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Die Stimme · 1936-05-22 · Heft 550 (22.5.1936) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 550 (22.5.1936)
Date
1936-05-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 OIE STIMME Nr. r.r.O — 22. Mai 1036 m ihrer Verwaltung anvertrauten Mandatsgebiet eine gefährliche Politik treibe, indem sie Haß und Opposition zwischen den verschiedenen Lagern hervorrufe, uni dann als Vermittler auftreten zu können. Die Unruhen und blutigen Konflikte der letzten Monate seien das Ergebnis dieser Politik, während Italien an diesen Vorgängen weder eine direkte noch eine indirekte Verantwortung trage. ALARE U. BARETTE vorrätig und nach Maß Rudolf Goldstein, II., Taborstr. 54 ZIVIL- UND UNIFORMSCIINEIDER Versand nach allen Ländern Araber und Nationalsozialisten Tel-Aviv, 18. Mai. (JTA.) „Dawar“ meldet, daß sich gewisse Kreise des „Obersten Arabischen Rates“ in Berlin beklagt haben, daß die deutsche Presse nicht immer im arabischen Sinne über die Palästinaereignisse berichtet. Es wurde den arabischen Führern erwidert, daß von jetzt ab dafür gesorgt werden wird, daß der nazistische Pressedienst aus Palästina das arabische Interesse im Auge behalte. Zu diesem Zweck haben die Nazis einen Kontakt mit den arabischen Haupträdelsführern hergestellt. Die Haltung der ägyptischen Araber Kairo, 19. Mai (Palcor). „Al Guehad“, das führende Organ des ägyptischen Wafd und eine der größten arabischen Zeitungen, regt in einem langen Artikel die Abhaltung einer Round-Table- Konferenz zwischen Juden und Arabern an. Der Artikel rät den palästinensischen Arabern, die Legitimität des Werkes anzuerkennen, welches von den 'Juden, die auf Grund internationaler Vereinbarung nach Palästina zurüekkehren, geleistet wird. Junge Palästinenserin Ärztin, welche demnächst nach Palästina zurückfährt, würde gerne ein Kind oder eine ältere Person gegen entsprechende Spesenbeitrag begleiten. Unter „VerläSlich" an die Administration.;Schiffsausladung im Hafen von Tel-Aviv fel-Äviv, 19. Mai (Palcor). Ein Dampfer aus Jugoslawien ging heute Vor Tel-Aviv vor Anker und wurde nachmittags ausgeladen. Als der Dampfer an Jaffa mit einem aus Haifa mitgebrachten Lastsohiff im Schlepptau vorbeifuhr, versuchten streikende arabische Lastträger in einem Boot dieses zu rammen, wurden jedoch von der Polizei daran verhindert. Der Anblick des ersten Dampfers, der bei Tel-Aviv ankerte, machte im Jaffaer Hafen einen tiefen Eindruck. Unter den Schauerleuten in Jaffa wurde angeregt, eine Delegation nach Tel-Aviv zu entsenden, um zu erklären, daß sie zur Wiederaufnahme der Arbeit bereit seien. Der Bau einer hölzernen Mole am Tel- Aviver Strand wird Tag und Nacht fortgesetzt. Restaurant Rillet w: Bestrenommierte Küche Reichhaltige Menüs ä S V90 u.2'60 ll.,HammerpurgstaJ!gasse 3 (nächst Salztorbriltke) Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Am Samstag, den 23 Mai, findet im Rahmen unseres Konventes in unserem Reime, IX., Türkenstraße 9, ein Vortrag des Herrn Josef Fränkel über das Thema „Juden, Araber und England“ statt. Beginn 8.15 Uhr. Gäste willkommen. Hakoah—JKJ. Vergangenen Sonntag fand auf den Plätzen der Hakoah der Tennisfreundschaftskampf Hakoah—JKJ. gegen Makkabäa, Preßbijrg, statt. Leider wurde die Veranstaltung durch den starken Regen empfindlich gestört. Bei Abbruch war die Herrenmannschaft mit 6:3 Spielen im Vorteil, die Damen unterlagen 0:3. Aus dem Resultat geht hervor, daß die Herren erfreulicherweise beroits gut im Schwung sind. Josef Kastein: Organisatorische Einheit Seit über 75 Jahren, seit der Gründung der Alliance Isradlite Universelle, versucht dag Judentum, in organisierter Form seine Einheit darzustellen. Dieser Versuch stand immer unter einer besonderen Belastung: unter der fortschreitenden Assimilation der einzelnen jüdischen Gruppen in den verschiedenen Ländern. Gewiß bekannte man sich zu dem Grundsatz, den man aue der Parole der Alliance entnommen hatte: daß alle Juden für einander zu bürgen hätten. Aber diese Bürgschaft stellte nur eine gefühlsmäßige Einheit lier, während eie sich praktisch so betätigte, daß die noch nicht bedrohte und noch vermögende Judenechaft den bedrohten und verarmten Teilen jeweils ihre HilFe angedeihen ließ. Diese Einheit der Hilfe konnte zwar in sehr vielen Fällen eine zeitweilige Erleichterung der mannigfachen jüdischen Katastrophen bewirken; aber selbstverständlich konnte sie nicht auf dem Wege der Wohltätigkeit dag Judentum zu einer Einheit machen, die eich in den immer notwendigen Kämpfen mit den Gewalten der Umwelt behaupten - und durchsetzen konnte. Diese Einheit wurde dadurch Sektor des jüdischen Lebens erfaßt: derjenige, in dem sich der Aufbau einer nationalen Heimstätte vollzieht. Der weit größere Sektor, die Judcnheit der Galuth, ist ohne Vertretung und ohne Tribüne; ohne die Möglichkeit, sich zu äußern und ohne die Fähigkeit, den Völkern ihre Existenz und ihre Ansprüche zur Kenntnis zu bringen. Alle anderen Völker der Welt haben ihre Vertretung und ihre Repräsentanz. Der Jude hat nur Schtadlanim, wie im Mittelalter, geschickte oder rührige oder eifrige Fürsprecher, die mit ihrem Erfolg von ihrer Persönlichkeit abhängig sind. Alle anderen Völker der Welt haben ihre Autorität und ihr Gefühl der Geborgenheit. Das Judentum hat nur die Hintertüren, durch die es demütig bittend eintreten kann, um Wünsche vorzubringen. Was in dieser Situation der unzulänglichen Vertretung in der Welt nötig ist und geschehen muß, ist durch die jahrelange I Allgemeine Verslcherungs - Gesellschaft 1 PHÖNIX 1 Vor 1 1 jedem Rechtsstreite beraten Sie sich | I mit Ihrem Rechtsanwälte über unsere! S Prozeßkosten - Versicherung 1 3 s Vorbereitung für einen Jüdischen Weltkongreß oftmals gesagt worden. Es muß heute mit Nachdruck darauf hingewiesen, werden. Die passive Rolle, die der Jude Jahrhunderte lang in der Geschichte gespielt hat, kann zwar nicht von heuto auf morgen aktiv werden; aber sie kann von ihrer demütigenden und erniedrigenden Hilfslosigkeit dadurch befreit werden, daß die Judeuhciten der Welt sich als Einheit bekennen, als Einheit auftreton und in der Einheit organisiert, geschlossen ihre Rechte, Zustände und Ansprüche der Welt bekanntgeben. Mitteilungen des Palästinaamtes verhindert, daß die einzelnen Judenechaften keine organisierte Form wünschten, aus der man ihnen den Vorwurf eines jüdiechen Nationalismus oder eines jüdischen Volkstums hätte machen können. Man hatte Furcht vor diesem Nationalismus. Man glaubte, daß er die bürgerliche Stellung der einzelnen Judenschaften erschüttern und gefährden würde. Darum bekämpfte man auch den Zionismus. Man wünschte zwar vielfach einen gesunden Aufbau Palästinas, wünschte aber nicht, mit der zugrunde liegenden Ideologie identifiziert zu werden. Die Entwicklung der Welt in den letzten 20 Jahren hat alle diese Erwägungen einfach ignoriert und hat eine Situation deutlich gemacht, die schon immer bestanden hat, die aber nicht immer sichtbar wurde, weil man alle Judenfeindecbaft in der Welt nur für eine vorübergehende und lokale Reaktion hinzunehmen gewohnt war: in allen Katastrophen der Völker enthüllte eich der Jude als der ewig Draußenstehende, als der stets Verantwortliche, als derjenige, gegen den die Umwelt sich mit ihrer Feindschaft wendet, wenn sie eine Niederlage erlitten hat oder irgend ein Problem im eigenen Bezirk nicht lösen kann. Die Einheit des Judentums wird dadurch mindestens äußerlich bergeetellt, als eine Einheit des Erduldens und des Schicksals. Dasjenige, was die Assimilation an die verschiedenen Völker verhindern und auf heben sollte: die Tatsache, daß der Jude im Grunde genommen nirgends unangefochten wohnen konnte und immer der latente Auswanderer von morgen war, gerade das ist in den Schicksalen, die die Länder den Judenschaften in den letzten Jahrzehnten bereitet haben, nur von neuem bestätigt und deutlich gemacht worden. Es ist niemand gezwungen, für sich selber diese Situation zu erkennen. Aber es gibt heute keine moralische Position mehr, von der aus es einer verantworten könnte, den Versuch einer organisierten Einheit abzulohnen oder zu bekämpfen. Daß es diesen und jenen Judenschaften in der Welt noch leidlich gut geht, darf nicht an der Erkenntnis hindern, daß die einheitliche Bedrohung auch eine einheitliche Gegenwehr nötig macht. Die Gegner deß Judentums operieren mit einer jüdischen Einheit und Geschlossenheit, die nirgends besteht. Es besteht weder dla politische Reife im Judentum, die sieb zu einer solchen Einheit spontan bekennen könnte, noch besteht die Einsicht, daß die Zeit als solche keine andere Einheitsform anerkennt als die öffentlichen, politischen, organisatorisch sichtbaron. Durch die Balfour-Doklaration ist zium ersten Male seit langen Jahrhunderten das Judentum als Volk und Nation in don Kreis der Weltpolitik einbezogen worden. Aber hier wird nur ela GepacksbeSörderung nach Palästina Auf Grund wiederholter Klagen, die uns aus Palästina zukommen, machen wir nochmals auf die Regelung der Gepäckfrage aufmerksam: In Palästina ist es fast unmöglich, den Einwandernden finanziele Unterstützung durch öffentliche Institutionen bei der Gepäcksabfertigung zukommen zu lassen. Es ist daher sinnlos, Gepäck per Nachnahme zu senden, denn dasselbe kann, im Falle der Empfänger nicht über das hiezu nötige Kapital verfügt, von demselben nicht eingelöst werden und verursacht dem Besitzer große Unannehmlichkeiten. Die Palästina-Auswanderer werden eindringlichst davor gewarnt, Gepäck, dessen Fracht nicht gezahlt ist, nach Palästina schicken zu lassen, da die Kosten der Auslösung im Hafen als auch der Transport an den Bestimmungsort sofort in barem zu erlegen sind. Von größter Wichtigkeit ist auch die Auswahl des Umzugsgutes: Es ist vorteilhaft, im Handgepäck neben den notwendigen’ Kleidungs- und Wäschestücken etwas Bettzeug, Geschirr und wenn möglich einen Primuskocher mitzunehmen, damit möglichst bald nach der Ankunft in Palästina mit der Selbstwirtschaft begonnen werden kann und für minderbemittelte Familien keine unnötigen Ausgaben für Verpflegung in Speisehäusern und dergleichen entstehen. Dagegen kann nicht oft genug davor gewarnt werden, zuviele Sachen, besonders solche, dei leicht beim Transport beschädigt werden können, Radioapparate und Fahrräder, die in Palästina unbedingt zollpflichtig sind, mit sich zu führen. Die nicht kapitalskräftigen Einwanderer sind nämlich häufig gezwungen, die ersten Monate in einem der eingerichteten Einwandererheime zu verbringen und größeres Umzugsgut während dieser Zeit kostenpflichtig einzulagern.. Weiters sollen die Auswanderer dafür Sorge tragen, daß ihr Gepäck, noch ehe sie selbst die Reise antreten, versandt wird, damit sie bei ihrer Ankunft in Palästina bereits über die für die Zolldeklaration notwendigen Papiore verfügen, da dieselbe innerhalb von siebon Tagen nach Ankunft erfolgen muß. Schließlich sei darauf hingewiesen, daß es infolge der Devisenbewirtschaftung in Italien unbedingt notwendig ist, an der italienischen Grenze, ohne daß oine separate Aufforderung seitens der Zollorgane erfolgt, dio mitgenommenen Devisenbestände anzugebon und dio Eintragung in den Paß zu verlangen, da ansonsten bei der Ausreise aus Italien die Möglichkeit genommen ist, dio mitgeführton Werte wieder auszuführen. Für Auswanderer aus Deutschland Da wiederholt Familienväter, dio aus Deutschland emigriert sind, bei Erlangung einos Zertifikates nicht richtig darüber informiert sind, wo ihre noch in Deutschland lebenden Angehörigen ihre Schiffskarte zu lösen haben, weisen wir darauf hin, daß dieselben sieh keinesfalls an verschiedene Reisebüros in Deutschland, sondern lediglich an das Berliner Palästina - Amt oder dessen Zweigstellen zu wenden haben. Sie erhalten dort die Schiffskarten für die Schiffe des Lloyd Triestino zu bedeutend ermäßigten Preisen, wogegen sie in anderen Büros volle Preise bezahlen müssen. Bei Nichtbeachtung dieser Möglichkeit sind die betreffenden Personen doppelt gc* schädigt, da nicht nur die Schiffskarte sich wesentlich teuerer stellt als beim Bezug durch das Palästina-Amt, sondern auch die sogenannte Pauschalgebühr für die Beförderung des Gepäcks in Triest, Übernachtung daselbst und sofort von privaten Reisebüros separat eingehoben wird, so daß dem Emigranten weitere Ausgaben erwachsen. Wir empfehlen daher den hier lebenden Zertifikatsanwärtern, ihre Familienangehöj rigen in Deutschland umgehend dahin zu informieren, sich wegen Lösung der Schiffskarte nur an das Palästina-Amt in Berlin oder dessen Zweigstellen zu wenden. Keine Landung In Jaffa 1 Wie bereits in den Tagesblättern ver-* merkt, hat die Jewish Agency beschlossen, die Alijah über Jaffa zeitweise zu ßistieren im Hinblick auf ihre Forderungen, sowie diejenigen der Institutionen des Jischuw, die dahin gehen, daß die Palästina-Regierung in Tel-Aviv eigene Zoll-Alijah-Abteilungen usw. eröffnen soll. Diese Forderung ist durch die letzten Unruhen mehr als dringend geworden. Es wurden daher bereits in den letzten Wochen die Schiffe direkt nach Haifa geleitet. Dieso Maßnahme wird auch in Hinkunft beibehalten und die Ankunft der Olim ausschließlich in Haifa zentralisiert. Wir bringen diesen Beschluß, wonach in Jaffa nicht gelandet werden soll, hiemit nochmals ausdrücklich zur Kenntnis und werden Änderungen, sobald solche beschlossen werden sollten, unverzüglich bekannt geben. Sonnenbrand. Trotz langjähriger Erfahrung und sorgfältiger Beachtung aller damit gewonnenen Vorsichtsmaßregeln worden wir dennoch immer wieder vor die schmerzlieho Tatsache gestellt, einen Sonnenbrand erwischt zu haben. Die Ursache dieser Erscheinung ist weniger im fallweise« Durchbruch dos Bestrebens, möglichst rasch brau« zu werden, gelogon. als vielmehr in dem Umstand, daß der Sonnenbrand erst viele Stunden nach der Bestrahlung auftritt. Eine sichere Hilfe zu diesem Zeitpunkte würde daher eine wirklich restlose Lösung der ganzen Sonuenbrandfrago bedeuten. Diese ist nunmehr tatsächlich in der Anwondung' des Tschamba-fii gogebon. Die Einwirkung von Tschamba-fii orflillt hiebei auch zugloich uneoron ursprünglichem Wunsch, rasch brauD zu worden Usch a m 1) afii verwandelt nämlich die Rötung in Bräunung. Tschamba-fii ist ein aktiver Schutz vor Sonnenbrand. Tsohamba-fii enttäuscht dioh nie! Große TrauerRundsebuiifi für HAHUH SOIlllKHl) Donnerstag, den 28, Mai 1936, um halb 9 Uhr abends, findet eine große Trauerkundgebung im Festsaal des HOTEL CONTINENTAL, L., Taborstraße 4, statt, die von den zionistischen Fraktionen, der Histadruth Ivrith, dem Alten-Herren-Ring der zionistischen Verbindungen, der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereinen und ... . der „Judäa“ veranstaltet wird. —.. ■»-...

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