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Die Stimme · 1936-05-26 · Heft 551 (26.5.1936) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 551 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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r Nr. 551 — 26. Ma? 1936. DÜ STIMME Seite 3 Verlautbarungen r Zu der unter dieser Überschrift erschienenen Verlautbarung des Leiters des Palä- Btinaamtes in Wien, die in unserer Nummer vom 15. Mai 1936 erschienen ist, erhalten [wir vom Hechaluz Haklal Zioni folgende Entgegnung gemäß § 23 des Preßgesctzes: 1. Es ist unwahr, daß der Stadtkibuz des Hechaluz Haklal Zioni seinen Sitz ausschließlich, Wien, II., Praterstraße 40, hat; wahr ist vielmehr, daß laut Evidenz des Vereinsbüros der Bundespolizeidirektion kein Stadtkibuz des Hechaluz Haklal Zioni in Wien existiert (sondern der in Ihrer Notiz erwähnte Stadtkibuz in der Innstraße ist der Stadtkibuz des Jugendbundes Gdud- Z e i r i m) und der registrierte Verein Hechaluz Haklal Zioni hat seinen behördlich genehmigten Sitz, II., Untere Augartenstraße 26, bzw. II., Lassingleithnerplatz 2. 2. Es ist unwahr, daß „Als Hechaluz Haklal Zioni gilt ausschließlich die von Herrn Dr. F. Pickholz geleitete Chaluzgruppe, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5“; wahr ist vielmehr, daß laut polizei- und vereinsbehördlicher Evidenz Herr Dr. Fischl Pickholz kein wie immer gearteter Funktionär des behördlich genehmigten Vereines „Hechaluz-Haklal-Zioni“ (Allgemein-zionistischer Hechaluz in Österreich) ist, weil der vereinsbehördlich bestätigte und anerkannte Leiter desselben unser Obmann Herr Mendl Teig, II., Innstraße 6, wohnhaft, ist. 3. Es ist unwahr, daß unter der Adresse, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5, eine Chaluzgruppe des „Hechaluz-Haklal-Zioni," existiert; wahr ist vielmehr, daß laut vereinsbehördlicher Bestätigung eine Chalut(Pionier)- organisation dieser Bezeichnung nur Wien, II., Untere Augartenstraße 26, bzw. II., Lassingleithnerplatz 2, existiert. Hochachtungsvoll „Hechaluz-Haklal-Zioni" (Allgemein zionistischer Hechaluz ln Österreich) Der Obmann: Teig m. p. # Wir bringen diese Entgegnung, obwohl sie den Bedingungen des Preßgesetzes nicht entspricht, um die allgemein-zionistische Jugend nochmals daran zu erinnern, daß die im Stadtkibuz, Innstraße 6, befindlichen Personen jeden Anspruch auf Zertifikate und auf Anerkennung ihrer Hachscharah verloren haben. Für die Zionistische Organisation gilt als Hechaluz Haklal Zioni Snif Österreich die Weltorganisation Hechaluz Haklal Zioni (Sitz Lemberg) ausschließlich die von Herrn Dr. F. Pickholz geleitete Chaluzgruppe, Wien, I., Marc-Aurel-Straße Nr. 5. Der Stadtkibuz des Hechaluz Haklal Zioni Snif Österreich der Weltorganisation Hechaluz Haklal Zioni (Sitz Lemberg) hat seinen Sitz ausschließlich Wien, II., Praterstraße 40. Der vom „Hechaluz Haklal Zioni" des Herrn Teig geübte Mißbrauch des Preßgesetzes und der „polizei- und vereinsbehördlichen Evidenz“ kann diese Tatsachen nicht aus der Welt schaffen. Der von Herrn Teig geleitete Hechaluz Haklal Zioni steht übrigens laut Beschluß des Landeskomitees außerhalb des Zionistischen Landesverbandes, womit sich alle weiteren Erörterungen erübrigen. Der Hafen von Tel-Aviv Wir haben bereits kurz berichtet, daß in Tel-Aviv ©in provisorischer Hafen geschaffen worden ist. Die Loslösung der jüdischen Stadt von Jaffa hat einen großen Schritt vorwärts getan. Über das bedeutsame Ereignis wird uns aus Tel-Aviv, 22. M a i, gemeldet: Teile einer Zementladung wurden am 19. Mai von einem jugoslawischen Dampfer in Tel-Aviv ausgeladen. Der erste Lastwagen mit Zement hielt vor Dizeng o f f s Haue, wo eine große Menge ihn Billigst Urlaubsmöglichkeit am schönsten Meeresstrand der Adria CRIKVENICA Orth.-r; Pension ENGEL Billige Arrangements Bezahlung in Wien möglich Auskunft: Willy Donner (B 30-5-22) mit Gesang begrüßte. Der Strand war dicht mit Menschen besetzt, welche der Ausladung zusahen; viele brachen in Tanz und Gesang aus und erklärten, dieser bescheidene Anfang eines Hafens in Tel- Aviv sei genau so vielsprechend wie seinerzeit diie ebenfalls bescheidene Gründung der Stadt selbst. Die Hafenarbeiter marschierten nach beendeter Arbeit singend durch die Straßen. Der erste Sack Zement, der ausgeladen wurde, ist in das Tel-Aviver Museum gebracht worden. Die Träger erklären, daß sie für ihre heutige Arbeit keine Bezahlung nehmen werden. Die provisorische hölzerne Mole wird demnächst durch einen 60 Meter langen Damm aus Stahl und Eisenbeton ersetzt werden. In den Straßen von Tel-Aviv sind Schilder mit der Aufschrift angebracht: „Nach dem Tel-Aviver Hafen". Eine provisorische Baracke trägt die hebräische und englische Aufschrift: „Zollamt: Hafen T e 1 - A v i v." - Jüdische Angestellte, die früher im Zollamt von Jaffa beschäftigt waren, arbeiten jetzt liier. Besucher kamen aus allen Teilen des Landes, darunter Bürgermeister D i z e n g o f f, der sich vom Krankenlager erhob, Pinöhais Rutenberg, der nur selten offiziellen Feiern beiwohnt, und Elieser Kaplan als Vertreter der Jewish Agency. Balfour-Deklaration kann nicht widerrufen werden London, 24. Mai. (JTA.) In einer Veranstaltung der englischen Völkerbuiidliga, die unter dem Vorsitz von Lord Rutherford am 21. Mai in der School of Economics in London stattfand, hielt Sir Herbert Samuel als Vorsitzender des Council for German Jowry einen Vortrag über die jüdische Auswanderung aus Deutschland. Er führte unter anderem aus: Augenblicklich herrschen ernste Unruhen in Palästina; niemand aber kann sich vorstellen, daß die Balfour-Deklaration, die sich zugunsten der Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in diesem Lande ausspricht und Erleichterungen für seine Errichtung zusagt, widerrufen werden kann. Diese Deklaration wurde von allen großen Nationen der Welt und von dem Völkerbund bekräftigt. Im Vertrauen auf sie sind 300.000 Juden nach Palästina gegangen und haben ihr Schicksal mit dem Lande verknüpft. Im Vertrauen auf sie sind dort über 10 Millionen Pfund investiert worden, und es ist sicher, daß, welche Mittel immer erforderlich sein mögen, um die Ruhe wieder herzustellen, die Einstellung der Einwanderung und der Widerruf dieses Teiles des Mandats nicht zu ihnen gehören können. Für den von uns beabsichtigten Plan Ist es wesentlich, daß die Einwanderung nach Palästina nicht eingestellt werde; denn Palästina ist das oinzigo Land, in dem bei ausreichender Fortsetzung der wirtschaftlichen Tätigkeit gewiß jährlich für 12.000 bis 15.000 Juden, denen wir bei der Auswanderung aus Deutschland helfen wollen, eine Heimstätte geschaffen werden kann. Kurz gesagt, wir hoffen, daß in vier Jahren etwa 50.000 von den 100.000 nach Palästina gehen worden. Damit dies gemäß dem festgelegten Grundsatz geschehen kann, einem sehr guten Grundsatz, daß nämlich die Einwanderung nicht größer sein soll als diie Aufnahmefähigkeit des Landes, wird es notwendig 6ein, weit größere Be¬ Der erfahrene Buchhalter fordert Ruf-Buchhalhing I. Sohottengasse 10 Tel. A 17377, A 18061 t r ä g o für Entwicklungsarbeiten und Unternehmungen in Palästina anzulegen. Ein beträchtlicher Teil von den 3 Millionen Pfund, die aufgebracht werden sollen, muß für diesen Zweck bestimmt werden. Über die bisherigen Sammlungen, deren Ziel die Aufbringung von 2 Millionen Pfund in Amerika und von 1 Million in den übrigon Ländern ist, teilte Sir Herbert mit, daß 600.000 Pfund bereits in den letzten zwei Monaten in England gesammelt wurden; der Council erwarte zuversichtlich, daß der volle Betrag von einor Million rechtzeitig aufgebracht werden wird. 1 Palästina vor der Mandatskommission Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes tritt am Dienstag in Genf zu ihrer ordentlichen Frilhjahrstagung zusammen. Die Kommission wird unter anderem den Jahresbericht für 1935 der Mandatarmacht in Palästina prüfen. Dieser Bericht — ein Buch von zirka 300 Druckseiten — war schon vor den letzten Ereignissen in Palästina gedruckt und beschäftigt sich daher nur mit den Ereignissen im Berichtsjahr 1935. Seine Veröffentlichung wird in den ersten Tagen des Monates Juni in London erfolgen. Auf der Tagesordnung der Kommission steht auch die Prüfung von Petitionen, die sich auf Palästina beziehen. Die — wie immer streng geheimen — Beratungen der Kommission werden vom 27. Mai bis etwa 13. Juni dauern. Die Pa-lästinadebatte wird wahrscheinlich am 1. Juni beginnen und 2 bis 3 Tage dauern. Die Jewish Agency hat durch Vermittlung der Mandatarmacht ein M e m o r a nd u m über die Entwicklung des jüdischen Nationalheims im Jahre 1935 zukommen lassen. Diesem Memorandum liegt ein längeres Begleitschreiben des Präsidenten der jewiidi Agency. Professor Dr. (’haim W e i z m a n n, bei, welches anläßlich der Eröffnung der Tagung der Mandatskommission z u s a m m e n m i t d e in Me m o r a nd u m zur Veröffentlichung gelangen wird. Im Falle der Abwesenheit von Graf Thcodoli würde den Vorsitz der Kommission ihr Vizepräsident, Pierre Orts (Belgien), führen. Jüdisches Kinder-Ferienheim »ATID« in Spital am Semmering (820 m) für 6- bis 1 ö-jährige Inhaber u. pädagog. Leiter A. Taglicht Modernes, gcpflegles Heim, sUinrlii'e ärztliche Aufsicht, Sporl, Gymnastik, Schwimmen, eigene Bibliothek, Heimkino, vorztigiiehe rituelle Verpfleguir-, Mastu. Diätkuren. Fremdsprachige Konversationssruppeti. An- .- , «>*—*— Wiener 8-3-73 Fremdsprachige Konversationsgruppen. Anmeldung, Prospekte, Photos usw. im Wjene Sekretariate, IX., Schwarzspanierstr. 12, Tel. A 28-3 Aegypten, Palästina und England London, 22. Mai. (JTA.) In der Sitzung des Unterhauses vom 21. Mai wurden von Abgeordneten verschiedener Gruppen verfängliche Anfragen an den Premierminister B a 1 d w i n gerichtet, die gewisse Besorgnisse bezüglich der Politik Italiens erkennen ließen. So wies das Mitglied der nationalliberalen Gruppe L e c k i e auf die Gefahr hin, welche den britischen Interessen in Afrika und im Nahen Osten infolge italienischer Tätigkeit drohe, und forderte, die Regierung möge ganz unzweideutig erklären, daß sie eine italienische Intervention in Palästina oder in Ägypten unter keinen Umständen dulden werde. Ministerpräsident Bald.win erklärte in seiner Erwiderung, Ägypten und Palästina seien zwei Dinge, die in keiner Weise miteinander Zusammenhängen. Er erinnerte an &\\\\\\\\\\\\\\\\\^ § HOFGASTEIN % | KURHAUS WESTEND | 0 Streng orthodox $ gS unter Aufsicht d. Schiffechnl, 'Wien 0 0 Thermalbäder im Haus - Wiener Küche 0 $ Mäßige Preise 0 die Note, in welcher Großbritannien im Jahre 1922 allen Regierungen, also auch der italienischen Regierung, mitgeteilt hat, daß sie ihr Protektorat über Ägypten aufhebt und Ägypten als unabhängigen lind souveränen Staat anerkennt. In dieser Note habe die britische Regierung ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß jeder Versuch einer E i n m i s c h u n g f r e m der Mächte in die Angelegenheiten Ägyptens von ihr als feindseliger Akt angesehen werden würde, dem sie sich mit allen Mitteln widersetzen würde. Eine neue offizielle Erklärung in dieser Angelegenheit halte ich für überflüssig, erklärte der Ministerpräsident. Was Palästina betrifft, ist die britische Regierung für die Verwaltung des Landes und seinen Schutz auf Grund des , Mandates verantwortlich, welches ihr vom Völkerbund anvertraut wurde. Diese Verpflichtung will Großbritannien vorbehaltlos erfüllen. Die einzige Lösung der Konflikte in Palästina ist ©ine enge Zusammenarbeit d e t. Juden mit den Arabern, doch dürfen wir uns nicht verhehlen, daß eine solche Po- > litik angesichts der gegenwärtigen nationalistischen Tendenzen bei den Arabern ungewöhnlich schwierig ist. Das Gehalt des Multi London, 24. Mai. (JTA.) In der Sitzung des Unterhauses wurde wiederum die Rolle des Großmufti von Jerusalem in der arabischen Streikbewegung durch den Abgeordneten R. H. Morgan zum Gegenstand einer Anfrage an den Kolonienminister gemacht. Morgan fragte den Minister, ob ihm bekannt sei, daß der Mufti von Jerusalem, dessen Gehalt von dem palästinensischen Schatzamt bezahlt wird, Mitglied des Generalstreikkomitees ist und sich bei der Organisierung der Fortsetzung und Ausdehnung des Streiks in den Häfen, bei den Eisenbahnen und im Staatsdienst im allgemeinen aktiv Pörtschach Wörthersee SEEHOTEL BELLEVUE ideale Seelage, Strandbad, Parkanlagen, Warmfließwasser, berühmt gute Küche (auch Diät). Vollpension. Bad, Boot, ab S T—, Günstige Pauschalarrangemenh betätigt, und was die Regierung in dieser Sache zu unternehmen gedenke. Minister Thomas antwortete ausweichend, es sei r i c h t i g, daß der Mufti in seiner Eigenschaft als Präsident des Obersten Moslemitischen Rates ein Gehalt aus Mitteln der Palästinaregierung beziehe. Er zweifle nicht daran, daß der High Commissioner, falls er der Ansicht w ä r e, daß die politische Betätigung irgend einer Person in Palästina ein besonderes Eingreifen erfordere, dem Kolonienminister einen entsprechenden Vorschlag machen würde. Der Abgeordnete Vyvian Adams fragte, ob der Kolonienminister eine Erkläru:' v über die bevorstehende Unterredung mit Vertretern der arabischen Gemeinschaft Palästinas abzugeben habe. Minister Thomas verwies den Abgeordneten auf die Beantwortung einer Anfrage am 18. Mai, wonach der Besuch der Araber in London nicht mehr erwünscht sei. Qebernehme Kinder in Pension Erstklassige Verpflegung. Orthodox am Plattensee (Siofok). Zuschriften erbeten: WitweW. Freund, Budapest, Nagymezö ut45 Abgeordneter Adams: Bedeutet diese Antwort, daß in der Tat keine arabische Delegation nach London kommen soll? Minister_ Thomas: Jawohl! Ich habe dies in meiner Antwort vollkommen klar gemacht! SS55==5SS-H-a-aS5—5H5HSSH—HSHBHS' Nahum Sokolow mit Oberrabiner Chajes

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