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Die Stimme · 1936-06-16 · Heft 556 (16.6.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 556 (16.6.1936)
Date
1936-06-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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mmummr "SWT Salt« 2 DIB STIMM! Nr. 1566 — 16. Juni 1.099 Jeden Sonntag billige Ferien-Sonderfahrten mit der Ciernowltier Allgemeinen Zeitung ...»Polen. Czemowltz Abfahrt: 27. Juni 1936 (23-15 Uhr) und 5. Juli früh Anmeldungen .ausschließlich* Reisebüro .IWarfenb rücke“, I. RotenturmstraBe 26 Telephon R 24-2-86/87 schließlich aus Juden zusammensetzt, zu bilden und diese mit dem Schutz sämtlicher jüdischer Kolonien zu betrauen. Die jüdischen Führer bezeichnen die 100 st. 36 Gr. ALMULY Zigarettenhülsen RAX 100 st. 30 Gr. Verwirklichung dieser Forderung als besonders dringend im Hinblick auf die letzten Vorkommnisse im Tale E s draelon (Emek Jezreel), wo aufrührerische Araber nach Besetzung der umgehenden Höhen einige Stunden lang jüdische Kolonien beschossen und erst nach Aufgebot einer größeren Militäreinheit vertrieben werden konnten. Brandstifter, Messerstecher, Grabschänder Jerusalem, 10. Juni. (Palcor.) Heute wurde im Fichtenwalde bei Ataroth Brand gelegt. 50 Bäume verbrannten, bevor der Brand gelöscht werden konnte. Die Täter flüchteten nach dem arabischen Dorf Kalandia. Auch im Balfour- Wald brach erneut Feuer aus. 80 Personen beteiligten sich an den Löscharbeiten, welche über zwei Stunden in Anspruch nahmen. Sechs Dunam sind abgebrannt. Die Spuren der Brandstifter werden verfolgt. Ferner brach im Manschieh-Viertel in Tel-Aviv Feuer aus, welches bald gelöscht werden konnte. Ein britischer Polizist namens H i ggins erhielt einen Messerstich in den Bücken, als er versuchte, eine Demonstration von Knaben in Jaffa zu zerstreuen. Sein Zustand ist nicht ernst. Ein Misfcbauer in Jaffa wurde leicht verwundet, als Sprengstoff, welcher im Mist vergraben war, explodierte. Unbekannte versuchten den Begräbnisplatz der Familie Bentwich am Skopus-Berge zu schänden; die Grabsteine wurden leicht beschädigt. Der arabische Mörder Bisutskys, des ersten Opfers vom 19. April, wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Ferner wurde ihm aufgetragen, den Hinterbliebenen 250 Pfund als Entschädigung zu zahlen, den vom türkischen Gesetz vorgesehenen Höchstbetrag. |ii eof&MMftiCuMtll Englischer Polizeioff izler schwer verletzt Jerusalem, 13. Juni. (Palcor.) Ein höherer englischer Polizeioffizier, Alan Sigrist, wurde auf seiner Rückkehr von einer Inspektionstour zwischen dem Stephens- und Herods-Tor schwer verwundet, als zwei Araber Revolverschüsse auf ihn abgaben. Sigrist, der selbst chauffierte, verlor die Gewalt über seinen Wagen und stürzte 30 Fuß tief ins Tal hinunter. Sein Begleiter, ein englischer Polizist namens Doxat, schpß auf die Angreifer, von denen einer durch einen Brustschuß tödlich getroffen wurde. Keine Einstellung der Einwanderung Jerusalem, 10. Juni. (JTA.) Die Palästina-Regierung hat soeben erneut die Tatsache bekräftigt, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina nicht eingestellt werden wird. Durch den Rundfunk wurde amtlich bekanntgegeben, daß die Meldungen der arabischen Presse, der High Commissioner sei bereit, die Einwanderung einzuschränken, jeder Begründung entbehren. Wauchope - Oberkommandant Jerusalem, 10. Juni. (Palcor.) Die in Palästina stehenden englischen Truppen sind sind in vier.Abteilungen, und zwar Norden, Süden, Schutz der Verkehrswege und Hauptquartier, organisiert worden. Den Oberbefehl führt ’ Oberkommissar General Wauchope. Ihm untersteht der Vizeluftmarschall Peirse. Einwanderung von Juden nach Palästina in großem Maßstab zu ermutigen und anzuspornen und so schnell wie möglich jüdische Einwanderer durch dichtere Siedlung und intensive Boden kultur auf dem Lande seßhaft zu machen. Bel der Durchführung dieser Maßnahmen sollen die arabischen Bauern und Pächter in ihren Rechten geschützt und bei der Förderung ihrer wirtschaftlichen Entwicklung unterstützt werden. Artikel V sah volle Religionsfreiheit vor. Artikel VI. Die mohammedanischen heiligen Stätten sollen unter mohammedanischer Kontrolle stehen. In Artikel VII verpflichtete sich die Zionistische Organisation, dem arabischen Staat mit dem Rate ihrer Wirtschaftsfachleute beizustehen. Sie erklärte sich in Artikel VIII bereit, vor der Friedenskonferenz in bezug auf die in dem Vertrag berührten Angelegenheiten diesem Vertrag entsprechend vorzugehen, und ln Artikel IX, jeden Streitfall der englischen Regierung zur Entscheidung zu unterbreiten. Feisals Vorbehalt Feisal Unterzeichnete den Vertrag in London am 3. Jänner 1919 mit einer Vorbehaltsbemerkung in arabischer Sprache (die englische Übersetzung der Bemerkung wird in Lawrences Handschrift in der „Times“ faksimiliert wiedergegeben), in der er seine Verpflichtungen auf Grund dieses Vertrages abhängig mache von der Erfüllung der Forderungen des arabischen Memorandums vom 4. Juni durch die eng- Oe» AhiUscmUsmis investiert seit Jahrhunderten ungeheure Energien und riesige Kapitalien in die Weckung und Scharung des Hasses ge* gen die Juden. Ein gigantischer Presseapparat wurde zuletzt in Deutschland gegen die Juden mobilisiert — mit mörderischen Erfolg. Der Antisemitismus—- welche inneren Ursachen er auch haben mag — lebt von der Propaganda. Und er bringt immer die Mittel auf, die er haben will. Sollte es wirklich unmöglich sein, ihm eine wirksame jüdische Presse .entgegenzustellen? Juden, Zionisten, macht die Sache der jüdischen Zeitung zu der euren, denn sie ist eure Sache! Leset, verbreitet, stärkt die jüdische Zeitungl iiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiitiiniiiinimiiiiiiimmiiiiiiiimiiiininiiitfiiiiinnmmimmmiiiimiiiiininmiiiiw lische Regierung. Es ist auch bezeichnend, daß Feisal, als er am 29. Jänner 1919 vor dem Obersten Rat der Friedenskonferenz über die arabischen Forderungen sprach und die Unabhängigkeit für alle arabisch sprechenden Völker in Asien verlangte, in bezug auf Palästina mit folgenden Worten eine Ausnahme machte: Ich möchte Palästina mit Rücksicht auf seinen universellen Charakter zu gemeinsamer Betrachtung aller interessierten Parteien beiseite lassen. Ich fordere die Unabhängigkeit der im Memorandum aufgezählten arabischen Gebiete mit dieser Ausnahme. Ich möchte hinzufügen, schreibt Weizmann zum Schluß, daß Emir Feisal in einem an Professor Felix Frankfurter gerichteten Brief vom 1, März 1919 tiefste Sympathie für die zionistische Bewegung zum Ausdruck brachte. Arabische Abordnung nach London Regenmäntel ff"". Adlergasse 8 Der arabisdi-jüdisdie Freundsthaftsvertrag von 1919 Jerusalem, - 10. Juni. (Palcor.) Monain Elmaadi, ein Führer der Istaklal („Unabhängigkeit“), wurde an Stelle des verbannten Ajuni Abdel Hadi zum Sekretär des arabischen Obersten Komitees ernannt. Das Komitee hat beschlossen, Jamal Husseini nach London zu entsenden. Dieser Beschluß erfolgte jedoch nicht einstimmig. Nashashibi und seine Anhänger widersetzten sich der Ernennung von Jamal Husseini. zum offiziellen. Vertreter efes Komitees und erklärten, daß sie seine Tour als eine > P r i vv a t r e i s e ansehen. Die Kosten der Reiise werden aus den Mitteln des Streikfonds gedeckt werden. Husseini reist in der Begleitung von Doktor Tannous, einem aktiven Anhänger der Hussedni-Partei, sowie von Shibley Jamal, welcher als Sekretär der arabischen Delegation vom Jahre 1922 fungierte. Tannous und Jamal sind Christen. Die Abord-i nung wird Rom, Genf und London besuchen. Die politische Abordnung, die der Bürgermeister Dr. ’ K ha 1 d i führen sollte,.: ist bis* her' -nicht-zustande gekommen. * - -■ Eine Sondertagung der Mandatskommission? Unter der Überschrift „Der Pakt von 1919“ veröffentlicht der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim W e i z m a n n zur Widerlegung der in letzter Zeit in englischen Blättern erneut aufgestellten Behauptung, den Arabern sei schon vor Verkündung der Balfour-Deklaration der Anschluß Palästinas an ein unabhängiges Arabien versprochen worden, den Freundschaftsvertrag, den er 1919 mit Emir Feisal, dem späteren König des Irak, abgeschlossen hat, und in dem die Anerkennung der Balfour-Deklaration ausgesprochen wird. Die gegenwärtigen Unruhen in Palästina, schreibt Dr. Weizmann, haben der Behauptung, daß das Versprechen, in Palästina ein Nationalheim für das jüdische Volk zu errichten, unvereinbar sei mit Versprechungen, che den Arabern im Kriege gemacht wurden, erneut Verbreitung verschafft. Ich möchte hier nur auf eine Seite dieser Angelegenhit hinweisen, nämlich auf die Stellung, die die arabische Delegation bei der Friedenskonferenz zur Schaffung des Jüdischen Nationalheims in Palästina einnahm. Die führende Figur unter den arabischen Vertretern war Emir Feieal, später König des Irak. Er arbeitete mit T. E. Lawrence zusammen und erschien vor dem Obersten Rat der Konferenz, dem er die Fordrungen der Araber nach unabhängiger Existenz unterbreitete. Ich waT mit ihm im Juni 1918 in Amman zusammengekommen und hatte später wiederholt Gelegenheit, Unterredungen mit ihm und Lawrence über Zionismus und Palästina zu führen, Untorredungen, aus denen die jahrelange Freundschaft zwischen König Feisal und mir entstand. Als Feisal 1919 nach Europa kam, legten wir ihm unsere Pläne vor. Sie wurden s owoh 1 von Feisal als von. Lawrence gebilligt, und Anfang 1919 gipfelten diese Verhandlungen iri dem Freundöchaftsvertrag. Der Wortlaut dieses Vertrages wurde von Lawrence, der ihn mit Feisal besrochen hatte, gutgeheißen, Verwandtschaft zwischen Arabern und Juden Das Abkommen, dessen Original in meinem Besitz sich befindet, wird folgendermaßen eingeleitet: Se. Kgl. Hoheit Emir Feisal, bevollmächtigter Vertreter des arabischen Königsreiches Hedschas, und Dr. Chaim Weizmann, bevollmächtigter Vertreter der Zionistischen Organisation, haben sich, eingedenk der Rassenverwandtschaft und der alten Bande, die zwischen dem arabischen und dem jüdischen Volk bestehen, und in der Erkenntnis, daß das sicherste Mittel, die Erfüllung ihrer nationalen Aspirationen zu erreichen, in möglichst enger Zusammenarbeit bei der Entwicklung des arabischen Staates und Palästinas besteht, sowie ferner von dem Wunsche geleitet, das gute Einvernehmen zwischen ihnen zu festigen, auf die folgenden Artikel geeinigt: Diese Artikel (von denen einige zusammengefaßt werden), waren: Artikel I. Der arabische Staat und Palästina sollen in allen ihren Beziehungen und Unternehmungen von herzlichstem Wohlwollen und Einvernehmen geleitet sein; zu diesem Zweck sollen ordnungsgemäß akkreditierte arabische und jüdische Geschäftsträger in den beiderseitigen Territorien eingesetzt und erhalten werden. Artikel II sah die Festlegung der Grenzen zwischen dem arabischen Staat und Palästina vor. Artikel III. Bei der Festsetzung der Verfassung und Verwaltung Palästinas sollen alle Maßnahmen getroffen werden, die die vollste Gewähr für die Entwicklung der Deklaration der englischen Regierung vom 2. November 1917 (Balfour-Deklaration) bieten. Artikel IV. Es sollen alle notwendigen Maßnahmen, getroffen »erden, um die Die Tagung der Mandatskommission in Genf wurde am 12. Juni geschlossen. In gut informierten Kreisen ist man der Ansicht, daß die Kommission in ihrem Beriobt an den V ölkerbundsnai bezüglich Palästinas darauf hinweisen wind, daß sie weder die letzten Ereignisse noch die mit ihnen zusammenhängenden politischen grundsätzlichen Fragen ans dem Bericht der Mandaitarnraoht für das Jahr 1935 einer eingehenden Prüfung unterziehen konnte,' da die Mandatarmaohit zur' Zeit n i cht in der Lage war, erschöpfende Auskünfte und Erklärungen zu geben. Der Vorschlag der Kommission, d®0 grundlegenden Probleme des Palästina^ mandata zusammen mit. einem Bericht der Mandatarmacht über die Unruhen zu einem späteren Zeitpunkt zu prüfen, wurde von der Mandajtarmaoht keineswegs, direkt .abgelehnt. Sie erklärte nur, daß es. ihr nicht möglich sei, schon jetzt ein bestimmtes Datum festzusetaen, an dem sie der Kommission einen Bericht über die letzten Ereignisse werde unterbreiten kÖn-< neu. Es ist dahier keineswegs ausgeschlossen, daß eine Sonder tag u. n g zur Prüfung der politischen Probleme Par lästinae Zustandekommen wird. Der Bericht der Mandatsregierung London, 12. Juni (J. T. A.) Das Ministerium für die Kolonien veröffentlicht soeben den Bericht der Mandata rmacht über Palästina und Transjordanien für das Jahr 1935, der der Mandatskommission des Völkerbundes in Genf unterbreitet worden ist. Einwanderung und Krise Zur jüdischen Einwanderung bemerkt der Bericht, daß inlgesamt 61.654 jüdische Einwanderer im Jahro 1935 registriert wurden. 1557 Personen, davon 565 Juden, wurden wegen illegaler Einwanderung zu Gefängnis verurteilt und ihre Landesverweisung wurde empföhlen. 1079 Personen, darunter 245 Juden, wurden auf diese Weise deportiert. Administrativ wurden 1354 Personen, davon 38 Juden, nach Syrien und Ägypten abgeschoben. Die jüdischen Einwanderer gravitieren noch immer zum größten Teil in die Städte. Aber gegen Ende des Jahres nahm die Arbeitslosigkeit in Tel-Aviv und Haifa zu und es fand eine leichte Abwanderung von Arbeitskräften in landwirtschaftliche Siedlungen statt. Die Arbeitslosigkeit bol den Juden betrug schätzungsweise vom September angefangen: im September 2600; im Oktober 3500; im November 5050 und im Dezember 6000. In Bezug auf di« wlrtsehaftlächon Fragen wird darauf hingewiesen, daß der überprüfte für, däq Fpapizperaoide yom 1. April 1935 bis zum 31. März 1936 Einkünfte in der Höhe von 5,739.270 Pfund gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 5,436.087 Pfund aufwiies. Die stärkste Erhöhung zeigten die B o d e n r e g is t r i erungsgebühren, nämlich 135.000 Pfund. Der Uberschuß der Einkünfte gegenüber den Ausgaben wird für das Jahr auf annähernd 1,520.000 Pfund geschätzt, wodurch der angesammelte Verwaltungsüberschuß auf 6,250.000 Pfund gebracht wird. Der Gesamtwert der Einfuhr ist von 4,351.786 Pfund auf annähernd 4,681.000 Pfund gestiegen. Die Bodenverkäufa im Jahre 1935 betrafen schätzungsweise 187.000 Dunam im Werte von 11,720.000 Pfund fegenüber 156.000 Dunam im Werte von ,378.000 Pfund im Jahre 1934. Die Einlagen der führenden Banken beliefen sich am 31. Dözember 1935 auf annähernd 16,000.000, um zwei Millionen weniger als Ende 1934. Die einheimische Industrie hat sich während des Jahreß weiter entwickelt. Die fiidischen Schulen In dem Abschnitt Über Erziehungs- Wesen wird diie Gesamtzahl der jüdischen Schulen im Jahre 1935 mit 492 angegeben; die Schülerzahl betrug 51.314, während es ein Jahr zuvor 467 Schulen mit 43.900 Schülern gab. Für das arabische Erziehungswesecj hat die Regierung 168.193, für das jüdische! 33.958Pfeuj^flin^eebeil,

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