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Die Stimme · 1936-06-12 · Heft 555 (12.6.1936) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 555 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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I Nr. 555 — 12. Juni 1936 Dtl ItlMMB Seite 3 mit den Arabern auf der Grundlage gegenseitiger Achtung herbei. An erster Stelle jedoch stehen die jüdischen Rechte in Palästina; die kommunistische Denunziation dieser Rechte ist ein tödlicher Schlag für das jüdische Volk. RESTAURANT STEFANIE -|©3 II., Taborstraße Nr. H nii’3 Hugo und Julie Herlinger, geh. Zöllner Bekannt gut« Küch« / Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung / Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs, sowie alle Spezialitäten / Schöner schattiger Garten Schweizer Presse gegen die Gustloff-Lfigen Die gesamte Schweizer Presse kommentiert lebhaft die iira Berliner nationalsozialistischer) Verlag erschienene Schrift eines Wolfgang Dierwege, betitelt „Der Fall G u s 11 o f f“. Dieses Pamphlet ist eine schwere Verunglimpfung der Schweizer Demokratie und aller ihrer Institutionen. Die Basler „National-Zeitung“ schreibt hierzu: „Bösartiger ist noch nie gegen unser Land geschrieben worden, als in diesem Pamphlet, das erstens versucht, mit unverblümten Drohungen in ein schwebendes schweizerisches Gerichtsverfahren einzugreifen und, zweitens, der Abneigung in breiten schweizerischen Volkskreisen gegen die nationailsofflialistiische Doktrin und deren Praxis das schimpflichste Motiv unterschiebt, nämlich krasse Geldgier. „Die Abneigung so vieler Schweizer“ — so wird es in diesem Pamphlet dargelegt — „mache sich im Grande ja gut bezahlt: Die schweizerischen Banken arbeiten mit Flüohtlingsgeld, reiche Emigranten füllen die schweizerischen Gasthöfe. Der Bundesrat (die Schweizer Regierang) aber wage nicht einffiiischreiiten und sei ein Klub von lauter Hampelmäunem usiw.“ „Tribüne de Geneve“ bemerkt in diesem Zusammenhang, daß es außerordentlich bedauerlich ist, daß zahlreiche Schweizer Universitäten — darunter auch die Genfer i— die deutsche Einladung zur 500-Jahrfeiier der Universität in Heidelberg angenommen haben. Die Regierung des Kantons Genf hat dieser Tage öffentlich ihr Bedauern darüber ausgesprochen, daß die Genfer Universität diese Einladung noch im .Vorjahre, ohne vorherige Befragung . des Departements für öffentlichen Unterricht, angenommen hat. Die „Tribüne de Genöve“ lobt diese Stellungnahme der Genfer kantonalen Regierung und bedauert, daß das politische Departement der Bundesregierung nicht allen Schweizer Universitäten von der Teilnahme an den Feiern in Heidelberg abgeraten hat. Sie werden es nie bereuen wenn Sie den Rat befolgen, Ihren Körper widerstandsfähig und widerstandskrfiftig zu machen. Im Kampf ums Dasein spielt es eine große Rolle, daß Sie keinen Tag verlieren, daß Sie durch keine Erkältung gezwungen werden, tagelang Ihrem Beruf, Ihrer Beschäftigung fernzubleiben. Gebrauchen Sie ständig jeden Tag DIANA- Franzbranntwein mit Menthol und Sie schützen Bich am besten gegen alle Unbill des Wetters und des Alters. In jedem besseren Geschäfte erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich .DIANA und nehmen Sie nur .DIANA“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. Die jüdische Volksschule Wie wir erfahren, mußte die Aufnahme von Kindern in die erste Klasse der jüdischen Volksschule in der Castellezgasse noch vor Beginn der offiziellen Einschreibefrist gesperrt werden. Es wurden nämlich bisher für die erste Klasse 84 Kinder angemeldet, so daß sich die Eröffnung einer Parallelklasse als notwendig erweist. Aus der Tatsache, daß nicht nur Kinder, die in der Nähe der Schule wohnen, sondern auch Kinder aus angrenzenden und noch entfernteren Bezirken eingeschrieben wurden, ergibt sich klar, daß die jüdische Volksschule von breiten Kreisen der jüdischen Bevölkerung als dringendes Bedürfnis empfunden wird. Man wird sich noch an den Sturmlauf erinnern, den die Assimilanton von der „Union“ gegen die Errichtung der ersten Klasse durch die Kultusgemeincle unternahmen. Mit beweglichen Worten wurde die jüdische Öffentlichkeit gewarnt, jüdische Kinder in diese „Ghettoschule“ zu schicken und dio öffentliche Simultanschule wurde in allen Tönen gepriesen. Die zionistische Mehrheit in der jüdischen Gemeinde hat sich aber in ihrem Vorhaben, ein jüdisches Schulwerk zu schaffen, nicht beirren lassen, und der Erfolg beweist, daß die jüdischen Eltern es als unbedingte Pflicht empfinden, ihren Kindern eine jüdische und religiöse Erziehung angedeihen zu lassen. Das ist in der Simultanschule nicht möglich, wohl aber in der Jüdischen Volksschule der Kultusgemeinde, weil dort in einem rein jüdischen Milieu ohne Vernachlässigung des Der neue französische Ministerpräsident Leon Blum ist, wie, bereits berichtet, von dom Monarchisten Xavier V allat in der Kammer wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum angegriffen worden. Es sei in diesem Zusammenhang eine Rede Blums wiedergegeben, die er vor einigen Jahren bei einem Bankett zu Ehren Professor Weizmanns in Paris gehalten hat. „Wenn ich überlege, welche Gefühle es gewesen sind, die mich veranlaßt haben, an der zionistischen Bewegung Anteil zu nehmen, der, wie ich hoffe, immer aktiver werden soll, so möchte ich fast glauben, daß das erste dieser Gefühle das der Bewunde r u ng war. Wenn man zehn oder zwölf Jahre zurückdenkt, wenn man versucht, eich vorzustellen, wie zart, wie gebrechlich zu jener Zeit die zionistischen Hoffnungen gewesen sind, und wenn man sieht, was heute besteht, was verwirklicht wurde; wenn man bedenkt, daß die Heimstätte in Palästina etwas ist, was wirklich existiert und auf Grundlagen beruht, die heute so sicher und fest sind, daß man sich heute kaum mehr vorstellen kann, irgend ein Ereignis könnte sie erschüttern; wenn man bedenkt, daß es dort ein richtiges modernes Staatswesen gibt, das in vieler Hinsicht vielleicht an der Spitze der Zivilisation marschiert, das seine Verwaltung, sein Budget, alle seine Organe hat, das heute imstande ist, monatlich 4000 Emigranten aufzunehmen; und wenn man sich fragt, wie ein solches Wunder geschehen konnte — dann muß man sich natürlich klar darüber sein, daß dies nur durch ein Zusammentreffen ■ außergewöhnlicher Umstände möglich gewesen ist, von denen leider der Krieg der erste und ausschlaggebendste war; man muß sich klar darüber sein, daß dies das! Ergebnis einer ungeheuren Gemeinschafteanstrengung ist, eines ungeheuren Phänomens der Treue, für das vielleicht das jüdische Volk das einzige Beispiel ist. Frei, offen und ohne jeden Vorbehalt, wie es immer meine Art ist, möchte ich hier sagen, wie ich über die Haltung der französischen Juden im allgemeinen einem solchen Werk gegenüber denke. In Frankreich hat der Zionismus eine sehr geringe Unterstützung gefunden, sowohl in moralischer als auch in materieller Hinsicht. Das ist nim einmal eine Tatsache, man muß sie hinnehraen und nach ihren Gründen forschen. Es besteht kein Zweifel, daß im französischen Judentum dem Zionismus . gegenüber eine gewisse Zurückhaltung bestand, eine gewisse Furcht, die aus einer ganzen Anzahl vielfältiger Empimdnngen entstanden ist.' Wenn ich von allen Umschreibungen absehen und die Sache so definieren will, wie sie ist, so ist die klarste, häufigste und meistverbreitete, die stärkste dieser Empfindungen eine nicht sehr heldenhafte, auch keine sehr sympathische: es ist ein der Furcht entstammender Egoismus. Die Juden Frankreichs leiden nicht. Es gab in Frankreich antisemitische Strömungen, die aber alles in allem niemals schlimm waren. In Frankreich loben die Juden in Sicherheit und Gleichberechtigung. Die Furcht der französischen Juden kommt daher, daß sie glauben, durch eine allzu aktive, allzu offene Beteiligung am Zionismus diesen Zustand der Sicherheit und Ruhe stören und gefährden zu können, den sie nicht etwa einer Überlegenheit über die anderen Juden der Welt verdanken, soudern dem Zufall oder dem Glück, daß sie in einem freien Lande leben, wo das Gefühl der Gleichheit verbreiteter und wirksamer ist. Dazu kommt noch ein anderes Gefühl: ,Wenn wir uns aktiv an der zionistischen Propaganda beteiligen4, — sagen die französischen Juden — ,wenn wir uns als Zionisten deklarieren, werden wir damit nicht das Argument unterstützen, das immer gegen uns vorgebraoht wird?4 Was sagte man in Frankreich in den Zeiten des Antisemitismus? Man sagte: ,Ein Jude kann niemals ein ganzer, vollkommener, ungeteilter Franzose sein; im Grunde seines Herzens bleibt er immer ein Jude, das heißt, etwas anderes, Fremdes, echtem Franzosentum nicht Assimilierbares.4 Und die französischen Juden sagten sich: ,Wenn wir uns als Zionisten ausgeben, werden wir dieses Argument verstärken, wir werden ihm damit neue Nahrung und beinahe einen Beweis liefern.4 normalen Unterrichtsstoffes der Unterricht in Religion und Hebräisch in verstärktem Maße gepflegt wird. Der Einsohreibungserfolg der Jüdischen Gemeinde-Volksschule ist ein Beweis mehr dafür, daß die Juden Wiens dem zionistischen Aufbauwerk in der Galut/h mit Verständnis gegenüberstehen und daß die Zionisierung der Wiener Juden unaufhaltsam fortsohreitet. Nun, was mich betrifft, ich bin französischer Jude und ich halte mich mit aufrichtigem Gewissen für einen guten Franzosen. Ich bin in Frankreich, im Herzen von Paris geboren, meine Eltern und Großeltern lebten in Paris, und soweit sich die Geschichte einer bescheidenen Familie zurückverfolgen läßt — ich gebe zu, daß das nicht sehr weit ist —, weiß ich nichts anderes, als daß meine Vorfahren Elsässer, das heißt also, Franzosen gewesen sind. Ich selbst wurde als Franzose erzogen, ich habe an einem französischen Gymnasium studiert, ich hatte französische Freunde, ich war französischer Beamter, loh glaube, in einem ziemlich hoben Maße mir die französische Kultur angeeignet zu haben: ich spreche Französisch fehlerlos und ohne Akzent; ich habe nicht einmal in meinen Gesiohtszügen besonders FERIENHEIM für 3- bis 14-jährige Schloß Ginseiberg, Neustift b. Scheibbs, N.-ö., herrliche Lage, vorzügliche Kost. Fremdsprachen — Schulnachhilfe Arzt im Heim Mäßige Preise Leitung: dipl. Montessorilebrerin LORE REINIGER Telephon A 48-3-89, II., Große Schiffgasse 5 hervortretende Rasseneigentümlichkeiten. Ich kann mich als assimiliert betrachten, und ich habe nicht den Eindruck, daß es eine Feinheit des französischen Gefühls, der französischen Ehre oder der französischen Kultur gibt, die mir fremd wäre. Trotzdem — ich fühle mich ganz als Franzose und gleichzeitig fühle ich mich als Jude. Ich habe niemals bemerkt, daß es zwischen diesen zwei Teilen meines Bewußtseins einen Gegensatz, einen wenn auch noch so geringen Widerspruch gegeben hätte. Ich war sehr frappiert, als mir einmal Weizmann etwas sagte, was mir eine sehr tiefe Analyse zu sein scheint, die nicht nur für uns Juden, sondern auch für viele andere zutrifft: daß es nämlich bei den Menschen sehr gut — ich will nicht sagen — eine Duplizität, aber jedenfalls eine Mehrheit dessen geben kann und beinahe immer gibt, was man das nationale Gefühl nennt. Ganz und gar einem Lande angehören, bedeutet nicht, daß man sich nicht in anderer Hinsicht als integrierenden Bestandteil einer anderen Gruppe, einer anderen menschlichen Gemeinschaft empfinden kann. Wir können uns ganz und vollkommen als Franzosen fühlen, ohne daß dies von unserem Bewußt¬ Klnder-Sommerpiiratfles in Sauerbrunn Große, moderne Villa inmitten eines auf einer Anhöhe gelegenen ausgedehnten (12.000 m’) parkähnlichen Gartens, vorzügliche Verpflegung und liebevollste Behandlung, ärztliche Aufsicht, Spiel und Sport, Badegelegenheit, event. Naclihilfeuntei rieht Anfragen: Telephon A 30-5-42 und A 32-5-63 sein so ausschließlich Besitz ergreift, daß uns nicht die Möglichkeit bliebe, uns als integrierender Teil einer anderen Kollektivgruppe, welche immer es auch sein mag, zu fühlen. Und wir können mit Leib und Seele der jüdischen Gemeinschaft angehören, während wir uns gleichzeitig als Franzosen fühlen. Darin liegt keine Schwierigkeit und kein Wide*rSpruch. Ein Jude kann sich assimilieren, sich vollständig anpassen, ein vollkommener Franzose sein, und braucht trotzdem in keiner Weise und in keiner Beziehung das Band zu zerreißen, das ihn mit der jüdischen Gemeinschaft verknüpft. Es gibt hier meiner Meinung nach keine Schwierigkeit, und zu allen Zeiten haben Menschen ein Beispiel hiefür gegeben ... Der Sinn für die Realität ist eine der Gaben unserer Rasse. Der Jude anerkennt im allgemeinen die vollzogene Tatsache, nimmt sie hin und stellt sie als notwendige Gegebenheit in seine Überlegungen und Handlungen ein. Heute haben wir uns nicht zu fragen, ob man Recht oder Unrecht hat, Zionist zu sein, denn Zion existiert. Wir haben uns nicht zu fragen, ob e6 richtig oder unrichtig ist, eine solche Bewegung zu fördern und zu propagieren, denn die Be- Der uhskhtbare strahl ATEMRAUBENDE SPANNUNG iMmiAtisammtNKmmNo MARIATHERESIENvil FMECER KINO» UNIVERSAL« FILM «mniiiiiintiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiniiiiiiiniiininiiiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiHitininiiiiiiinnniiiiiiiit wegung dient einer realen Sache, einem positiven Aufbau, und ihr Sein oder Nichtsein hängt nicht von uns ab, nicht einmal von den Juden, welche sie zu tadeln imstande sind. Sie ist. Und da sie einmal ist, wollen wir, daß sie dauere? Liegt es in unserem Interesse als Juden, daß sie verschwinde? Und ist es im Interesse der französischen Juden, daß Frankreich bei diesem Werke abseits stehe? Und es wird abseits stehen, wenn sich dio französischen Juden abseits stellen. Welches ist das Interesse, das strikte, egoistische Interesse der französischen Nation an all dem? Es besteht darin, daß Frankreich an diesem Werk beteiligt sei, daß französischer Geist und französischer Einfluß seine Richtung mitbestimmen. Ein einziges Beispiel beweist, daß zwischen den nationalen französischen und den zionistischen Interessen kein Widerspruch besteht. Weizmann kennt es besser als ich, denn es ist sein Werk. Weiß man, warum und wodurch vor zwei Jahren das französische Mandat über Syrien vom Völkerbund angenommen uind ratifiziert wurde? Es geschah infolge der zionistischen Bemühungen. Es ist Zion, dem Frankreich das Mandat über Syrien verdankt. Und noch etwas möchte ich hinzufügen: Dieses Gefühl, das so viele französische Juden daran hindert, sich dem Zionismus anzuschließen — zu dem sie, dessen bin ich sicher, ein natürliches Gefühl führen würde, wenn sie sich treiben ließen, denn es ist für einen Juden das Natürliche, an einem jüdischen Werke mitzutun —, dieses feige und egoistische Gefühl ist, und das Argument ist nicht zutreffend. Nicht auf diese Weise kann man dem Antisemitismus begegnen. Durch die Verhältnisse war ich gezwungen, den Antisemitismus in Frankreich ein wenig keimen- Steirische Lehrund | Erziehungsanstalt I I., Werdertorgasse 12, Tel. U 28-1-97 H Volksschule f. Knaben u. Mädchen (9 Uhr H Schulbeginn) / Oeffentlichkeitsrecht / H Hauptu. Fortbildungsschule, Tagesheim, ■ Internat, Sport, Fremdsprachen, Musik H zulernen. Ich bin nicht mehr ganz jung, ich habe wahrhaft fürchterliche antisemitische Krisen gesehen, in dem Ausmaße natürlich, wie sie dieses Land kennt. Ich habe während der Dreyfus-Affäre hier gelebt und während der Zeit der „Patrie Franpaise“, zu den Zeiten des wüstesten Nationalismus. Der Antisemitismus in Frankreich ist meiner Überzeugung nach nicht wie in anderen Ländern, wo die jüdische Bevölkerung weitaus dichter ist, aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen entstanden. Er entstand aus Ursachen ganz anderer Art, aus Ursachen, die ich — so nichtssagend der Ausdruck auch sein mag — als gesellschaftliche bezeichnen möchte. Der Antisemitismus war die Folge bestimmter Neigungen der von altensher in Frankreich ansässigen; der reichen und ingewisser Hinsicht in die höheren Schichten der Gesellschaft aufgenommenen Juden, in andere Kreise der Gesellschaft und der großen Welt einzudringen, und letzten Endes ihrer manchmal taktlosen und eitlen Bemühungen in dieser Richtung; er ist eine Folge ihrer Art, ihr Vermögen zur Schau zu stellen oder ihre Abstammung zu verleugnen. Er wurde aus Ursachen geboren, wie sie ein empfindliches Volk mit einem nuancierten Geschmack, mit großem Takt und einem ausgeprägten Sinn für Delikatesse abstoßen mußten. Und so kam man dazu, dem Volk zuzuschreiben und als ein Grund- und Erbübel der Rasse anzusehen, was nur die Fehl er bestimmter Individuen waren. Ich halte dies für die eigentliche Wurzel des Antisemitismus in diesem Lande. Nicht dadurch, hat man den Antisemitismus in Frankreich ins Leben gerufen, daß man sich zu sehr als Jude zeigte, sondern dadurch, daß man zuweilen zu sehr verbergen wollte, daß man es ist. Was mich anlangt, so war ich immer so weit davon entfernt, zu sagen, daß mau dadurch Antisemitismus errege, wenn man sich zu seinem Volk und zu seiner Religion bekenne — freimütig, wie man dies immer Leon Blum über Zionismus und Staatstreue

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