Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 552 (29.5.1936)
- Date
- 1936-05-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 552 — 29. Mai 1936 Dil STIMM! Seil« 5 TO BAD VOSLAU Pension Tauber (vorm. Rosenberger), Reiterstraße Nr. II bietet au Pfingsten und für Sommeraufenthalt erstklassige Küche und reichliche Mahlzeiten Pensionspreise aufwärts von S 7*50 Auskunft: Birkenfeld, ü., Schiffamtsgasse 17, von 1 bis 3 Uhr, Telephon A 40-7-37, und E. Ketscher, Telephon B 27-504. ffir den Ludwig Braun« Hain! Prof. Dr. Ludwig Braun, der große Mensch, Arzt und Jude, ist vor kurzem vorzeitig gestorben. Wohl sind die Unterzeichneten, überzeugt, daß seine Forschungen sowie seine Leistungen auf humanitärem Gebiet ihm ein langdauerndee Andenken sichern, doch wünschen sie diesen großen Mann des Geißtes und des Herzens durch ein bleibendes Denkmal zu ehren: durch Errichtung eines Haines in Palästina, der seinen Hamen für alle Zeiten tragen soll. Dies ist auch ganz im Sinne dee teuren Toten gelegen, der der Leitung der Jewish Agency for Palesfcine angehört und den Palästina-Auf bau in Wort und Tat gefördert hat. Alle, diie Prof. Braun im Leben nahegestanden sind, vor allem die Vielen, welche ihm um seiner ärztlichen Kunst oder seines philantropösehen Wirkens willen verpflichtet sind, werden aufgefondent, durch Stiftung von Bäumen im Prof. Braun-Hain zu helfen, sein Andenken dauernd zu erkalten. Die Vertreter der Jewish Agency für Österreich: Bernhard Altmann, Prof. Herbert Elias, Dir. Emil Kraus, Generalkonsul Kom.-Rat Dir. Theodor Laßner, Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Desider Friedmann, Oberbaurat Robert Stricker, Friedrich Berman, Komm.-Rat Hugo Glattauer, Hof rat Dr. Siegmund Fuchs, Ing. Otto Fischer, Hofrat Dr. Ludwig Werner, Dr. Gustav Jellinek, Dr. Siegfried Plaschkes, Dr. Nachmann Frey f. d. Vereinigung der Jüd. Ärzte Österreichs, Ffäu Sophie Löwenherz f. d. „WlZÖ*\ Organ. Zion. Frauen Österreichs, Gen.-Stabsarzt Dir. Dr. Arnold Raschkes, Assistent Dr. Bernhard Samet, Assistent Dr. Friedrich Spaniermann f. d. Spital der Israelitischen Kultusgemeinde. Die Kosten der Pflanzung und Erhaltung eines Baumes betragen S 10.50. Anmeldungen von Baumstiftungen an Obgenannte, oder unter dem Motto „Professor Braun-Hain“ beim Keren Kajemeth, Wien, 1., Marc-Aurel-Straße 5, Postspark.-Konto A 100.208, Tel. U 29-1-29. Empfindliche erlöst die blitzschnelle, glatte, scharf-scharfe SWING Goldbuch-Eintragung des Hofrates Rektor Schwarz Die „Theologia“ hat dank der Initiative des Glaubensgenossen Arje Fritnkel, Präsidialmitgliedes des KKL., eine Sammlung zwecks Eintragung des verewigten I. Rektors des Wiener Rabbinerseminars durchgeführt. Am Sonntag, den 24. Mai, fand die feierliche Überreichung des Diploms an die „Theologia“ Btatt. Der Feier wohnten bei: Das Mitglied des Kuratoriums, Herr Dr. Ornstein, Rektor Prof. S. Kraus, Prof. Aptowitzer, Dr. Kristiaupeiler, namens des KKZ. Dr. Chaira Tartakower, Der Obmann, Herr Badler, begrüßte die Erschienenen und erläuterte den Zweck der Feier in einer hebräischen Ansprache. Dann würdigte Glaubensgenosse Dr. Tartakower ebenfalls in hebräischer Sprache die Persönlichkeit des verewigten Rektors, wies auf die Tatsache hin, daß immer stärker in das jüdische Leben die Überzougung eindringe, daß Ehrungen großer jüdischer Männer hut in Verbindung mit dem Keren Kejemeth, also mit dem Aufbau von Erez Israel, zu erfolgen haben; Die Eintragung in das Goldene Buch und die Stiftung von Gärten wurden zu den höchsten jüdischen Auszeichnungen, Der Redner entwickelte di« Aufgaben, die der junge Rabbiner unserer Tage zu erfüllen Juri und wies auf den verewigten Rektor] Die Lage der jüdischen Ärzteschaft Im Saale der Bäckergenossenschaft fand vor kurzem die Generalversammlung der Vereinigung jüdischer Arzte statt, die sich mit der gegenwärtigen und künftigen Lage der jüdischen Ärzteschaft in Österreich und insbesondere in Wien beschäftigte. Es waren einige hundert Ärzte, Männer und Frauen, anwesend. Den Vorsitz führten die Vizepräsidenten Dr. Gustav Jellinek und Dr. Siegfried Plaschkes. Trauerkundgebung ffir Professor Braun Zu Beginn veranstaltete die Versammlung eine Trauerkundgebung für ihren verstorbenen Präsidenten Universitätsprofessor Doktor Ludwig Braun. Dr. Samet würdigte seine wissenschaftlichen Verdienste und seine ärztliche Kunst, worauf sein engerer Kollege Primarius Dr. Tschiasny die her* vorragenden menschlichen Charakterzüge des Verewigten kennzeichnete. Er beantragte zum dauernden Angedenken die Aufstellung eines Denkmals im Spital der Kultusgemeinde, und eine Reihe humanitärer Einrichtungen, die seinen Namen tragen sollen. Die wirtschaftliche und wissenschaftliche Lage In einem Referat über die gegenwärtige Situation der jüdischen Ärzteschaft in wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Beziehung hob Dr. Jellinek hervor, daß das Jahr zwar etwas ruhiger, aber nicht besser verlaufen ist als das frühere. Die Situation wird charakterisiert durch den Auaschluß des! jüdischen Ärztenachwuchses von den Hilfsärztestellen. Auch in den Fondsspitälern gibt es nur mehr eine ganz geringfügige Zahl jüdischer Hilfsärzte, obzwar Stellen freigeworden sind. Dies drückt sich nicht nur in dem Entgang der sonst den jungen Ärzten zuteil werdenden materiellen Zuwendungen aus, sondern auch in der Verhinderung ihrer wissenschaftlichen Ausbildung, da ihnen die spätere Wirksamkeit als Fachärzte nach den neuen gesetzlichen RESTAURANT STEFANIE “NPD H<i Taborstraße Nr. 18 "1UO Hugo und Julie Herlinger, geh. Zöllner Bekannt gut« Kflch« / Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung / Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs, sowie alle Spezialitäten / Schöner schattiger Garten Bestimmungen erschwert oder unmöglich ist. Es wurde zwar ein Hilfsfond gegründet, um mittellose Aspiranten über die schwerste Zeit hinwegzubringen, doch ist die Zahl der Stipendien viel zu gering. Der Weltkongreß Vizepräsident Dr. Plaschkes berichtete über den Weltkongreß der jüdischen Ärzte, dessen wichtigstes Ergebnis die Gründung des „Weltverbandes jüdischer Ärzte“ war, dem sowohl soziale Aufgaben gestellt sind im Hinblick auf die wirtschaftlichen Nöte der Akademiker und insbesondere der Ärzte in bestimmten mitteleuropäischen Ländern, Flüchtlingsfürsorge, Vermittlung von Berufsmöglichkeiten u. dgl. und anderseits Aufgaben wissenschaftlicher Natur wegen der erschwerten Ausbildung. Besondere Beachtung schenkte der Kongreß der Erweiterung der jüdischen Universität in Jerusalem zum Zwecke der Ausbildung und Fortbildung der jüdischen Jungärzte. Es wird die Ausgestaltung zu einer vollständigen medizinischen Fakultät gewünscht und dafür die Hilfe der gesamten jüdischen Öffentlichkeit gefordert. Die Ausbildung der Jungärzte Kultursvorstand Dr. Körner macht hierauf Mitteilung über die Vorkehrungen, die die Kultusgemeinde in ihrem Spital zum Zwecke der Ausbildung von Aspiranten getroffen hat. Es wurde bereits ein Radiuminstitut geschaffen, dazu kommt ein Institut für physikalische Heilmethoden und eine chemische Untersuchungsanstalt. Weitere analoge Institute sollen noch dazu kommen. Die Ausbildungsmöglichkeit ist gegenwärtig für 20 Aspiranten gegeben. Man hofft so, dem jüdischen Ärztenachwuchs helfen zu können. Bei den Vorst and« wählen wurde auf Antrag von Dr. Güdemann beschlossen, zum Zeichen der Pietät für den verstorbenen Professor Dr. Braun die Präsidentenstelle vorderhand unbesetzt zu lassen. Die Vizepräsidenten und der restliche Vorstand wurden wiedergewählt. Schwarz und Oberrabbiner Chajes als Muster hin. Die Feier schloß mit der Aheingung der „Hatikwa“. Das Diplom wurde im Vortragssaal der Anstalt, in welchem der Rektor Schwarz zu lehren pflegte, aufgehängt. Österreichischer Garten a. N. Nahum Sokolow Die zionistischen Bezirkssektionen und die WIZO IV/V haben an den KKL. die Hälfte ihres Reingewinns von der Aufführung von „Masel Tow“ in den Jüdischen Kiinstlerspielen abgeführt, und zwar als erste Einzahlung für die Schaffung eines österreichischen Gartens auf den Namen Nahum S o k o 1 o w s. Sie regen au, daß die anderen zionistischen Gruppen ihrem Beispiel folgen, damit diese spontane Ehrung des verstorbenen Führers raschesten« verwirklicht werde. Cafö Fürstenhof II., PraterstraOe 25 Legat für den Keren Kajemeth Am 24. Md wurde Herr Carl Rosenzweig am Zentralfriedhof beigesetzt, der nach einem arbeitsreichen und der Wohlfahrt anderer gewidmeten Leben im 72. Lebensjahr dahingegangen Ist. Rabbiner Dr. Rosenman n und Kommerzialrat Alb er s würdigten die Verdienste des Verstorbenen, der für steh selbst vornehmlich die Arbeit in Anspruch genommen hat und immer bereit war, die Früchte seiner Arbeit Bedürftigen zukommen zu lassen. Auch seine letzten Verfügungen sind im gleichen Geiste gehalten. Bedacht sind Tempelverein, Wohlfahrtsinstitutionen, und nicht zuletzt der Zweck, in Erez Israel Boden für Arbeitswillige zu schaffen: der Keren Kajemeth erhielt ein ansehnliches Legat, Zum Qrdbgang erschienen seine vielen Freunde und Bekannten, Abordnungen wohltätiger Institutionen und des Präsidiums des Keren Kajemeth. Die Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität in Jerusalem erläßt folgenden Aufruf: Die Judenbeit durchlebt gegenwärtig eine Zeit der Not. Beträchtliche Teile unserer Gemeinschaft sind von Auflösung und Untergang bedroht. In dieser Zeit ist es für alle Juden, in welchem Lager immer sie sonst stehen mögen, Trost und Hoffnung, daß sich das jüdische Volk in seiner alten Heimat unter unsäglichen Mühen und Opfern ein neues und eigenes Leben baut. Das Werk, das da entsteht, bedarf aber nicht nur wirtschaftlicher und politischer, sondern auch kultureller und .geistiger Grundlagen. Das bedeutsamste Instrument geistigen Aufbaues ist die im Jahre 1925 gegründete hebräische Universität. Sie ist das geistige Zentrum des Landes und entwickelt eich darüber hinaus zum geistigen Mittelpunkt ganz Vorderasiens. Ihre Aufgaben sind mannigfacher Art: Neben der wissenschaftlichen Forschung, der sie sich iu erster Linie widmet, muß die Universität darauf bedacht sein, die alte jüdische Tradition für daß sich neu gestaltende Gemeinwesen wieder lebendig und fruchtbar zu machen. Sie hat ferner in einem Lande, das einen stets wachsenden Strom von Einwanderern anzieht, die Aufgabe der Volksbildung im weitesten Umfang. Sie dient aber auch dem wirtschaftlichen Aufbau des Landes, indem sie durch wissenschaftliche Untersuchungen neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschließt. Aber nicht für dos Land allein ist die Universität von Bedeutung, sondern für die ganze Judonheit. Gelehrte, die in den Ländern der Diaspora keine Wirkensmöglichkeat haben, Studenten, die von den Universitäten vertrieben werden, finden dort Zuflucht. So sammelt diese hohe Schule, die an Lehrer und Schüler die höchsten Anforderungen stellt, die gewaltigen geistigen Energien de» jüdischen Volkes. Ihre Leistungen bringen de» jüdischen Namen in der ganzen Welt zu Ehren. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben bedarf die Universität eines systematischen Ausbaues, der nur mit Hilfe der Judenheit der ganzen Welt möglich Ist. Das Budget der Universität muß für die Dauer gesichert werden. Das soll derart geschehen, daß hunderttausend neue Mitglieder der Gesellschaft der Freunde der Universität in der ganzen Welt geworben werden. Auch in Wien ist, wie in allen großen jüdischen Zentren, ein Zweigverein der „Gesellschaft der hebräischen Universität“ gegründet worden, und wir wenden uns an Sie mit der Bitte, durch Entrichtung des Jahresbeitrages, der für Östereich mit mindestens S 16 jährlich festgesetzt wurde, dieses große Kulturwerk zu fördern, das heute schon mehr gibt als es verlangt und in naher Zukunft sicher noch viel mehr zu geben imstande sein wird. Di, WIZO veranstaltet am Donnerstag, den 4. Juni, einen Ausflug in die Hachscharah nach Lainz. Anmeldungen werden im Sekretariat der WIZO täglich entgegengenommen. Hin- und Rückfahrt im Autobus S 1.20, Abfahrt 10 Uhr 30 vom WIZO-Heim, Schottenring 25. Neuerscheinungen jüdischer Musik Joachim Stutschewsky: „Trois pfeces hebraiquee“ (Verlag Jibneh). Nach einigen Abstechern in das Gebiet der Klavierliteratur ließ der bekannte Cellist und langjährige Pionier jüdischer Musik Joachin S t utschewsky drei Stücke für «ein ureigenstes Instrument erscheinen. Im ernten davon „Kinah“, schwingt offenbar eine schwermütige Erinnerung an dahingegangeno Freunde. Er weint und klagt in jedem Takt, die Melodiezeichnung ist durchtränkt mit echt jüdischem Pathos, die Harmonik ißt durchwegs modern. Eigenartige Rhythmisierung und häufiger Taktwechsel sind inhaltlich begründet. Das zweite Stück, „Meditation chassidique“, zeigt jenen charakteristischen Tanzrhythmus, der viele chassidische Weißen und Tänze kennzeichnet. Interessant und mannigfaltig ist hier die Klavierbegleitung. Ein dankbaree Repertoirestück für Cellisten. Noch dankbarer und mit allen Teufeleien der technischen und klanglichen Spitzfindigkeiten ausgestattet ist das dritte Stück „Freilachs“. Auf einem bekannten Volkstanzlied auf gebaut, stellt dieses wertvolle Werk ernste Anforderungen sowohl an den Cellisten als auch an den begleitenden Pianisten. Alles in allem eine Bereicherung der Celloliteratur im allgemeinen und ganz besonders der leider allzu kleinen Auswahl vo-n Werken jüdischer Musik für Cello. Jul. Wpffgoiin, Steirische Lehr- und Erziehungsanstalt I., Werdertorgasse 12, Tel. U 28-1-97 Volksschule f. Knaben u. Mädchen (9 Uhr Schulbeginn) / Oeffentlichkeitsrecht / Hauptu. Fortbildungsschule, Tagesheim, Internat, Sport, Fremdsprachen, Musik die indischen UüttsUeespUie in der Praterstraße bringen täglich die Revue „Hallo, hallo, hier Radio Jerusalem!“ von A. Meiseis. Sonntag nachmittags um halb 4 Uhr wird sie bei ermäßigten Preisen gegeben. Montag nachmittags spielen die Kunst* lerspiele „Skotzl kimmt!“ gleichfalls zu ermäßigten Preisen. Verein zur Erhaltung und Forde« rang der Mensa academlca judaica Montag, den 11. d. M., fand in den Räumen des Verbandes der israelitischen Humanitätsvereine B’nai B’rith die 12. ordentliche Generalversammlung des Vereines zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica statt. Vor Eingang in die Tagesordnung hielt der Präsident des Vereines, ObermedizinaJrat Dr. Moritz^ Laub, dem verblichenen Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Ludwig Braun einen tiefempfundenen Nachruf. Hierauf erstattet» der Präsident einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Kuratoriums im abgelaufenen Geschäftsjahre. Es wurde die schon lange geplante Verlegung der Mensa durchgeführt. In der Lazarettgasse 6 wurde ein Lokal unter großem Kostenaufwand für die Zwecke der Mensa adaptiert. Das neue Lokal entspricht den Bedürfnissen der Studenten, was sich auch in einer Erhöhung der Frequenz auswirkt. Es werden derzeit täglich über 250 Studenten verköstigt, wobei zu bemerken ist, daß nahezu 42 Prozent der verabreichten Mahlzeiten als Freitische oder zu bedeutend ermäßigtem Preis (20 bis 60 Groschen) gewährt werden. Zufolge der großen Ansprüche, die die verarmte Studentenschaft an die Monsa stellt, befindet sich diese am Schlusso des Studienjahre« In schwerster materieller Bedrängnis, weshalb die Bitte an die Öffentlichkeit ergeht, die Mensa im Interesse der studierenden Jugend zu unterstützen