Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 556 (16.6.1936)
- Date
- 1936-06-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3054243-3054312--5959-3061753- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
TmrwwmmrrwnrrWT ■SBF? ■v Softe 4 Off STIMM! Nr. 556 — 16. Juni 1986 Bevölkerung von 50.000 Juden hat, während 88 im Jahre 1918 kaum 1400 zahlte. Die Berufsgliederung der Juden in Palästina ist jetzt folgende: Landwirtschaft , . . # Industrie und Handwerk , Transportwesen . . . t Bauwesen . , , , t , Handel öffentliche Betriebe . , < Freie Berufe . , » , , Rentiers usw. . . , , , Hauewirtschaft , . ■ , 2 2 14 % 23.4% 6.1% 12.7% 20 % 2.4% 12.4% 6 % 3 % 55% der jüdischen Bevölkerung haben also einen festen Beruf, und zwar 46.000 in der Landwirtschaft, 97.000 im Handwerk und in der Industrie, und 42.000 im Bauwesen. Im Jahre 1935 sind insgesamt 61.854 Juden nach Palästina eingewandert, worunter sich 6309 Kapitalisten mit einem Kapital von mindestens 1000 Pfund befanden. Sie brachten 5690 Angehörige mit. Ein Kapital von zumindest 6,309.000 Pfund wurde somit 1935 neu ins Land gebracht und in die Wirtschaft investiert. Der größte Teil der Kapitalisten kommt aus Amerika, Großbritannien und Deutschland. Die Sterblichkeit der jüdischen Bevölkerung ist die niedrigste des ganzen Orients, dank der außerordentlichen hygienischen Vorkehrungen, und zwar bloß 9 pro Tausend. Alfred O. Roeegg. Du O&Histnfo kämpft heroisch um das Leben und die Zukunft des jüdischen Volkes. Gegen aUe Schwierigkeiten, gegen die Perfidiß von Antisemitismus und Assimilation arbeitet er unentwegt am großen Werk in Erez Israel. Aber die Führung des Zionismus muß eine jüdische öffentliche Meinung hinter sich haben, um das Ziel erreichen zu können, eine öffentliche Meinung, die mit lauter Stimme, für alle vernehmlich, den Lebenswillen des jüdischen Volkes in die Welt hinausruft. Das Instrument der öffentlichen Meinung ist die Presse. Die jüdische Presse ist schwach. Stärkt sic! Jeder Zionist, jeder Jude mache die Sache der jüdischen Zeitung zu der seinen. Leset und verbreitet die jüdische Zeitungl vor den steinigen Grüßen, die er in der< nischen Anhängern eine Rolle. Gegend von Nazareth zu erwarten hat, Gruppen sind in Haifa Vom Kriegsschauplatz ins Hinterland ♦ ♦ ♦ Von Erich Gottgetreu Pech der Touristen Die Gäste, auf deren Besuch wir uns hatten wochenlang freuen dürfen, sahen von der Heiligen Stadt nicht viel mehr als Recliaviah, das moderne jüdische Wohnviertel. Die Altstadt, die Klagemauer und die Omarmoschee lernten sie nur aus — unseren Beschreibungen kennen und aus den Ansichtskarten, die wir ihnen kauften Einmal zeigten wir die Hebräische Uni versität. Am nächsten Morgen las man in der Zeitung, daß auf dem Fußweg von der Universität zur Altstadt ein jüdischer Arbeiter erschossen aufgefunden worden sei, Gewiß, der Unglückliche war trotz ver schiedener Warnungen nicht die Fahrstraße gegangen, sondern einen (gefährlichen Sertenpfad, der an einer arabischen Sied lung vorbeiführt. Aber den Gästen nahm die Tragödie die Dust zu weiterem Aus flügen. Außerdem ist Jerusalem jetzt eine Stadt ohne Abend. Seitdem „Das Lied des Glücks“ im Edison-Kino im Zuschajuerra/um mit dreifachem Mord endete (der Täter wurde bis heute noch nicht gefaßt), wird um sieben Uhr der „Curfew“ wirksam, das heißt das strikte Verbot, das Haus zu verlassen. Jetzt also sieht man vom Balkon und Dachterrasse aus zwar die vielen Dichter der Stadt, aber in den Straßen nur noch patroullierende Polizisten. Aus vielen Fenstern klingt Radiomusik in die Stille, und gegen neun Uhr, wie der Ohor des Schick sals in der griechischen Tragödie, die Stimme deT Rundfunkansager, die außer allgemeinen politischen Nachrichten das tägliche Communiqud der Regierung in englischer, arabischer und hebräischer Sprache zum Vortrag bringen. Mit Span nung wartet das ganze Land auf diese Amtsmeldung, die freilich nüchtern und trocken abgefaßt ist und vom bösen Bild der Wirklichkeit nur einen schwachen Abglanz gibt.,. Zwischen den Flaggen Nun war die Zeit gekommen, die Gäste wieder nach Haifa und aufs Schiff zu begleiten. Tagelang liefen die wohlgemeinten Ratschläge der Freunde ein: man solle mit der Bahn fahren, man solle den Autobus benutzen, man solle überhaupt nicht fahren. Wir entschlossen uns für den Bus. Er verließ morgens um zehn Uhr den Bahnhof der „Egged“-Cooperative: nur halb besetzt, obschon e« der einzige Bus des Tages auf dieser Strecke war; so gering ist zur Zeit der Verkehr. Kaum hatten wir Jerusalem verlassen, auf den Ausläufern des Scopusberges noch, bogen wir von der Landstraße ab, steuerten in den Hof einer gToßen Polizeikaserne und erhielten dort die Gesellschaft einiger anderer Autos jüdischer Besitzer. Unter vielen Rufen und Kommandos (und Verwarnung der Nachzügler) bildete sich schließlich ein ganzer Konvoi: vorn ein Lastauto mit zehn Mann schottischem Militär und einem Maschinengewehr, hinten ein zweites Auto dieser Art; in der Mitte ein paar Privatwagen, teils mit Engländern, teils mit Juden besetzt; unser Autobus und Lastautos. Auf dem ersten Militärauto wehte eine grüne Flagge, auf dem letzten eine rote, so bewegte sich die Motorkarawane mit der mäßigen Durchschnitfcsgeschwinrligkeit von 50 Kilometer nordwärts. Die Passagiere hatten durchaus ein Gefühl der Sicherheit, ob chon gerade in den letzten Tagen des Schrecklichen genug im Lande geschehen war und im Autobus das Zeitungsblatt von Hand zu Hand wanderte, das vom traurigen Sterben Franz Borchardts erzählte, des zweiundfünfzigjährigen Inseratenwerbers, der am Tag zuvor in Givath Schaul bei Jerusalem meuchlings erschossen worden war. Man sprach über diesen Tod, langsam zog draußen die Landschaft vorbei, die kam und menschenleer unter der Sonne schlief... Zwei, drei arabische Orte. Alle Geschäfte geschlossen, hinter schweren eisernem Tür- und Fensterläden wird das Loben wie in einem Sarg erstickt. Nur die Plätze vor den Kaffeehäusern sind gut besetzt, die Tarbusche leuchten und die Wasserpfeifen blinken silbern in der Sonne. Keine Hand hebt sich, kein Stein fliegt gegen den Autobus, kein Schuß knallt ins Motorengedröhn des Konvois hinein. Der Militärschutz erfüllt seinen Zweck. Während wir friedlich dem Emek zustreben, wird ein Egged-Auto bus der Strecke Tel-Aviv—Jerusalem hinter hältig beschossen und einer seiner Insassen getötet. Hinterm Jakobsbrunnen Hinter Nablus finden sich die Landstraßen Jerusalem—Haifa und Tel-Aviv—Haifa Wie wir hier um die Mittagsstunde eintreffen, erwartet uns schon der Tel-Aviver Konvoi, der länger ist als unserer, um sich mit ihm zu vereinigen. Schon vor dem Eingang der Stadt, unmittelbar hinter dem berühmten Jakobsbrunnen und unterhalb des Berges Gerizim, schmückt ein Militärlager die Landschaft; und am Ausgang der Stadt stehen neben den stachligen Felgenkakteen die Tommies mit aufgepflanztem Bajonett unter der schildkrötenflachen Schale ihres Stahlhelms. Stacheldrahtverhaue verringern die Straßenbreite und gestatten so eine ge naue Kontrolle des Autoverkehrs. Noch mehr Stacheldrahfcbalien sahen wir im Lager am Jakobsbrunnen liegen, zur eventuellen weiteren Verwendung... Nur langsam kommen wir jetzt vorwärts. Auf jeder Bergeshöhe wartet das Spitzenauto mit der grünen Fahne, auf das rote Ende, bis es wirklich nachgekommen ist. Im Autobus verkürzt man sich die Zeit mit Lektüre und Diskussion. Ein paar jüdische Landarbeiter, die an einer Besprechung in Jerusalem teilgenommen hatten und nun wieder heimfahren, erzählen vom Verlauf der schweren Tage (und Nächte) in den Siedlungen. Da zum Entsatz Wächter aus der Stadt gekommen seien, sei man ruhiger als im Anfang; so habe jetzt die Kwuzzah Tel-Joseph jeden Abend fünfundzwanzig Wächter ausgestellt und in der Nachbarsiedlung Ain Harod dürfte die Ziffer nicht deiner sein. Außerdem wären tieffliegende Flugzeuge scharfe Beobachter. Trotzdem sähe man hier und dort Feuer a/uflodern, höre man hier und dort Schüsse hallen... Soviel aus dem Emekbericht, gegeben im Autobus Jerusalem—Haifa. schützen. Unser Egged-Bus setzt die Reise auf der Route Ginegar, Sarid, Gevath, Ra math David, Nahalal fort, auf schlechter Straße zwar, aber auf ausschließlich jüdischem, fast restlos dem Keren Kajemetb gehörenden Gelände. Felder und Wiesen stehen in der Pracht ihrer Reife, als wäre im Lande nichts geschehen. Ein paar kahle Stellen im Balfour-Wald... Auf den Feldern Jugend am Werk. Kaum einer sieht von der Arbeit auf, da wir vorbeikom men... Die Touristen, die man vier Wochen hindurch kaum aus Rechaviah hinaus ließ, freuen sich, auf diese Weise nun doch Einiges aus der jüdischen Kolonisation kennenzulernen. Wäre die Straße, die die Siedlungen im Emek miteinander verbindet, besser gebaut, so könnten die großen Autobusse der Kooperation ständig hier fahren Und die Vorgänge der letzten Wochen haben bewiesen, daß die Palästinaregierung diese von den Juden seit Jahren geforderte Emekstraße nicht nur aus ökonomischen Erwägungen, sondern auch aus Sicherheit« gründen schaffen lassen sollte. In Scheich-Abrek, dem jüngsten Ansiedlungszentrum der deutschen Jugend-Allijah gewinnen wir die Hauptstraße Tiberias— Nazareth—Haifa. Bei einem kurzen Aufenthalt wird uns bestätigt, was wir wußten: die Arbeit und Immigration der Jugend- Allijah gehen unbehindert weiter-. Und am Eingang von Haifa grüßt uns wie immer, die Rauchfahne der Zementwerke Nescher. Das im Besitz von Juden befindliche Unternehmen hatte ein recht lehrreiches Streikerlebnis. Die Aj-beit in der Fabrik wird seit je nur von jüdischen Kräften besorgt. Die Materialgewinnung in den gegenüberliegenden Steinbrtichen war einem arabischen Unternehmen übertragen, das bislang nur Araber beschäftigt hatte. Als die Araber sich im Zuge der jetzigen Bewegung zum Streik entschlossen, mußte die Fabrik ihren Betrieb wegen Materialmangels stark einschränken. Die Arbeit wurde von der Werkleitung nunmehr einem neuen Unternehmen übertragen, das jüdische und arabische Arbeiter beschäftigt. Die Fabrik arbeitet jetzt voll. Die beiden ungefähr gleich Die Jüdische Straße In Afule, wo das Land fast reetlos jüdisch wird, löst sich der Konvoi auf. Die Militärautos riechen Feldküchen, die Lastautos der Juden finden jetzt schon allein den Weg nach Haifa oder in die jüdischen Siedlungen, und wenn ein Chauffeur Tiberias oder das Galil zum Ziel hat, so hofft er, daß die Gitter rund um; den Chauffeursitz ihn, Der Schuß im Kino Gegen fünf, also mit drei Stunden Verspätung, kommen wir in Haifa an. Sonst fingen die Hotels und Pensionen die Touristen durch ihre livrierten Diener vom Auto weg, als wär’s ein großes Schiff, voll mit Kapitalisten — diesmal blieben die Hoteliers ersichtlich ohne Hoffnung, denn kein Diener und kein Ruf empfing uns. Und wie traurig schwieg der Haifaer Abend selbst, der sonst so hell und lebendig, so vergnügt und freradendurchbummelt sich gibt. Die Schiffe bringen zwar nach wie vor Immigranten, aber kaum Touristen ins Land. So genossen also die Jerusalemer das Leben in der „Etappe“. Daß sie nach sieben Uhr abends noch ausgehen durften, kosteten sie mit besonderem Genuß. Eines Abends liefen sie sogar ins Kino. Im Amphitheater, dessen Decke der freie Himmel ist, spielte man den „Kosak und die Nachtigall“. Gute Sänger und herrliche Bilder kairinischer und anderer Mittelmeerwelt fesselten hun dert Besucher... Plötzlich kracht eine Detonation. Da es just an dieser Stelle auch auf der Leinwand recht dramatisch zugeht und ein Schuß sozusagen nicht schlecht ins Bild paßt, bewundert man die realistische Technik des Tonfilms. Später erfährt man, daß nebenan im Gewerkschaftshaus eine Bombe platzte und eine Türe beschädigte. Der Krach war größer als der Schaden — Gott sei Dank. Aber immerhin war es doch eine Bomibe, und dies ist nun das „Hinterland“ und dieses die „Etappe“, stark. Die Mohammedaner sind meist für den Streik, die Christen gegen ihn. So erließ der christlich-arabische Warenhausbesitzer Boutliag einen Aufruf gegen den Streik, und wenn er ihn auch später unter terroristischem Druck, der eine Bombe noch besonderen Nach- und Luftdruck verlieh, widerrief, so hält er sein Geschäft trotzdem geöffnet. Auch dem Bürgermeister der Stadt, Hassan Shukri Be y, wurde ein so knalliges Geschenk ins Haus gelegt, da er gleichfalls entschiedener Streikgejgner und unter den arabischen Bürgermeistern des Landes somit ein weißer Rabe ist. Hassan Shukri Bey entstammt einer schon seit vielen Generationen hier eingewanderten türkischen Familie. In seinem Amt, das er seit der englischen Okkupation ausübt, lebt er stets in besten Beziehungen zum jüdischen Teil der Bevölkerung der Stadt. Er war auch loyal genug, die in der Makkabi- Halle untergebrachten jüdischen Flüchtlinge aus der Altstadt, die man jetzt in der Haifaer Vorstadt Geula neu und vor allem gesichert anzusiedeln gedenkt, zu besuchen. Dieser Akt trug ihm auf arabischer Seite nicht wenig Haß und Angriffe ein... Augenblicklich ist Hassan Shukri Bey krank. Es vertritt ihn der — aus einer sephardischen Familie stammende — j üdische Vizebürgermeister Shabatai Le wy. Der seltsame 1. Mai Der Streik Die Streikbewegung ist ln Haifa unter den arabischen oder halbarabischem Städten des Landes am schwächsten entwickelt. Die Hafenarbeiter, die in Jaffa das extremste Element bilden, konnten sich trotz aller Versuchung in Haifa nicht zur Nachahmung dieser „Politik“ entschließen, da sie wissen, daß es für sie Ersatz gibt; schon jetzt arbeiten ja viele jüdische Arbeiter, die zumeist aus Saloniki stammen, im Haifaer Hafen. Hinzu kommt, daß der Hafen nicht in rein arabischem Gebiet liegt. Das gewährt den Juden einerseits Schutz, anderseits entzieht es auch die Araber dem Terror ihrer extremen Volksgenossen. Bei den Geschäftsleuten spielt der Gegensatz zwischen christlichen und mohammeda- Schließlich dürfte ein weiterer nicht ganz unwesentlicher Grund für die Tatsache der verhältnismäßig geringen arabischen Streikausdehnung in Haifa in der Tatsache zu sehen sein, daß dort sechshundert arabische Arbeiter in einem Verbände gewerkschaftlich organisiert sind, der an die Histadruth angeschlossen ist. Es ergab sich somit am 1. Mai in Haifa das eigenartige Schauspiel, daß zur selben Stunde, als auf dem Kingsway der deutsch -jüdische Einwanderer Dr. Karl Feldberg bei einer Demonstration verhetzter Massen durch einen Steinwurf getötet wurde, bei der Arbeiterfeier im Amphitheater arabische Arbeiter anwesend waren — und einer von ihnen hielt auch eine Ansprache. Sie war vom Verständigungswillen getragen. „Die Histadruth“, erklärte man mir an zuständiger Stelle, „will die Versuche fortsetzen, die arabischen Arbeiter zu organisieren. Während dieser unruhigen Tage erließ sie mehrere Aufrufe in arabischer Sprache, in denen versucht wurde, die Araber aufzuklären. Die Aufrufe wurden durch arabische Arbeiter verteilt. Freilich ist sich die Histadruth über die Schwierigkeit ihres Bemühens dabei vollkommen im klaren, weiß sie doch, daß sich die Hetze vor allem bei jenen auswirkt, die nicht lesen können — Oben auf dem Mont Karmel und auf dem Hadar Hakarmel wohnen nur Juden. Das untere Haifa ist im Osten von mohammedanischen Arabern bewohnt, im Westen von christlichen, in der Mitte der unteren Stadt liegt das Geschäftszentrum. Bis vor wenigen Tagen galt der Grundsatz: im Westen der Stadt ist man sicher. Aller Theorie entgegen platzte aber im Sieben-Autobus, der nach Bath Galim fährt, eine Bombe und verletzte mehrere Insassen. Ferner wurde auf dem Mont Karmel der „Vierer“ betschossen — erfreulicherweise erfolglos. „Etappe Haifa“ hat jetzt also auch schon ihren Krieg, und man fürchtet, daß die letzten Touristen aus Amerika, die jetzt den Mont Karmel bevölkern, auch noch abreisen werden. Freilich wissen die Hoteliers auch, daß auf diesen Pechregen später wieder die Sonne des Massenbesuchs folgen wird-, Das letzte Bild Kaum einer verliert den Mut. Ich bin dabei, wie die „Palästina“ und die „Gerusalemme“ ausfahren: nur Touristen verlassen das Land. Und da ich am nächsten Tag nach Jerusalem zurückfahre, diesmal mit der Bahn •— da sitzen zwar Juden und Araber im Zuge getrennt, aber es wäre Panikmache, wollte man behaupten, daß sich die Gruppen haßerfüllt gegenüborstehen. Man spricht jetzt nicht viel miteinander, das ist wahr. Man wartet. Die Araber warten und streiken. Dabei steht die Mehrheit unter terroristischem Druck. Die Juden warten und arbeiten. ZrON. BEZIRKSSEKTION UND WIZO HIETZING Xni., HIETZINGER HAUPTSTRASSE 22 ßonntrftqg, den 18. Juni 1936 Dr. Phöbua Tutnaueri Eindrücke aus einer „Palästinareise" Einleitende Worte spricht Prof. Dr. Leo Menczer 'j