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Die Stimme · 1936-06-12 · Heft 555 (12.6.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 555 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit© Z DIE STIMME Nr. 12. Juni mar, i Jeden Sonntag billige Ferien-Sonderfahrten mit der Ciernowltxer Allgemeinen Zeitnng Polen »Czernouiitz Abfahrt: 27. Juni 1936 (22-15 Uhr). Besonders bilhgat am 14. Juni nach KRAKAU und * retour inkl. Visum S 52-— Anmeldungen .ausschließlich1' Reisebüro „nvarlenbrflcke“, 1. Rotenturmstraße 26 Telephon R 24-2-80.87 Militärische Verstärkungen Jerusalem, 9. Juni. (I. T. A.) Am Montag Nachmittag trat aus Ägypten das erste Bataillon des York- und Lancasterregiments ein. Man glaubt, daß man vor Verkündung des Belagerungszustandes und des Standrechtes steht. In Kantara, der Eisenbahnstation an der palästinensisch—ägyptischen Grenze, wurde eine .militärische Operationsbasis eingerichtet Genietruppen legen ein Feldtelephonnetz an Die umfassenden militärischen Vorbereitungen stellen offenkundig eine Antwort der Regierung auf die Ablehnung des Ver mittiungsvorschlages des Emirs Ab dullah von Transjordanien durch den Obersten Arabischen Nationalen Ausschuß dar. Es wird jetzt bekannt, daß die Mitglieder des Auschusses, die sich unter der Führung des Jerusalemer G r o ß m u f t i Hay Amin el Husseini, des Jerusalemer Bürgermeisters Dr. K h a 1 i d und Ragheb Bey Nashashibisauf Ein ladung des Emirs Abdullah nach Amman begeben haben, die Vermittlungsvorschläge Abdullahs abgelehnt und erklärt haben, daß der Terror und der Streik nicht eingestellt werden würden, bis nicht die Regie rung die jüdische Einwanderungverbietet. 100 st 36 Cr. AIMULY Zigarettenhülsen RAX 100 st 30 Gr. Um den Belagerungszustand I schätzen die von dfim arabischen Streik- I komitee zur Unterstützung der Streikenden Jerusalem, 8. Juni. Wie die Jüdische Telebisher ausgezahlte Summe auf rund 100.000 'PTIKER RUDOLF HAAS & COMP WIEN, II., PRATERSTR. 32 SPEZIALIST FÜR BRILLENOPTIK Jüdische Hilfspolizisten Jerusalem, 9. Jum. (I. T. A.) In diesen Tagen werden weitere 60 jüdische Hilfspolizisten mobilisiert. Die jüdischen Polizisten in Haifa, die in dieser Woche in Urlaub hätte gehen sollen, teilten ihren Vorgesetzten mit, daß sie mit Rücksicht auf die Unruhelage ihren Dienst nicht unterbrechen wollen. IfU ooiSaHMfitaiaMa Der Streik der araoisdten Polizisten Jerusalem, 4. Juni. (Palcor.) Da sich der Streik der Polizisten über die großen Städte ausdehut und eine Versammlung der Polizeimannschaft ult im ative Forderun gen gestellt hat, die biß Donnerstag befristet°waren, haben die Behörden eine Bern tu iv -unter dem Vorsitz des Vizeadmirals Fouad, des Chefs der Mittelmeerflotte, abgehalten, die den Belagerungszu stand androhte. Der Admiral hält dies für notwendig, um mit Erfolg — nötigenfalls mit der Androhung des Standreoht-es — die Suche nach den geheimen Waffendepots durchführen zu können. Die Vertreter der Polizisten, die zur Mithilfe ermahnt werden sollten, sind auf Befehl des Streikkomitees einer Einladung des Gendarmeriekommandanten Obersten Spicer n i c h t g e f o 1 g t, so daß die Polizei militarisiert werden muß. ResenrafiiHel.-Äf“ Jüdischer Generalstreik in Jerusalem Prag, 9. Juni. Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet aus Jerusalem: Unter vielen anderen fanden Montag vormittags auch in Jaffa Demonstrationen statt, hei deren Zerstreuung durch die Polizei zwei Personen verwundet wurden. Überall finden wieder Schießereien statt, so auch wieder in Jerusalem. Während bisher die Araber den Judenboykott erklärten, setzte am Montag ein jüdischer Gegenboykott ein. Der jüdische Gemüsegroßmarkt von Jerusalem lehnte bereits den Ankauf arabischen Gemüses ab und verlangte bei allen Gemtiselieferungen einen Herkunft» nachw e i s. graphen-Agentur erfährt, hat die Palästinaregierung der Jewish Agency mitgeteiit, daß die Vorbereitungen zur Verhängung des B elagerungszuStandes über Palästina, beziehungsweise der Verkündung des Standrechtes nunmehr abgeschlossen seien. Die Regierung fragte bei der Jewish Agency an, ob eine solche Maßnahme in ihrem Sinne sei. Die Jewish Agency erklärte in ihrer ArtwOrt, sie sei grundsätzlich gegen den Belagerungszustand, werde aber gegen die Verkündung des Standrechtes in gewissen Gebieten keinen Einspruch erheben, falls die Regierung eine solche Maßnahme für erforderlich halte. Von der Palästinaregierung wird mitgeteilt, daß die Stärke der palästinensischen Truppen gegenwärtig fünf Bataillons mit ungefähr 4700 Soldaten beträgt. Die -Luftstreitkräfte und die Bemannung der Tanks und Panzerwagen sind hiebei nicht inbegriffen, Gut informierte Wirtschaftsfachleute Pfund. In diesem Betrag ist die Honorierung von Wechseln streikender Kaufleute inbegriffen. Die Wechsel wurden zum größten Teil rechtzeitig eingelöst, obwohl die Läden seit sieben Wochen geschlossen sind. Betrunkene englische Soldaten Rischon le Zion, 7. Juni. (Palcor.) Heute früh begleitete der Wächter Mos h e M i sr a c h i zwei betrunkene englische Soldaten aus dem benachbarten Militärlager durch die Kolonie. Am Ende der Kolonie nahmen sie voneinander freundlichen Abschied. Plötzlich feuerte einer der Betrunkenen aus einer Entfernung von einem Meter einen Gewehrschuß auf Mizrachi. Beide Soldaten wandten sich dann zur Flucht. Mizrachi, durch einen Bauchschuß schwer verletzt, wurde ins Hadassa Krankenhaus nach Tel-Aviv geschafft, wo eine Operation vorgenommen wurde; sein Zustand ist ernst. Misrachi ist 32 Jahre alt. Die beiden Soldaten wurden später verhaftet. Der Arabisches Propagandabüro in London London, 9. Juni. (I. T. A.) Die palästinensischen Araber haben in London eine Propagandazentrale unter der Leitung des Sekretärs der Mufti-Partei und Redakteurs der Zeitung „El Liwaa“, E. A. G h o r y, eröffnet, um in England Sympathien für den Kampf gegen weitere jüdische Einwanderung nach Palästina zu werben. Das Propagandabüro überschwemmt die englischen Redaktionen täglich mit Zuschriften, in denen behauptet wird, die Juden hätten Tausende von Arabern depossediert und die Ar aber stünden in einem Kampf um ihre Existenz. In einem Interview, das er dem „Sunday Observer“ gewährt hat, erklärt Ghory, die Protestbewegung sei nicht auf Palästina allein beschränkt, sondern auch in ^Syrien, -dem Irak, .Ägypten, und Transjordanien herrsche tiefe Erregung. Dieganze mohammedanische Welt sei aufgewühlt. Das. sei eine sehr bedeutsame Tatsache für England. Ini englischen Reich gebe es etwa hundert Millionen Araber und Mohammedaner. Die Palästina-Frage sei ein schweresHindernis für die arabische Freundschaft zu England. So lange die jüdische Einwanderung nach Palästina nicht eingestellt sei, seien gute Beziehungen zwischen diesen hundert Millionen Arabern und Mohammedanern und England nicht möglich. In London nimmt man an, daß auch die Inoffizielle arabische Delegation, die demnächst aus Palästina kommen soll, vor allem Propagandazwecke verfolgen wird. Sie wird versuchen, in den beiden Häusern des Parlaments eine pro-arabische Stimmung zu schaffen. Tn ihren Bemühungen wird sie von einigen hervor rage n- .den Engländein unterstützt werden, die sich nachdrücklich für die! arabischen Forderungen einsetzen. Oberrabbiner Meir an die Araber Der eephardische Landesrabbiner für Palästina, der 80jährige Jacob M e i r, erließ einen Aufruf an die arabische Bevölkerung, in welchem er die Versicherung abgibt, daß die Juden mit den Arabern in Frieden leben wollen und nicht die geringste Absicht haben, je die heiligen Stätten der Mohammedaner anzutasten. Der „Propheten t a g“, der Tag der Geburt Mohammeds, ist in Jerusalem, Haifa und Jaffa ru hig.ver lauf en. Die aus den Dörfern zum Gottesdienst kommenden Fellachen wurden von der Polizei nach Waffen durchsucht. Bei Mikwe Israel wurde eine Bombe gegen einen jüdischen Autobus geschleudert. Einer der Passagiere, David Le i b o w i t e c h, wurde verwundet. anaÄtfö fBtCfllültCl! ii. |on|t. Irtlranfunflen bet iiterbamingsotQcme Erklärung dies Emirs Abdullah. London, 9. Juni. (I. T. Ä.) „Daily Telegraph“ vom 8. Juni veröffentlicht mit Ermächtigung des Emirs Abdullah von Transjordanien eine Erklärung, in der der Emir feststellt, daß die Araber Palästinas der Unterstützung aller Araber sicher seien. Der Emir gibt der Überzeugung Ausdruck, daß die palästinensischen Araber den Streik sofort abbrechen werden, wenn d i e j ü d i s c h e Einwanderung eingestellt wird. Sie erklären, daß sic keinen Einwand dagegen erheben, daß die gegenwärtig in Palästina lebenden Juden dort bleiben, die einzig mögliche Lösung des Problems aber bestehe in der Einstellung der Einwanderung, die zu großen Umfang angenommen habo. Welzmann bei Leon Blum Paris, 8. Juni. (JTA.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Dr. Chalm Welzmann, eine längere Zusammenkunft mit dem französischen Ministerpäsidenten L6on Blum gehabt, wobei die Situation in Palästina erörtert würde. HÖHENLUFT — HÖHENSONNE (iebirgskinderheim Konradsgut 1250 m, ALPEN-MILCH, ALPEN-BUTTER, erstklassige Verpflegung. Besondere Berücksichtigung schlecht essender Kinder, Heimarzt, Spiel, Sport Gymnastik,Ferialunterricht, Französisch, Englisch,Hebräisch. Auskünfte und Prospekte: SCHÜLERHEIM-STADTPARK, III., Hansalgasse 6, Tel. B 54-9-86, Dr. E. ALDOR, XVII., Goldscheidgasse 0, Tel. B 40-3-53. Negew Wenn der Reisende aus Ägypten bei Kautara die Grenze Palästinas überschreitet, sieht er von den Fenstern des Zuges aus eino Wildnis von wüsten Hügeln, die nur hie und da von Oasen unterbrochen wird. Ab und zu bemerkt der Reisende die Zelto von Beduinenlagern und öfters dringt grünes Gebüsch bis zur Bahntrasso vor. Der Reisende fährt durch die „Wüste von Zion“, die einmal ein hochkultiviertes Land war, geschützt von byzantinischen Festungen. Was hat die Byzantiner dazu bewogen, in einer so unwirtlichen Gegend zu leben? Was hat sie veranlaßt, große Felsenzisternen, einen riesigen Damm und tiefe Brunnen anzulegen? Die Antwort ist, daß Sinai eine billigere und mehr sichere Verbindung zwischen dem Mittelmoer und Konstantinopol und Ceylon, den indischen Häfen und Südarabien horsteilte, als die zweite Route von Turkeetan rund um das nördliche Ufor des Schwarzen Meeres nach Cherson. Der Morden der Sinäi-Halbinsel war immer die Durchzugslinie zwischen Asien und Afrika. Deswegen gab es zu verschiedenen Zeiten dort drei große Straßen. Eino von ihnen wurde hauptsächlich für den Handelsverkehr benützt Da-s war die nördliche Küstenstraße, die Gaza mit El Arish verband. Eine südliche Route verband Themed, Akaba und Maan und dio dritte Straße führte von Hebron direkt nach Ägypten, ohne Gaza oder dae Mittelmeer zu berühren. Internationale Auskunftei Wien, i. Telephon U 26-3-16 B. Marcus & Sohn Rudolfsplatz 2 Gcgr. 1801 Industriekredite Jerusalem, 8. Juni (Palcor). Bei der Anglo Palestine wurden zwei Fonds zur Gewährung von Krediten an die jüdische Industrie mit Hilfe der Jewish Agency eröff net. Ein Fonds ist für Anleihen bis zu 200 Pfund für eine Zeitspanne von drei Jahren an Kleinindustrielle bestimmt. Die Jewish Agency garantiert bis zu 20 Prozent der Anleihen. Der andere Fonds ist für Anleihen auf. Fabriksprodukte bestimmt. Die Jewish Agency hat einen Kredit von 5000 Pfund eröffnet, der eine Garantie für Anleihen bis zirka 40.000 Pfund darstellt. Schluß der Levante-Messe Tel-Aviv, 8. Juni. (JTA.) Am 6. Juni abends . wurde dio Levante-Messe in Tel- Aviv durch eine feierliche Zeremonie, dio sich zu einer spontanen Ehrung für den Bürgermeister Dizengoff gestaltete, geschlossen. In den Gebäuden der Messe werden jetzt vier großo Fabriken installiert, dio infolge der Unruhen aus Jaffa nach Tel- Aviv übertragen wurden; darunter auch die Zigarettenfabrik „Maspera“. Dio übrigen Messebauten werden als Magazine des neu zu erbauenden Hafens verwendet werden. ' Mit den Baggerarbeiten an der Mündung des Jarkon-Flusses bei Tel-Aviv zwecks Schaffung der Landumgsraöglichkeit!üt größere Dampfer wurde am Sonntag begonnen. Der große jfidischo Dampfer „Atid“ (Zukunft) traf in Tel-Aviv ein, liicl viele Waren ab und nahm viole palästinensische Produkto in neue Ladung. Einigo andere Dampfer, dio ihre Ladungen in Tel-Aviv löschen worden, sind für die nächsten Tage angekündigt. Gaza, Berscba, Raheiba und Esbeita lebten vom Handel mit Spezereien, chinesischer Seide und Smaragden, die aus Ceylon kamen und aus den Häfen Südarabiens und Indiens, und vielleicht auch von der Verarbeitung der eingeführten Produkte. Die byzantinischen Festungen sorgten für die Sicherheit der Verkehrswege. Als aber der Handel aufhörte, ergriff die Wüste wieder Besitz von dem ganzen Gebiet. Ein kürzlich erschienenes Buch, „The Wilde rness of Zin“, von C. Leonard Wooley und T. E. Lawrence, das ursprünglich als Bericht des „PaJestine Exploration Fund“ für die Jahre 1914 und 1915 erschien, wurde nun von Jonathan Cape herausgegeben. Es gibt die wissenschaftliche Basis für die Ansicht, daß das moderne Palästina alle Gebiete entwickeln und einschließen muß, die zwischen der Küste südlich von Gaza (dem Negew) und dem Golf von Akaba am Roten Meer liegen. Dieses Buch verdient nach der durch den italienischabessinischen Krieg geschaffenen internationalen Lago und mit Rücksicht auf die Unruhen in Palästina besondere Beachtung. Dr. Schwarzbart in Litauen Dr. Schwarzba-rth, der Voraitzeimdo des Weltverbandes der allgemeinen Zionisten und Vize Vorsitzender des Aktionskom/miitees, weilte letztens in Angelegenheiten des Weltverbandes der allgemeinen Zionisten und ■ im Zusammenhang mit der gegenwärtigen 40.000 Dunam-Aktion des Jüdischen Nationalfonds in Litauen. In einer Pressekonferenz erteilte Dr. Sehwarzbart der jüdischen und litauischen Presse Informationen über .dio gegenwärtige politische Situation der zionistischen Bewe>gung kn Zusammenhang mit den letzten Unruhen in Palästina und hielt Beratungen mit sämtlichen Fraktionen des litauischen Zionismus ab. In mehreren öffentlichen Versammlungen, die ungemein stark besucht waren, referierte Dr. Sehwarzbart über das jüdisch-arabische Problem. Er besuchte auch dio wichtigsten finanziellen, wirtschaftlichen, sozialen und Kulturanstalten des litauischen Judentums. Sein Besuch löste lebhaften Widerhall beim litauischen Judentum aus. Allerorts wurde Dr. Sehwarzbart herzlich empfangen. Die zionistische Arbeit erhielt durch seinen Be-, such ohie neue Belebung. Gegen die kommunistischen Verräter Baltimore, 6. Juni. (Palcor.) Rabbi Edward Israol, ein einflußreicher amerikanischer Arbeiterführer, erklärte seinen Rücktritt aus der amerikanischen Liga gegen Krieg und Faschismus. Er erklärte, daß kein Judo sich an einer vereinigten Front mit den Kommunisten beteiligen könne, da die Tätigkeit der palästinensischen Kommunisten von den amerikanischen Kommunisten voll gebilligt werde. Dio amerikanischen Juden .wünschen eino Verständigung

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