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Die Stimme · 1936-06-12 · Heft 555 (12.6.1936) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 555 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. SSS JÜDISCHE ZEITUNG y.b.b 5Stimme Wien, 12. Juni 1936 2 t. Siwan 5696 9. Jahrgang loTlVPAKjj opeRJji ie pt^Hiere' joAN/'nniiirnniv IR.I AN AHEKME S. FRANK MOIWAN V MINE MatMAHON \EW< BL.ÖAE lebe WSVAN DYKE<2 Regelmäßiger nA|AN Reisedienst nach ■ W1 CS fl billig und bequem, wie immer Nächste Reise 27. Juni 1936. Ferienreisen ab 5. Juli 1936. Besondere Gelegenheit am 14. Juni nach, Krakau tour-retour samt Visum S 52"— Ausk. Dr. S. Tocker, Reisebüro „In die Welt“ (W. M. Renner) IX., Llcchtcnstelnstrafle 2 Tel. A 14-604 Hinterland und Front Der nette englische Kolonienmlniiister hat im Unterhaus zur Palästiimafrage eine neue Erklärung abgegeben. Sie erklärt, daß er nichts zu erklären hat: Die königliche Kommission werde nach Palästina abgehen, wenn die Buhe wieder hengesteilt sein wird; vorher nicht. Da wäre also diese Kommission so eine Art politischer Belohnung für die Bombenwerfer und Mörder, denen ihre Führer aus geheimnisvollen Fonds hohe Taggelder für den sogenannten Streik anszahlen. Wenn sie wieder brav und ruhig eein werden, wind eine Kommission aus London kommen und ihre Beschwerden anhören. Das ißt nicht die Art, um Elemente ßolcihen Kalibers zur Raison zu bringen, nachdem sieh herausgestellt hat, daß ihnen auch die wiederholte Drohung mit Rriegsrecht und Belagerungszustand nicht imponiert. Die Taktik Englands ist das alte Warte und sieh! Wer hält es länger aus: die Araber mit ihren Bomben und Attentaten oder die Regierung mit ihrer Geduld. Inzwischen sterben wieder Juden, die im Vertrauen auf die Staatsgewalt ihrem Beruf naohgehen, fallen jüdische Wachposten unter den Kugeln betrunkener englischer Soldaten — der jüdischen Presse ist verboten, darüber zu berichten —, inzwischen verbrennt Ernte auf den Feldern, wird das Ausreißen junger Bäume fortgesetzt, werden tausende von Kaufleuten durch den Streik ruiniert... England hat Geduld. Oder ist es nicht mehr Geduld, sondern einfachste Ratlosigkeit? Diese ganze Bewegung in Palästina hat., wie ihr Ablauf beweist, bisher keine politische Unterstützung bei den Arabern außerhalb des Landes gefunden. Die ägyptische Wafd-Partei hat sich sehr scharf von den Rebellen distanziert und eie sehr deutlich auf die großen Vorteile bimgewiesen, die das arabische Volk des heiligen Landes aus der jüdischen Arbeit zieht. Diese realistische Auffassung der in Ägypten regierenden Partei eigibt sich von selbst aus dem Vergleich zwischen dem Palästina von einst und dem von heute, und aus der Erkenntnis, daß nur die Juden diesen historischen Unterschied geschaffen haben. Daß ganze Land ist gehoben worden, und dies ißt auch den Arabern zugute gekommen, dlie in dieser Zeit der angeblichen Depossedierung ihre Volkszahl, ihr Volks vermögen und ihre Volksgesundheit haben steigern können. Es spricht Bände, daß eine arabische Zeitung miitteilt, daß die Kindersterblichkeit wieder umwächst, weil die jüdischen Ärzte nicht ins arabische Dorf kommen können. Aber die Folgen der mit ausländischem Geld betriebenen Hetze greifen noch weiter. Der jüdische Hafen von Tel-Aviy ist heute eine Tatsache, und Jaffa wird in wenigen Jahren ein armseliges Küstendorf sein; die jüdischen Arbeiter rücken in die von den armen, verhetzten Arabern verlassenen Arbeitsstätten ein. Das sind maturaotwendige und automatische Wirkungen, diie heute auch von der Politik Englands in Rechnung gestellt werden müssen, an die aber auch die Araber außerhalb Palästinas denken müssen. Wenn England der Meinung sein sollte, aioh durch die arabische Rebellion eine Änderung der Mandatspolitik, eine Reform zum Schlechteren abzwingen zu lassen, so rechnet es nicht mit dem jüdischen Widerstand, der heute eine sehr reale Tatsache ist. Inmitten der Unruhen sind dieser Tage wieder 200 Einwanderer ans Land gegangen; in den Kolonien herrscht ruhiger Fleiß selbstbewußter Männer und Frauen, die sich nicht irre machen lassen. Handel und Wandel geht weiter, durch die Ereignisse und den Streik zwar eingeschränkt, aber Die Jüdische Telegraphen-Agentur vom 3. Juni meldete, daß Präsident W e i zm a n n bei einer Sitzung der Central Asian Society erklärt habe: „Die Juden lehnen die kantonale Konzeption in Palästina nicht ab, falls diese die ungestörte jüdische Einwanderung und den Aufbau des Nationalheims sichert." Da uns diese Meldung unglaubwürdig erschien, wendete sich die Redaktion der „Stimme“ an die Zionistische Exekutive in London mit dem Ersuchen um eine authentische Mitteilung, über die von der JTA, wiedergegebenen Äußerungen Professor Weizmanns. - Wir erhielten nun heute aus London von »IRIJTV Angenehme Ferienreisen nach POLEN. RUMÄNIEN (Czernowlfz) Beliebige Aufenthaltsdauer bis September Niedrige Fahrpreise — Anmeldungen: REISEBÜRO »IRUT«, Karlsplatz 1 (Refer. Rosenkranz) — Telephon II 44»5«79 doch nicht unterbrochen. Der jüdische Alltag ist stärker als alles, er ißt so stark wie der jüdische Wille, sich nicht abdrängen zu lassen. Die Juden der ganzem Weit, voran die Zionisten, sehen, wie dieser Trotz den Bau weiterführt, und sie werden und müssen Ihre tatbereite Hilfe diesen rühmlosen Helden der Arbeit zur Verfügung stellen. Ob nun England will oder nicht — das jüdische HintenLamid wind seine Pflicht gegenüber der Front tun. Dr. Josef Cohn, dem Sekretär des Präsidenten Weizmanns, folgendes Schreiben: „Sehr geehrte Herren! Unter Bezugnahme auf Ihre Anfrage vom 5. d. M. teile ich Ihnen im Aufträge von Herrn Dr. Weizmann folgendes mit: Im Verlauf seiner Ausführungen vor der ,Central Asian Society* hat Dr. Weizmann zum Ausdruck gebracht, daB die Juden bereit sind, alle möglichen Projekte in Betracht zu ziehen. Die Grundbedingung hiebei ist jedoch, daß die jüdische Einwanderung ungestört weitergeht und daß nichts geschieht, was zu einer Kristallisierung des National Home führen könnte. Er hat weiterhin darauf hingewiesen, daß es heute bereits einen arabischen Kanton in Palästina tbt: nämlich das Dreieckt Jennih—Tulerem—Nablus. Im übrigen hat sich Dr. Weizmann ip keiner Weise weiter festgelegt. Ich darf annehmen, daß faiemit etwaige Unklarheiten völlig beseitigt sind." Dieses Schreiben beweist, daß unsere Annahme richtig war, daß sich Präsident Weizmann nicht für die Einteilung Palästinas in arabische und jüdische Kantone ausgesprochen hat. ORBIS “S POLEN Abfahrten: 14. Juni vormittags und 27. Juni abends Anmeldungen: Reisebüro „ORBIS« I., KärntnerstraQe 41, R 21-5-78 Österreichisches Verkehrs-Büro U Frledrlchsti*. 7, B 27-500, I., Graben 20. U 29-0-35 hielt, wurde in das Tel-Aviver Hadassa- Hospital gebracht, wo er am Freitag abends an den Folgen der Verletzungen starb. Er hinterließ eine Frau und ein Kind. Der Zustand des greisen Hirschberg, der Verletzungen am Fuß erhielt, ist nicht bedenklich. Der tragisch umgekommene Jisrael Ben- Jehuda kam vor drei Jahren aus Estland nach Palästina. Vor drei Wochen kamen auch seine Eltern ins Land, die er als Palästina-Einwohner ängefordert hatte. Bis zum Eintritt des Todes war er bei Bewußtsein und tröstete seine Eltern, die an seinem Lager standen. Er war Mitglied der Hisfcadruth-Haowdim. Mit dem Tode Ben-Jebudas ist die Anzahl der jüdischen Toten seit dem 19. April auf 28 gestiegen. Unter den Arabern gibt es insgesamt ungefähr 40 Tote, während 50 arabische Führer verbannt und 1400 Araber verhaftet wurden. An Sonntagen ffFranCOpOl,fSonderfahrten nach Polen und [zernowitz Nächste Abfahrt: (4. Juni; Riiokfahrt 7. Juli 1936. Poln. Verkehrsbnro „Franoopol“ Iü„ Schwarzenbergplatz 7, Tel U 16-4-90. „Öedok“, I., Käratnerstraße 32, R 23-4-88. Gerngroß, VH., Mariahilferstraße 42, B 38-2-68 Bomben und wieder Bomben Nicht weniger als fünf Bomben wurden in kurzem Abstand an der Eisenbahnbrücke von Gaza zur Entzündung gebracht. Sie zerstörten jedoch nicht die Brücke, sondern richteten auf der Eisenbahnstrecke große Beschädigungen an. Eine weitere Bombe explodierte in einer Mädchenschule in Gaza, doch wurde niemand verletzt. In Jenin wurde der Militärpoeten von einer bewaffneten Araberbande angegriffen und lebhaft beschossen. Die Truppe erwiderte das Feuer mit Maschinengewehren und vertrieb die Araber. Schüsse auf Autobusse Jerusalem, 7. Juni. (Falcor.) In der Nähe von Lifta bei Jerusalem wurden heute nachmittags Schüsse aus dem Hinterhalt auf sechs Autobusse der Egged-Gesellschaft abgegeben. Dabei, wurde die 25jährige Gisa Meise 1, Angestellte in einem Jerusalemer Cafe, durch zwei Kugeln am Bein verletzt; ihr Zustand ist jedoch nicht gefährlich. Die Polizeieskorte erwiderte das Feuer; ferner trafen Truppen ein, die Maschinengewehrfeuer eröffneten. Ungefähr 50 Araber nahmen in einem alten türkischen Schützengraben, der noch vom Kriege herdatiert, Stellung. Nach der letzten Meldung versuchen die Truppen nunmehr, die Amber zu umzingeln, wobei sie auch von jüdischen Polizisten unterstützt werden. Fünf Araber sollen getötet worden sein. Ali die Gruppenordner des Herzl- Grabganges« Die verantwortlichen Leiter der Ordnergruppen sämtlicher Vereinigungen und Körperschaften werden ersucht, sich bei Herrn Dr. F. Pickholz um präzise %9 Uhr vormittags zwecks Besprechung organisatorischer Fragen zu melden. Ort: Vor dem Friedhofstor. Explosion in Jerusalem: Drei Araber tot Jerusalem, 10. Juni. JTA.) Eine Bombenexplosion beim Jaffator hat eine größere, bisher noch nicht genau feststellbare Zahl von Opfern gefordert. Nach der ersten Meldung wurden durch die Explosion 21 Araber verwundet, von denen drei auf der Stelle tot waren und zwei weiter lebensgefährliche Verletzungen davontrugen. Unter den Verwundeten sollen sich auch Hilfspolizisten befinden. Ein später veröffentlichtes amtliches Communiquä spricht davon, daß eine Frau und acht Männer schwer und 16 Personen leicht verletzt worden sind. Das Communiqu6 erwähnt keinerlei Verhaftung im Zusammenhang mit dem Anschlag. Es konnte indessen festgestellt werden, daß auf die Behauptung eines Arabers hin, die Attentäter hätten wie orientalische Juden altsgesehen, drei georgische Juden verhaftet worden sind. Zwei von ihnen wurden später freigelassen, der Name des dritten, der noch in Haft ist, konnte bisher nicht festgestellt werden. Nach einer anderen Version war die modern konstruierte Bombe, deren Herkunft bisher nicht festgestellt werden konnte, eben jenen drei orientalischen Juden zugedacht, die sich auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte befanden. Die Bombe habe jedoch ihr Ziel verfehlt und sei in eine Gruppe von Arabern gefallen. High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat die Verletzten im Regierungskrankenhaus besucht und sich bei ihnen nach dem Hergang des Anschlages erkundigt. „Dawar" und „Haarez" berichten, daß fünf Juden verhaftet worden seien, nachdem ein Araber sie als Urheber des Anschlages bezeichnet hatte. „Dawar** erklärt, die Bombe, die ihr Ziel verfehlte, sei aus einem arabischen Klub geworfen worden. Es verlautet, daß der Vorfall zuerst von einem jüdischen Jungen der Polizei gemeldet wurde. Dieser habe erklärt, er habe gesehen, wie ein Araber, der einen Fez trug, die Bombe warf. Nach einer anderen Version sollen streikende Araber die Bombe auf arabische Bauern geworfen haben, dieGemüse verkauften. Ein Jüdischer Wächter erschossen Jerusalem, 8. Juni. (JTA.) Zu einer verhängnisvollen Schießerei kam es in der Nacht zum Freitag in der- „Schechunat Schapiro“ an der Grenze zwischen Tel-Aviv und Jaffa. Bei der Abwehr eines heimtückischen Feuerüberfalls aus einer arabischen Pflanzung gab die Polizei Schüsse in der Finsternis ab. Von den Kugeln wurden zwei Wächter jüdischer Pflanzungen, der 72jährige Schmue 1 Hirschberg und der 26jährige JisraelBen-Jehuda getroffen. Ben-Jehuda, der Bauchschüsse er¬ Juden (dien:! Kommt zum Grabe Herzls am Sonntag, den 14. Juni (Siehe Programm Seite 4) AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA'iAAJ Kein Kantonalsystem —i'MWlM—RMI '; ii' ' ' ‘ ' ' ■-rtmgäm''' 'TrSiiitTSTHwiinyr~iiiübm

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