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Die Stimme · 1936-06-09 · Heft 554 (9.6.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 554 (9.6.1936)
Date
1936-06-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Saite 2 DIB STIMME Nr. 584 — 9. Juni 1936 Jeden Sonntag billige Forien-Sonderfatarten milder Czernotvltzer Allgemeinen Zeitung nach Polen. Czernowltz r ■ Abfahrt: 14. luni und 27. Juni 19,16 (23’ 15 Uhr) ■ Wien—Krakau—Wien inklusive Visa S 52*— H Anmeldungen .ausscliließlich“ Reisebüro I „Jlarlenbrlloke“, 1. RotenturmstraBe 26 Telephon R 24-2-80/37 Sitzung des A.*C. verschoben Jerusalem, 6. Juni. (Privat.) Die für den 23. Juni einberufene Sitzung des zionisti sehen Aktionskomitees ist auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. Erweiterung des politischen Departments der Jewish Agency gefordert Jerusalem, 7. Juni. (2. T. A.) Eine zionistische Gruppe, der unter anderem Rabbi Meir Berlin und David Yellin angehören, hat in einer außerordentlichen Beratung beschlossen, die 'Erweiterung des politischen Departements der Jewish Agency durch Kooptierung einer Anzahl von Führern des Jischuw zu fordern, da die außergewöhnliche Lage in Palästina die Mitwirkung auch solcher politischer Persönlichkeiten bei der Arbeit der Jewish Agency notwendig mache, die von dem letzten Kongreß nicht in die Exekutive entsandt wurden. 100 st. 36 Gr. Zigarettenhülsen 100 St. 30 Or. CdSbmieH&oSS Verteilung der Zertifikate . Jerusalem, 4. Juni. (Paleor.) Die Zertifikate werden folgendermaßen verteilt: 1200 Sonderzertifikate für deutsche Juden, hauptsächlich Chaluzim, auf Grund des Budgets von 150.000 Pfund des Londoner Komitees zur Unterstützung deutscher Juden; 1400 für Chaluzim mit landwirtschaftlicher Ausbildung, 475 für Verwandte, 265 für Sephar dim, 320 für organisierte Spezialisten, 40 für zionistische Veteranen, 300 für Spezialisten auf Einladung von Industrieunterfiehmungen, 163 für die Agudat Israel. Die Verteilung nach Ländern wird wie folgt vorgenommen: Deutschland 260 (außer den 1200 Sonderzertifikaten), Polen 1150, Rumänien 230, Litauen 115, Tschechoslowakei 95, Lettland 65, Wien 50, Saloniki 60; der Rest fällt auf andere Länder. Regenmäntel.”. Adlerg asse8 Das Bodenproblem London, 3. Juni. (JTA.) In dem von L. Sehen auf der Jahreskonferenz der englischen Zionisten erstatteten Nationalfondsreferat wurde berichtet: In Palästina wurden im Jahre 5695 17.000 Dunam, im ersten Halbjahr 5696 8200 Dunam Boden vom KKL. neu erworben. 15 neue landwirtschaftliche Siedlungen und 42 Arbeitslager wurden errichtet. Die ernsten Vorfälle der letzten Wochen zeigen die ganze Gefahr einer unzureichenden Zahl jüdischer Landwirte. Von den Arabern wurde versucht, die jüdischen Zentren von der Nahrungsmittelzufuhr abzuschneiden. Dieser Versuch hätte zu einer ernsten Bedrohung des Jischuw werden können, da nur ein Drittel unseres Nahrungsmittelbedarfes von den jüdischen Siedlungen geliefert wird. Wir sind gezwungen, Nahrungsmittel zum größeren Teil von Arabern zu kaufen oder aus den Nachbarländern zu Importieren. Drei Millionen Pfund wurden im letzten Jahre für Nahrungsmittelimporte ausgegeben. Wären diese drei Millionen in Palästina ausgegeben worden, so hätten zehntausende Juden Beschäftigung gefunden. Wir haben zweifellos die nötigen Arbeitskräfte, es mangelt aber an Boden. Von den Arabern sind 80 Prozenzt, von den Juden nur 14 Prozent in der Landwirtschaft tätig. Die Regierung könne eine arabisch-jüdische Kooperation eher dadurch fördern, daß sie jüdischen Bodenkauf erleichtert, als dadurch, daß sie ihn erschwert. Sollte die Regierung ihre geplante Bodengesetzgebung durchführen, so werde damit eine dauernde Verschiedenheit der wirtschaftlichen Interessen von Juden und Arabern geschaffen werden. Von den Landwirten in Palästina sei heute nur jeder Zehnte ein Jude. In Erkenntnis der hierin liegenden Gefahr sei es Aufgabe der Zionisten, zur Vermehrung des jüdischen Landbesitzes und des Wachstums der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlung beizutragen. Die gefälschten »Weisen von Zion« Basel, 7. Juni. Die Schweizer Depeschen-Agentur meldet: Seit drei Jahren ist vor dem Basler Strafgericht ein Prozeß um die „Geheimnisse der Weisen von Zion“ anhängig. Der Präsident der israelitischen Gemeinde Basel und der Präsident des Schweizerischen Zionisten-Verbandes, sowie Dr, Markus Ehrenpreis, Oberrabbiner in Stockholm, hatten die Ehrenbeleidigungsklage gegen Dr. Zander eingereicht, dem damaligen Redakteur des „Eisernen Besens“, Organ der nationalen Front. In einem von Zander verfaßten und Im „Eisernen Besen“ erschienenen Artikel hatte Zander erklärt, daß dje Protokolle trotz allem echt seien. Außerdem hatte er behauptet, Dr. Ehrenpreis habe selbst in einem Vortrag die Echtheit der Protokolle bestätigt. Schweizer Hakenkreuzler widerruft Am Montag hätte nun der Basler Protokollprozeß vor dem Strafgericht in Basel stattfinden sollen, doch haben sich die Parteien nun auf einen Vergleich geeinigt. Dr, Zander gab eine Erklärung ab, worin er seine Behauptung gegen Dr. Ehrenpreis zuriiekzog und erklärte, daß er selbst nie die Auffassung gehabt habe, daß die Kläger irgendwie an dem in den Protokollen behaupteten „We 1teroberungsplan der Juden“ beteiligt gewesen seien. Ergab ferner zu, daß die Protokollemitdem 1897 ln Basel stattgefundenen ersten Zionistenkongreß überhaupt nichts zu tun haben. Außerdem erklärte sich die nationale Front damit einverstanden, daß die beschlagnahmten 800 Exemplare der Protokolle von der Geriohtskanzlei vernichtet werden. Dr. Zander zahlt überdies die gesamten Gerichtskosten. Der Kläger hat dann die Klage zurückgezogen. Völkerbundligen gegen das Dritte Reich Glasgow, 5. Juni, (JTA,.) Die soeben in Glasgow zusammengotre* tone Juristisch-Politische Kommission des Internationalen Verbandes der Gesells c ha ft für den Völkerbund faßte einmütig den Beschluß, dem Plenum des Kongresses der Internationalen Gesellschaften für den Völkerbund die von der holländischen Völkerbundliga unterbreitete Resolution über die deutschen Gesetze betreffend den Status der Juden (Nürnb e f g e t G e Setze) ziiri^'Annahme.'' zu unterbreiten. Die Resolution laufet: - - ' „Der 20. Vollköngreß erinnert an . die vom 19. Vollkongreß in Brüssel angenommene Resolution betreffend die Lage der Juden in Deutschland; nimmt zur Kenntnis, daß die in derselben der Verdammung anheimgegebenen Maßnahmen — weit davon entfernt, auf gehoben worden zu sein — durch die bei den am 15. September 1935 angenommenen Gesetze betreffend a) deutsche Bürger und b) Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre noch sehr verschärft wor den sind; gibt der Meinung Ausdruck, daß die Gesetzgebung für die Nichtarier und die Behandlung der Nichtarier, schließlich die Einmischung der deutschen Regierung in Dinge der Religion und des Denkens, den allgemein geltenden Grundsätzen der Gerechtigkeit, wie sie z. B. in den Minderheitenverträgen zum Ausdruck kommen, deren Vorteile ja auch von den deutschen Minderheiten in den verschiedenen Ländern beansprucht und ihnen gewährt wurden, an die Wurzel greifen; gibt weiterhin der Meinung Ausdruck, daß eine solche Gesetzgebung und Politik anderen Staaten schwere Sorgen — besonders durch Schaffung von Konflikten im Zusammenhang mit den Ehegesetzen und durch die Erhöhung des Flüclitüngsstroms — verursacht; lenkt aus diesem Grunde die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf das durch eine solche Situation entstandene ernste Hindernis für eine erfolgversprechende internationale Zusammenarbeit; und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die bevorstehende Völkerbundversammlung Gelegenheit haben wird, die im Hinblick auf diesen Stand der Dinge erforderlichen Maßnahmen zu erwägen.“ Der Delegierte der palästinensischen Liga für den Völkerbund, Dr. N. Feinberg, hielt eine Ansprache an die Kommission, in der er das Bedauern nussprach, daß keine deutsche Delegation dem diesjährigen Konreß der Völkerlmiwlgesellsclrnften beiwohnt; er hätte gewünscht, in Gegenwart der Deutschen ein Verdammungsurteil übs die Quälereien und Verfolgung der halben Million Juden im Dritten Reich zu sproeben Sämtliche anderen Redner unterstützten die Resolution der holländischen Gesell schaff und äußerten ihr tiefes Mitgefühl mit dem Martyrium der Juden in Deutsch land. Eine Ausnahme machte nur der ungarische Vertreter, Poka P i v n i, der erklärte, er sei zwar kein Antisemit und komme aus einem Lande, das als ein „Paradies für die Juden“ angesehen werde,-; er. ..halte, es jedoch nicht für fair, eine. Resolution gegen Deutschland in Ab Wesenheit der deutschen Vertreter zu fassen Ein solcher Akt würde die Situation nicht bessern, eher verschlechtern. Solange der Kongreß nicht die Position der vierzig Millionen Seelen zählenden Minderheiten in Europa erwäge, sei es nicht am Platze gegen die Verfolgung von einigen hunderttausend Juden in Deutschland zu profce stieren. . Das Mitglied des englischen Unterhause«, Sir Archibald Sinclair, erklärte im Namen der Englischen Liga für den Völker bund, was heute den Juden in Deutschland angetan werde, sei eine Schande für die Zivilisation, die Welt belade sich mit Schuld, wenn sie diesen Verfolgungen gegenüber gleichgültig bleibt. mobel-winter für Gelegenfieltskäufe Wien, VIII., Stadtbahnviadukt 23 be! Lerchenfelderstraße Telephon: A 21-5-31 Die zweito Delogierte der Englischen Liga, Mrs. Edgar D u g d a 1 o, eine Nichte Lord Balfours, trat insbesondere den Ausführungen des ungarischen Delegierten entgegen und legte Nachdruck auf die Tatsache, daß die Initiative zu der Resolution diesmal nicht von der palästinensischen, sondern von dor holländischen Liga kam. Mrs. DugdaJe schloß: Wer gegen die Resolution ist, billigt dio» Nürnberger Gesetze. Der Sprecher dor holländischen Völkerbundliga, Van Raalte, erklärte, wenn Deutschland die Anwendung dos Prinzips der Gleichberechtigung für sich im internationalen Leben fordert, so müsse es dieses Prinzip auch bei Behandlung seiner internen Angelegenheiten anwenden.' ■ FürErleichterung’ der Einwanderung’ nach Palästina Einstimmig wurde von dem Kongreß auch eine Resolution angenommen» in der Großbritannien als die Mandatarmacbt Palästinas ersucht wird, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge in das Jüdische Nationalheim weitgehendst — soweit es sich nur mit den Verpflichtungen des Mandates vereinhftfMX Kfli zu erleichtern. ■ - ■ Amerikanische Christen für das jüdische Palästina Washington, 31, Mai (Paleor). Din amerikanische Förderätion für Palästina, ^.er führende christliche Persönlichkeiten angehören, unterbreitete gestern dem englischen Botschafter Mr. L i n d s a y eine Petition zur Weltorloituug an Mr. Baidwin. In dieser Petition wird die englische Regierung dringend ersucht, die Tore Palästinas den Juden weit zu öffnen und einen Legislative Council oder andere Hindernisse des jüdischen Nation,alheims nicht zuzulassen. Reverend James F r e emau, der Bischof von Washington, stand an dor Spitze der Delegation, die die Petition unterbreitete. In der Petition wird erklärt, dio tragische Lage von Millionen von Juden habe das Gewissen der aufgeklärten Menschheit aufgerüttelt. Bloßes Mitleid sei nicht genug; praktische Maßnahmen seien notwendig, um diese Unglücklichen zu retten. Dio amerikanischen Christen wollen die Bestimmungen des Mandats verwirklicht sehen, indem die Ansiedlung der Juden im Lande erleichtert und soziale und ökonomische Hindernisse der Entwicklung aus dem Wege geräumt werden. Sie sind davon überzeugt, daß zur Lösung des Palästina-Problems eine entschlossene Politik notwendig ist, dio es den störenden Elementen klar macht, daß England das aiivertraute Mandat aus üben und dazu beitragen will, daß Palästina eine jüdische Heimstätte wird, in die die verfolgten Juden ungehindert kommen können und wo sie das Recht haben, ein freies Volk zu sein, „Es ist unsere Hoffnung, daß in der augenblicklichen Notlage der Welt die angelsächsischen Völker dazu beitragen werden, daß eine neue Epoche der Freiheit und Gerechtigkeit anbrechen möge, die den Wiederaufbau des Landes Israel für die Kinder Israel ermöglicht. Diese Hoffnung Ist um rin leitender Stern in dem großen Kampf um eine bessere Welt.“ Die WirtschaStsstelle des Palästina-Amtes teilt mit: Übersiedlungsgut und Reisegepäck für Palästina Wir haben wiederholt darauf hingewiosen, wie wichtig es ist, die richtige Auswahl bei Mitnahme von Übersiedlungsgut zu troffen, und erhalten nach wie vor Beschwerden aus Erez, daß die nach Palästina Einwandernden noch immer nicht genügend von den in Betracht kommenden Stellen informiert werden. Besonders wichtig Ist die Auswahl des Umiaugsgutcs für jene Olim, der Großteil, die nur über geringe Mittel verfügen und für die es daher geboten erscheint, Ausgaben, besonders in der ersten Zeit ihres Aufenthaltes, auf ein Minimum zu beschränken. Vor allem sei davor gewarnt, große Möbelstücke mitziinohmon, dereu Transport vom Ilafen in dio Wohnung oft mehr kostet als dn Anschaffung einfacher, den palästinensischen Raumverhältnissen entsprechender Möbel, die im Lande überall und in allen Preislagen erhältlich sind. Dabei ist zu berücksichtigen, daß derartige Möbel und Ilausbaltimgsgegeustäu de während der ersten Zeit, in der .der Einwanderer noch keine eigene Wohnung hat, kostenpflichtig o i n g e 1 a g e r fe werden müssen, ohne daß diese Gegenstände zu diesem Zeitpunkt für den Besitzer einen praktischen Wert darstelion. Anderseits empfiehlt es sich, im Handgepäck etwas Geschirr sowie ein K o c hgerät mitzunehmon, um gleich nach der Ankunft wenigstens die notwendigsten Mahlzeiten .selbst herstellen zu können und uif diese Weise unnötige Ausgaben für Verpflegung in Restaurants usw. möglichst zu vermeiden. Da während des Transportes oft Gegenstände zerbrechen und durch Seewasser beschädigt werden, ist es ratsam, darauf zu aehtou, daß alle mitgenommonen Kisten vollständig mit Ölpapier ans* gelogt sind. Bei der Auswahl der Kleider ist darauf zu achten, daß reichlich Strümpfe mitgenommen werden. Ebenso ist es empfehlenswert, möglichst viel Leibwäsche mitzunehmen, da man erfahrungsgemäß gerade in der ersten Zeit die Mittel für eine Neuanschaffung nicht erübrige» kann. Wällend für Männer Polohemden empfehlenswert sind, ist vor Leinenwäsche als nicht zweckentsprechend abzuraten. Die Arbeitskleidung soll nach Möglich** keit nicht aus abgriegten Kleidungsstücken und Schjuihwerk bestehen, sondern jeder Einwanderer sollte mit einer zweckentsprehenden, vollständigen Arbeite!* 1 düng ausgerüstet sein. PI.

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