Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 552 (29.5.1936)
- Date
- 1936-05-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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4 DU tTIMMI Nr. 562 — 29. Mai 1936 Kulturwerte und Menschenwürde (Eine historische Studie.) 1. Könige desldeals - Knechte des Lebens I Einst waren wir ein Volk in einem eigenen Staate, ein Volk, das Ewigkeitswerte schuf: Die sonnenklare Bibel, das feurige Wort der Propheten, das glühende Lied der Lieder, die menschliche Tiefe der Misohnah. Als rohe Prätorianer in unser Land mordend und sengend einbraohen, uns Sklavenketten anlegten, das Heiligtum zerstörten und unser Volk hinausjagten — in die Galuth, da war unser Bestreben: ausharren! Wir fühlten und glaubten fest, daß die Gaiufch bald zu Ende •ein werde —, dann werden wir jenes schöpferische Leben fortsetzen, das gewaltsam unterbrochen worden war. Wir wurden ein Volk der Hoffnung, eine Hoffnung, die ihre tiefem und starken Wurzel in unseren Ewigkeitswerten hatte. Was ging uns die fremde Umwelt am? Welche Beziehung, welchen inneren Konnex, welche seelische, geistige Bindung hatten wir mit unseren „Nachtasyl-Wirten“? Keinen. Welchen Wert maßen wir dem kurzen vorübergehenden Diasporaleben bei? Keinen. Dag äußere, fremde, materielle Leben im der Diaspora war für uns sinnlos, wertlos — und wir machtem ihm alle Konzessionen, war es doch nur für ganz kurze Zeit eine Herberge, ein Asyl —, hingegen waren wir starr und unnachgiebig, wenn es um die Pflege, Erhaltung und um das Hinüberretten unserer geistigen Werte ging! Den Völkern blieben wir ein Rätsel: wir waren ein königliches Volk in Lumpen, ein Löwe, der in Ketten geschlagen ist, wir bettelten bei Menschen um eine Lagerstatt für unseren müden und gemarterten Körper und rangen Gott dem Himmel ab... wir waren Könige des Ideals und Knechte des Lebens! Warum will dieses Volk nicht untergeben, warum will 66 sich nicht auflösen in anderen Völkern? — so fragten sie. Warum? Uns war es klar: 'dieses Exilleiben dauert nur kurze Zeit, dann kehren wir zurück, erbauen unser Heiligtum und •ebnen das frühere Leben fort. Daher wollen wir uns nicht auflösen, wollen nicht untergehen, unser harrt noch eine Zukunft, wie wir eine Vergangenheit hatten. Und sollte es nötig sein, deshalb zerfetzte Lumpen zu tragen, sollte dieses Asyl Opfer in materieller Beziehung fordern, konnten wir dieses Leben nicht anders als durch Bettel fristen — wohlan... Da hast du, Galuth, meine ganze äußere Würde, da nimm meinen Purpurmantel, meinen Stolz, mein körperliches Wahlengehn! loh nehme gern und willig statt dessen zerfetzte Lumpen und bettle ohne Murren um ein Stück trockenen Brotes! Was bedeutete es denn? Das war doch ein ganz unbedeutendes Opfer — wenn ich nur meine Schätze, die Ewigkeitswerte, die geistigen Güter hinüberretten kann, wenn sie nur unbeschadet und. unangetastet bleiben! Groß waren unsere Ahnen, treu waren unsere Vorfahren: ihre ganze äußere Würde, Sir materielles Wohl warfen sie hin — um unsere Ewigkeitswerte zu erhalten. 2. Das Galuthvolk - hofft auf Wunder i Aus Jahren wurden Jahrzehnte, aus Jahrzehnten wurden Jahrhunderte: Das jüdische Volk wanderte in der Galuth gehetzt, gejagt, geirieben und gepeinigt Wer nur Lust verspürte, spie es an, wer nur wollte, schlug es, wer nur Laune hatte, machte es zur Zielscheibe seines Spottes, seines Hohnes, seines Witzes, seiner Verachtung. Das Exil — wurde zur Galuth. Wir wurden ein Galuthvolkl Die Hoffnung, daß die Galuth bald zu Ende sein werde — durch eigene Kraft, durch eigenen Kampf, durch eigene Wiedereroberung unseres Landes —, schwand zusehends. Mit dem Verlust unserer äußeren Würde, unseres materiellen Wohlergehens, mit unserem knechtischen Leben schwand auchdasB e w ußtseinderoigenen Kraft. Wir bauten nicht mehr auf uns selbst, wir verloren den Glauben an uns, wir nahmen alles widerstandslos hin und hatten nur eine Hoffnung: auf Wunder! Und ee erhebt, sich die Frage: Jetzt, da die Galuth schon Jahrhunderte dauerte, da es nicht mehr hieß: „Morgen werden wir durch unsere eigene Kraft unser Vaterland wieder erobern“; jetzt, da die Galuth sich zu etwas über Jahrhundernde Dauerndes entwickelte, nicht mehr Asyl, Herberge, sondern ständige Wohnstätte ward — wie kann ein Volk so lange Zeit den Schandfleck tragen, wie kann ein Volk Jahrhunderte hindurch so viel Leid und Kummer, so viel Not und Elend erdulden, wie kann ein Volk Jahrhunderte ohne Menschenwürde, ohne Menschenachtung leben? Für viele ein Rätsel. Und doch: vertieft man sich in die jüdische Seele, so muß. man erkennen: Noch leuchtet« in ums unsere sonnenklare Bibel, noch hallte in uns das fern rige Wort unserer Propheten, noch leitet« uns unsere Misohnah, noch hielten wir fest an unserer Tradition, noch verbanden uns die Fest- und Trauertage unserer G-esohiohte, noch loderte in uns jener tiefe, festverwurzelte Glaube. Und mag es auch richtig sein, daß wir viele unserer Ewigkeitswerte nicht im tagtägliohen Leben lebendig erhalten konnten, daß wir unsere eigene Sprache niohfc gebrauchten, unsere Ethik in der Umgebung unserer Wirtsvölker nicht anwenden konnten — zwei Ewigkeitswerte waren es vornehmlich, derentwillen unser Volk alle Leiden und Qualen geduldig ertrug: Der Monotheismus in vollkommenster Reinheit und das nationale B e wu ßtB ein! Beide zusammen unlösbar — und will man: so ist das die j ü dis ch e W e 11ansebauung! Der Glaube an einen einzigen unendlichen Gott und das Bewußtsein, durch eine gemeinsame Vergangenheit schicksalhaft verbunden zu sein. Es war das „schma Jisrael“ auf den Lippen unserer Märtyrer, es war die Verbundenheit mit unserer Vergangenheit iü den Gebeten, Festen, Wünschen und Hoffnungen. Die erste Periode unseres Galuthleibens ist charakterisiert durch den Glauben an die eigene Kraft — welche die Galuth in Kürze beenden wird, die zweite Periode durch die Hoffnung auf Wunder. Die Linie der Entwicklung ist klar: dort ist Juda M a k k a b i, der mit eigener Kraft für Gott streitet und den Sieg zur Heiligung und Reinigung dies Gotteshauses verwendet, daMordechai, der durch Gebete und Fasten, durch Bitten und Fttreprache Unheil abwendet. Historische, allzu beredte Zeugen! 3. Häresie - Kabbalah Je größer die Not, die Leiden, die Verfolijungen, je tiefer die geschlagenen blutigen Wunden, je höher die Flammen der Scheiterhaufen aufloderten — desto inniger, tiefer, unerschütterlicher der Glaube an Gott, der Glaube an Wunder, der Glaube, daß die Erlösung in unseren Tagen „bejamemi“ kommen werde. In dom gleiohen Maße, in dem man das jüdische Volk verniohten oder von seinem Glauben entfernen wollte, was identisch ist, hiolt dieses Volk umso hartnäckiger und unnachgiebiger daran fest. Wie lange kann das ein Volk? Edle, hohe Geister, Männer großen Formats erkannten das Unnatürliche dieser Lage: Kultur-Ewigkeitswerte ohne entsprechende Menschenwürde und Menschen' aolitung ist ein unhaltbarer Zustand. Und weil wir leben wollen und zum Leben Men' sohenwürde, Menschenachtung notwendig ist — müssen wir schaffen, muß unser Volk schöpferisch werden. Es ist dies ein Erkenntnis, die kommen mußt«: Jedes Volk, das seinem Schaffen einen Endpunkt setzt, hat sein Dasein besiegelt! Also, um zu leben — mußten wir weiterschaffen! Da nun setzt jener historische Irrtum ein, der sich schwer rächen sollt« — bis in unsere Tage. In der Mitte des Volkes traten Männer auf, die aius der fremden Umgebung fremde Elemente a/ufhtaihmen, Elemente, die jüdischem Wegen, jüdischem Schaffen zuwiderliefen. Ein schwerer, tragischer, unversöhnlicher Gegensatz entstand: da, auf der einen Seite, die eigenen, alten Ewigkeitswerte, bisher hartnäckig unter so großen Opfern behütet und verteidigt — dort, auf der anderen Seite, Verachtung, Verneinung der alten Werte und Streben nach wohl neuen, aber fremden Werten, der fremden unjüdischen Umgebung entnommen. Spinoza! — und viele kleinere, unbedeutendere als dieser Geistesriese, wollten nicht reformieren: Was sie im Innersten ihres Wirkens und Schaffens wollten, war Häresie, das heißt Zersetzung. Ein innerjüdisoher Kampf hob an, dessen Resultat das war: Em ganz geringer, mit der Zeit anwachsender Bruchteil des Volkes ging dem Volke ganz verloren, zerriß alle Bande, zog von uns weg — das Volk, die große, breite Masse aber ward erfaßt von erbärmlicher Schwäche. Die Erlösung suchte man nicht mehr durch eigene Kraft herbeizuführen, nicht mehr iim aktiven 'Leben, nicht mehr durch hohen, reinen, edlen Glauben —, sondern: hinter Buchstaben, hinter Zeichen; man begann zu träumen: Kabbalah I! Ein Stadium der religiösen Verzückung brach an, ein Sehnen nach dtem Messias — dieses Stadium mußte pH NtjSmMeÄaß Warum ich für einen Jüdischen Weltkongreß bin Von Senator Minister a. D. Justin Godart, Paris Justin Godart, Senator von Frankreich, ehemaliger Arbeits- und Gesundheitsminister, ist seit 1925 Präsident des Komitees „France- Palestine“. Zehn Jahre lang steht er an der Spitze einer Bewegung von französischen Nichtjuden, die freundschaftliche Beziehungen zwischen Frankreich und Palästina pflegen. Er fördert nicht nur die Palftstinabewegung, sondern ist auch einer der Vorkämpfer für die Freiheit und Rechte der Juden in der ganzen Welt. Da ich Gelegenheit habe, an vielen internationalen Kongressen jeder Art teiizunehmen, kann ich auf Grund meiner Erfahrungen die endlich in die Wirklichkeit umgesetzte Idee eines Jüdischen Weltkongresses mehr als nur durch eine einfache Sympathiekundgebung unterstützen. Eines wundert mich: daß dieser seit 1933 verbreitete und besprochene Plan so lange nur Projekt blieb. Internationale Zusammenkünfte — einmalige oder periodische — werden immer mehr und mehr zu einem wichtigen Faktor im Leben der Völker untereinander und zu einer Notwendigkeit für die Sicherheit und Entwicklung der Lebensmöglichkeiten jedes Staatsbürgens in seinem eigenen Lande. Was tut es, daß der ausgedehnte Mechanismus gemeinsamer Beratungen, dessen Mittelpunkt der Völkerbund ist, noch etwas mangelhaft arbeitet! Viele Geeetze, viele Forderungen, viele Verhandlungen von Regierung zu Regierung oder gewisser Gruppen mit ihren Regierungen würden noch länger zur Regelung brauchen, wenn sie nicht durch die übereinstimmenden Wünsche unterstützt und ausgebaut würden, die von den an gleiohem Gesetz, an der gleiohen Forderung und an den gleiohen Verhandlungen interessierten Kreisen auf internationalen Versammlungen vorgebracht worden. Von diesem Gesichtspunkt aus e rscheint heute ein Jüdischer Weltkongreß wichtiger denn je. Denn er hat nicht nur, wie die meisten Kongresse, über die Vorbereitung neuer Methoden zu verhandeln, sondern über die Verbesserung von Methoden, ilio allgemein anerkannt zu eein schienen, und dio einigo Regierungen ungerechter- und willkürlicherweise den Juden gegenüber rückgängig gemacht haben. Der Jüdische Weltkongreß wird also vor allem der Anwalt des Judentums vor dem Gerichtshof der Völker sein und wird dort duroh dreihundert persönlich gewählte Vertreter zu Worte kommen. Das Judentum wird als Nebenkläger gegen die auf treten, die Juden töten, einkerkern und ausrauben; gleichzeitig wird der Kongreß aber auch der Verteidiger des Judentums gegen unwürdigen Aberglauben, gegen den Rückfall in künstlich gezüchteten Haß und Verfolgungen, gegen die Beschuldigung der Gewissensbestechung und der Staateunterwühlung sein. Die heutige Welt kann nicht gestatten, daß diese beiden Prozesse immer wieder angestrengt und immer wieder vertagt werden. Sie können nur auf Grund vollständigen Aktenmaterials und unter Mitwirkung aller an der Untersuchung beteiligten Kräfte und aller Saohverständigen-Gutachten, die ein solcher Prozeß erfordert, durchgeführt werden. Nur ein Jüdischer Weltkongreß kann, soweit dies noch nötig ist, dazu das Material liefern, indem er die Bedeutung hervorhebt, die diesen Dingen in der heutigen, der modernen Welt, kaum faßbaren Situation zukommt. Ich war peinlich überrascht, daß seit dem Jahre 1933 zwischen den wichtigsten jüdischen Organisation der Welt Uneinigkeit über die Zweckmäßigkeit eines Jüdischen Weltkongresses bestand. Ich verstehe vollkommen, daß man vermeiden wollte die Einberufung zu überstürzen, daß man die Wahl der Mitglieder in voller demokratischer Freiheit vornehmen wollte, und daß er daher ein- oder zweimal vertagt wurde. Aber daß heute, nach drei Jahren, noch derlei Unstimmigkeiten herrschen, ist mir völlig unerklärlich. Die Einwände, daß die bestehenden oder in Entstehung begriffenen praktischen Organisationen zur Lösung des tragischen Problems der Verbannten, der Flüchtlinge, der Wiederherstellung der jüdischen Rechte, ausreichten, und daß ein Jüdischer Weltkongreß ihre Arbeit hindern könne, erscheinen mir ungerechtfertigt. Meine Erfahrung sagt mir im Gegontcil, daß eben dasFehlen olnesbelebonden Zentrums der Grund dafür ist, daß diese Organisationen bisher zum großen Teil unwirksam oder ungeeignet waren und öftere aufgelöst und neu organisiert werden müßten. Der Jüdische Weltkongreß wird ihnen dieses Zentrum geben und Vertrauen, guter Wille und wirksame .Solidarität werden allseits dadurch in jeder Beziehung gewinnen, kläglich endigen, da doch Kraft, Werte, Würde fehlten. Das jüdische Volk lief Gefahr, alles zu verlieren, auch das einzige und letzte, das ihm verblieben: die Hoffnung! Dieser Krach heißt: Sabbatianismus! Sabbatei Zewi hat oben den phantastischen Versuch unternommen, die Juden zu befreien — ohne das Judentum zu befreien, ohne Kampf, ohne Würde, nur amf Wunder bauend. Im Laufe der vielen Galuthjthrhundertc waren die alten Ewigkeitswerte verblaßt, das eigene, ureigene, echt jüdische Schaffen längst versiegt, die äußere Würde, die äußere Achtung als einzelne und Volk verloren, die Hoffnung bc- Das war der Höhepunkt der Galuth! Das war daher auch der wichtige historische Wendepunkt im Dasein unseres Volkes. 4. Drei Wege Historisch rückschauend betrachtet gab es drei Wege. Erstens: Menschenwürde, Volkswürde zurückerobern, indem man die alten Ewigkeitswerte zu neuem aktiven Leben erweckt. Zweitens: Weiter nur auf Wunder hoffen, sich immer mehr vom umgebenden Leben absondern, im Ghetto verbleiben. Drittens: Würde erobern von den anderen Völkern durch Verzicht auf dieeigenenWerte. Das Volk spaltete sich: Im Osten ging es den zweiten Weg, es hoffte weiter auf Wunder, vergrub sich kn Ghetto; im Westen beging es Verrat, an sich, an dem Volke, an seiner Vergangenheit und Kultur. Es wollte Würde erobern durch Verzicht auf die jüdischen Werte, durch Wegwerfen der jüdischen Eigenart, durch Verleugnung: durch Assimilation! Nur den ersten Weg ging niemand... Und so zog sich die Entwicklung hin über ein Jahrhundert. Das Jüdische trieb man aus sich heraus und die entstandene Leere füllte man aus. Womit? Egal. Egal. Hinein mit allem. Die glaubenslosen Juden haben amgefangen Vertränen zu schöpfen, indem sin meinten, die anderen werden ihnen glauben. 0 nein! Wer einmal seinen Glauben verloren hat, kann auch keines anderen Glaubens teilhaftig werden. Das verstanden wir nicht oder wollten nicht verstehen. In unserem Durst: nach Würde und Achtung waren wir bereit, alles zu tun, um uns der Würde — würdig zu erweisen. Wodurch? Dadurch, daß wir alles mitmachten. Es war kein Schaffen — ein Mitmaohen, ungebeten, aus Anpassung. Der Lohn blieb nicht aus. Aber er war. anders, als man ihn erwartet hatte. Als wir meinten, zwischen uns und den anderen seien schon1 alle Scheidewände sen, als wir unser Gleichwerdenwollen" so weit trieben — bis zur Taufe, als wir meinten, da5> in den Ländern des Westens, „daheim“ zu sein, erklärten ganz „schlicht“ unsere „braven4 Wirte: ,Wir wollen nicht. Die Assimilation ist ein Schwindel, ein« Lüge, da Betrug. Wir sehen in euch Juden, immer Juden, nur Juden — trotz Taufe. Ihr könnt gar nicht anders werden. Und eure ganze nackte Lüge erscheint uns in ihrer ganzen abgrundtiefen Häßlichkeit und Niedrigkeit ungeschminkt, schamlos, hochmütig — und wir bezahlen sie mit — Verachtung!“ Daa war der Tod der Assimilation, Begräbnis der 150 Jahre alten Lüge. Worin bestand der Irrtum? Eigene Kulturwerte und eigene Würde — bilden zusammen eigenes Leben, das jeder, auch der größte, Feind, achtet und respektiert. Irgend weiche Worte und von anderen verliehene äußere Würde — ist ein Leben auf Abruf. Solange jeder, der mir Würde verliehen und Achtung entgegenbringt, es will — lebe ich —, wenn es ihm gefällt, entzieht er mir beides, läßt mich fallen und augrundegehen. Unser 2000jähriges Galiuthlefeen läßt sieh kurz zusammenfassen: Unsere Ahnen haben auf ib/ro äußere Menschenwürde, auf ihr materielles Wohlergehen verzichtet, um unsere Ewiigkedtswerte zu retten. Wir haben uns von unseren Ewigkeitswerten losgesagt, sie mißachtet, verleugnet, um Würde, Achtung, materielles Wohl zu erreichen. Resultat: Wir schufen nicht neue „üdische Ewigkeitswerte, wir habon koino bleibende Würde r o b e r t. Diese Erkenntnis, vom modernen Zionismus vermittelt, wies den Weg der Rettung: Rückkehr zu don alten, altneue* es oh ioht liehen, ureigenen Kulurwertön und Bestreben nach e l b s tg e s c h a f f e n o r Würd« urch oigenes Schaffen, im igenon Lande, in der eigenen Sprache, im eigenen spezi fl* eben Goistl Mosche Schimiel Brafmann,