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Die Stimme · 1936-06-19 · Heft 557 (19.6.1936) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 557 (19.6.1936)
Date
1936-06-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. SS7 V. S. fc rammet IN DEM ' C16ICHEN ' \3> peOCBAMM JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Freitag, 19. Juni 1939 29. Slwan 569* 9* Jahrgang GARTENBAU I. KÄRNTNER I. BUSCH HAYDN VI. KOLOSSEUM OL n. ORBIS -aä5 POLEN Abfahrt; 27. Juni abends Anmeldungen: Reisebüro „ORBIS» I., KärntnerstraOe 41, R 21*5-78 Österreichisches Verkehrs-Büro 1., Frledrlchstr. 7, B 27-500, I., Graben 20, II 29-0-35 Um das Mandat Frankreich will von dem Mandat über Syrien zurücktreten. Dem Ministerrat wird ein Gesetz vorgelegt, welches gemäß zweier mit den Nationalisten Syriens und des Libanons abgeschlossener Verträge die Proklamierung dieser Staaten zu freien Republiken und Verbündeten Frankreichs ausspricht. Schon im September sollen Syrien und der Libanon in den Völkerbund auf genommen werden. Frankreich hält die im Mandat übernommene Aufgabe, die ihm anvertrauten Länder bis zur Erlangung der Reife zu leiten, für erfüllt. So wird die Erklärung an den Völkerbund lauten. In Wirklichkeit liegen die Gründe für den sorgfältig seit Monaten vorbereiteten Beschluß darin, daß das Mandat Frankreich viel zu teuer zu stehen gekommen sei. 13.000 Mann französischer Truppen seien dadurch festgehalten, obwohl die französischen Interessen in beiden Ländern nur gering sind. Die französischen Investitionen betrugen 350 Millionen Francs, der Handel belief sich auf 150 Millionen, der Unterhalt der Truppen kostete 160 Millionen jährlich. Nun sind die Verhandlungen Frankreichs mit den Vertretern der mohammedanischen Syrier und der christlichen Libanesen erst nach schweren Aufständen zustande gekommen, die in Damaskus, Horns und Aleppo viel Blut gekostet haben. Diese Demonstrationen waren einer der Reflexe des abessinischen Krieges und sie haben auch über die MefculIah-Grenze nach Palästina übergegriffen und zu den Ereignissen geführt, mit denen sich heute die englische Mandatsverwaltung abplagen muß. Dieses Ineinandergreifen hat eine arge Sorge Englands erzeugt und der Entschluß Frankreichs verschärft sie noch. Zweifellos werden die Araberführer Palästinas, die jetzt in London eine sehr heftige Propaganda betreiben, es versuchen, die neue Situation für sich auszubeuten, in der Hoffnung, jetzt für ihren Kampf gegen die jüdische Einwanderung eine noch stärkere Resonnanz zu finden. Freilich liegen, ernstlich gesehen, die Verhältnisse in Palästina ganz anders als in Syrien. Frankreichs Aufgabe war, wie schon erwähnt, genau umschrieben, und wenn es jetzt den verwalteten Ländern die politische Mündigkeit zuspricht, so folgt es dem seinerzeitigen Beispiel Englands im Irak. Für Palästina aber beträgt die Präambel des Mandates vom 24. Juli 1922, daß die alliierten Hauptmächte entsprechend Art. 22 des Covenants des Völkerbundes England mit der Verwirklichung der Balfour-Deklaration zugunsten der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina betrauen, /daß England das Mandat akzeptiert und es übernommen hat, dasselbe im Namen des Völkerbundes auszuführen. Eine zeitliche Begrenzung wird nicht .vorgenommen und auch keine andere Vorsorge für den Ablauf des Mandat« getroffen al« die im Artikel 28 vorgesehene »Sicherung* der Rechte der heiligen Stillten und der religiösen Ge- Nahum Goldmann über Palästina Genf, 16. Juni. (JTA.) i Auf Einladung der Zion. Ortsgruppe Genfj sprach Dr. Nahum Goldmann, der Delegierte der Jewish Agency beim Völkerbund, in einer sehr zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung über „Die letzten Ereignisse in Palästina und unsere Antwort“. Er analysierte die Haltung der britischen Verwaltung in Palästina vor und nach Ausbruch der Unruhen und kritisierte hiebei scharf ihre merkwürdig zögernden und diplomatisierendenMethoden, denen die Hauptschuld an der Ausartung und der Dauer des arabischen Kleinkrieges zuzusohreiben ist. Er hob weiter hervor, daß >IRUT« Unsere beliebten Ferienreisen nach standen haben werden, daß es nicht mehr möglich ist, die Juden in das Meer zu werfen. Dieser Augenblick ist — so paradoxal das jetzt, während die Unruhen noch andauern, klingen mag — heute näher gerückt denn je. Eine weite Verständigungsbasis bietet sich anderseits zwischen den Juden und den außerpalästinensischen arabischen Völkern, die die Unabhängigkeit und Konsolidierung der arabischen Nation anstreben. Die Juden haben volles Verständnis und Sympathie für diese Bemühungen und sind bereit, sie gemäß ihren Kräften, sowohl auf geistigem wie auf materiellem Gebiet zu unterstützen. Bedingung hiefür ist An Sonntagen #fFrailCOpOl#f-Sonderfahrten nach Polen und Czernowitz Nächste Abf.: 27. lunl abends; RUckf.: 7. lull 1936 Poln. Verkehrsbüro „Francopol" III., Schwarzenbergplatz 7, Tel. U 16-4-90. „Cedok“, I., Kärntnerstraße 32, R 23-4-88. Gerngroß, VIL, Mariahilferstraße 42, B 38-2-68 aber die Anerkennung seitens der außerpalästinensischen Araber, daß Palästina kein arabischer Staat ist und sein kann, sondern seine eigene Entwicklung und seinen eigenen Weg zur Unabhängigkeit gehen muß. Die Juden als Volk haben nur Palästina, die Araber als Nation haben Territorien, die 25mal so groß sind wie Palästina. Der Kampf in den Kolonien Polen». Czernowitz beginnen am 28. Juni und 5* Juli« Aufenthalt beliebig bis inklusive September. Wir bitten um Ihre Teilnahme. Reisebüro »1RUT«, Karlsplatz 1 (Reiseleiter: Rosenkranz) — Telephon U 44-5-79 die jetzige Stärke des Jischuw und seine Selbstdisziplin den jetzigen Unruhen einen anderen Charakter verliehen bat, als denen des Jahres 1929. Während die arabischen Agitatoren damals einen frontalen Angriffgegen die jüdischen Kolonien und die jüdischen Stadtviertel gewagt haben, begnügen sie sich diesmal aus klar zu erratenden Gründen mit einem heimtückischen Kleinkrieg. Zum arabisch-jüdischen Problem erklärte Dr. Goldmann, daß hiebei zu unterscheiden sei zwischen dem Problem des Zusammenlebens der Juden mit den palästinensischen Arabern und dem Problem des Verhältnisses des jüdischen Volkes zur Gesamtheit der arabischen Völker. Die Araber in Palästina haben in diesem Lande, das ihnen ebenfalls alte Heimat ist, ebenso legitime Rechte wie die Juden. Die Juden wollen und werden ihnen diese Rechte nicht streitig machen. Eine Einigung zwischen Juden und Arabern in Palästina wird sicher zustande kommen im Augenblick, wo die palästinensischen Araber es ver- Jerusalem, 16. Juni. Jüdische Kolonien im Emek Jezreel waren in der Nacht zum 13. Juni wiederum Ziel des Angriffs arabischer Aufrührer. Schüsse wurden auf eine Reihe Siedlungen, so u. a. auf Atarot, Ben Schemen, Chedera, Migdal und Mischmar Haemek abgegeben. Verwundete gab es nirgends. Zur Bekämpfung der Aufrührer wurde hier Maschinengewehr eingesetzt. Flugzeuge suchten das Bergland bei Nablus nach arabischen Bänden ah. Ein Araber wurde verwundet, als Militär an der Straße Jerusalem-Hebron das Feuer einer arabischen Bande erwiderte. SSSL. POLEN billigst und bequem; nächste Abfahrt 27. Juni und 5. Juli. Rückfahrt 7. Juli usw. Auskünfte erteilt Df. S. Tocker Anmeld, im Reisebüro „In die Well“ (W. N. Renner), OL, Uechtensteinstr. 2 (beim Scbottenring), Tel. A14-504 Auch der Distrikt von Ajn Charod war Gegenstand von arabischen Angriffen, Schüsse wurden auf Kfar-Jecheskiel und Tel-Joseph abgegeben, Polizei und Militär antworteten mit Masohinengewehrfeuer. Die Gegend wurde mit Raketen abgeleuohtet, ein Äroplan verfolgte die flüchtenden Araber, die ihre Verletzten mit sich führten. Einige Schüsse wurden auch auf die Mädchenfarm „Meschek-hapoalot“ in Afuleh abgegeben, dort wurde auch ein Heuschober in Brand gesetzt Beschossen wurde auch die Kolonie Bne-Brak, die Kadouriesehule und Kraf-Tabor. Einige jüdische Häuschen in der Nähe von Tel-Mond wurden niedergebrannt. In Migdal versuchten arabische Banditen in eine jüdische Pflanzung einzudringen, sie wurden aber durch jüdische Polizei zurückgeworfen. Die jüdische Kolonie Seclschera wurde um 4 Uhr früh von Arabern überfallen, die das gedroschene Getreide von 200 Dunam in Brand steckten. Die Terroristen wurden von den jüdischen Wächtern verjagt, einer derselben, Chauffeur eines arabischen Lastautos, wurde bis T i b erias verfolgt unddortverhaftet. Eine zweite Saboteur-Gruppe vernichtete in der gleichen Kolonie 250 Olivenbäume und die gesamte Mandelernte, sie brannten das Getreide auf 500 Dunam nieder. Zwei Bewohner des arabischen Dorfes Anawta zwischen Nablus und Tulkarem wurden getötet, andere Araber verwundet beim Angriff einer arabischen Terroristengruppe auf das Auto des Vize-Distriktskommissars Fuhs, der selbst unversehrt davonkam. In jüdischen Pflanzungen in Rechoboth und Ness-ziona wurden viele Bäume ausgerodet. In den Bergen von Hebron kam es zu einem Gefecht zwischen Militär und Aufrührern, die flüchtenden Araber nahmen mehrere Verwundete mit sich, das Militär hatte keinerlei Verluste. Feuerkampf im Süden Tel-Avivs Das südliche Viertel von Tel-Aviv, wo die Landwirtschaftliche Bank liegt, und das Viertel Bajit wegan wurden in der Nacht bemeinschaften, der finanziellen Verpflichtungen und der Pensionen der Beamten. Das Mandat sagt also, daß die jüdische Heimstätte errichtet wird und daß England nur zu diesem Zwecke in Palästina ist. In diesem Rahmen hat es die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen und jede Diskussion kann nur von dieser Zweckbestimmung ausgehen. ' Dies ist den Arabern schon goraume Zeit vor der Verlautbarung des Mandats bekannt geworden. Präsident Weizmann hat vor einigen Tagen den bekannten jüdisch-arabischen Freundschaftsvertrag mit dem seinerzeitigen König* Feisal veröffentlicht, der im Zuge der Verhandlungen über das großarabische Reich im Jahve 1919 nach London und Paris gekommen war, Feisal war davon verständigt, daß Palästina aus dem Komplex der arabischen Staaten ausgeschieden wird, und er hat dies in seiner vor dem Obersten Rat der Friedenskonferenz abgegebenen Erklärung ausdrücklich anerkannt. Diese Feststellungen sind heute sehr gewichtig, da die Araber Palästinas die Unterstellung verbreiten, daß Oberst Lawrence dem König Feisal einen gefULsehten Text vorgelegt hat. Lawrence ist tot und kann sich nicht wehren, aber Feisal ist allein, nicht von Lawrence begleitet, von der Friedenskonferenz angehört worden. Übrigens war den Arabern auch der Sykes-Picot-Vertrag bekannt, der die gleiche Ausnahmestellung Palästinas festsetzte. Die Erzählungen über Palästinas Einbeziehung in den arabischen Raum sind erst nach der Amtsübernahme Herbert Samuels aufgetaucht. Bis dahin hatten sich alle Araber mit der Balfour- Erklärung und dem Mandat abgefunden. Was immer aber sie finden und erfinden, es kann nichts daran ändern, daß das jüdische Volk kraft seiner historischen Verbindung mit dem Heiligen Land in Palästina ist und daß England seine Verpflichtungen so ausführen muß, wie es sie freiwillig übernommen hat. Gerade jetzt, wo vielleicht unter dem Einfluß der Freigabe Syriens ein neuerlicher Ansturm auf das jüdische Recht unternommen wird, muß dies betont werden. Aber auch der Ums Lind muß in die Wagschälo gelegt werden, daß Frankreich schwere finanzielle Opfer hat bringen müssen, während der englische Schatz aus der jüdischen Arbeit reiche Überschüsse zieht. Hier wird der Unterschied deutlich sichtbar und er wird noch stärker werden, wenn einerseits in Syrien die französische Verwaltung wegfällt, während Palästina, wenn wieder die Ruhe eingetreten sein wird, mit doppeltem Eifer von den Juden gehoben werden wird. Sie haben schwere Opfer an Blut gebracht, sie beklagen mehr 30 Todesopfer; viele sind um ihre geraden Glieder und um ihre Gesundheit gekommen, über IV2 Millionen Pfimd beträgt schätzungsweise der Schaden, den die arabischen Marodeure in Feld und Flur angeriehtet haben — aber dies kann den Jischuw nicht entmutigen. Und diese Haltung der Juden, die nirgends angegriffen haben, muß auch vom Völkerbund und der Mandatemacht honoriert werden. k 1 Für unsere LeseF nur: Neudesser Fahrschulen ’ Wien,.yiil.» Nfeudeggefflii8 Tel: B 46-5-72 und'lnzcrsdorf (Nleder-Österreich) Prüfungserlelchterung durch:.!! Laufendes Auto im Lehrsaal!!

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