarten Wege zu den Vororten — von den übrigen Teilen des Landes gar nicht zu sprechen — sind jetzt, viele Wochen nach Ausbruch der Unruhen, irgendwie sicher. Eine Reise von Haifa nach Tel-Aviv setzt Entschlossenheit voraus, eine Reise von Haifa nach Jerusalem ist nur unter schwerer Bewachung möglich, eine Autobusreise von Tel-Aviv nach Jerusalem gehört zu Unternehmungen mit Wagemut' und wird, wenn irgend möglich, unterlassen. Alle Reisen nach Sonnenuntergang sind waghalsig, wenn nicht direkt verboten!! Es gilbt einen Eisenbahnviadukt auf der Strecke Haifa—Tel-Aviv, und der wird eines Nachts trotz Kriegsrechts auf den Eisenbahngeleison dicht bei Tulkarem, woher eigentlich alles Unheil kommt, in die Luft gesprengt. Und die englische Verwaltung in diesem kleinen Land kann oder will die Sicherheit trotz großer militärischer Zuschübe nicht herstellen. Jeder Palästinenser weiß, daß eine wirkliche, energische Aktion innerhalb von 24 Stunden vollkommene Ruhe im ganzen Lande schaffen könnte. * . Konzentrationslager in Palästina. Auch das hat die Palästinaverwaltung, aber, wie alles, mit sehr fraglichen Mitteln versucht. Zuerst verschickte sie die Hetzer in andere Städte. Oft in friedliche Dörfer, die dann innerhalb kürzester Zeit revolutioniert waren. Oft verbot sie den „Führern“ nur den Ausgang in den Abendstunden und das Verlassen ihres Aufenthaltsortes. Nach Wochen war die vollkommene Fruchtlosigkeit dieser Maßnahme eklatant. Da wurdo das erste Konzentrationslager, der Engländer nennt es „Exil“, im Süden Palästinas, an der ägyptischen Grenze, errichtet. Und nun ist dieses Lager überfüllt und ein neues wird erbaut. Bisher ist kein Erfolg dieser Maßnahme ersichtlich. Wie lange noch? Bisher ist jeder Bericht vom Abflauen, Höhepunkt überschritten, bevorstehendem Zusammenbruch nur — — Bericht, aber keine Tatsache. Die Nerven der Juden sind auf eine harte Probe gestellt. Die Zurückhaltung und das Durchbalten sind zwar wirklich schöne Erfolge des Jisohuw, aber es wäre unklug, zu behaupten, daß die Juden und ihre Kräfto nicht hart hergenoramen wurden, wie lauge noch?... t>. r. Restaurant Billet w Bestrenommierte Küche w Reichhaltige Menüs h $ 1*90 u.2*60 l.f Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrüdce)

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